Golfschwung Fehler: Die 3 häufigsten bei Golfanfängern

Alexander Weber··7 Min Lesezeit
Golfschwung Fehler: Die 3 häufigsten bei Golfanfängern

Jeder kennt das Problem beim Golfschwung. Man hat einfach mal einen guten Tag, an dem alles klappt und dann eben auch die Tage, an denen nichts klappt. Meistens kann man dann selbst ohne dass jemand zuschaut auch schlecht einschätzen, woran es liegt. Hier in diesem Artikel möchte ich besonders Anfängern ein paar Fehler zeigen, welche sie selbst an sich beobachten können.

Die häufigsten Fehler von Golfanfängern beim Golfschwung sind Übereifer und damit zusammenhängendes Überspringen wichtiger Lektionen, eine fehlerhafte Ansprechposition mit falschem Golfgriff, falscher Ballposition und mangelnder Gewichtsverlagerung, sowie eine zu hohe Erwartungshaltung an sich selbst.

Vertraue auf das System

Meist wird der Golfschwung Schritt für Schritt beigebracht. Das bedeutet, erst wird der Golfgriff beigebracht, dann die Ansprechposition, dann der Halbschwung und dann erst der ganze Schwung. Das Problem bei Golfanfängern ist, dass sie oftmals übermotiviert sind und nicht Schritt für Schritt anfangen wollen, sondern direkt ihren Ball schlagen wollen.

Es gibt einen Grund, warum man die einzelnen Abschnitte des Schwungs in dieser Reihenfolge beibringt, denn wenn einer dieser Abschnitte nicht richtig einstudiert wird, dann werden alle anderen Schritte umso schwerer. Das bedeutet, ohne die richtige Ansprechposition oder den richtigen Golfgriff wird es dir extrem schwerfallen, einen Ball gut zu schlagen. Ein typisches Resultat davon ist ein zu hastiger, ruckartiger Schwung, bei dem man den Ball einfach nur schnell treffen möchte, anstatt kontrolliert durchzuschwingen. Dadurch geht Präzision verloren und die Energie des Schwungs wird nicht sauber auf den Ball übertragen.

Wenn du selbst einer von diesen Leuten bist, dann solltest du wissen, dass es nicht schlimm ist, motiviert oder sogar übermotiviert zu sein. Du solltest allerdings auch verstehen, dass es dir nur helfen kann, wenn du diesen Prozess auch Schritt für Schritt durchgehst, um weniger Fehler in deinem Schwung zu haben und öfter das Glücksgefühl eines erfolgreichen Schlages zu haben.

Ansprechposition, Golfgriff und Ballposition

Der zweite Punkt ist tatsächlich einfach die Ansprechposition und der Golfgriff. Für die meisten Golfer ist dies schon eine Selbstverständlichkeit und gehört in jede Routine vor einem Schlag, doch für Anfänger kann diese Vorbereitung lästig und unwichtig wirken.

Tatsächlich ist es aber so, dass dies der Grundstein für einen erfolgreichen Golfschwung ist. Viele Anfänger konzentrieren sich mehr darauf, wie ihr Schwung ist, ohne vorher die Grundlage zu schaffen. Dir bringt der beste Golfschwung nichts, wenn du keine konstante Grundlage hast, welche dir dabei hilft, diesen Schwung an jedem Ball ähnlich zu wiederholen.

Tatsächlich sind die wichtigsten Aspekte in der Ansprechposition: der Stand, die Körperspannung, die Armposition und die Rotation des Oberkörpers. Ein einfacher Check für den Griff ist übrigens, ob du an deiner linken Hand die ersten beiden Knöchel sehen kannst, wenn du nach unten schaust. Wenn eins dieser Dinge nicht richtig läuft, dann wird der ganze Schwung ein Glücksspiel. Dadurch entstehen Probleme wie „Chicken-Wings“, also dass man seine Arme anzieht, um seinen Schwung zu korrigieren, oder auch gestreckte statt leicht gewinkelte Handgelenke, die im Treffmoment einfach einknicken. Der Sinn der ganzen Ansprechposition ist, für konstante Ergebnisse zu sorgen. Dazu muss man aber auch konstant die korrekte Position einnehmen.

Ein weiterer Punkt, den viele Anfänger unterschätzen, ist die Gewichtsverlagerung. Wenn das Gewicht im Abschwung zu lange auf dem hinteren Fuß bleibt, landest du entweder zu früh im Boden vor dem Ball oder toppst ihn komplett. Genauso wichtig ist eine saubere Hüftrotation, denn ohne sie versuchen die meisten Anfänger, den Ball nur mit Armen und Händen zu treffen, was Kraft und Konstanz kostet. Auch deine Fußposition spielt hier eine größere Rolle, als man zunächst denkt, denn sie ist die Basis für deine Balance während des gesamten Schwungs.

Zudem ist es auch wichtig, seine Ballposition zu kennen. Diese unterscheidet sich nämlich, wenn man unterschiedliche Schläger benutzt.

Zu hohe Erwartungshaltung

Gerade als Golfanfänger findet man den Golfsport ziemlich schwierig. Man lernt alles zum ersten Mal und schafft es kaum, Bälle zu schlagen, geschweige denn gut zu treffen. Viele haben hier die Erwartungshaltung, dass man schon nach seiner ersten Woche im Golfsport gut spielen sollte, ansonsten ist man nicht gut genug oder muss sich mehr anstrengen. Das ist tatsächlich nicht der Fall.

Golf ist ein Sport, welchen du über längere Zeit erlernst und nicht innerhalb von wenigen Wochen. Natürlich kannst du die Zeit verkürzen, indem du Intensivkurse nimmst und immer einen Pro dabei hast und möglicherweise Zeit dafür hast, viele Stunden jeden Tag auf dem Golfplatz zu verbringen. Das ist allerdings zeit- und kostenintensiv. Die Aussage bleibt auch hier die gleiche: Golfen lernen benötigt Zeit.

Sobald du anfängst, frustriert zu sein, hast du schon fast verloren. Du musst dir immer deine Ziele im Kopf behalten und schauen, dass du diese erreichen kannst. Du solltest dir keine unrealistischen Ziele setzen wie ein Single Handicap innerhalb von wenigen Wochen, denn das kann nur zu Frustration führen und bringt dich aller Wahrscheinlichkeit eher dazu, viel länger dafür zu brauchen als du müsstest, oder komplett aufzugeben. Falls dich die Zweifel öfter einholen, kann dir auch mentales Training helfen, gelassener an deinen Schwung heranzugehen.

Jeder Golfer hat es am Anfang schwer und hat auch später im Verlauf seiner Golfkarriere noch Tage, an denen er sich so fühlt wie ein Anfänger, weil nichts so läuft, wie man es will. Golf lehrt dich allerdings, diese Tage zu überstehen und im Großen und Ganzen deinen Fortschritt zu sehen und nicht nur deine Erfahrung an einem Tag zu bemessen.



Bonus-Fehler: Das kurze Spiel wird vernachlässigt

Ein Fehler, der eng mit der Ungeduld zusammenhängt, ist, dass viele Anfänger fast ausschließlich am vollen Schwung üben und dabei das kurze Spiel komplett vernachlässigen. Dabei sparst du gerade rund ums Grün die meisten Schläge ein. Wirf also ruhig auch mal einen Blick auf die häufigsten Fehler im kurzen Spiel, denn hier sind die Erfolge oft deutlich schneller sichtbar als beim Golfschwung mit dem Driver oder Eisen.

Häufige Fragen zu Fehlern beim Golfschwung

Was ist der häufigste Fehler beim Golfschwung bei Anfängern? Am häufigsten scheitert es an einer fehlerhaften Ansprechposition, also Stand, Griff und Ballposition. Sitzt diese Grundlage nicht, wird jeder weitere Teil des Schwungs zum Glücksspiel.

Wie lange dauert es, den Golfschwung fehlerfrei zu lernen? Das ist von Golfer zu Golfer unterschiedlich, dauert aber in der Regel mehrere Monate bis Jahre regelmäßiges Training. Wichtig ist, sich keine unrealistischen Ziele zu setzen und den Prozess Schritt für Schritt zu durchlaufen.

Kann ich diese Fehler auch ohne Golflehrer erkennen? Teilweise ja, etwa indem du dich beim Schwung filmst und mit den Grundlagen aus diesem Artikel vergleichst. Für eine wirklich zuverlässige Analyse lohnt sich aber trotzdem eine Stunde bei einem Pro.

Fazit

Man hat es besonders als Golfanfänger nicht besonders leicht. Dieser Artikel soll dich als Anfänger nicht demotivieren oder sich über dich lustig machen. Er soll dir helfen, bestimmte Dinge zu erkennen und zu beheben. Deswegen sind Pro-Stunden auch so wichtig. Ein Pro kann sofort sehen, woran es bei dir scheitert.

Lass dich durch das Golfen nicht demotivieren. Es gibt selbst bei erfahreneren Golfern noch das mentale Golftraining, welches sich nur damit beschäftigt, Zweifel und Frustration zu beseitigen und damit dein Golfspiel zu verbessern. Deswegen bist du beim Golfsport mit Sicherheit nicht alleine mit diesen Gefühlen.

Hör also am besten deinem Golftrainer zu und versuche, ihm genau so zu folgen, wie er es meint. Es kann für dich manchmal so klingen, als ob du das schon könntest und du schneller fortschreiten möchtest, doch es ist wichtig, jeden Schritt hier sicher und korrekt auszuführen. Dein Trainer wird als Pro am besten wissen, wann du bereit für den nächsten Schritt bist, um diesen auch gut auszuführen.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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