Golfschläger-Loft: Tabelle vom Driver bis zum Wedge

Alexander Weber··17 Min Lesezeit
Eisen und Wedges in einer Reihe auf dem Rasen, auf den Köpfen sind Bezeichnungen wie PW, SW und 58° zu sehen
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Viele Golfer stellen sich irgendwann genau diese Frage. Warum fliegt mein Eisen 7 so viel weiter als das von meinem Flightpartner, obwohl wir ähnlich schwingen? Die Antwort steckt fast immer in einer einzigen Zahl auf dem Schlägerkopf, und du wirst überrascht sein, wie stark sich diese Zahl zwischen verschiedenen Schlägern unterscheidet. In diesem Artikel erkläre ich dir, was der Loft ist, welche Werte typisch sind und wie du die Abstände in deinem Bag selbst prüfen kannst.

Der Loft ist der Neigungswinkel der Schlagfläche gegenüber dem senkrecht stehenden Schaft, gemessen in Grad. Je mehr Loft ein Golfschläger hat, desto höher und kürzer fliegt der Ball und desto mehr Spin bekommt er. Ein Driver hat etwa 8 bis 12 Grad, ein Lob-Wedge 58 bis 64 Grad. Zwischen zwei Eisen liegen meist 3 bis 5 Grad, zwischen zwei Wedges 4 bis 6 Grad, und beim Eisen 7 schwankt der Wert je nach Modell irgendwo zwischen etwa 28 und 34 Grad.

Was ist der Loft beim Golfschläger?

Der Loft beschreibt den Winkel zwischen der Schlagfläche und einer gedachten Linie, die parallel zum Schaft verläuft. Wenn du einen Schläger mit der Sohle flach auf den Boden stellst, siehst du ihn sofort. Beim Driver steht die Schlagfläche fast senkrecht, beim Sand-Wedge zeigt sie deutlich nach oben.

Ein höherer Loft bedeutet also, dass die Schlagfläche stärker nach hinten geneigt ist. Der Ball startet dadurch steiler und bekommt mehr Rückwärtsdrall. Ein niedrigerer Loft lässt den Ball flacher starten, mit weniger Spin und mehr Vorwärtsenergie.

Im Deutschen hört man neben Loft auch Neigungswinkel, Schlägerloft oder einfach die Gradzahl des Schlägers. Gemeint ist immer dasselbe.

Deshalb hast du überhaupt bis zu 14 verschiedene Schläger im Bag. Jeder deckt mit seinem Loft eine andere Flughöhe und Distanz ab. Würden alle Eisen denselben Winkel haben, bräuchtest du nur eins.

Golfschläger-Loft-Tabelle: typische Werte vom Driver bis zum Putter

Hier bekommst du einen schnellen Überblick über die typischen Lofts in einem heutigen Schlägersatz. Die Spannen sind bewusst breit, weil jeder Hersteller seine eigenen Werte verwendet.

Schläger Typischer Loft Flugkurve Typischer Einsatz
Driver (Holz 1) 8-12° (Golferinnen oft 12-14°) flach, viel Roll Abschlag auf langen Löchern
Holz 3 15-16° flach bis mittel Abschlag, langer zweiter Schlag vom Fairway
Holz 5 18-19° mittel lange Schläge vom Fairway
Holz 7 21-22° mittel bis hoch Fairway, leichtes Rough
Hybrid 3 / 4 / 5 19-20° / 22-23° / 25-27° mittel bis hoch Ersatz für lange Eisen
Eisen 4 20-24° mittel lange Annäherung
Eisen 5 23-27° mittel lange Annäherung
Eisen 6 26-30° mittel bis hoch mittlere Annäherung
Eisen 7 28-34° mittel bis hoch mittlere Annäherung
Eisen 8 32-38° hoch kurze Annäherung
Eisen 9 36-42° hoch kurze Annäherung
Pitching-Wedge 41-47° hoch Annäherung, Pitch
Gap-Wedge 48-52° hoch volle Schläge zwischen PW und SW
Sand-Wedge 54-56° sehr hoch Bunker, Pitch, Chip
Lob-Wedge 58-64° sehr hoch, kaum Roll kurze, hohe Schläge über Hindernisse
Putter 2-4° rollt auf dem Grün

Wenn du dir die Tabelle anschaust, fällt dir sicher auf, dass sich gerade bei den Eisen die Spannen überschneiden. Das Eisen 6 des einen Herstellers kann so viel Loft haben wie das Eisen 7 eines anderen. Darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein.

Welchen Loft dein Driver haben sollte, hängt stark von deiner Schwunggeschwindigkeit ab. Das habe ich in meinem Artikel darüber, welche Gradzahl dein Driver haben sollte, ausführlich aufgeschlüsselt, inklusive Tabelle nach Handicap.

Wie beeinflusst der Loft Ballflug, Spin und Weite?

Der Loft wirkt auf drei Dinge gleichzeitig, nämlich auf den Startwinkel, den Spin und damit auch auf die Weite.

Mehr Loft schickt den Ball steiler nach oben. Gleichzeitig wird der Ball im Treffmoment stärker an der Schlagfläche „abgerollt“, er bekommt also mehr Rückwärtsdrall. Das Ergebnis ist ein hoher Golfball, der steil landet und schnell liegen bleibt. Schläger mit hohem Loft sind deshalb deine Werkzeuge für alles, was nah an der Fahne liegen bleiben soll, und genau das willst du bei einer Annäherung aufs Grün.

Weniger Loft bringt mehr Energie nach vorne. Der Ball fliegt flacher, dreht weniger und rollt nach der Landung weiter. Das ist ideal vom Abschlag auf einem langen Loch, macht den Schläger aber schwerer zu spielen, denn ein flacher Schlag verzeiht weniger, wenn du nicht ganz sauber triffst.

Wichtig ist dabei das Zusammenspiel mit deiner Schlägerkopfgeschwindigkeit. Wenn du eher langsam schwingst, bekommst du einen Ball mit wenig Loft kaum in die Luft. Der Ball fällt dann früh herunter und verliert Länge, statt sie zu gewinnen. Deshalb spielen viele Hobbygolfer mit einem Driver mit 12 Grad weiter als mit einem 9-Grad-Modell, obwohl die Zahl erst mal nach „weniger Länge“ klingt.

Wie weit du mit welchem Schläger ungefähr kommst, kannst du übrigens in meinen Schlägerweiten mit Empfehlung nachschauen. Dort gibt es auch einen kleinen Schläger-Empfehler nach Meterzahl.

Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem Loft?

Viele Golfer wissen nicht, dass der Loft, der auf ihrem Schläger steht, gar nicht der Loft ist, mit dem sie den Ball treffen.

Der statische Loft ist der Wert ab Werk. Er wird gemessen, wenn der Schläger in neutraler Position steht, also mit senkrechtem Schaft. Der dynamische Loft ist dagegen der Winkel der Schlagfläche in dem Moment, in dem sie den Ball trifft, und der hängt von deinem Schwung ab.

Wenn deine Hände im Treffmoment vor dem Ball sind, neigt sich der Schaft zum Ziel. Die Schlagfläche wird dadurch steiler und der dynamische Loft kleiner als der aufgedruckte Wert. So treffen gute Eisenspieler den Ball. Klappen deine Handgelenke dagegen vor dem Treffmoment ab, kippt der Schläger nach hinten. Dieses Schaufeln macht den dynamischen Loft größer, und der Ball steigt zu hoch und verliert Länge. Auch die Stellung der Schlagfläche spielt mit, denn eine geöffnete Schlagfläche erhöht den wirksamen Loft und eine geschlossene senkt ihn.

Für den Spin ist außerdem der Spin Loft interessant. Das ist vereinfacht gesagt die Differenz zwischen dynamischem Loft und dem Winkel, mit dem der Schläger auf den Ball trifft (Attack Angle). Je größer diese Differenz ist, desto mehr Spin bekommt der Ball. Beim Driver willst du deshalb leicht aufwärts treffen, bei Eisen leicht abwärts.

Das erklärt auch, warum zwei Golfer mit identischen Schlägern völlig unterschiedliche Flugkurven haben können. Der Schläger gibt den Rahmen vor, und dein Schwung bestimmt, was davon im Treffmoment ankommt.

Gerade beim Thema Loft hilft es sehr, wenn du nach dem Training kurz notierst, wie hoch deine Bälle mit welchem Schläger geflogen sind und wie weit sie kamen. So erkennst du nach ein paar Wochen, ob ein Schläger aus der Reihe tanzt oder ob es an der Technik liegt.

Wie viel Loft hat ein Eisen 7? Warum die Werte so verschieden sind

Hier gibt es eine große Spanne, die du kennen solltest. Ein klassisches Spielereisen 7 hat etwa 33 bis 34 Grad Loft, ein modernes, fehlerverzeihendes Eisen 7 oft nur 28 bis 30 Grad. Bei manchen auf Weite ausgelegten Eisensätzen liegt der Wert sogar noch darunter.

Das liegt daran, dass die Hersteller die Lofts ihrer Eisen in den letzten Jahren immer weiter gesenkt haben. Im Englischen nennt man das „strong lofts“ oder etwas spöttisch „jacked lofts“. Ein Eisen 7 mit weniger Loft fliegt weiter, und genau das ist beim Testschlagen im Laden das Verkaufsargument.

Möglich wird das, weil moderne Eisen den Schwerpunkt tief und weit hinten im Schlägerkopf haben. Dadurch bekommen sie den Ball trotz weniger Loft noch hoch genug in die Luft. Gleichzeitig steigt die Fehlertoleranz, was gerade Einsteigern hilft. Spielereisen mit mehr Loft und kompakterem Schlägerblatt bieten dafür mehr Präzision und ein direkteres Spielgefühl.

Das bedeutet, dass die Nummer auf dem Eisen wenig über die Weite aussagt. Wenn du zwei Sets vergleichst, schau immer auf den Loft in Grad und nicht auf die Zahl. Marken wie TaylorMade, Callaway, Ping, Titleist, Mizuno, Srixon oder Cobra geben ihn im Datenblatt jedes Modells an.

Wenn du ein neues Eisenset mit starken Lofts kaufst, entstehen außerdem zwei Lücken. Oben wird der Abstand zum nächsten Holz oder Hybrid größer, dann kann ein zusätzliches Hybrid sinnvoll sein. Unten fehlt dir eine Distanz zwischen Pitching-Wedge und Sand-Wedge. Hat dein Pitching-Wedge nur 43 oder 44 Grad, brauchst du in der Regel ein Gap-Wedge.

Eine kleine Vergleichstabelle für das Eisen 7 macht die Unterschiede greifbar:

Eisentyp Typischer Loft Eisen 7 Ballflug Für wen
Blade / Muscle Back 33-35° mittel, gut kontrollierbar sehr gute Spieler
Spielereisen (Players Cavity) 32-34° mittel niedriges bis mittleres Handicap
Game-Improvement 29-31° hoch mittleres bis hohes Handicap
Super Game-Improvement / Distanzeisen 26-29° hoch, viel Länge Anfänger, langsame Schwunggeschwindigkeit

Gerade wenn du gebrauchte Golfschläger kaufst, lohnt sich ein Blick auf das Datenblatt des Herstellers. Ein älteres Set kann mit derselben Nummer zwei bis drei Grad mehr Loft haben als ein aktuelles.

Loft bei Hölzern und Hybriden

Bei Hölzern und Hybriden steht der Loft meist direkt auf der Sohle. Das ist praktisch, denn die Bezeichnungen „Holz 3“ oder „Hybrid 4“ sind genauso wenig genormt wie bei den Eisen.

Ein Holz 3 liegt meist bei 15 bis 16 Grad, ein Holz 5 bei etwa 18 bis 19 Grad, egal ob du es vom Fairway oder vom Abschlag spielst. Hybride ersetzen in der Regel ein langes Eisen mit ähnlichem Loft. Ein Hybrid mit 22 Grad deckt also grob den Bereich eines Eisen 4 ab, fliegt aber höher und ist aus dem Rough deutlich leichter zu spielen.

Überlegst du gerade, ob du lange Eisen gegen Hybride tauschen solltest? Dann schau dir auch meinen Vergleich zum Unterschied zwischen langen Eisen und Hybrid an. Eine Auswahl an Hybriden mit verschiedenen Lofts findest du zum Beispiel bei Golf & Günstig*.

Viele moderne Driver, Hölzer und Hybride haben außerdem einen verstellbaren Hosel. Damit kannst du den Loft in der Regel um ein bis zwei Grad nach oben oder unten verändern. Dazu gleich mehr.

Loft bei Wedges: Gapping und Bounce

Bei den Wedges wird der Loft besonders wichtig, weil sie speziell für Annäherungsschläge, Pitches und Chips gebaut sind. Ziel ist, dass zwischen deinen Wedges gleichmäßige Abstände entstehen. Dieses Prinzip nennt man Gapping.

Als Faustregel gelten 4 bis 6 Grad Unterschied zwischen zwei Wedges. Typische Kombinationen sehen so aus:

Pitching-Wedge Gap-Wedge Sand-Wedge Lob-Wedge
46° 50° 54° 58°
44° 48° 52° oder 54° 58°
45° 50° 56° 60°

Neben dem Loft spielt bei Wedges der Bounce eine große Rolle. Das ist der Winkel zwischen Vorderkante und tiefstem Punkt der Sohle. Er sorgt dafür, dass sich das Wedge im Sand oder in weichem Boden nicht eingräbt. Loft und Bounce hängen zusammen, denn wenn man ein Wedge auf mehr Loft biegt, steigt auch der Bounce, und umgekehrt.

Wedges verlieren mit der Zeit ihre Rillen und damit Spin. Woran du merkst, dass es Zeit für neue ist, habe ich in meinem Artikel wann du neue Wedges benötigst beschrieben. Eine große Auswahl an Wedges in allen Lofts gibt es bei Golfhouse* oder bei Golf & Günstig*.

Damit du die Abstände deiner Wedges wirklich kennst, reicht es nicht, die Gradzahlen zu vergleichen. Ich würde dir empfehlen, nach einer Trainingseinheit aufzuschreiben, wie weit jedes Wedge mit vollem, halbem und Dreiviertel-Schwung fliegt. Diese Liste ist auf dem Platz Gold wert, und ich habe „Dein Golf Journal“ auch für genau solche Zahlen gemacht.

Hat ein Putter Loft?

Ja, auch der Putter hat Loft, meist 2 bis 4 Grad. Das klingt nach wenig, ist aber wichtig. Der Ball liegt auf dem Grün immer ein kleines Stück im Gras, und der leichte Loft hebt ihn im ersten Moment aus dieser Mulde, damit er danach sauber rollt, statt zu hüpfen.

Laut den Ausrüstungsregeln von R&A und USGA darf ein Putter höchstens 10 Grad Loft haben. Wenn du deine Hände beim Putten stark nach vorne drückst, nimmst du dem Putter Loft weg. Dann springt der Ball am Anfang eher, als dass er rollt.

Wie hängen Loft, Lie und Schlägerlänge zusammen?

Loft und Lie werden oft in einem Atemzug genannt, meinen aber verschiedene Dinge. Der Loft ist die Neigung der Schlagfläche nach hinten und bestimmt Flughöhe, Spin und Weite. Der Lie ist der Winkel zwischen Schaft und Boden, wenn der Schläger in Ansprechposition steht, und er bestimmt vor allem die Richtung.

Ist der Lie-Winkel zu steil für dich, zeigt die Spitze des Schlägers im Treffmoment nach oben. Für einen Rechtshänder geht der Ball dann eher nach links. Ist er zu flach, zeigt die Spitze nach unten, und der Ball geht eher nach rechts.

Und hier hängen beide Winkel zusammen. Je mehr Loft ein Schläger hat, desto stärker wirkt sich ein falscher Lie auf die Richtung aus. Bei einem Wedge siehst du einen falschen Lie also viel deutlicher als bei einem Eisen 4. Bei einem Fitting werden deshalb Loft und Lie meist gemeinsam geprüft, zusammen mit der passenden Schlägerlänge. Die richtet sich nach deiner Körpergröße und dem Abstand deiner Handgelenke zum Boden. Ein zu langer Schläger wirkt im Treffmoment wie ein zu steiler Lie.

Kann man den Loft verändern?

Ja, und zwar auf zwei Wegen.

Bei Driver, Hölzern und Hybriden mit verstellbarem Hosel kannst du den Loft über eine Schraube am Übergang von Schaft und Kopf meist um ein bis zwei Grad verstellen. Viele übersehen dabei, dass sich damit auch der Winkel der Schlagfläche in Ansprechposition ändert. Mehr Loft schließt die Schlagfläche etwas, weniger Loft öffnet sie. Ein Driver mit weniger Loft zeigt also leicht nach rechts, wenn du ihn flach hinlegst. Du solltest nach dem Verstellen deshalb immer prüfen, ob der Schläger in Ansprechposition noch gerade zum Ziel zeigt.

Eisen und Wedges kann ein Clubfitter dagegen auf einer Loft-und-Lie-Maschine biegen. Geschmiedete Eisen lassen sich meist um etwa zwei Grad anpassen, gegossene Eisen sind härter und weniger dafür geeignet. Denk daran, dass jede Änderung am Loft auch den Bounce verändert. Wenn du den Loft verringerst, verringerst du auch den Bounce.

Selbst messen ist schwierig. Es gibt zwar einfache Winkelmesser und Apps, aber für eine verlässliche Messung brauchst du eine Loft-und-Lie-Maschine, wie sie Fitter und viele Pro-Shops haben. Wenn du unsicher bist, ob deine Schläger richtig eingestellt sind, würde ich mit deinem lokalen Pro reden. Der sieht oft schon nach ein paar Schlägen auf der Driving Range, ob Loft oder Lie bei dir nicht passen.

So prüfst du die Loft-Abstände in deinem Bag

Ob dein Schlägersatz gut abgestimmt ist, kannst du mit wenig Aufwand selbst prüfen. Schreib zuerst für jeden Schläger den Loft auf. Bei Hölzern steht er auf der Sohle, bei Eisen findest du ihn im Datenblatt des Herstellers. Dann ordnest du alle Schläger vom Driver bis zum Lob-Wedge nach Loft und rechnest die Abstände aus.

Zwischen zwei Eisen sollten etwa 3 bis 5 Grad liegen, zwischen zwei Wedges 4 bis 6 Grad. Jede Lücke, die deutlich größer ist, markierst du dir. Liegen zwei Schläger nur ein bis zwei Grad auseinander, etwa ein Holz 5 und ein Hybrid 3, brauchst du wahrscheinlich nur einen davon.

Danach geht es auf die Range. Schlag mit jedem Schläger 10 Bälle und notiere die durchschnittliche Weite, nicht den besten Schlag. Ideal sind gleichmäßige Abstände von etwa 10 bis 15 Metern. Fehlt dir eine Distanz, ergänzt du den passenden Schläger, und wenn du einen doppelt hast, nimmst du ihn raus. Mehr als 14 Schläger dürfen ohnehin nicht ins Bag.

Diese Abstände ändern sich, wenn sich dein Schwung verändert. Deshalb lohnt es sich, die Liste zu Beginn jeder Saison neu aufzustellen und deine Ergebnisse festzuhalten.

Häufige Fehler beim Thema Loft

Ein häufiger Fehler ist, Schläger nach der Nummer statt nach dem Loft zu kaufen. Ein Eisen 7 ist eben nicht gleich ein Eisen 7. Wenn du zwei Sets vergleichst, solltest du immer die Gradzahlen nebeneinanderlegen. Sonst wunderst du dich, warum das neue Set „weiter fliegt“ und dir unten plötzlich eine Distanz fehlt. Mit starken Lofts im Eisensatz entsteht nämlich schnell eine Lücke von 10 Grad oder mehr zwischen Pitching- und Sand-Wedge, die du dann mit halben Schlägen überbrücken musst, und genau da hapert es meistens.

Viele Golfer greifen beim Driver außerdem zu 9 oder 9,5 Grad, weil das die Profis spielen. Bei normaler Schwunggeschwindigkeit fliegt der Ball damit zu flach und landet früh. Mehr Loft bringt hier fast immer mehr Länge und mehr Fairways.

Und dann gibt es noch den Versuch, den Ball zu löffeln. Wenn du den Ball mit den Händen „hochheben“ willst, erhöhst du den dynamischen Loft. Der Ball steigt, verliert aber Länge und wird oft dünn oder fett getroffen. Vertrau lieber dem Loft, denn der Schläger bringt den Ball von allein in die Luft, wenn du leicht abwärts triffst.

Häufig gestellte Fragen zum Golfschläger-Loft

Was ist der Loft beim Golfschläger?

Der Loft ist der Neigungswinkel der Schlagfläche gegenüber dem Schaft, angegeben in Grad. Er bestimmt, wie hoch der Ball startet, wie viel Spin er bekommt und wie weit er fliegt. Ein Driver hat wenig Loft für flache, lange Schläge, ein Wedge viel Loft für hohe, kurze Schläge.

Wie viel Loft hat ein Eisen 7?

Ein Eisen 7 hat je nach Modell etwa 28 bis 34 Grad Loft. Klassische Spielereisen liegen eher bei 33 bis 34 Grad, moderne Game-Improvement-Eisen bei 28 bis 31 Grad. Weil es keine Norm gibt, solltest du beim Vergleich immer auf die Gradzahl im Datenblatt schauen und nicht auf die Nummer.

Wie viel Loft hat ein Eisen 5?

Ein Eisen 5 hat meist zwischen 23 und 27 Grad Loft. Bei modernen Eisensätzen mit starken Lofts liegt es eher am unteren Ende. Viele Hobbygolfer ersetzen das Eisen 5 deshalb durch ein Hybrid mit ähnlichem Loft, weil es den Ball leichter in die Luft bringt.

Wie viel Grad Loft hat ein 9er Eisen?

Ein Eisen 9 hat in der Regel 36 bis 42 Grad Loft. Damit liegt es zwischen Eisen 8 und Pitching-Wedge und wird für kurze Annäherungen ins Grün genutzt. Auch hier haben moderne, fehlerverzeihende Sets eher weniger Loft als klassische Spielereisen.

Welchen Loft sollte ein Driver haben?

Für die meisten Hobbygolfer passen 10,5 bis 13 Grad. Je langsamer deine Schwunggeschwindigkeit, desto mehr Loft brauchst du, damit der Ball lange genug in der Luft bleibt. Sehr schnelle und bessere Spieler kommen mit 9 bis 10 Grad aus. Ein verstellbarer Driver hilft, den passenden Wert zu finden.

Welchen Loft hat ein Pitching-Wedge?

Ein Pitching-Wedge hat heute meist 41 bis 47 Grad Loft. Da es in der Regel zum Eisensatz gehört, folgt es dessen Loft-Abstufung. Bei Sets mit starken Lofts liegt es oft bei 43 oder 44 Grad, dann ist ein Gap-Wedge mit etwa 48 bis 50 Grad sinnvoll.

Fazit

Der Loft ist die Zahl, die am meisten darüber verrät, wie ein Golfschläger fliegt. Wenig Loft bringt Länge und einen flachen Ball, viel Loft bringt Höhe, Spin und Kontrolle.

Für dich heißt das vor allem, Schläger immer nach Gradzahl und nicht nach Nummer zu vergleichen, denn ein Eisen 7 kann je nach Modell um mehrere Grad abweichen. Außerdem solltest du auf gleichmäßige Abstände im Bag achten, besonders zwischen Pitching- und Sand-Wedge. Und weil der Loft im Treffmoment von deinem Schwung abhängt, ist ein Fitting aus meiner Sicht oft mehr wert als jede Tabelle.

Mein Tipp: Fang mit der Loft-Liste aus diesem Artikel an und schau danach in meine Schlägerweiten mit Empfehlung. Wenn dann noch Fragen offen sind, rede mit deinem lokalen Pro.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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