Richtig Putten: Die besten Tipps, um sofort besser zu werden

Alexander Weber··14 Min Lesezeit
Richtig Putten: Die besten Tipps, um sofort besser zu werden

Richtig putten ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Golf, die die meisten Golfer viel zu selten trainieren. Dabei entscheidet genau dieser Teil darüber, wie dein Score am Ende aussieht. Auf einer 18-Loch-Runde sind theoretisch 36 Putts eingeplant, also die Hälfte aller Schläge. Hobbygolfer spielen im Schnitt drei bis fünf Dreiputts pro Runde, also drei bis fünf verschenkte Schläge, die gar nicht sein müssten.

Wenn du dich fragst, wie du richtig puttest und welche Golf-Putten-Technik wirklich etwas bringt, bist du hier genau richtig. Mit diesen Tipps kannst du definitiv besser putten und deine Fähigkeiten auf dem Grün spürbar verbessern.

Wie putte ich richtig? Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

Bevor wir in die Details gehen, hier kurz die wichtigsten Punkte auf einen Blick. Richtig putten bedeutet:

  1. Das Grün lesen und den Break erkennen, bevor du schlägst
  2. Den Ball sauber ausrichten, am besten mit einer Markierungslinie
  3. Eine gleichmäßige Pendelbewegung entwickeln
  4. Den Rückschwung kürzer halten als den Durchschwung
  5. Bei langen Putts Distanzkontrolle vor Genauigkeit stellen
  6. Eine ruhige Routine auf dem Grün beibehalten

Diese sechs Punkte klingen simpel, aber die meisten Golfer setzen davon nur einen oder zwei wirklich konsequent um. Weiter unten erkläre ich jeden davon genauer.

Die Putt-Schablone

Das Wichtigste beim Putten ist, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sich anfühlt einen Ball richtig zu schlagen und ihn in die richtige Bahn zu bringen. Dafür ist es wichtig, diese beiden Aspekte erstmal zu isolieren, also Richtung und Schwung getrennt zu üben.

Mit einer Putt-Schablone kannst du deinen Ball so markieren, dass du die direkte Bahn sehen kannst und dich nur noch auf den Schwung konzentrieren musst.

Eine Putt-Schablone kannst du zum Beispiel hier bei GolfHouse kaufen: Putt-Schablone bei GolfHouse.de*

Außerdem kann dir die Putt-Schablone zeigen, dass du den Ball vielleicht gar nicht richtig ausgerichtet hast. Das ist für viele Golfer eine überraschende Erkenntnis beim ersten Mal. Die Schablone lässt dich tiefer und aktiv in den Prozess einblicken, anstatt einfach draufloszuschlagen.

Wie teuer ist ein Putter?

Das Grün lesen: So erkennst du den Break

Wer richtig putten will, muss zuerst das Grün lesen können. Genau das fehlt den meisten Hobbygolfern. Du gehst auf dein Grün, schaust kurz, wo das Loch ist, machst ein paar Testschwünge und schlägst dann einfach los. Das reicht leider nicht.

Der Break ist die Kurve, die dein Ball auf einem geneigten Grün beschreibt. Je schneller das Grün und je stärker das Gefälle, desto mehr bricht der Ball. Den Break erkennst du, indem du dich von hinten hinter den Ball stellst und die Linie vom Ball bis zum Loch beobachtest. Ich gehe dabei gerne auf die Knie, weil man das Gefälle so deutlich besser sieht.

Schau dir das Grün zusätzlich von der Seite und von hinter dem Loch aus an. Oft sieht man erst von der Gegenseite, wo der Break wirklich hinläuft. Wie schnell das Grün insgesamt ist, hängt übrigens eng mit dem Stimpmeter-Wert zusammen. Was das genau ist, kannst du in meinem Artikel über den Stimpmeter nachlesen.

Ein Trick aus der Sportwissenschaft, den ich sehr hilfreich finde: Statt nur eine einzelne Ziellinie zu suchen, schau dir die Linie zum Loch von drei Positionen an, einmal direkt von hinten, einmal leicht von links und einmal leicht von rechts versetzt. Der Punkt, an dem sich alle drei gedachten Linien treffen, ist dein eigentlicher Zielpunkt. Das klingt am Anfang aufwendig, schärft dein Auge für den Break aber enorm.

Kurze und lange Putts richtig unterscheiden

Ein Fehler, den viele Golfer machen, ist kurze und lange Putts gleich anzugehen. Das sind aber zwei grundlegend verschiedene Schläge mit unterschiedlichen Zielen.

Bei einem langen Annäherungsputt geht es nicht darum, einzulochen. Das Ziel ist, den Ball in einen Umkreis von etwa einem Meter um das Loch zu bringen. Wenn dir das gelingt, hast du dir einen einfachen zweiten Putt gelegt und vermeidest den Dreiputt.

Bei einem kurzen Putt hingegen geht es ums Einlochen. Hier ist Präzision gefragt, und die Distanzkontrolle tritt etwas in den Hintergrund. Je nach persönlicher Stärke liegt die Grenze zwischen diesen beiden Puttarten irgendwo zwischen einem und zwei Metern.

Wer sich das bewusst macht, trifft automatisch bessere Entscheidungen auf dem Grün.

Auf die Fußposition achten

Wie dein Golf-Pro dir sicher schon erklärt hat, macht deine Fußposition einen gewaltigen Unterschied aus, wenn es um das Ballverhalten geht. Beim Putten willst du, dass dein Ball rollt und nicht springt. Deswegen sollte deine Ballposition immer etwas weiter Richtung linker Fuß sein, nicht ganz mittig und auch nicht rechts.

Je weiter rechts die Ballposition ist, desto mehr hüpft der Ball beim Abschlag. Ein hüpfender Ball auf dem Grün ist schwer zu kontrollieren, besonders wenn das Grün Gefälle hat.

Außerdem sollten deine Füße parallel zur Puttlinie stehen und deine Augen direkt über dem Ball sein. Das Führauge (bei Rechtshändern das linke Auge) sollte dabei genau über dem Ball liegen. Wenn du das nicht überprüft hast, weißt du nie wirklich, ob deine Ausrichtung stimmt oder nur ungefähr. Wie wichtig eine saubere Ausrichtung generell für deinen Schlag ist, erkläre ich ausführlicher in meinem Artikel zum Thema Ausrichten im Golf.

Den Ball führen: Stichwort Pendelbewegung

Viele Golfer stehen auf dem Puttinggreen und schlagen den Ball, anstatt ihn zu führen. Der Putt ist genauso eine Schwungbewegung wie alle anderen Schläge. Deswegen musst du beachten, dass du deinen Schwung nicht abbrichst, sondern ihn vollendest, um mehr Sicherheit in deinen Schlag zu bekommen.

Das Stichwort hier ist Pendelbewegung. Schultern und Arme bewegen sich gleichmäßig vor und zurück, wie ein Pendel. Kopf und Oberkörper bleiben dabei stabil und drehen sich nicht mit. Wenn du deinen Schlag zu früh abbrichst, geht der Ball oft unerwartet ab und liefert nicht das gewünschte Ergebnis.

Der richtige Griff beim Putten

Beim Putten hältst du den Schläger anders als bei allen anderen Schlägen. Das ist vielen Golfern gar nicht bewusst.

Bei Eisen, Hölzern oder dem Driver verläuft der Griff durch die Fingerglieder, damit du den Schläger gut drehen kannst. Beim Putten willst du aber genau das vermeiden. Der Griff läuft beim Putten durch die Handfläche, nicht durch die Finger. Dadurch bleiben deine Handgelenke und Unterarme passiv, und du bekommst mehr Kontrolle über die Schlagfläche.

Wenn du das nächste Mal auf dem Übungsgrün bist, probiere es einfach aus. Viele Golfer merken sofort, dass ihre Putts stabiler werden, sobald sie den Griff richtig anlegen. Wer noch tiefer ins Thema einsteigen will, findet auf meiner Seite zum richtigen Golfgriff weitere nützliche Infos.

Den Sweetspot treffen: Warum der Kontaktpunkt entscheidet

Ein Aspekt, der beim Putten oft komplett untergeht, ist der Sweetspot deines Putters. Trifft der Ball nicht mittig auf die Schlagfläche, verliert er spürbar an Speed und die Richtung wird unsauber, selbst wenn dein Schwung eigentlich stimmt.

Ein einfacher Test dafür: Achte beim Üben bewusst auf das Geräusch und das Gefühl im Treffmoment. Ein sauberer, mittiger Treffer klingt und fühlt sich anders an als ein Treffer an der Schlägerspitze oder -ferse. Wenn deine Putts unterschiedlich weit rollen, obwohl du gefühlt den gleichen Schwung gemacht hast, liegt das Problem oft genau hier und nicht am Tempo.

Wer ganz genau wissen will, wo der Ball auf der Schlagfläche auftrifft, kann sich testweise etwas Knete oder ein Klebepad auf den Putter kleben. Das zeigt dir schwarz auf weiß, ob du wirklich mittig triffst, oder ob du dir das nur einbildest.

Tempo Anhaltspunkte: So vermeidest du den Dreiputt

Auf dem Puttinggreen macht es Sinn, sich Distanzen und Schwünge zu merken und miteinander zu verbinden. Das bedeutet, dass du ungefähr weißt, wie weit ein voller Schwung rollt, wie weit ein halber Schwung rollt und so weiter.

Eine gute Faustformel für das Verhältnis von Rückschwung zu Durchschwung: ein Drittel zurück, zwei Drittel durch. Das gilt für Putts bis etwa zehn Meter. Wenn du dir das angewöhnst, bekommst du eine stabile Basis und hast eine Fehlerquelle weniger. Außerdem wirst du seltener den Dreiputt spielen, der fast immer durch eine falsch dosierte Distanz entsteht, nicht durch einen falschen Zielpunkt.

Bedenke außerdem, dass du dir auf jeden Fall einen Annäherungsputt auf dem Grün lassen solltest, solange du nicht schon in unmittelbarer Nähe zum Loch bist.

Verschiedene Startpositionen

Um zu lernen, wie man die richtige Bahn auf dem Grün ermittelt, empfehle ich dir auf dem Übungsgrün verschiedene Startpunkte zu wählen. Du schlägst zehn Bälle von einer Position und versuchst diese möglichst genau einzulochen oder zumindest nah heranzubringen.

Am Anfang wird dir das schwerfallen, weil du auch hier erst ein Gefühl entwickeln musst, um das Grün einzuschätzen. Ich gehe dabei gerne auf die Knie, um das Gefälle besser zu sehen. Von Ball zu Ball wirst du aber spürbar besser.

Dein Startpunkt wechselt alle zehn Bälle, damit du immer neue Positionen und Situationen kennenlernst. So verbessern sich deine Putts langfristig viel schneller als bei stupiden Wiederholungen aus der gleichen Position.

Ein weiterer Trick, der auf dem Übungsgrün sofort hilft: Ziele nicht auf das ganze Loch, sondern auf einen kleineren Punkt, zum Beispiel ein Tee, das du vor dem Loch in den Rasen steckst. Ein kleineres Ziel zwingt dich dazu, präziser zu zielen, und macht das eigentliche Loch im Vergleich dazu richtig groß.

Putt Training

Wenn du das Putten wirklich lernen willst, führt kein Weg am Puttinggreen deines Clubs vorbei. Denn das Gefühl für den Putt lernst du größtenteils nur durch das Putten selbst.

Eine konkrete Übung, die ich gerne mache, ist die Korridor-Übung: Du legst zwei Golfschläger parallel als Führungsgasse auf den Boden, mit dem Loch am Ende. Der Putterkopf soll dabei sauber durch den Korridor pendeln, ohne die Schläger zu berühren. Das zeigt dir sofort, ob dein Schwung gerade ist oder ob du unbewusst einen Bogen machst.

Eine weitere Übung, die dir ein besseres Gefühl für deine Führhand gibt, ist das einhändige Putten. Schlage ein paar Bälle nur mit der linken Hand, dann nur mit der rechten (bei Rechtshändern), und zwar aus unterschiedlichen Distanzen. So merkst du schnell, welche Hand bei dir den Schwung eigentlich führt und wo genau deine Schwäche liegt.

Wer zu Hause üben will, kann sich auch eine Puttingmatte holen. Das ist eine einfache Möglichkeit, um täglich an der Pendelbewegung zu arbeiten, ohne jedes Mal zum Club zu fahren. Eine solide Option findest du zum Beispiel hier: Puttingmatte bei Golf und Günstig*

Blöde Fehler welche die meisten Golfer mit dem Putter machen

Die Grundlagen des Puttens

Als Anfänger habe ich ganz oft so viele Dinge von meinem Pro auf einmal mitgenommen, dass ich entweder eine Checkliste im Kopf abgearbeitet habe oder schon wieder etwas vergessen hatte, während ich das nächste lernte. Deswegen halte ich es für sinnvoll, die wichtigsten Grundlagen immer kurz durchzugehen, bevor du an den Ball gehst.

Dazu zählt:

  • Die Füße schulterbreit ausrichten
  • Den Kopf gerade halten und ihn beim Schlag nicht mitschwingen lassen
  • Die Augen über die Schlaglinie halten, das linke Auge direkt über dem Ball (für Rechtshänder)
  • Zwei Fäuste Abstand zwischen Schläger und Körper halten
  • Den linken Arm durchgestreckt lassen

Wenn du diese Grundlagen beibehältst und Stück für Stück an Verbesserungen arbeitest, steht dir eigentlich nicht viel im Weg. Falls du das Gefühl hast, dass es eher an deinem Schläger als an deiner Technik liegt, lohnt sich außerdem ein Blick in meinen Artikel Worauf sollte ich bei meinem Putter achten?. Übrigens: Wer richtig putten kann, hat auch beim Handicap die Nase vorn. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über die 5 Fähigkeiten für ein besseres Handicap.

Vor der Runde richtig einputten

Viele Golfer nutzen das Putting-Grün vor der Runde, um nochmal an der Technik zu feilen. Das ist genau der falsche Moment dafür. Kurz vor dem Abschlag geht es nicht mehr darum, etwas Neues zu lernen, sondern ein Gefühl für die Geschwindigkeit des Tages zu bekommen.

Schlag ein paar Bälle bewusst über die Fringe hinaus, statt aufs Loch zu zielen. So bekommst du ein ehrliches Gefühl dafür, wie schnell das Grün heute wirklich ist, ohne dass dich das Loch als Ziel ablenkt. Erst wenn du ein Gefühl für das Tempo hast, würde ich noch ein paar kurze Putts einlochen, um mit einem guten Gefühl auf das erste Grün zu gehen.

Auf sein Gefühl hören

Golf hat viel mit Technik zu tun, und ich finde es immer sinnvoll, an der Technik zu arbeiten und auch die kleinsten Dinge zu hinterfragen. Doch wenn du am Ball bist, musst du dich auf dein Gefühl verlassen können. Wenn du an dir selbst zweifelst, wirst du deinen Schlag nicht so ausführen, wie du es eigentlich möchtest.

Am besten gehst du den Schlag in Gedanken durch, bevor du ihn ausführst, und bringst ihn dann einfach in die Realität. Dafür brauchst du Vertrauen in dich selbst. Je mehr du trainierst, desto mehr wächst dieses Vertrauen ganz von alleine.

Lass dich nicht von anderen ablenken

Wenn du mit anderen auf dem Puttinggreen bist und diese ihre eigene Linie schlagen, bedeutet das nicht, dass dein Ball sich genauso verhält. Selbst kleine Veränderungen in der Bahn können massive Unterschiede im optimalen Schwung hervorrufen.

Du musst deine Situation immer individuell betrachten und den für dich optimalen Schwung wählen. Schau dir die Putts deiner Mitspieler an, um Hinweise auf den Break zu bekommen, aber verlass dich beim Schlag selbst immer auf dein eigenes Lesen der Puttlinie. Das ist wichtiger als alles andere.



Häufige Fragen zum Putten

Wie putte ich richtig? Richtig putten heißt vor allem, das Grün korrekt zu lesen, den Ball sauber auszurichten und eine gleichmäßige Pendelbewegung zu entwickeln, bei der der Durchschwung etwas länger ist als der Rückschwung. Die genaue Schritt-für-Schritt-Übersicht dazu findest du weiter oben im Artikel.

Wie halte ich den Putter richtig? Anders als bei Eisen oder Driver läuft der Griff beim Putten durch die Handfläche und nicht durch die Finger. Dadurch bleiben deine Handgelenke ruhig und du bekommst mehr Kontrolle über die Schlagfläche.

Was ist ein Dreiputt und wie vermeide ich ihn? Ein Dreiputt bedeutet, dass du auf einem Grün drei statt der geplanten zwei Putts brauchst. Meistens entsteht er durch eine falsch eingeschätzte Distanz beim ersten Putt, nicht durch einen falschen Zielpunkt. Wer die Tempo-Faustformel aus diesem Artikel beachtet, reduziert Dreiputts spürbar.

Wie lese ich das Grün richtig? Stell dich hinter den Ball und beobachte die Linie zum Loch, am besten kniend, damit du das Gefälle besser erkennst. Schau dir das Grün zusätzlich von der Seite und von hinter dem Loch an, um den Break aus mehreren Perspektiven einzuschätzen.

Fazit

Richtig putten lernt sich nicht in einer einzigen Runde, aber mit den richtigen Ansätzen kommst du deutlich schneller voran als mit blindem Üben. Fang beim nächsten Mal auf dem Grün damit an, das Grün wirklich zu lesen und kurze von langen Putts bewusst zu unterscheiden. Das sind die zwei Dinge, die die meisten Golfer sofort verbessern, ohne die Technik überhaupt anfassen zu müssen.

Wenn du das Gefühl hast, dass dich zu viele Tipps auf einmal eher verwirren, dann wähle einfach einen einzigen aus und konzentriere dich nur auf den. Besser putten bedeutet nicht, alles auf einmal umzuwerfen, sondern Schritt für Schritt besser zu werden.

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Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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