Wenn im Winter der Golfplatz gesperrt ist und die Fairways unter einer Schicht aus Matsch oder Schnee verschwinden, stellt sich für viele Golfer dieselbe Frage: Wie halte ich mich fit, damit ich im Frühling nicht bei null anfangen muss? Die gute Nachricht ist, dass Golftraining im Winter deutlich mehr Möglichkeiten liefert, als die meisten denken.
Du musst den Winter nicht einfach aussitzen. Die Golf-Nebensaison zieht sich in Deutschland grob von November bis März, und genau diese ruhige Zeit ist ideal, um gezielt an deinem Spiel zu arbeiten, ohne den Druck einer Runde am nächsten Tag im Nacken zu haben. Wer sie gezielt nutzt, startet mit einem echten Vorsprung in die neue Saison. Und genau darum geht es in diesem Artikel.
Im Winter kannst du Golf üben, indem du zuhause auf einer Puttmatte puttest und chippst, auf der Driving Range oder in einer Indoor-Golfanlage trainierst, mit Speedsticks deinen Schwung schärfst, eine Trainerstunde beim Pro buchst, gezielt Fitness- und Beweglichkeitstraining machst oder eine Golfreise in den Süden buchst.
Hier ist ein kurzer Überblick aller Methoden:
- Putten zuhause mit einer Puttmatte
- Chippen zuhause üben
– Driving Range im Winter einsetzen
- Speedsticks zum Schwungtraining
- Trainerstunde beim Pro buchen
– Indoor-Golfanlage aufsuchen
- Fitnesstraining im Winter
- Golfreise in den Süden
Putten zuhause mit einer Puttmatte
Das Putten ist der Bereich, in dem du mit dem geringsten Aufwand am meisten Schläge sparen kannst. Und er lässt sich perfekt im Wohnzimmer trainieren. Du brauchst dafür nicht viel: eine Puttmatte, deinen Putter und ein bisschen Platz.
Mit regelmäßigem Training auf der Matte verbesserst du deine Längenkontrolle und deinen Linienstart erheblich. Wer jeden zweiten Abend 10 bis 15 Minuten puttet, merkt zu Saisonbeginn sofort den Unterschied auf dem Grün.
Eine gute Möglichkeit ist auch der sogenannte Gate Drill: Du stellst zwei Tees etwas breiter als deinen Schlägerkopf auf und puttst so, dass du die Tees nicht berührst. Das zwingt dich zu einer geraden Schlägerbahn und verbesserter Gesichtskontrolle. Wer es etwas anspruchsvoller mag, versucht drei Putts aus zwei Metern hintereinander zu versenken, bevor er zur nächsten Übung wechselt.
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Wenn du dein Putten generell auf ein neues Level bringen möchtest, schau dir auch diesen Artikel an: Wie du dein Putten sofort verbesserst

Chippen zuhause üben
Wer zuhause putten kann, kann dort auch chippen. Du brauchst dafür Plastikbälle oder spezielle Trainingsbälle und ein einfaches Chippingnetz als Ziel. Das funktioniert sogar auf Teppich.
Das Schöne am Chippen zuhause ist, dass du dich voll auf die Technik konzentrieren kannst, ohne Ablenkung und ohne Zeitdruck. Du kannst verschiedene Abstände ausprobieren, an deiner Schlägerkopfgeschwindigkeit arbeiten und den Landepunkt gezielt trainieren, nicht nur das Ziel. Ein zusammengelegtes Handtuch als Landezone in unterschiedlichen Entfernungen tut es hier genauso wie ein teures Netz.
Bedeutend beim Indoor-Chippen: Nutze keine echten Golfbälle in der Wohnung. Plastikbälle oder Schaumstoffbälle tun es hier vollkommen und verhindern, dass du die gute Vase deiner Oma ins Jenseits beforderst.
Mehr Tipps, wie du deine Chips konstant triffst, findest du hier: Wie du deinen Golfball perfekt aufs Grün chippst
Driving Range im Winter einsetzen
Wenn das Wetter es zulässt, ist die Driving Range die beste Möglichkeit, echte Schläge zu üben. Die meisten Anlagen haben länger offen als der Platz selbst und lassen zumindest die Mattenabschläge offen, wenn die Rasenabschläge bereits gesperrt sind.
Nutze das so lange wie möglich, denn kein Heimtraining ersetzt den echten Ballkontakt mit einem richtigen Schläger. Geh dabei mit einem Plan an die Sache, statt wahllos Bälle zu schlagen. Eine bewährte Routine: Du arbeitest dich vom kürzesten zum längsten Eisen vor und schlägst mit jedem Schläger 10 Bälle, bevor du weiterziehst. Das hält dich fokussiert und du merkst schneller, wo genau es noch hakt.
Aufwärmen ist im Winter Pflicht. Kalte Muskeln reißen schneller und dein Schwung fühlt sich ohnehin steif an. Plane mindestens 10 bis 15 Minuten Aufwärmzeit ein, bevor du den ersten Ball schlägst. Dreh die Arme, mach ein paar Kniebeugen und schlag die ersten Bälle mit sehr lockerem Schwung.
Das Zwiebelprinzip hilft dir beim Kleiden. Statt einer dicken Jacke. Die deinen Schwung einschränkt, trägst du mehrere dünne Schichten übereinander. Eine Funktionsunterwäsche als Baselayer, ein Midlayer wie ein Longsleeve oder Pullover und eine wind- und wasserabweisende Außenschicht. Dazu Mütze, Winterhandschuhe für die Pausen und warme Socken.
Achte des Weiteren darauf: Ein Golfball verhält sich bei Kälte anders als im Sommer. Er verliert an Elastizität und fliegt dadurch spürbar kürzer. Das ist kein Fehler deines Schwungs, sondern Physik. Mach dir also keine Sorgen, wenn die Distanzen auf der Range im Winter deutlich kürzer ausfallen.
Wintertees nicht vergessen: Die speziellen Tees lassen sich besser in gefrorenen Boden stecken. Außerdem hilft ein trockenes Handtuch im Bag, um den Schlägerkopf nach jedem Schlag trocken zu halten.
Wenn du auch auf dem Platz selbst bei Kälte spielen willst, statt nur zu üben, findest du hier alle Tipps zu Kleidung, Regeln und Ausrüstung: Golf im Winter: Die besten Tipps für die kalte Jahreszeit
Welche Fehler du auf der Driving Range vermeiden solltest, zeige ich dir hier: Fehler, die du auf der Driving Range unbewusst machst
Speedsticks zum Training
Speedsticks sind Golf-Schwungtrainer, die du auch zuhause einsetzen kannst. Du schlägst damit keinen Ball, sondern trainierst deinen Schwung durch das Gewicht und den Widerstand des Geräts.
Es gibt zwei Haupttypen. Die erste Art hat ein Gegengewicht am Ende und trainiert das Gefühl für deinen Schwung. Da du danach ohne dieses Gewicht schwingst, fühlt sich dein normaler Schläger leichter an und dein Schwung wird flüssiger. Die regelmäßige Nutzung hält dich über den Winter in Schwung und verhindert das typische "Einrosten".
Die zweite Art gibt dir mit Geräuschen Feedback, wann du wo im Schwung sein solltest. So erkennst du selbst, ob dein Tempo zu schnell oder zu langsam ist und an welcher Stelle du noch Verbesserungspotenzial hast. Mein Golf-Pro hat sich selbst einen solchen Trainer bestellt und mir immer wieder gezeigt, wie nützlich dieses Feedback im Training ist.
Wer keinen Speedstick zur Hand hat, kommt auch mit einfacheren Mitteln weiter. Stell dich vor einen Spiegel und schwing langsam, um deine Position in Rückschwung und Ansprechposition zu checken. Oder filme dich mit dem Handy und vergleiche die Aufnahme mit älteren Videos von dir. So siehst du schwarz auf weiß, ob sich an deiner Technik über den Winter etwas verändert hat.
Eine Auswahl an Schwungtrainern und Übungsgeräten findest du bei GolfHouse: Schwungtrainer und Übungsgeräte bei GolfHouse ansehen

Trainerstunde im Winter buchen
Der Winter ist eigentlich die beste Zeit für eine Trainerstunde. Warum? Weil dein Pro im Winter oft mehr Kapazität hat und sich mehr Zeit für dich nehmen kann als in der Hochsaison. Und weil du jetzt die Ruhe hast, an echten Technikfehlern zu arbeiten, ohne gleichzeitig an Ergebnissen gemessen zu werden.
Neue Bewegungsabläufe lassen sich des Weiteren im Winter viel besser einschleifen. Du hast keine Runde am nächsten Tag, die dich nervös macht. Du kannst also ruhig mal eine Woche mit einem komplett neuen Schwungmuster auf der Range verbringen, ohne dass es dich direkt Schläge auf dem Platz kostet.
Viele Pros arbeiten im Winter auch mit Launch Monitoren wie dem TrackMan. So bekommst du genaues Datenfeedback zu Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ballflug und Spinrate, was du im normalen Rundenspiel nie so detailliert siehst.
Der Winter ist genau die richtige Zeit, um gezielt Ziele für deine neue Saison zu setzen: Was willst du bis zum Frühjahr an deinem Spiel verbessert haben? Welche Schwachstellen willst du angehen? Wer seine Fortschritte schriftlich festhält, bleibt motivierter und verliert das Ziel nicht aus dem Blick. Das gilt übrigens nicht nur für die Technik: Auch mentales Training lässt sich im Winter in Ruhe aufbauen, zum Beispiel deine Vorschwungroutine oder der Umgang mit Drucksituationen.
Genau dafür habe ich das Dein Golf Journal entwickelt. Es hilft dir dabei, deine Ziele im Golf zu strukturieren, Erlebnisse festzuhalten und Trainingsideen nicht zu vergessen. Gerade im Winter, wenn die Saison noch weit weg ist, sorgt das Journal dafür, dass du fokussiert und motiviert bleibst.
Indoor Golfanlagen im Winter
Indoor-Golfanlagen, auch Golfsimulatoren genannt, sind eine sehr gute Möglichkeit, auch im tiefen Winter echte Schläge zu üben. Du schlägst hier von einer Matte auf eine Leinwand, auf der ein Golfplatz projiziert wird. Sensoren messen deinen Schlag exakt und verdeutlichen dir, wie der Ball auf einem echten Platz geflogen wäre.
Das Schöne dabei ist, dass du sowohl auf Distanz spielst, sondern auch gezielt Kurse ausprobieren kannst, Pebble Beach oder Augusta zum Beispiel. Das macht die Wintersessions deutlich unterhaltsamer und motiviert dich, auch bei schlechtem Wetter draußen zu üben.
Ketten wie GolfHouse bieten solche Indoor-Ranges an. Wenn du gezielt nach einer Anlage in deiner Nähe suchst, hilft dir eine Google-Suche nach „Indoor Golfanlage [deine Stadt]“ oder „Indoor Golf [deine Stadt]“ sehr gut weiter. Den genauen Öffnungszeiten deines eigenen Clubs kannst du auf der Vereinswebseite oder per Telefonanruf nachgehen.
Fitnesstraining im Winter
Alle Top-Golfer gehen inzwischen ins Fitnessstudio, und das nicht nur des Ausgleichs wegen. Kraft, Rumpfstabilität und Flexibilität sind entscheidend für einen konstanten Schwung und für die Verletzungsvorbeugung.
Vor allem wesentlich im Winter sind diese Muskelgruppen:
– Rumpfstabilität: Planks, Crunches und Rotationsübungen stärken die Körpermitte. Die den Golfschwung kontrolliert
- Hüfte und Oberschenkel: Kniebeugen und Ausfallschritte verbessern deine Standfestigkeit und Gewichtsverlagerung
- Schultern und Rücken: Rudern, Latzug und Schulterdrücken halten die Schulterlinie stabil
– Flexibilität: Dehnübungen für Hüfte, Schultern und Rücken sind mindestens genauso bedeutend wie Krafttraining. Wer im Winter steif wird, hat im Frühjahr einen deutlich kürzeren Rückschwung
Ein Theraband ist ein einfaches und günstiges Tool, das du auch zuhause einsetzen kannst, um Schultern und Unterarme zu aktivieren. Viele Pros empfehlen des Weiteren 10 bis 15 Minuten Alltagstraining täglich statt einer langen Session einmal pro Woche.
Bedeutend ist dabei das richtige Maß: Wer die komplette Nebensaison pausiert, verliert Beweglichkeit und Körperspannung, die sich im Frühjahr nur mühsam zurückholen lässt. Genauso wenig bringt ein Fitnessprogramm mit golffremden Bewegungen und zu schnell gesteigerten Gewichten, das erhöht eher das Verletzungsrisiko, als dass es deinem Schwung hilft. Bleib lieber bei moderaten, golfspezifischen Übungen.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, welche Muskelgruppen du für den Golfschwung konkret trainieren solltest, lies hier weiter: Welche Muskeln werden beim Golfen trainiert?
Golfreisen im Winter
Irgendwo ist es immer warm. Und dort gibt es sicherlich auch einen Golfplatz. Einige nicht so weit entfernte Reiseziele im Winter sind die Algarve in Portugal, Andalusien. Die Kanaren und Zypern. Wer noch etwas weiter reisen möchte, findet in der Türkei rund um Belek eine der dichtesten Golfregionen Europas mit hervorragenden Platzverhältnissen und Allinklusive-Hotels.
Das ist wohl die teuerste Methode, Golf im Winter zu üben. Aber sie ist gleichzeitig die angenehmste. Du trainierst auf echtem Rasen, in echten Platzverhältnissen und bekommst obendrauf noch etwas Sonne ab.
Wer Golf ohnehin als teures Hobby betreibt, für den ist eine Wintergolfreise eine lohnende Investition in die eigene Technik und Motivation.
Häufig gestellte Fragen zum Golftraining im Winter
Kann man im Winter überhaupt sinnvoll Golf trainieren? Ja, sogar sehr gut. Putten, Chippen und dein Schwunggefühl lassen sich das ganze Jahr über trainieren, unabhängig davon, ob der Platz offen hat oder nicht. Essenziell ist nur, dass du strukturiert übst statt einfach nur Zeit abzusitzen.
Was mache ich, wenn der Golfplatz komplett gesperrt ist? Weiche auf die Driving Range, eine Indoor-Golfanlage oder dein Training zuhause aus. Viele Clubs lassen zumindest die Range oder den Kurzplatz geöffnet, selbst wenn der große Platz gesperrt ist. Frag im Zweifel einfach im Sekretariat nach.
Wie oft sollte ich im Winter trainieren? Kurze, regelmäßige Einheiten bringen mehr als seltene Marathon-Sessions. 10 bis 20 Minuten Putten oder Schwungtraining, dafür mehrmals die Woche, halten dich besser in Form als eine einzelne lange Session im Monat.
Lohnt sich eine Indoor-Golfanlage im Winter? Wenn eine Anlage in deiner Nähe ist, ja. Du bekommst echten Ballkontakt mit präzisem Datenfeedback, unabhängig vom Wetter draußen. Das ist besonders für Golfer wertvoll, die im Winter sonst komplett pausieren würden.
Fazit
Viele Golfer verwenden den Winter als Pause vom Sport. Das ist verständlich, aber wenn du merkst, dass dir Golf fehlt und du im Frühjahr besser starten willst als im letzten Jahr, gibt es keinen Grund, monatelang auf der Couch zu warten.
Fang mit dem an, was am einfachsten umzusetzen ist. Eine Puttmatte zuhause kostet nicht viel und bringt enorm viel. Speedsticks kannst du im Wohnzimmer schwingen. Und eine Trainerstunde im Winter macht dich oft mehr Fortschritte als fünf Stunden sinnloses Bälleschlagen im Sommer.
Ich hoffe, ich konnte dir einige Methoden aufzeigen, die dir helfen, deinen Schwung durch den Winter zu bringen und besser in die neue Saison zu starten. Wenn du noch weitere Fragen oder andere Tipps hast, schreib sie gerne in die Kommentare.
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