Druckverlagerung beim Eisen: Die Anpassung für perfekte Eisenschläge

Alexander Weber··10 Min Lesezeit
Druckverlagerung beim Eisen: Die Anpassung für perfekte Eisenschläge

Für Anfänger und Fortgeschrittene im Golfsport ist klar, dass man für erfolgreiches Golfspielen mehr benötigt als nur einen guten Körperbau. Du benötigst die korrekte Präzision und Technik, um deinen Ball genau an das Ziel schlagen zu können, welches du erreichen möchtest. Dabei sind es oft zwei Anpassungen, die den größten Unterschied machen: deine Druckverlagerung im Schwung und dein Golfgriff. Beide zusammen entscheiden, wie konstant du deine Eisen triffst. Schauen wir uns beide genauer an, angefangen bei der Druckverlagerung, denn sie ist der Hebel, der bei den meisten Golfern am meisten bewirkt.

Was ist Druckverlagerung und warum entscheidet sie über deine Eisenschläge?

Druckverlagerung wird oft mit Gewichtsverlagerung verwechselt, ist aber etwas anderes. Bei der Gewichtsverlagerung denkst du eher daran, dein Körpergewicht von einem Bein aufs andere zu schieben. Bei der Druckverlagerung geht es darum, wie viel Druck du zu welchem Zeitpunkt im Schwung unter deinen Füßen aufbaust, und zwar sowohl seitlich als auch nach oben und unten.

Manche Trainer sprechen hier auch vom „Center of Pressure", also dem Druckzentrum unter deinen Füßen. Das während des Schwungs wandert. Bei guten Golfern liegt kurz bevor der vordere Arm parallel zum Boden ist, bereits ein Großteil des Drucks, etwa 70 bis 80 Prozent, auf dem hinteren Fuß. Im Abschwung kehrt sich das komplett um: Im Treffmoment liegen bei den meisten sauberen Eisenschlägen wieder rund 70 bis 80 Prozent des Drucks auf dem vorderen Bein. Damit das funktioniert, sollte sich deine Hüfte beim Ausholen zusätzlich leicht kippen, nicht nur drehen, und dein Brustbein möglichst ruhig über dem Ball bleiben. Wandert dein Oberkörper dabei zu weit nach hinten weg, landest du genau in dem fetten Schlag, den du eigentlich vermeiden willst.

Im Rückschwung wandert der Druck normalerweise in die Ferse deines hinteren Fußes. Im Abschwung stößt du dich aus dieser Ferse in Richtung Ziel ab und verlagerst den Druck auf deinen vorderen Fuß, noch bevor der Schläger den Ball trifft. Genau diese Reihenfolge ist bei Eisen vor allem essenziell, denn nur mit dem Druck bereits auf dem vorderen Fuß triffst du zuerst den Ball und danach den Boden. Fehlt diese Druckverlagerung, landet der Tiefpunkt deines Schwungs zu weit hinten und du schlägst dick oder verlierst den sauberen Kontakt zum Ball.

Zur Positionierung gehört des Weiteren die Ballposition und die Ansprechposition. Dabei solltest du in der Regel eine Linie zum Ziel haben. Diese Linie solltest du hingegen nicht an den Fußspitzen, sondern an der Hacke messen. Du kannst dir hierfür einen Ausrichtungsstab kaufen, wenn du dir unsicher bist und etwas mehr Sicherheit haben möchtest.

So einen Ausrichtungsstab kannst du hier erwerben:

  • Ausrichtungsstab*

Wie oben beschrieben verläuft die Druckverlagerung erst nach hinten und dann nach vorne heraus. Aus diesem Grund ist die berühmte Golferpose auch mit dem hinteren Fuß vom Boden gelöst. Ohne die richtige Druckverlagerung kann dein Schwung schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein.

Übung: So trainierst du die Druckverlagerung gezielt

Die Druckverlagerung fühlt sich am Anfang oft fremd an, weil du sie im normalen Schwung kaum bewusst spürst. Eine einfache Möglichkeit. Das Gefühl dafür zu bekommen, ist folgende Übung: Stell dich in deine normale Ansprechposition, aber ohne Ball. Schwing ganz langsam zurück, bis sich die Ferse deines hinteren Fußes vom Boden lösen möchte, und achte bewusst darauf, wie sich der Druck dort aufbaut. Im Abschwung stößt du dich anschließend aus dieser Ferse ab und lässt den Druck komplett auf deinen vorderen Fuß wandern, während sich die hintere Ferse jetzt tatsächlich vom Boden hebt.

Wiederhole diese Pendelbewegung ein paar Mal ganz ohne Ball, bevor du sie in deinen normalen Schwung mit dem Eisen einbaust. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie sich eine korrekte Druckverlagerung anfühlen soll, ohne dass du dich gleichzeitig auf den Ballkontakt konzentrieren musst.

Der Golfgriff als zweite wichtige Stellschraube

Neben der Druckverlagerung spielt auch dein Golfgriff eine wichtige Rolle beim Schwung mit dem Eisen oder jedem anderen Golfschläger. Der Griff ist sozusagen deine Verbindung mit dem Schläger, und ohne einen guten Griff wirst du automatisch schlechtere Ergebnisse in deinen Schwüngen erzielen. Wenn du dir noch unsicher bist, welche Grundgrifftechnik am besten zu dir passt, findest du in meinem Artikel über den Golfgriff eine ausführliche Übersicht aller Varianten.

Mit einem richtigen Griff hast du eine bessere Distanzkontrolle, ein besseres Treffmoment und des Weiteren eine höhere Präzision, wenn es darum geht, wo genau der Schlägerkopf den Ball trifft. Schau also auf jeden Fall, ob hier deine Schwachstelle liegt, denn ein guter Griff ist die Grundvoraussetzung für die folgenden Tipps.

Wie verbessere ich meinen Golfgriff?

Tatsächlich gibt es mehrere Fehler, die viele Golfer bei ihrem Golfgriff machen und die dazu führen, dass die gewünschten Ergebnisse ausbleiben. Viele Golfer greifen ihre Schläger zum Beispiel zu hoch. Das kann dazu führen. Dass der Golfer eine schwache Schlägerkontrolle hat und dadurch Probleme bekommt.

Wenn du bemerkst, dass dies eines deiner Probleme ist, dann ist ein Ansatz hier, etwas weiter unten zu greifen. Dies kann die Übertragung von Kontrolle und Kraft auf den Ball verbessern und somit einen entscheidenden Unterschied erzielen.

Ein weiteres Problem kann auch der Druck im Griff sein. Ein zu fester Griff kann dazu führen. Dass sich die Muskeln in deinem Arm zu sehr anspannen, wodurch deine Schwungbewegung eingeschränkt ist. Das kann unter anderem zu den bekannten „Chicken Wings" führen, welche vor allem oft bei neueren Golfern zu sehen sind. Aber auch zu wenig Druck kann zu einer schlechten Kontrolle führen.

Wenn du dieses Gefühl hast, dann versuch dir den Druck auf deinen Schläger vorzustellen. Auf einer Skala von eins bis zehn sollte dieser bei einer sechs bis acht stattfinden, sodass du einen starken und festen Griff hast, es aber nicht zu sehr ausreizt und somit deine Muskeln zu stark anspannst.

Golftipps, welche du von Golfprofis lernen kannst

Wie machen es die professionellen Golfer?

Professionelle Golfer haben bewährte Techniken entwickelt, mit denen sie es schaffen, exzellente Ergebnisse zu erzielen, und das sogar konstant. Wenn wir uns ihre Bewegungen mal genauer ansehen, dann vermögen wir daraus Schlüsse ziehen, die uns ebenfalls helfen imstande sein. Gehen wir hier mal auf die professionellen Golfer Tommy Fleetwood und Jim Furyk ein.

Tommy Fleetwood ist unter anderem für seinen eleganten und sauberen Schwung bekannt. Dies erreicht er vor allem bei seinen Schlägen mit den Eisen durch eine schöne Hüftrotation. Durch diese kann er die Kraft aus der Bewegung nutzen, um vor allem weit und genau zu schlagen. Daraus lässt sich schließen. Dass eine gute und kontrollierte Hüftrotation zu einem konstant guten Golfschwung gehört.

Bei Jim Furyk gehen wir auf seine einzigartige Griffhaltung ein. Er greift seinen Schläger so, dass der Daumen der rechten Hand über den Schaft legt. Tatsächlich wird oft von dem „Furyk Grip" gesprochen, wenn es um diese Art des Greifens geht. Durch diese hat er mehr Kontrolle und eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit. Dieser Griff ist bestimmt nicht der optimale für jeden und erfordert viel Übung, um sich an diesen zu gewöhnen. Es zeigt zwar, dass der Griff eine entscheidende Rolle spielen kann.

Anhand dieser beiden Golfer siehst du, wie erheblich die Rolle der Hüftrotation und des Golfgriffs ist, wenn es um konstant gutes Golfspiel geht. Beide Bewegungen sind im Grunde das Handwerkszeug, mit dem du die Druckverlagerung. Die du weiter oben kennengelernt hast, in deinem Schwung auch wirklich umsetzt.

Praktische Tipps für Druckverlagerung und Golfgriff

Damit du deine Grifftechnik und deine Druckverlagerung gut ausführen kannst, brauchst du vor allem Geduld und Training. Diese Tipps vermögen aber dazu beitragen, dass es schneller geht:

  • Arbeite mit einem Golflehrer zusammen. Dafür würde ich deinen lokalen Pro empfehlen, da dieser vor Ort ist und dich und deinen Golfstil kennenlernen kann. Dadurch kann dieser zu einem guten Ansprechpartner für dich werden.

– Verwende Hilfsmittel für deinen Golfgriff wie eine Griffhilfe. Welche dir helfen kann, deinen Golfgriff zu sichern. Hier ein Beispiel: Griffhilfe* – Trainiere die Position des Greifens. Schau, dass sie meist weiter unten liegt, als es dir vielleicht recht wäre. Das kann zu mehr Kontrolle führen.

  • Wiederhole die Übung zur Druckverlagerung von weiter oben regelmäßig, am besten auch mal ganz ohne Schläger, bis sie sich automatisch anfühlt.

– Schau ab und zu professionelle Golfspiele und achte dabei genau auf den Schwung und den Griff der Spieler. Notiere dir, was du für Erkenntnisse daraus mitnimmst.

  • Verbringe regelmäßig Zeit auf der Driving Range, damit du deine Schläge mit den Eisen verfeinern kannst. Wenn du zusätzlich an deinem generellen Ballkontakt arbeiten willst, wirf auch einen Blick in meinen Artikel darüber, wie du deine Schläger konstant gut triffst.

– Sei nicht zu streng mit dir und lass dich nicht frustrieren. Es dauert eine Zeit, bis die Veränderungen an deinem Schwung Wirkung verdeutlichen und du bessere Schläge erzielst als vorher. – Nimm dir die Zeit und miss deine Ergebnisse. Schreib sie auf und verfolge deinen Fortschritt. Meist sind die Erfolge jedes Mal ziemlich klein, doch wenn du zurückblickst, wirst du sehen, dass sich einiges getan hat. Dafür würde ich dir mein Dein Golf Journal empfehlen. Mit diesem kannst du Erfahrungen besser verinnerlichen und schneller und nachhaltiger lernen.



Häufig gestellte Fragen zur Druckverlagerung beim Eisen

Was ist der Unterschied zwischen Druckverlagerung und Gewichtsverlagerung?

Bei der Gewichtsverlagerung stellst du dir vor, dein komplettes Körpergewicht von einem Bein aufs andere zu schieben. Die Druckverlagerung beschreibt dagegen, wie sich der Druck unter deinen Füßen während des Schwungs seitlich sowie nach oben und unten verändert. Beide Begriffe werden oft synonym benutzt, meinen aber diverse Bewegungen.

Wie viel Druck sollte im Treffmoment auf dem vorderen Fuß liegen?

Bei den meisten sauberen Eisenschlägen liegen im Treffmoment etwa 70 bis 80 Prozent des Drucks auf dem vorderen Bein. Das ist keine feste Regel, gibt dir aber eine gute Orientierung, wie weit deine Verlagerung nach vorne gehen sollte.

Woran merke ich, dass meine Druckverlagerung nicht stimmt?

Typische Anzeichen sind dicke Schläge, bei denen der Schläger zu früh den Boden berührt, oder ein Schwung, bei dem du am Ende noch auf deinem hinteren Fuß stehst statt auf dem vorderen. Auch ein inkonstantes Treffmoment mit dem Eisen kann ein Hinweis sein.

Muss ich Griff und Druckverlagerung gleichzeitig verändern?

Nein. Das würde die meisten Golfer überfordern. Arbeite lieber erst an einem der beiden Themen, bis es sich automatisch anfühlt, und nimm dir dann das nächste vor.

Fazit

Es dauert oft lange, bis eine neue Druckverlagerung oder eine Griffveränderung sich gut anfühlt. Meist führt eine Veränderung zu Frustration und Resignation. Doch nur weil es eine Zeit lang ohne die Veränderung besser funktioniert, heißt das nicht. Dass du es gut machst. Als Golfer musst du auch durch schwere Zeiten durch, damit du am Ende zurückblicken und die Verbesserung sehen kannst. Nicht ohne Grund ist Golfen so ein schwerer Sport und ebenso kein Sport für schwache Gemüter.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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