Vielleicht hast du die Wörter Pitchen und Chippen auf dem Golfplatz gehört. Aber was ist der Unterschied? Wann nimmst du welchen Schlag? Und was passiert eigentlich technisch dabei?
Am Ende des Tages ist es egal, wie du die Schläge rund ums Grün nennst. Wichtig ist, dass du die Begriffe kennst, um dich mit anderen Golfern auszutauschen und gezielt nach Tipps zu suchen.
Was ist der Unterschied zwischen Pitchen und Chippen? Beim Chippen fliegt der Ball kurz und rollt weit aus. Beim Pitchen fliegt der Ball weit und bleibt nach dem Landen schnell liegen. Beide Schläge sind sogenannte Annäherungsschläge und gehören zum Kurzspiel rund um das Grün. Der Chip eignet sich für kurze Distanzen mit freier Bahn, der Pitch für größere Distanzen oder wenn ein Hindernis überwunden werden muss.andelt. Pitches werden beispielsweise geschlagen, wenn man über ein Hindernis auf das Grün schlagen möchte.
| Chip | Pitch | |
|---|---|---|
| Flugphase | Kurz (ca. 1/3) | Lang (ca. 2/3) |
| Rollphase | Lang (ca. 2/3) | Kurz (ca. 1/3) |
| Handgelenke | Kaum bis keine | Aktiv, angewinkelt |
| Typische Distanz | 5 bis 15 Meter | ab 20 Meter |
| Schläger | Diverse Eisen und Wedges | Pitching Wedge, Sand Wedge |
| Wann sinnvoll? | Freie Bahn, flaches Terrain | Hindernis im Weg, hartes Grün |

Wann nimmst du einen Chip, wann einen Pitch?
Die Frage „Chippen oder Pitchen?“ hängt von drei Dingen ab: der Distanz zur Fahne, dem Gelände zwischen dir und dem Grün, und der Bodenbeschaffenheit.
Chip, wenn:
- Die Bahn frei ist und du 5 bis 15 Meter zur Fahne hast
- Der Ball nach dem Landen noch gut rollen kann
- Das Grün langsam ist und etwas Rollweg kein Problem darstellt
- Du unter Druck spielst und den sichereren Schlag bevorzugst
Pitch, wenn:
- Ein Bunker, ein Wasserhindernis oder eine andere Erhebung im Weg ist
- Du mehr als 20 Meter zur Fahne hast
- Das Grün schnell und hart ist und du Backspin brauchst, damit der Ball liegen bleibt
- Die Balllage im Rough einen steileren Angriffwinkel erfordert
Als Faustregel gilt: Chippe, wo immer es möglich ist. Der Chip ist der einfachere Annäherungsschlag, weil du keine Handgelenke einsetzt und damit deutlich weniger Fehlerquellen hast. Unter Druck wirst du mit einem Chip fast immer besser dastehen als mit einem Pitch.
Wie führst du einen Chip aus?
Du möchtest beim Chippen möglichst konstant gut treffen. Dafür ist die Ansprechposition entscheidend. Du gehst nah an den Ball heran, etwa eine Fußlänge Abstand. Dadurch hebst du den Griff deines Schlägers an, sodass der Schläger fast nur auf der Spitze steht.
Das reduziert den Bereich, den du treffen musst, und führt bei richtiger Ausführung zu mehr Konstanz. Außerdem hast du in dieser Position kaum Spielraum für Rotationen. Es handelt sich eher um eine Pendelbewegung als um einen regulären Golfschwung.
Beim Chippen hast du deine Beine fast direkt beieinander und den Ball minimal weiter auf deiner rechten Seite. Deine Gewichtsverlagerung liegt etwas mehr auf der linken Seite, dein Schlägerkopf dadurch nicht mehr mittig, sondern leicht vorne.
Der Schwung kommt größtenteils aus den Schultern, die Hüfte bewegt sich leicht mit. Deine Handgelenke bleiben passiv. Du holst nur so weit aus wie bei einem halben Schlag und machst keinerlei Handgelenksbewegung dabei.
Das Flug-Roll-Verhältnis beim Chip beträgt ungefähr 1/3 Flug zu 2/3 Roll. Wenn du also 15 Meter zur Fahne hast, soll der Ball etwa 5 Meter fliegen und dann 10 Meter ausrollen. Das ist der Grund, warum die Schlägerwahl beim Chippen so eine große Rolle spielt.
Welchen Schläger nehme ich zum Chippen?
Du kannst verschiedene Schläger für deinen Chip benutzen, von verschiedenen Wedges bis hin zu mittleren Eisen. Die Ausführung bleibt dabei immer die gleiche.
Je weniger Loft der Schläger hat, desto weiter rollt der Ball nach dem Landen aus. Je mehr Loft, desto mehr Flug und desto weniger Roll. Hier eine grobe Orientierung:
- Eisen 7 oder 8 für flache Chips mit sehr viel Roll, wenn du noch weit von der Fahne entfernt bist
- Pitching Wedge (ca. 45 Grad Loft) für mittlere Chips mit ausgeglichenem Flug-Roll-Verhältnis
- Sand Wedge (ca. 56 Grad Loft) wenn sich zwischen dir und dem Auftreffpunkt ein kleines Hindernis befindet oder du wenig Platz zum Ausrollen hast
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Es kommt immer auf die Weite bis zum Grün, die Neigung des Grüns und mögliche Hindernisse an. Am besten übst du das am Übungsgrün: Nimm mehrere Bälle und chippe sie mit verschiedenen Schlägern auf ein Loch. So bekommst du ein echtes Gefühl dafür, wie weit der Ball mit jedem Schläger jeweils rollt.
Solche Beobachtungen auf dem Platz und beim Training sind wertvoller als jede Theorie. Das Problem ist nur: Ohne ein System vergisst du die meisten davon wieder. Hier kommt „Dein Golf Journal“ ins Spiel.
Wie führst du einen Pitch aus?
Im Gegensatz zum Chip ist die Ballposition beim Pitch etwas mittiger. Jetzt arbeiten außerdem die Handgelenke aktiv mit. Das macht den Pitch koordinativ anspruchsvoller als den Chip, denn der Schläger muss an mehreren Stellen gleichzeitig kontrolliert werden.
Weil die Handgelenke mitarbeiten und sich im Rückschwung anwinkeln, spricht man hier von einem sogenannten Zwei-Hebel-Schwung. Der Körper dreht sich stärker mit, besonders die Hüftrotation ist wesentlich aktiver als beim Chip.
Der Schläger muss dabei unbedingt den Boden berühren, genau dort wo der Ball steht. Ohne diesen Bodenkontakt bekommst du keinen Spin auf den Ball. Und genau dieser Backspin ist es, der den Ball nach dem Landen schnell stoppen lässt, anstatt weit auszurollen.
Die Zielposition deines Schlägers ist wesentlich höher als beim Chip. Je weiter das Loch entfernt ist, desto größer der Schwung. Die Distanz wird ausschließlich über den Schwungumfang geregelt, nicht durch einen Schlägerwechsel.

Welchen Schläger nehme ich zum Pitchen?
Beim Pitchen hast du weniger Auswahl als beim Chippen. Du greifst hier zu einem hochgelobten Wedge, das dem Ball die nötige Flugkurve und den nötigen Backspin gibt. Hier ein Überblick:
Pitching Wedge (ca. 45 bis 48 Grad Loft): Das ist dein Standard-Schläger für Pitches aus 20 bis 40 Metern. Er gibt dem Ball eine hohe Flugkurve und lässt ihn nach dem Landen mit wenig Roll liegen bleiben.
Sand Wedge (ca. 54 bis 56 Grad Loft): Ideal, wenn du über einen Bunker oder ein anderes Hindernis pitchen musst, oder wenn du möchtest, dass der Ball nach dem Landen so schnell wie möglich stoppt. Der höhere Loft erzeugt mehr Backspin.
Lob Wedge (ca. 58 bis 64 Grad Loft): Für sehr kurze, sehr hohe Pitches aus unmittelbarer Nähe zum Grün. Dieser Schläger erfordert Erfahrung, weil das Risiko eines Fehlers durch den extrem hohen Loft größer ist. Für Anfänger ist er eher nichts.
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Wichtig zu wissen: Beim Pitchen wechselst du den Schläger nicht, um die Distanz zu steuern. Du wechselst den Schläger nur, wenn sich die Situation ändert, also zum Beispiel wenn ein Hindernis überwunden werden muss. Die Weite selbst regelst du ausschließlich über die Größe deines Schwungs.
Fazit
Chip und Pitch sind beide Annäherungsschläge im Kurzspiel, aber sie unterscheiden sich deutlich in Technik, Schlägerwahl und in den Situationen, in denen sie Sinn machen.
Der Chip ist die einfachere, sicherere Variante: kurzer Schwung, passive Handgelenke, viel Roll. Der Pitch ist koordinativ anspruchsvoller: aktive Handgelenke, mehr Körperdrehung, mehr Flug, weniger Roll durch Backspin.
Wo immer die Bahn frei ist, greifst du zum Chip. Wo Hindernisse im Weg sind oder du mehr Distanz brauchst, kommt der Pitch zum Einsatz.
Am besten übst du beide Techniken regelmäßig am Übungsgrün und gehst die Grundlagen einmal mit einem lokalen Pro durch. Jeder Golfer ist anders, und kleine individuelle Fehler lassen sich von außen viel leichter erkennen als von innen.
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