Wedges sind die Schläger, mit denen auf dem Golfplatz die meisten Schläge gespart oder verschenkt werden. Rund ums Grün, im Bunker und bei kurzen Annäherungen zeigt sich, ob aus einem Par ein Bogey wird. Trotzdem wissen viele Golfer nicht genau, welche Wedges sie eigentlich im Bag haben und warum gerade diese. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Wedge-Arten es gibt, was der Bounce bedeutet, wie viele Wedges du wirklich brauchst und woran du merkst, dass deine alten Wedges ausgedient haben.
Wedges sind die Golfschläger mit dem meisten Loft und für kurze, hohe Schläge gedacht, also für Pitches, Chips und Bunkerschläge. Es gibt vier Arten, nämlich Pitching Wedge, Gap Wedge, Sand Wedge und Lob Wedge. Neben dem Loft bestimmt der Bounce, also die Form der Sohle, wie gut ein Wedge zu deinem Schwung und zu deinem Platz passt.
Wedges auf einen Blick:
- Pitching Wedge (PW): etwa 41 bis 47 Grad, für volle Annäherungen
- Gap Wedge (GW/AW): etwa 48 bis 52 Grad, füllt die Lücke zum Sand Wedge
- Sand Wedge (SW): etwa 54 bis 56 Grad, für Bunker und Pitches
- Lob Wedge (LW): etwa 58 bis 64 Grad, für hohe, kurze Schläge
- Bounce: viel Bounce für weichen Boden und steile Schwünge, wenig Bounce für harten Boden und flache Schwünge
Was ist ein Wedge?
Ein Wedge ist ein kurzer Golfschläger mit viel Loft, also mit einer stark nach hinten geneigten Schlagfläche. Dadurch fliegt der Ball hoch, landet steil und bleibt schnell liegen. Genau das brauchst du, wenn du nah an die Fahne spielen willst, ohne dass der Ball über das Grün rollt.
Im Grunde sind Wedges die Verlängerung der Eisen. Nach dem Eisen 9 kommt das Pitching Wedge, danach folgen die Wedges mit immer mehr Loft. Von den Eisen unterscheiden sie sich vor allem durch die Sohle, denn Wedges haben einen ausgeprägten Bounce, damit sie im Sand und im weichen Gras nicht eingraben.
Ein großer Teil deiner Schläge in einer Runde entsteht innerhalb von etwa 100 Metern ums Grün. Neben Driver und Putter spielen die Wedges deshalb eine Hauptrolle, und Kontrolle im kurzen Spiel ist aus meiner Sicht der schnellste Weg zu besseren Scores. Wenn du mit deinen Wedges sicher umgehst, sparst du schnell mehr Schläge als mit zehn Metern mehr Länge vom Abschlag.
Welche Wedge-Arten gibt es?
In der Tabelle siehst du die vier Wedges mit ihren typischen Lofts und dem Bounce, mit dem sie meistens angeboten werden.
| Wedge | Abkürzung | Typischer Loft | Einsatz | Typischer Bounce |
|---|---|---|---|---|
| Pitching Wedge | PW | 41 bis 47° | volle Schläge aufs Grün, lange Chips | eher wenig |
| Gap Wedge / Approach Wedge | GW / AW | 48 bis 52° | Distanzen zwischen PW und SW | wenig bis mittel |
| Sand Wedge | SW | 54 bis 56° | Bunker, Pitches, Chips | mittel bis viel |
| Lob Wedge | LW | 58 bis 64° | sehr hohe, kurze Schläge, Flop Shot | wenig bis mittel |
Pitching Wedge
Das Pitching Wedge gehört fast immer zum Eisensatz. Es ist das Wedge mit dem wenigsten Loft und wird oft für volle Schläge aus 90 bis 120 Metern genutzt, je nach Spieler. Rund ums Grün eignet es sich für Chips, bei denen der Ball mehr rollen soll.
Gap Wedge
Das Gap Wedge, manchmal auch Approach Wedge genannt, schließt die Lücke zwischen Pitching und Sand Wedge. Diese Lücke ist in den letzten Jahren größer geworden, weil viele moderne Eisensätze ein Pitching Wedge mit wenig Loft haben. Wenn dein PW nur 43 oder 44 Grad hat, fehlt dir ohne Gap Wedge eine ganze Distanz.
Sand Wedge
Das Sand Wedge ist das Wedge, das jeder Golfer im Bag haben sollte. Es ist speziell für Bunkerschläge gebaut, eignet sich aber genauso für Pitches und Chips. Durch den höheren Bounce gleitet der Schläger durch den Sand, statt einzugraben. Wie der Schlag aus dem Sand gelingt, liest du in meinem Artikel über den Bunkerschlag.
Lob Wedge
Das Lob Wedge ist das Wedge mit dem meisten Loft. Mit ihm spielst du sehr hohe Bälle, die fast senkrecht landen, etwa über einen Bunker auf eine nah gesteckte Fahne. Es ist aber auch das Wedge, das am schwersten zu kontrollieren ist. Für Einsteiger ist es meistens kein Muss.
Was ist der Bounce beim Wedge?
Der Bounce ist der Winkel zwischen der Vorderkante des Schlägers und dem tiefsten Punkt der Sohle. Vereinfacht gesagt hängt die Hinterkante der Sohle umso weiter nach unten, je mehr Bounce ein Wedge hat. Das bedeutet, dass der Schläger eher vom Boden abprallt, statt einzugraben.
Die Bounce-Werte werden meist grob in drei Gruppen eingeteilt:
| Bounce | Grad | Passt zu | Schwungtyp |
|---|---|---|---|
| Wenig Bounce | bis etwa 6° | harter Boden, fester Sand | flacher Schwung, wenig Divot |
| Mittlerer Bounce | etwa 7 bis 10° | normale Bedingungen | die meisten Hobbygolfer |
| Viel Bounce | mehr als 10° | weicher Boden, lockerer Sand | steiler Schwung, tiefe Divots |
Wenn du eher steil schwingst und tiefe Divots schlägst, hilft dir ein hoher Bounce. Schwingst du dagegen flach und nimmst kaum Rasen mit, ist weniger Bounce besser. Auch dein Heimatplatz spielt eine Rolle, denn auf weichen Plätzen und in lockerem Sand ist mehr Bounce hilfreich. Weißt du eigentlich, wie tief deine Divots normalerweise sind? Ein Blick nach ein paar Schlägen auf der Rasenfläche der Range verrät es dir.
Grind und Finish, die Feinheiten
Neben Loft und Bounce bieten viele Hersteller verschiedene Grinds an. Das ist die Form der Sohle, die zusätzlich geschliffen wird. Vom Grind hängt ab, wie gut sich die Schlagfläche öffnen lässt, ohne dass die Vorderkante zu weit vom Boden abhebt. Für Hobbygolfer ist der Standard-Grind in den meisten Fällen völlig ausreichend.
Auch beim Finish gibt es Unterschiede. Chrome und Satin Chrome sind die Klassiker, Nickel oder schwarze Beschichtungen reduzieren die Blendung. Rohe, unbeschichtete Wedges rosten mit der Zeit, was manche Golfer wegen des Gefühls schätzen. Auf den Ballflug hat das Finish kaum Einfluss.
Welche Wedge-Modelle sind bekannt?
Wenn du dich in Shops umschaust, begegnen dir immer wieder dieselben Wedge-Familien. Die Tabelle ist als Orientierung gedacht und keine Rangliste.
| Serie | Hersteller | Besonderheit | Für wen |
|---|---|---|---|
| Vokey Design SM11 | Titleist | sehr viele Loft-, Bounce- und Grind-Kombinationen, Finish z. B. Tour Chrome, Nickel, Jet Black | ambitionierte Spieler |
| RTZ / RTX ZipCore | Cleveland | Spin-orientiert, verschiedene Grinds | breites Spektrum |
| CBZ | Cleveland | Cavity Back, besonders fehlerverzeihend | Hobbygolfer, höheres Handicap |
| Opus / Opus SP | Callaway | moderne Spieler-Wedges | mittleres bis gutes Handicap |
| Milled Grind / Hi-Toe | TaylorMade | gefräste Sohlen, Hi-Toe mit hoher Spitze für offene Schläge | breites Spektrum |
| T-Serie | Mizuno | geschmiedet, weiches Gefühl | Spieler mit Wert auf Gefühl |
Auch Ping und Wilson bieten eigene Wedges an, oft passend zu ihren Eisensätzen. Für Damen gibt es viele Modelle mit leichteren Schäften und etwas kürzerer Länge. Für die meisten Hobbygolfer ist das Modell aber zweitrangig, solange Loft, Bounce und Schaft zum eigenen Spiel passen. Die besten Wedges sind am Ende die, die du rund ums Grün sicher triffst. Die Preise unterscheiden sich je nach Serie deutlich, und im Sale gibt es Vorjahresmodelle oft spürbar günstiger.
Wie viele Wedges brauche ich?
Das hängt von deinem Spielniveau und deinen Distanzen ab. Als Faustwert gilt, dass zwischen zwei Wedges 4 bis 6 Grad Loft liegen sollten, damit die Distanzen gleichmäßig abgestuft sind.
| Golfer | Wedges | Beispiel-Lofts |
|---|---|---|
| Einsteiger | 2 | PW 45°, SW 56° |
| Mittleres Handicap | 3 | PW 45°, GW 50°, SW 56° |
| Gutes Handicap | 4 | PW 46°, GW 50°, SW 54°, LW 58° |
Mehr Wedges heißt nicht automatisch besser. Jedes zusätzliche Wedge belegt einen der maximal 14 Plätze in deinem Golfbag. Pitching Wedge und Sand Wedge bilden fast immer die Basis, alles andere ist Feinabstimmung für mehr Präzision im kurzen Spiel. Wenn du das Lob Wedge kaum spielst, nimmst du lieber ein zusätzliches Hybrid mit. Die genauen Lofts aller Schläger findest du in meiner Golfschläger-Loft-Tabelle.
Gerade bei den Wedges lohnt es sich, die eigenen Distanzen zu kennen. Ich würde mir aufschreiben, wie weit jedes Wedge mit vollem, Dreiviertel- und halbem Schwung fliegt. Diese Liste ist auf dem Platz Gold wert, weil du dich dann nicht mehr nur auf dein Gefühl verlassen musst. Ich habe „Dein Golf Journal“ unter anderem für solche Notizen gemacht.
Wie findest du die richtigen Wedges?
Wenn du neue Wedges suchst, schaust du zuerst im Datenblatt deines Eisensatzes nach, wie viel Loft dein Pitching Wedge hat. Von diesem Wert aus planst du die Abstände. Die weiteren Wedges legst du im Abstand von 4 bis 6 Grad fest, also etwa 48 oder 50 Grad für das Gap Wedge und 54 bis 58 Grad für Sand und Lob Wedge. Der Loft bestimmt dabei vor allem die Entfernung, die du mit einem vollen Schwung erreichst.
Danach wählst du den Bounce passend zu deinem Schwung. Bei steilem Schwung und weichem Boden nimmst du eher mehr Bounce, bei flachem Schwung und hartem Boden eher weniger. Auch der Schaft sollte passen, denn die Wedges sollten sich ähnlich anfühlen wie deine Eisen. Viele Golfer spielen im Wedge den gleichen oder einen etwas schwereren Schaft.
Du solltest die Wedges vor dem Kauf auf der Range und rund ums Grün testen, auch aus dem Bunker, weil gerade das Gefühl bei kurzen Schlägen wichtig ist. Nach dem Kauf schlägst du mit jedem Wedge einige Bälle mit verschiedenen Schwunglängen und hältst die Weiten fest.
Eine große Auswahl an Wedges in vielen Loft- und Bounce-Varianten findest du zum Beispiel bei Golfhouse* oder bei Golf & Günstig*.
Wann solltest du deine Wedges austauschen?
Wedges nutzen sich schneller ab als andere Schläger, weil du sie besonders oft spielst, viel aus dem Sand schlägst und die Rillen dabei leiden. Abgenutzte Rillen erzeugen weniger Spin, und der Ball rollt nach der Landung weiter.
Typische Anzeichen sind sichtbar abgeflachte Rillen, Bälle, die auf dem Grün nicht mehr stoppen, und ein glatteres Gefühl an der Schlagfläche. Wie du das genau erkennst, habe ich in meinem Artikel Woran merkst du, dass du neue Wedges benötigst beschrieben.
Welche Fehler machen Golfer mit Wedges?
Viele Golfer chippen ausschließlich mit dem Sand Wedge. Wenn der Ball aber rollen darf, ist ein Pitching Wedge oder sogar ein Eisen 8 oft die sicherere Wahl, weil du weniger Loft und damit weniger Spielraum für Fehlkontakte hast.
Ein häufiger Fehler ist auch eine große Lücke im Bag. Wenn du ein Pitching Wedge mit 44 Grad und ein Sand Wedge mit 56 Grad spielst, liegen 12 Grad dazwischen, und die Distanz in dieser Lücke ist schwer zu treffen. Ein Gap Wedge löst das Problem. Ähnlich ist es beim Bounce. Ein Wedge mit wenig Bounce gräbt bei steilem Schwung im weichen Sand ein, und wenn du oft fett triffst, profitierst du meist von mehr Bounce.
Außerdem werden abgenutzte Wedges oft zu lange gespielt, und das Lob Wedge wird gerne voll durchgeschwungen, obwohl es so kaum zu kontrollieren ist. Für volle Schläge sind Pitching oder Gap Wedge die bessere Wahl. Wie viele Up-and-Downs gelingen dir eigentlich pro Runde? Wenn du das nach jeder Runde notierst, siehst du schnell, ob sich die Arbeit mit den Wedges auszahlt.
Wie spielst du deine Wedges besser?
Die beste Ausrüstung hilft wenig, wenn die Technik nicht passt. Ein paar Grundregeln gelten für fast alle Wedge-Schläge. Das Gewicht liegt eher auf dem vorderen Fuß, die Hände sind im Treffmoment leicht vor dem Ball, und der Körper dreht mit, statt dass nur die Arme schwingen.
Bei Pitches bestimmt vor allem die Länge des Rückschwungs die Distanz und nicht die Kraft. Viele gute Golfer nutzen dafür ein Uhren-System mit einem Rückschwung bis 9 Uhr, bis 10 Uhr oder voll. Wie du deine Schläge gezielt verbesserst, liest du in meinem Artikel Verbessere deine Schläge mit den Wedges, und was einen Pitch von einem Chip unterscheidet, habe ich im Beitrag zum Unterschied zwischen Pitchen und Chippen erklärt. Bei der Technik würde ich dir außerdem empfehlen, mit deinem lokalen Pro zu reden, weil er deinen Schwung direkt sieht.
Häufig gestellte Fragen zu Wedges
Was bedeutet Wedge auf Deutsch?
Wedge ist Englisch und bedeutet Keil. Der Name beschreibt die keilförmige Form des Schlägerkopfs, der von der Vorderkante nach hinten breiter wird. Im Deutschen hat sich keine eigene Übersetzung durchgesetzt, auf dem Platz sagen alle einfach Wedge.
Welche Wedges braucht man beim Golf?
Für Einsteiger reichen ein Pitching Wedge und ein Sand Wedge. Wenn du schon länger spielst, ergänzt du meist ein Gap Wedge, um die Lücke zwischen beiden zu schließen. Ein Lob Wedge ist für gute Spieler sinnvoll, die hohe, kurze Schläge über Hindernisse spielen müssen.
Was ist der Unterschied zwischen Sand Wedge und Lob Wedge?
Das Sand Wedge hat etwa 54 bis 56 Grad Loft und meist mehr Bounce, es ist vor allem für Bunker und Pitches gedacht. Das Lob Wedge hat 58 Grad und mehr. Es bringt den Ball noch höher und lässt ihn steiler landen, ist aber schwerer zu kontrollieren.
Welcher Bounce ist der richtige?
Das hängt von deinem Schwung und deinem Platz ab. Bei steilem Schwung mit tiefen Divots und auf weichen Plätzen hilft viel Bounce. Bei flachem Schwung oder auf harten Böden kommst du mit weniger Bounce besser zurecht. Mittlerer Bounce passt für die meisten Hobbygolfer.
Wie weit schlägt man mit einem Sand Wedge?
Mit vollem Schwung schlagen die meisten Hobbygolfer das Sand Wedge etwa 50 bis 80 Meter weit, je nach Schwunggeschwindigkeit. Wichtiger als die Maximaldistanz ist aber, dass du deine Distanzen mit halbem und Dreiviertel-Schwung kennst, denn die meisten Wedge-Schläge sind keine vollen Schläge.
Wie oft sollte man Wedges wechseln?
Das hängt davon ab, wie viel du spielst und übst. Wenn du sehr viel trainierst, merkst du schon nach einer intensiven Saison einen Spinverlust, als Gelegenheitsgolfer kannst du deine Wedges deutlich länger nutzen. Achte auf abgeflachte Rillen und Bälle, die auf dem Grün nicht mehr stoppen.
Fazit
Wedges sind die Spezialisten für das kurze Spiel. Pitching, Gap, Sand und Lob Wedge decken mit unterschiedlichem Loft alle Schläge rund ums Grün ab, und der Bounce bestimmt, wie gut ein Wedge zu deinem Schwung und deinem Platz passt.
Für die meisten Golfer reichen zwei bis drei Wedges mit Abständen von 4 bis 6 Grad. Wichtiger als die Zahl ist, dass du deine Distanzen mit jedem Wedge kennst und regelmäßig rund ums Grün übst. Prüf zuerst den Loft deines Pitching Wedge, schließ mögliche Lücken und lass dir beim Bounce von deinem lokalen Pro helfen.
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