Den Bunkerschlag meistern: So schlägst du jeden Golfball sicher aufs Grün

Alexander Weber··12 Min Lesezeit
Den Bunkerschlag meistern: So schlägst du jeden Golfball sicher aufs Grün

Für die meisten Golfer ist der Bunkerschlag einer der schlimmsten Schläge auf dem Golfplatz. Egal ob am Grünbunker direkt neben der Fahne oder am Fairway-Bunker etwas weiter weg, die Angst vor dem Sand sitzt bei vielen tief. Komischerweise sagen viele Profis, dass sie genau diesen Schlag am einfachsten finden. Klingt unglaublich, oder? Der Unterschied liegt an ein paar konkreten Techniken, die du dir heute noch aneignen kannst. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deinen Golfball zuverlässig aus dem Sand schlägst, egal ob direkt am Grün oder vom Fairway aus.

TL;DR: Bunkerschlag in 4 Schritten

  1. Schlagfläche leicht öffnen und einen breiteren Stand einnehmen
  2. 2 bis 4 cm hinter dem Ball in den Sand einsetzen, niemals direkt auf den Ball schlagen
  3. Im Durchschwung aktiv beschleunigen, nicht abbremsen
  4. Bei hartem Sand: Gewicht vorne, steiler einschlagen. Bei lockerem Sand: Gewicht hinten, flacher schwingen

Warum ist der Bunkerschlag eigentlich so schwer?

Der Bunkerschlag ist deshalb so eine mentale Hürde, weil du hier anders schlagen musst als bei jedem anderen Schlag. Beim normalen Eisenschlag willst du den Ball direkt treffen. Im Bunker willst du das gerade nicht. Du schlägst in den Sand, und der Sand hebt den Ball mit heraus. Das klingt einfach, aber es widerspricht dem Instinkt vieler Golfer.

Dazu kommt: Viele Golfer üben den Bunkerschlag kaum. Auf der Driving Range greift kaum jemand zum Sand Wedge. Wer aber genau diese Situation nie übt, wird sie auf dem Platz immer fürchten.

Welchen Schläger nimmst du im Bunker?

Bevor du überhaupt über Technik nachdenkst, solltest du den richtigen Schläger in der Hand haben. Für die meisten Situationen am Grünbunker nimmst du ein Sand Wedge mit etwa 54 bis 56 Grad Loft. Es hat einen hohen Bounce-Winkel, also eine dickere Sohle, die durch den Sand gleitet, anstatt einzuhacken.

Das Lob Wedge mit 58 bis 64 Grad kommt dann zum Einsatz, wenn du den Ball sehr schnell nach oben bringen und kurz stoppen musst. Zum Beispiel wenn die Fahne nah an der Bunkerkante liegt und du kaum Platz hast.

Mehr Informationen zu deinen Optionen im kurzen Spiel findest du auch in meinem Artikel über Wedge-Schläge verbessern. Einen kompletten Überblick über alle Wedge-Typen und ihre Einsatzgebiete bekommst du außerdem in meiner Wedges-Übersicht.

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Ein gutes Sand Wedge mit dem richtigen Bounce macht im Bunker wirklich einen spürbaren Unterschied.

Die richtige Ansprechposition im Bunker

Die halbe Miete hast du bereits gewonnen, wenn dein Stand stimmt. Genau das machen die meisten Amateure falsch.

Füße in den Sand eingraben: Bewege deine Füße beim Hinstellen leicht in den Sand. So bekommst du einen stabilen Stand und bekommst gleichzeitig ein Gefühl dafür, wie weich oder hart der Sand ist. Außerdem senkst du deinen Körperschwerpunkt automatisch etwas ab.

Breiterer Stand als sonst: Stelle deine Füße schulterbreit oder ein bisschen weiter auseinander. Das gibt dir die nötige Stabilität für einen guten Durchschwung.

Knie beugen: Setze dich leicht nach hinten ab, als würdest du dich auf einen niedrigen Stuhl setzen. Je mehr du die Knie beugst, desto leichter triffst du später erst den Sand und dann den Ball.

Schlagfläche öffnen: Öffne die Schlagfläche leicht, bevor du den Schläger greifst. Dadurch aktivierst du den Bounce des Schlägers. Er gleitet dann unter dem Ball hindurch, anstatt in den Sand zu hacken. Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Ballposition beachten: Stelle den Ball etwas weiter vorne in deinem Stand als bei einem normalen Eisenschlag, ungefähr auf Höhe der linken Ferse, wenn du Rechtshänder bist. So triffst du automatisch eher den Sand vor dem Ball. Mehr zum Thema erfährst du in meinem Artikel zur richtigen Ballposition.

Wie schlägt man den Golfball aus dem Bunker?

Egal ob du in weichem Sand oder in härterem Sand schlagen willst, es gibt bestimmte Grundregeln. Die immer gleich sind.

Im Bunker willst du immer ein paar Zentimeter hinter dem Ball einsetzen, um mit dem Sand, den du triffst, in der Aufwärtsbewegung den Ball mit anzuheben. Du willst nicht den Ball direkt treffen, da dies meist nicht zum gewünschten Ergebnis führt.

Um dir das einfacher zu machen, kannst du beim Training einfach mal versuchen, nur Sand in Richtung des Lochs zu schlagen, ganz ohne Ball. Dadurch bekommst du schon mal ein Gefühl dafür, denn beim richtigen Schlag solltest du genauso schlagen. Der Sand fliegt in Richtung Fahne, und der Ball liegt dann noch obendrauf.

Ich habe diese Technik mit den sogenannten Pizza-Markierungen gelernt. Das bedeutet, du ziehst einen Kreis um deinen Ball in der Größe einer kleinen Pizza. Dein Ziel ist jetzt, diese Pizza mit deinem Schwung auf das Grün zu bringen. Du kannst selbst ausprobieren. Welche Art von Markierung dir am besten hilft.

Eine weitere bekannte Methode ist die sogenannte Bunker-Uhr. Stell dir dabei ein Ziffernblatt im Sand vor. Dein Stand richtet sich leicht links vom Ziel aus, wenn du Rechtshänder bist, während die Schlagfläche außerdem auf die Fahne zeigt. Dein Schwung folgt dann der offenen Standlinie, während der Ball dank der offenen Schlagfläche nichtsdestotrotz Richtung Ziel fliegt. Probiere aus, ob dir die Pizza-Markierung oder die Bunker-Uhr leichter fällt, am Ende führen beide zum gleichen Ziel.

Wie kontrollierst du die Weite beim Bunkerschlag?

Jetzt haben manche Spieler nichtsdestotrotz das Problem, dass der Ball entweder zu kurz fliegt und im Bunker bleibt oder dass er zu weit herausfliegt.

Versuche zunächst wieder, Sand ohne Ball in Richtung des Lochs zu schlagen. Probiere dabei aus, weiter und kürzer zu schlagen. Wenn du immer denselben Winkel triffst, solltest du mit mehr Kraft auch den Ball weiter schlagen. Du kannst dazu weiter ausholen.

Ein wichtiger Punkt, den viele Golfer nicht kennen: Für einen 15-Meter-Bunkerschlag brauchst du in etwa so viel Schlägerkopfgeschwindigkeit wie für einen 60-Meter-Pitch vom Fairway. Der Sand bremst deinen Schlägerkopf stark ab. Das heißt, du musst deutlich mehr Energie einsetzen, als du denkst.

Um deinen Golfball präzise auf das Grün zu bringen, solltest du des Weiteren eine korrekte Ansprechposition haben. Du brauchst einen festen Stand mit beiden Beinen weiter auseinander und bringst nicht zu viel Seitwärtsbewegung in den Schwung. Führe den Schwung mit der Rotation der Schultern und der Hüfte aus, ohne dich in eine Richtung zu lehnen. Nur so kannst du immer wieder den richtigen Eintreffpunkt hinter dem Ball finden.

Wenn du dein gesamtes Kurzspiel rund ums Grün verbessern möchtest, findest du dazu auch meinen Artikel über das perfekte Chippen aufs Grün interessant.

Gerade beim Bunkerschlag lohnt es sich, Fortschritte und Erkenntnisse festzuhalten. Welche Schwungweite hat bei welcher Distanz funktioniert? Bei welchem Sand hat welcher Eintreffpunkt besser geklappt? Solche Details vergisst man nach einer Runde schnell wieder. Genau dafür habe ich Dein Golf Journal entwickelt. Du schreibst nach der Runde kurz auf, was du gelernt hast und was beim Bunkerschlag gut oder schlecht gelaufen ist. So lernst du schneller und nachhaltig.



Wie du deinen Golfball perfekt aufs Grün chippst

Wie tief musst du in den Sand schlagen?

Du musst auch wissen, wie tief du in den Sand schlagen sollst und ob sich das bei verschiedenen Sandgegebenheiten unterscheidet.

Je härter der Sand im Bunker ist, desto steiler musst du in den Sand einschlagen, um deinen Ball zu bewegen. Je lockerer der Sand, desto mehr Körpergewicht liegt auf dem hinteren Bein. Je schwerer der Sand, desto mehr Körpergewicht liegt auf dem vorderen Bein.

Stell dir vor, du hast eine Schaufel in der Hand. Bei lockerem Sand würdest du relativ flach an den Sand herangehen und ihn leicht aufsammeln. Wenn der Sand hingegen nass und fest ist, würdest du mit der Schaufel steiler einstechen, um ihn überhaupt bewegen zu vermögen. Genau nach dem gleichen Prinzip arbeitest du mit dem Golfschläger.

Mit dem Körpergewicht verhält es sich ähnlich. Bei lockerem Sand verlagere das Gewicht etwas auf dein hinteres Bein, um den flacheren Winkel besser treffen zu imstande sein. Bei schwerem Sand ist es genau andersherum. Hier beugst du dich eher zum vorderen Bein, um tiefer und steiler in den Sand zu kommen.

Was machst du bei einem eingebetteten Ball?

Manchmal findest du deinen Ball so vor, als hätte er sich halb in den Sand eingegraben. Golfer nennen das die Spiegelei-Lage. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik.

Hier öffnest du die Schlagfläche nicht, sondern lässt sie neutral oder sogar leicht geschlossen. Du brauchst jetzt einen steileren, kräftigeren Einschlag, um den Ball aus seinem kleinen Loch zu befreien. Das Gewicht liegt dabei eher auf dem vorderen Bein. Erwarte nicht, dass der Ball dabei viel Kontrolle oder Spin hat. Das Ziel ist in dieser Situation ganz simpel: raus aus dem Sand und weiterspielen.

Wenn du generell mehr über den Umgang mit kniffligen Lagen auf dem Platz kennenlernen willst, wirst du auch in meinem Artikel über schwierige Lagen meistern fündig.

Bonus: Der Bunkerschlag vom Fairway

Nicht jeder Bunker liegt direkt am Grün. Landet dein Ball in einem Fairway-Bunker, oft auch Distanzbunker genannt, gelten leicht andere Regeln als beim klassischen Grünbunker.

Hier willst du in der Regel keinen Sand vor dem Ball mitnehmen, sondern den Ball so sauber wie möglich treffen. Nimm dafür ein Eisen oder Hybrid mit etwas weniger Loft als du normalerweise für die Distanz wählen würdest, denn der Sand raubt dir ein wenig Schwungenergie. Stelle den Ball eher mittig in deinem Stand und verlagere dein Gewicht leicht auf das vordere Bein. So triffst du den Ball zuerst und vermeidest, dass der Schlägerkopf schon vorher im Sand hängen bleibt.

Ein stabiler Stand ist auch hier entscheidend. Grabe deine Füße wieder leicht in den Sand ein, aber schwinge insgesamt etwas kontrollierter als vom Fairway aus. Ein sauberer Kontakt ist wichtiger als volle Power.

Die häufigsten Fehler beim Bunkerschlag

Wenn du die Technik verstanden hast, hilft es auch zu wissen, was die meisten Amateurgolfer immer wieder falsch machen.

Fehler 1: Im Durchschwung abbremsen. Das ist der häufigste und schlimmste Fehler. Der Sand bremst deinen Schlägerkopf von Natur aus ab. Wenn du dann auch noch aktiv das Tempo reduzierst, kommt der Ball schlicht nicht raus. Du musst durch den Sand hindurch beschleunigen, nicht verlangsamen.

Fehler 2: Zu steil einschlagen. Ein zu steiler Rückschwung und ein zu steiles Einsetzen sorgen dafür. Dass der Schläger in den Sand hackt, anstatt darunter zu gleiten. Versuche, den Schwung etwas flacher und runder um den Körper zu führen.

Fehler 3: Den falschen Schläger nehmen. Wer mit einem Pitching Wedge in den Bunker geht, macht es sich unnötig schwer. Der niedrige Bounce-Winkel lässt den Schläger eingraben, anstatt durch den Sand zu gleiten. Ein gutes Sand Wedge löst dieses Problem fast von selbst.

Fehler 4: Der Ball wird gelöffelt. Vor allem wenn die Fahne nah an der Bunkerkante steht, versuchen viele Golfer, den Ball aktiv mit dem Schläger anzuheben, das sogenannte Löffeln. Das ist unnötig und meistens kontraproduktiv. Der Loft deines Schlägers hebt den Ball von ganz allein. Vertraue dem Schläger und schwinge normal durch, anstatt selbst am Handgelenk zu drehen.

Häufig gestellte Fragen zum Bunkerschlag

Wie schlägt man richtig aus dem Bunker? Setze den Schläger 2 bis 4 cm hinter dem Ball in den Sand ein, öffne vorher die Schlagfläche leicht und beschleunige im Durchschwung aktiv. Der Sand hebt den Ball dann automatisch mit heraus.

Welchen Schläger nimmt man für den Bunker? Für die meisten Bunkerschläge am Grün eignet sich ein Sand Wedge mit 54 bis 56 Grad Loft am besten. Bei sehr kurzen Distanzen oder wenig Platz zur Fahne greifst du zum Lob Wedge.

Wie tief muss man beim Bunkerschlag in den Sand schlagen? Das hängt vom Sand ab. Bei hartem Sand schlägst du steiler und flacher ein, bei weichem, lockerem Sand gehst du flacher heran und verlagerst mehr Gewicht auf das hintere Bein.

Was ist der Unterschied zwischen Grünbunker und Fairway-Bunker? Am Grünbunker triffst du zuerst den Sand, damit der Ball mit herausgehoben wird. Am Fairway-Bunker willst du dagegen den Ball möglichst sauber und direkt treffen, ohne vorher Sand mitzunehmen.

Golfregeln im Bunker: Was ist verboten?

Damit du dir keinen Strafschlag einhandelst, hier die wichtigsten Regeln kurz zusammengefasst.

Du darfst deinen Schläger im Bunker nicht auf dem Sand aufsetzen, weder beim Ansprechen des Balls noch beim Probeschwung. Lose Gegenstände wie Steine, Blätter oder einen Rechen darfst du aus dem Bunker entfernen, aber dabei den Ball nicht bewegen. Den Sand darfst du zudem nicht vorab mit dem Schläger testen, um zu prüfen, wie weich oder fest er ist. Halte dich an diese drei Punkte und du bist auf der sicheren Seite.

Fazit

Der Bunkerschlag, egal ob am Grünbunker oder vom Fairway aus, ist eigentlich kein schwerer Schlag, wenn du die Grundlagen kennst. Du brauchst den richtigen Schläger, eine stabile Ansprechposition, den Mut, hinter dem Ball in den Sand einzusetzen, und vor allem: keinen Abbremsmoment im Durchschwung.

Gewöhne dich an die Gegebenheiten des Bunkers, übe Sand ohne Ball zu schlagen, arbeite dann mit der Pizza-Markierung oder der Bunker-Uhr und probiere diverse Sandhärten aus. Wer das regelmäßig trainiert, wird den Bunker irgendwann wirklich nicht mehr fürchten.

Lass dich des Weiteren von deinem lokalen Pro beobachten. Manchmal liegt ein kleiner Fehler in der Ansprechposition vor, den man selbst einfach nicht sieht. Ein kurzer Check kann hier sehr viel bewirken.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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