Shank beim Golf: Ursachen, Sofort-Tipps und Übungen

Alexander Weber··14 Min Lesezeit
Nahaufnahme: Eisen trifft den Ball nahe dem Hosel, ein zweiter Ball fliegt nach rechts weg

Es gibt kaum einen Schlag, der Golfer so verunsichert wie der Shank. Die Runde läuft ordentlich, und plötzlich schießt der Ball fast im rechten Winkel nach rechts weg. Beim nächsten Schlag denkst du dann nur noch daran, dass es wieder passieren könnte. In diesem Artikel erkläre ich dir, was beim Shank genau passiert, woher er kommt und mit welchen Übungen du ihn wieder loswirst.

Ein Shank, auch Socket genannt, ist ein Fehlschlag, bei dem du den Ball nicht mit der Schlagfläche triffst, sondern mit dem Hosel, also dem Übergang zwischen Schaft und Schlägerkopf. Der Ball fliegt dann flach und fast rechtwinklig zur Seite. Die häufigste Ursache ist, dass der Schläger im Treffmoment weiter vom Körper weg ist als beim Ansprechen.

Was ist ein Shank beim Golf?

Bei einem normalen Schlag triffst du den Ball mit der Mitte der Schlagfläche. Beim Shank landet der Ball dagegen am Hosel, also an dem runden Übergang, an dem der Schaft in den Schlägerkopf übergeht. Weil der Hosel rund ist, springt der Ball unkontrolliert zur Seite weg.

Bei Rechtshändern fliegt ein Shank fast immer nach rechts, oft flach und mit deutlich weniger Weite. Bei Linkshändern ist es genau umgekehrt. Das Gemeine daran ist, dass der Shank meist dann kommt, wenn du eigentlich einen ganz normalen Schlag mit einem Eisen oder Wedge machen willst.

Im Deutschen hört man neben Shank auch Socket oder einfach „gesocketed“. Gemeint ist dasselbe. Eine eigene deutsche Übersetzung gibt es nicht, auch wenn manche danach suchen. Auf dem Platz wird einfach der englische Begriff benutzt.

Was heißt Shank, und warum ist er so gefürchtet?

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich „Schaft“ oder „Unterschenkel“. Im Golf steht er für einen der unangenehmsten Fehlschläge überhaupt.

Gefürchtet ist der Shank aus zwei Gründen. Zum einen fliegt der Ball oft in eine völlig unerwartete Richtung, im schlimmsten Fall ins Aus, in einen Teich oder auf das Nachbarloch. Zum anderen ist ein Shank extrem ansteckend. Wenn du einmal geshankt hast, denkst du beim nächsten Schlag daran, verkrampfst und produzierst genau deshalb den nächsten.

Das Gute ist, dass ein Shank fast immer eine klare mechanische Ursache hat. Wenn du sie kennst, kannst du gezielt dagegen arbeiten, statt nur zu hoffen, dass er von allein wieder verschwindet.

Warum passiert ein Shank? Die häufigsten Ursachen

Der Kern ist fast immer derselbe. Im Treffmoment ist der Schlägerkopf weiter vom Körper entfernt als beim Ansprechen. Dadurch rutscht der Hosel genau dorthin, wo eigentlich die Mitte der Schlagfläche sein sollte. Dafür gibt es mehrere typische Auslöser.

Gewicht auf den Zehen

Wenn sich dein Gewicht während des Schwungs von den Fußballen Richtung Zehen verlagert, kippt dein ganzer Körper ein Stück Richtung Ball. Damit wandert auch der Schläger weiter nach außen als beim Ansprechen. Das ist eine der häufigsten Ursachen, gerade bei kurzen Schlägen.

Zu nah am Ball stehen

Wenn du schon beim Ansprechen zu nah am Ball stehst, ist kaum noch Platz zwischen Körper und Schläger. Dann reicht schon eine kleine Bewegung im Schwung, damit du den Ball mit dem Hosel triffst. Wie du den richtigen Abstand findest, habe ich in meinem Artikel über die perfekte Ansprechposition erklärt.

Hüfte und Oberkörper kommen zum Ball

Viele Golfer schieben im Abschwung die Hüfte Richtung Ball, statt sie zu drehen. Der Oberkörper richtet sich auf, die Arme haben keinen Platz mehr und werden nach außen gedrückt. Das Ergebnis ist ein Schlägerkopf, der weiter vom Körper weg ist als beim Ansetzen.

Schwungbahn zu stark von innen oder von außen

Auch die Schwungbahn spielt mit hinein. Kommt der Schläger im Abschwung sehr stark von außen, also über die Ebene, wandert der Hosel Richtung Ball. Aber auch eine extrem flache Bahn von innen kann dazu führen, dass die Hände vom Körper wegdrücken.

Geöffnete Schlagfläche

Ist die Schlagfläche im Treffmoment stark geöffnet, zeigt der Hosel weiter Richtung Ball. Das passiert oft, wenn du beim Pitchen oder Chippen den Ball unbedingt hoch spielen willst und die Hände dabei kaum drehst.

Anspannung und zu fester Griff

Nach einem Shank verkrampfen viele Golfer, greifen fester zu und schwingen steifer. Die Arme können dann nicht mehr frei schwingen und werden nach außen gedrückt. Deshalb kommen Shanks oft in Serie. Worauf es beim Griffdruck ankommt, liest du in meinem Artikel über den richtigen Golfgriff.

Shank, Slice, Hook und Top im Vergleich

Nicht jeder Ball, der nach rechts fliegt, ist ein Shank. Die Tabelle hilft dir, den Fehler richtig einzuordnen:

Fehlschlag Treffpunkt am Schläger Flugbahn (Rechtshänder) Typische Ursache Sofort-Maßnahme
Shank (Socket) Hosel flach, fast rechtwinklig nach rechts Schläger kommt zu weit vom Körper weg Gewicht auf die Fersen, mit der Spitze zielen
Slice Schlagfläche, oft leicht offen startet gerade oder links, kurvt stark nach rechts offene Schlagfläche zur Schwungbahn Griff prüfen, Bahn von innen
Hook Schlagfläche, geschlossen kurvt stark nach links geschlossene Schlagfläche Griff neutraler, Körper weiterdrehen
Top Unterkante des Schlägers rollt flach über den Boden Oberkörper richtet sich auf Höhe halten, durch den Ball schwingen
Treffer mit der Spitze Schlägerspitze schwach, oft nach rechts zu weit vom Ball weg etwas näher an den Ball

Gerade die Verwechslung mit dem Slice ist häufig. Ein Slice startet meist gerade und biegt dann ab, ein Shank fliegt sofort zur Seite. Wenn du dir unsicher bist, schau dir nach dem Schlag die Schlagfläche an. Ein Abdruck oder Grasfleck am Hosel verrät den Shank sofort. Das bedeutet, dass du nicht raten musst, sondern es an deinem Schläger direkt nachprüfen kannst. Wie du den Slice in den Griff bekommst, zeige ich dir beim Thema Slice beim Golf korrigieren.

Was tun gegen Shanks auf dem Platz?

Mitten in der Runde hast du keine Zeit für eine Schwungumstellung. Dann helfen ein paar einfache Anpassungen, die den Shank zumindest kurzfristig unwahrscheinlicher machen.

Die erste ist das Gewicht. Du solltest es beim Ansprechen bewusst etwas in Richtung Fersen verlagern, damit du im Schwung nicht nach vorne kippst. Außerdem kannst du die Schlägerspitze statt der Mitte auf den Ball ausrichten. Selbst wenn du dann etwas nach außen schwingst, triffst du eher die Mitte als den Hosel.

Ein kürzerer Schwung hilft ebenfalls. Mit einem Dreiviertel-Schwung hast du mehr Kontrolle, und ich würde lieber einen Schläger mehr nehmen und ruhig schwingen, als mit voller Kraft den nächsten Shank zu riskieren. Nach einem Shank greifen viele Golfer fester zu. Lös den Griff deshalb bewusst etwas, schüttle die Arme kurz aus und atme einmal durch.

Und dann geht es darum, nicht zu viel nachzudenken. Ein Shank ist ärgerlich, aber er sagt nichts über deine nächste Runde aus. Nimm dir für den nächsten Schlag einen klaren, einfachen Plan vor und spiel ihn.

Nach einer Runde mit mehreren Shanks lohnt es sich, kurz aufzuschreiben, wann sie passiert sind, also mit welchem Schläger, aus welcher Lage und bei welchem Schlag. Oft erkennst du dann ein Muster, zum Beispiel, dass es nur bei halben Wedge-Schlägen passiert. Für genau solche Notizen habe ich „Dein Golf Journal“ entwickelt.

Welche Übungen helfen gegen den Shank?

Auf der Driving Range kannst du gezielt an den Ursachen arbeiten. Die folgenden Übungen helfen vielen Golfern, und du gehst sie am besten der Reihe nach durch.

Die bekannteste ist die Zwei-Ball-Übung. Dabei legst du einen zweiten Ball etwa eine Ballbreite außerhalb des Balls, den du schlagen willst, also weiter weg von dir. Das Ziel ist, nur den inneren Ball zu treffen. Wenn du den äußeren berührst, war dein Schläger zu weit vom Körper weg. Statt eines zweiten Balls kannst du auch ein Headcover oder ein Handtuch etwa eine Handbreit außerhalb des Balls ablegen. Der Effekt ist derselbe, denn du bekommst sofort ein Feedback, wenn der Schläger nach außen wandert.

Bei der Fersen-Übung schlägst du einige Bälle, während du dein Gewicht bewusst auf den Fersen hältst. Du kannst dafür die Zehen leicht anheben. So spürst du, wie stabil du stehen musst, damit der Körper nicht nach vorne kippt.

Etwas ungewohnt ist die nächste Übung. Versuch absichtlich, den Ball mit der Schlägerspitze zu treffen. Das klingt komisch, bringt deinen Schwung aber schnell wieder in die richtige Richtung. Wenn du dabei die Mitte triffst, ist das genau richtig.

Danach schlägst du mit einem kurzen Eisen nur halbe Schwünge und achtest auf einen ruhigen Rhythmus, bei dem Rückschwung und Durchschwung ungefähr gleich lang sind und du am Ende ruhig im Gleichgewicht stehst. Erst wenn diese sauber kommen, verlängerst du den Schwung Stück für Stück. Zum Schluss kannst du deinen Abstand kontrollieren, indem du einen Schläger als Linie parallel zu deinen Füßen legst und vor jedem Schlag prüfst, ob dein Abstand zum Ball gleich bleibt. Gerade nach mehreren Shanks rücken viele Golfer unbewusst immer näher heran.

Wenn dir bei einer Übung ein Muster immer wieder auffällt, solltest du es dir notieren. Mit der Zeit erkennst du, welche Übung bei dir am besten wirkt, und kannst sie vor der nächsten Runde gezielt einbauen.

Kaufen musst du für diese Übungen nichts, ein zweiter Ball oder ein Handtuch reichen völlig. Wenn du gerne mit Trainingshilfen arbeitest, findest du bei Golfhouse* eine Auswahl an Trainingsgeräten, zum Beispiel Alignment-Sticks für die Abstandsübung.

Welche Fehler machen es beim Shank schlimmer?

Viele Golfer stellen sich nach einem Shank einfach weiter weg vom Ball. Das klingt logisch, verschlimmert es aber oft. Wenn du zu weit weg stehst, musst du dich im Schwung strecken und kommst noch mehr nach vorne. Besser ist ein normaler Abstand mit stabilem Gewicht auf den Fersen.

Ein häufiger Fehler ist auch, gleich den ganzen Schwung umzubauen. Ein einzelner Shank ist kein Grund für eine neue Technik, meistens reicht es, eine Ursache zu finden und gezielt daran zu arbeiten. Dasselbe gilt für den Versuch, die Schlagfläche zu schließen, um den Ball nach links zu ziehen. Das hilft vielleicht für einen Schlag, führt aber schnell zu Hooks und ändert am Treffpunkt nichts, weil der Hosel weiter im Weg bleibt.

Und schließlich probieren viele zu lange allein herum. Wenn der Shank über Wochen bleibt, steckt oft eine Ursache dahinter, die man selbst kaum sieht. Dann würde ich dir empfehlen, mit deinem lokalen Pro zu reden. Der erkennt meistens nach wenigen Schlägen, woran es liegt.

Shank mit dem Wedge und beim Chippen

Viele Golfer shanken vor allem bei kurzen Schlägen, also beim Pitchen oder Chippen rund ums Grün. Das liegt daran, dass hier die Schlagfläche oft geöffnet wird und der Ball nah am Körper liegt.

Beim Chippen hilft es, die Hände ruhig zu halten und den Schläger eher wie beim Putten zu bewegen. Steh etwas näher am Ball, aber halte das Gewicht auf der vorderen Seite und auf den Fersen. Beim Pitchen dreht die Brust mit, und die Arme schwingen nicht allein. Wenn du nur mit den Händen arbeitest, schiebst du den Schläger leicht nach außen.

Fühlst du dich beim kurzen Spiel generell unsicher? Dann schau dir meinen Artikel zum Unterschied zwischen Pitchen und Chippen an.

Wie bleibst du nach einem Shank ruhig?

Ein Shank ist auch Kopfsache. Nach dem ersten Shank stehen viele Golfer beim nächsten Schlag mit einem flauen Gefühl über dem Ball, und genau diese Anspannung macht den nächsten Shank wahrscheinlicher. Wenn du beim Ansprechen nur „bloß kein Shank“ denkst, verkrampfst du. Konzentrier dich lieber auf ein positives Bild, zum Beispiel einen ruhigen Rhythmus oder das Zielen mit der Spitze.

Hilfreich ist eine feste Routine vor jedem Schlag. Du schaust dir das Ziel an, atmest einmal durch, machst einen Probeschwung mit Fokus auf den Rhythmus und schlägst dann. So lenkst du die Gedanken weg vom Fehler und hin zum Ablauf. Wie du im Kopf insgesamt stabiler wirst, erkläre ich dir in meinem Artikel zum mentalen Golftraining.

Und wenn es auf einer Runde gar nicht mehr geht? Dann ist es keine Schande, zu einem anderen Schläger zu greifen. Ein Hybrid oder ein Putter vom Vorgrün kann dir die Runde retten, bis du auf der Range in Ruhe an der Ursache arbeiten kannst.

Gerade wenn der Shank eine Weile dein Begleiter war, motiviert es, Fortschritte schwarz auf weiß zu sehen. Notier dir nach jeder Trainingseinheit, wie viele saubere Schläge du bei der Zwei-Ball-Übung geschafft hast. Steigt die Zahl, weißt du, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Gibt es eine Regel für Shanks?

Eine eigene Regel für den Shank gibt es nicht, er ist ein ganz normaler Schlag. Wenn der Ball danach im Aus landet, gelten die üblichen Regeln, und du spielst mit einem Strafschlag von der Stelle des letzten Schlags erneut. Liegt der Ball in einer Penalty Area, hast du die üblichen Erleichterungsmöglichkeiten.

Für die Praxis noch ein Tipp. Wenn ein Shank Richtung Aus fliegt und du nicht sicher bist, ob der Ball noch im Spiel ist, spiel einen provisorischen Ball. Das spart Zeit und hält das Spieltempo hoch. Was es sonst mit Strafschlägen auf sich hat, liest du in meinem Artikel zum Strafschlag beim Golf.

Häufig gestellte Fragen zum Shank

Was sind Sockets beim Golf?

Socket ist ein anderes Wort für Shank. Beide Begriffe beschreiben denselben Fehlschlag, bei dem der Ball am Hosel des Schlägers landet. Im deutschsprachigen Raum hört man auf dem Platz beide Varianten, oft auch als Verb, zum Beispiel „ich habe gesocketed“.

Was tun gegen Sockets?

Gegen Sockets hilft vor allem, das Gewicht auf den Fersen zu halten, nicht zu nah am Ball zu stehen und mit der Schlägerspitze zu zielen. Auf der Range helfen dir die Zwei-Ball-Übung und halbe Schwünge mit ruhigem Rhythmus. Wenn das Problem bleibt, lohnt sich eine Stunde beim Pro.

Warum shanke ich plötzlich?

Plötzliche Shanks entstehen oft durch eine kleine Veränderung, etwa mehr Gewicht auf den Zehen, einen geringeren Abstand zum Ball oder Anspannung nach einem schlechten Schlag. Prüf zuerst deinen Abstand und deine Gewichtsverteilung, bevor du am Schwung selbst etwas änderst.

Kann man mit dem Driver shanken?

Mit dem Driver ist ein Shank selten, weil der Schaft deutlich weiter hinten am Schlägerkopf sitzt als bei Eisen. Typisch ist der Shank bei Eisen und Wedges. Mit dem Driver triffst du eher die Spitze oder die Ferse, was zu schwachen Schlägen führt, aber nicht zum klassischen Shank.

Fazit

Ein Shank ist einer der unangenehmsten Schläge im Golf, aber er ist kein Grund zur Panik. Fast immer steckt dieselbe Ursache dahinter. Der Schläger kommt im Treffmoment weiter vom Körper weg als beim Ansprechen, und der Ball landet am Hosel.

Auf dem Platz helfen dir das Gewicht auf den Fersen, das Zielen mit der Spitze und ein ruhiger, kürzerer Schwung. Auf der Range bekommst du den Shank mit der Zwei-Ball-Übung und halben Schwüngen Schritt für Schritt wieder in den Griff.

Ich würde dir empfehlen, an einer Ursache nach der anderen zu arbeiten. Und wenn der Shank länger bleibt, rede mit deinem lokalen Pro.

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Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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