Jeder hat bestimmt schonmal die Situation im kurzen Spiel gehabt, dass man seine Chips auf das Grün einfach nicht gut genug geschlagen bekommen hat. Doch woran liegt es, dass wir diese Schläge nicht konstant treffen?
Tatsächlich ist es so, dass das Chippen sowohl eine andere Ansprechposition und einen anderen Schwung von uns Golfern erfordert. Das führt zu ganz eigenen Problemen, welche nur beim Chippen auffallen und nur durch langes Training zu beseitigen sind. Dafür müssen wir die allerdings erstmal identifizieren!
Die größten Probleme, welche bei dem Chippen auf das Grün beim Golfsport entstehen, liegen an dem sogenannten Bounce. Der Bounce ist der Winkel zwischen der Vorderkante deines Wedge und dem tiefsten Punkt des Schlägers.
Ein leichter Bounce sind 4-6 Grad, ein mittlerer Bounce sind 7-10 Grad und ein hoher Bounce sind über 10 Grad.
Darf man überhaupt auf dem Grün chippen?
Bevor wir in die Technik einsteigen, kurz eine Frage, die sich viele Golfer stellen: Ja, du darfst mit jedem Schläger aufs Grün chippen, nicht nur mit dem Putter. Es gibt keine Regel, die dir vorschreibt, auf dem Grün ausschließlich zu putten.
Ein paar Dinge solltest du dabei trotzdem beachten. Du darfst die Puttlinie nicht berühren oder etwas niederdrücken, und seit einer Regeländerung darfst du deinen Schläger auch nicht mehr als Ausrichtungshilfe neben dir ablegen, wenn du vom Vorgrün chippst. Wenn dich solche Regeländerungen interessieren, findest du dazu mehr in meinem Artikel über die geänderten Golfregeln.
Chippen vom Vorgrün ist also völlig regelkonform und häufig sogar die klügere Wahl als ein langer Putt über ein welliges Grün.
Ansprechposition beim Chippen
Chippen ist keine Miniaturversion deines vollen Schwungs, sondern funktioniert grundlegend anders. Du solltest hierbei keinen weiten Stand haben, sondern deine Beine nah beieinander halten. Ein weiterer Stand würde zu viel Bewegung in den Chip bringen, was zu viel Variation am Schlagmoment treffen kann und das wollen wir nicht.
Bei der Ansprechposition sind deine Beine in etwa eine Schlägerkopflänge voneinander entfernt. Jetzt solltest du anders als bei einem Eisen nah an den Ball gehen. Das bedeutet, du hast auch nicht mehr die Armlänge zwischen deinem Schläger und deinem Bein.
Auch die Position des Balls in deinem Stand spielt eine große Rolle. Beim Chippen legst du den Ball am besten mittig bis leicht hinter die Mitte deines Stands, damit du ihn sicher zuerst triffst und danach erst den Boden berührst. Wie du die Ballposition auch bei anderen Schlägern richtig einstellst, erkläre ich dir in einem eigenen Artikel.
Deine Arme beugen sich außerdem eher nach oben, sodass man den Schläger immer mehr senkrecht von oben hält und nicht so weit waagerecht wie bei Eisen oder im Extremfall Driver. Bei der Ansprechposition sollte also deine Neigung des Golfschlägers nur so hoch sein wie der Bounce des Schlägers.

Schwung beim Chippen
Der Schwung beim Chippen sollte möglichst wenig mit deinen Handgelenken zu tun haben, denn wir wollen den richtigen Winkel durchgehend in unserem Schwung haben. Das ist durch das Bewegen des Handgelenks extrem schwierig.
Dein Gewicht sollte auf deinem vorderen Bein sein. Wenn du das Gewicht auf dem hinteren Bein hast, dann kann es schnell passieren, dass du nach hinten kippst und so den Winkel für das Chippen nicht triffst.
Du solltest ein Y mit deinen Armen und dem Wedge bilden. Also sollen deine Arme gestreckt und unbeweglich sein. Der Schwung kommt hier nur aus der Rotation deiner Schultern. Dadurch kannst du sicherstellen, dass sich der Winkel deines Schlägers nicht ändert und du den bestmöglichen Treffer erzielst.
Bei dem Schwung kannst du dir außerdem verschiedene Bilder in den Kopf rufen, um deinen Chip zu verbessern. Stell dir vor, du möchtest unter einem Esstisch schlagen, wenn du hier dein Handgelenk benutzt, knallst du gegen die Unterseite des Tisches. Oder stell dir vor, du balancierst ein Glas auf deinem Schläger und dieses fällt bei Bewegungen aus dem Handgelenk herunter. Hier gibt es verschiedene Ansätze, doch alle versuchen im Prinzip das Gleiche zu erklären. Am Ende des Schwungs sollte der Schaft deines Schlägers in Richtung deiner Hüfte zeigen, wenn dieser das nicht tut, kann man davon ausgehen, dass du zu viel mit den Händen gearbeitet hast.
Ein zu tiefer Schwung endet meistens in einem dicken Schlag, bei dem du zuerst den Boden statt den Ball triffst. Ein zu flacher Schwung führt dagegen oft zu einem dünnen Schlag, bei dem der Ball über das Grün schießt. Genau hier hilft dir der Bounce deines Wedges: Er lässt den Schläger über den Boden gleiten, statt sich einzugraben, solange du den Winkel aus der Ansprechposition durchgehend beibehältst.
Die größten Probleme beim Chippen
Worauf du also beim Chippen definitiv achten solltest, sind die folgenden Fehler:
- Die richtige Ansprechposition mit dichtem Beinabstand
- Die richtige Ballposition mittig bis leicht dahinter
- Das Chippen ist keine kleine Version eines Schwungs mit den Eisen
- Keine Arbeit mit den Handgelenken
- Den Winkel nicht über den Bounce korrigieren
- Das Y bilden
- Sich vorstellen unter einem Tisch zu spielen oder etwas zu balancieren

Chippen oder Pitchen: Wann nimmst du was?
Nicht jede Situation rund ums Grün ruft nach einem Chip. Liegt zwischen dir und der Fahne ein Hindernis wie ein Bunker oder brauchst du mehr Höhe, um schnell zu stoppen, ist ein Pitch oft die bessere Wahl. Den genauen Unterschied und wann sich welcher Schlag lohnt, habe ich dir ausführlich in meinem Artikel Unterschied zwischen Pitchen und Chippen aufgeschrieben.
Wie kontrolliere ich die Distanz eines Chips?
Viele Golfer versuchen einen richtigen Schwung wie beim Eisen durchzuführen und hier einfach den Schwung langsamer durchzuführen, um einen kürzeren Chip zu erzielen. Das ist natürlich nicht der richtige Weg. Du solltest hier das Y finden und bei einem kürzeren Schlag weniger ausholen und bei einem längeren Schlag einfach mehr ausholen.
Wenn du zu wenig für einen langen Schlag ausholst, dann versuchst du die Geschwindigkeit durch Kraft zu erzielen, was dazu führt, dass du die optimale Schwungbahn verlässt. Ein Chip sollte in etwa wie ein Pendel sein, also versuch deinen Groove hier zu finden.
Außerdem kann es durchaus sein, dass wenn die Distanz zu hoch ist, ein Eisen 9 geeigneter für deinen Schlag wäre als ein Wedge. Mit diesem kannst du mit der Chip-Technik auch schlagen, um ein bisschen mehr Weite zu schaffen und so möglicherweise näher an dein Loch zu kommen.
Wenn du noch tiefer in die Schlägerwahl und eine konstante Routine für jeden Chip einsteigen willst, schau dir auch meinen Artikel Wie du jeden Chip gut und konstant triffst an.
Ein Beispiel für einen fantastischen Wedge verlinke ich dir mal hier:
Fazit
Das Chippen ist eine interessante Disziplin beim Golfen und sollte beim Training auch nicht vernachlässigt werden. Besonders weil es sich hierbei um eine besondere Schwungtechnik handelt, sollte man immer mal wieder das kurze Spiel trainieren, um hier keinen Ball zu verschlagen, welcher eigentlich hätte perfekt werden können.
Wenn du die Ansprechposition korrekt ausführst, dann hast du schon mehr als die Hälfte der Fehler, welche passieren können, überwunden. Wenn du jetzt auch noch den Schlag korrekt ausführst und weißt, dass dir die Golfregeln beim Chippen aufs Grün mehr Freiheit lassen, als die meisten Golfer denken, solltest du konstant gute Ergebnisse erzielen. Ich würde dir empfehlen, mit deinem Pro über das Chippen zu reden und möglicherweise die Tipps aus diesem Artikel zu nennen und zu schauen, ob dein Pro denkt, dass du genau diese Schwächen hast oder vielleicht sogar etwas anderes dich daran hindert gut zu chippen.
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