Viele Golfer haben Probleme mit ihren Schlägen und wissen einfach nicht, woran es liegt. Kaum einer denkt daran, dass es an etwas so Banalem liegen kann wie dem Golfgriff. Doch das kann durchaus öfter der Fall sein. Gerade wenn du Probleme in deinem Schwung hast, was dazu führt, dass du deine Golfbälle nicht gut triffst, kann dein Griff eine große Rolle spielen.
In diesem Artikel zeige ich dir die häufigsten Griffhaltung-Fehler, die Golfer machen. Konkret geht es um die falsche Position des Schlägers in der Hand, den falschen Griffdruck, die „V“-Ausrichtung, und was du als Rechtshänder Schritt für Schritt beachten solltest. Wenn du diese Punkte umsetzt, wirst du sofort einen Unterschied in deiner Konstanz und Weite merken.
Die richtige Lage des Schlägers in der Hand
Der Schläger muss in der Hand liegen. So weit, so gut, doch gibt es hier eigentlich noch Feinheiten? Ja, die gibt es. Viele Golfer versuchen, den Griff eher in der Mitte ihrer Hand zu setzen. Dadurch greifen sie etwas tiefer, der Schläger liegt also eher in der Handfläche als in den Fingern.
Wenn man das tut, dann wird man nicht anders können, als einen ziemlich offenen Schwung auszuführen. Natürlicherweise versucht man als Golfer jetzt unbewusst diesen Fehler, den man schon beim Griff gemacht hat, durch verschiedene Bewegungen auszugleichen. Diese können den Ballflug vielleicht etwas verbessern, doch sind allgemein eher schlecht.
Richtig wäre es, den Griff in die Hand zu nehmen und in etwa auf die Mitte des Zeigefingers und den Anfang des kleinen Fingers zu legen und hier zuzugreifen. Jetzt sollte dein Daumen oben auf dem Griff liegen.
Um es dir einfacher zu machen, gibt es einen kleinen Tipp für alle Golfer, die mit dem Griff Probleme haben. Dabei versuchst du erstmal den optimalen Griff zu finden. Dafür kannst du auch andere Leute wie deinen lokalen Pro zur Hilfe nehmen. Wenn du jetzt deinen Griff gefunden hast, dann öffnest du deine Hand und nimmst einen Marker. Mit dem Marker ziehst du jetzt eine Linie auf deinem Handschuh, wo der Griff liegt. Damit kannst du mit diesem Handschuh immer die optimale Linie finden, in die du den Golfschläger legst, um dann zuzugreifen.
Die „V“-Position: Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden beim Greifen jeweils ein „V“. Dieses „V“ sollte bei Rechtshändern in Richtung deiner rechten Schulter zeigen. Schaust du nach unten und siehst das „V“ zu weit nach links, ist dein Griff zu schwach. Zeigt es zu weit nach rechts, ist er zu stark. Beides führt zu Problemen im Schwung, dazu gleich mehr.
Wenn du noch keinen Golfhandschuh hast oder einen neuen benötigst, dann kann ich dir folgendes empfehlen:

Schwacher, neutraler und starker Golfgriff: Was ist der Unterschied?
Diese drei Begriffe hörst du immer wieder, wenn es um die Griffhaltung beim Golf geht. Sie beschreiben, wie weit du deine Hände beim Greifen rotiert hast.
Ein neutraler Griff ist die Standardempfehlung für die meisten Golfer. Die Schlagfläche trifft den Ball im Treffmoment quadratisch, was zu geraden und kontrollierten Schlägen führt.
Ein schwacher Griff bedeutet, dass deine Hände zu weit nach links rotiert sind. Das öffnet die Schlagfläche im Treffmoment und begünstigt einen Slice, also Bälle, die nach rechts abdriften.
Ein starker Griff ist das Gegenteil: Die Hände sind zu weit nach rechts rotiert. Die Schlagfläche schließt sich im Treffmoment und der Ball zieht nach links, also ein Hook.
Welchen Griff du grundsätzlich verwenden solltest und welcher am besten zu deinem Spielstil passt, erkläre ich dir in meinem Artikel über den richtigen Golfgriff ausführlich.
Der Griffdruck: Der häufigste Fehler, den kaum jemand bemerkt
Hier liegt bei den meisten Amateurgolfern ein riesiges, ungenutztes Potenzial. Der Griffdruck ist einer der am häufigsten falsch gemachten Aspekte beim Golfen, und gleichzeitig einer der, über die am wenigsten gesprochen wird.
Die meisten Golfer greifen viel zu fest zu. Das Resultat: Die Arme und Handgelenke versteifen sich, der Schwungfluss wird unterbrochen und du verlierst Schlägerkopfgeschwindigkeit. Weniger Geschwindigkeit bedeutet weniger Weite. Und das nur, weil du zu kräftig zupackst.
Aber auch das Gegenteil ist ein Problem. Wer den Schläger zu locker hält, verliert den Kontrollpunkt im Treffmoment. Der Schläger dreht sich in der Hand und der Ball geht irgendwo hin, nur nicht dorthin, wo du ihn haben möchtest.
Ein guter Anhaltspunkt ist eine Skala von 1 bis 10. 1 wäre fast gar kein Druck, 10 wäre maximales Zupacken. Für normale Schläge solltest du bei einer 4 oder 5 landen. Stell dir vor, du hältst ein rohes Ei in der Hand. Fest genug, dass es nicht runterfällt. Locker genug, dass es nicht zerbricht.
Wenn du deinen Griffdruck auch zu Hause trainieren möchtest, ohne dafür auf die Driving Range zu müssen, gibt es praktische Hilfsmittel wie diesen Silverline Swing Trainer*, der dir direktes Feedback zu deiner Griffhaltung und deinem Schwung gibt.

Ist ein Golfhandschuh wichtig?
Ein Golfhandschuh ist für das Golfen tatsächlich ziemlich wichtig. Durch den besseren Grip am Schläger kannst du sicherer deine Golfschwünge ausführen. In aller Regel brauchst du nur einen Golfhandschuh und diesen auf der linken Hand, wenn du Rechtshänder bist.
Dieser kann dich auch vor Reibung schützen und somit Verletzungen an deinen Händen verringern. Als ich angefangen habe Golf zu spielen, habe ich in den ersten Stunden schon viele Reibungen und Blasen an den Händen gehabt, was durch einen Handschuh fast komplett behoben wurde.
Golfschläger richtig halten als Rechtshänder: Schritt für Schritt
Dieser Abschnitt richtet sich speziell an Rechtshänder, denn die überwiegende Mehrheit der Golfer spielt rechtshändig und hat trotzdem oft keine klare Vorstellung davon, wie die einzelnen Schritte beim Greifen korrekt aussehen sollen.
- Halte den Schläger in einem 45-Grad-Winkel vor deinen Körper, die Schlagfläche senkrecht zum Boden.
- Greife mit der linken Hand von der Seite an den Griff, sodass das Griffende auf das Grundglied des linken kleinen Fingers zeigt. Der Schläger liegt in den Grundgliedern von Zeige-, Ring- und Mittelfinger.
- Schließe die Hand und lege den linken Daumen leicht rechts oben auf den Griff. Das „V“ zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt zur rechten Schulter.
- Greife jetzt mit der rechten Hand von unten an den Griff. Beim Overlapping-Griff legt sich der kleine Finger der rechten Hand in die Kuhle zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand.
- Rechter Zeige-, Ring- und Mittelfinger greifen von unten an den Griff, sodass er auch hier in den Grundgliedern liegt. Der rechte Daumen legt sich über den linken.
- Überprüfe beide „V“s: Sie sollten in Richtung deiner rechten Schulter zeigen.
- Kontrolliere deinen Druck: Keine weißen Knöchel, entspannte Unterarme.
Wenn du das regelmäßig mit dem Marker-Trick auf deinem Handschuh kombinierst, den ich weiter oben beschrieben habe, wirst du deinen Griff schnell automatisieren.
Was für Probleme bringt der falsche Griff?
Du solltest deinen Golfball immer mittig mit deinem Golfschläger treffen. Das ist der einzige Weg, konstant in deinem Golfspiel zu sein. Wenn das nicht der Fall ist, dann können viele andere Probleme auftreten.
Wenn du einen falschen Griff an deinem Golfschläger hast, dann kann er konkrete Probleme in deinem Schwung auslösen. Ein zu schwacher Griff öffnet die Schlagfläche im Treffmoment und erzeugt einen Slice, also Bälle, die nach rechts abdriften. Ein zu starker Griff schließt die Schlagfläche und erzeugt einen Hook nach links. Beides kostet dich Weite und Genauigkeit auf dem Platz.
Je länger man mit so einem falschen Griff trainiert, desto mehr brennt sich diese Routine in deinen Kopf ein und desto schwerer wird es auch, diese wieder zu verlernen und eine neue Routine zu lernen. Ein falscher Griff ist übrigens einer der häufigsten Fehler, die Golfanfänger im Schwung machen, über die ich in diesem Artikel noch ausführlicher schreibe.
Gibt es verschiedene Golfgriffe?
Ja, tatsächlich gibt es verschiedene Griffe, die du beim Golfen verwenden kannst. Allerdings fangen alle ziemlich gleich mit dem Grundgriff an und haben oft etwas mit dem Verbinden deiner beiden Hände während des Griffes zu tun.
Es gibt drei Griffe, die sich im Laufe der Zeit durchgesetzt haben:
Der Overlapping-Griff (auch Vardon-Griff genannt) ist der am häufigsten genutzte Griff beim Golfen. Dabei wird der kleine Finger der rechten Hand zwischen den Zeigefinger und den Mittelfinger der linken Hand gelegt. Er gilt als gute Mischung aus Stabilität und Flexibilität.
Der Interlock-Griff ist eine sicherere Alternative. Dabei werden der Zeigefinger der linken Hand und der kleine Finger der rechten Hand miteinander verschränkt. Viele Golfer mit kleineren Händen bevorzugen diesen Griff, da er ein besonders starkes Gefühl der Einheit beider Hände erzeugt.
Der Zehnfinger-Griff (auch Baseball-Griff genannt) ist die einfachste Variante. Hier liegt die rechte Hand direkt auf die linke gesetzt, ohne Überlappung oder Verschränkung. Er wird oft Anfängern und Golfern mit wenig Handkraft empfohlen, weil er intuitiv und unkompliziert ist.
Wann sollte man seinen Golfgriff wechseln?
Ein Punkt, den viele Golfer komplett vergessen: Der Gummigriif an deinem Schläger nutzt sich mit der Zeit ab. Ein abgenutzter Griff verliert seinen Halt, wird hart und rutschig, was dazu führt, dass du automatisch fester zupackst und damit alle Fehler begehst, die ich oben beschrieben habe.
Als Faustregel gilt: einmal pro Saison oder alle 40 Spielrunden. Achte auf deutlichen Abrieb, Verhärtung oder das Gefühl, dass der Schläger beim Schwung leicht aus der Hand rutscht. Wenn du neue Griffe benötigst, findest du bei GolfHouse eine große Auswahl an Ersatzgriffen* in allen Größen und Härten.
Wie nennt man eine Griffhaltung, bei der der kleine Finger über dem der anderen Hand liegt?
Damit ist der Overlapping Grip gemeint, auch als Vardon-Griff bekannt. Dabei wird der kleine Finger der rechten Hand zwischen den Zeigefinger und den Mittelfinger der linken Hand gelegt. Dieser Griff ist tatsächlich der am meisten genutzte Griff beim Golfen weltweit.
Welche Hand ist beim Golf unten?
Bei Rechtshändern greift die rechte Hand von unten an die linke Hand. Bei Linkshändern ist es entsprechend umgekehrt: Die linke Hand greift von unten die rechte. Die obere Hand nennt man Führungshand oder Handschuhhand, sie kontrolliert den Schwung maßgeblich.
Wie hält man den Golfschläger richtig?
Den Golfschläger hältst du richtig, indem du ihn in den Fingern trägst und nicht in der Handfläche. Der Griff liegt in den Grundgliedern von Zeige-, Ring- und Mittelfinger. Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden jeweils ein „V“, das bei Rechtshändern auf die rechte Schulter zeigt. Dein Griffdruck liegt bei einem mittleren Wert, entspannte Arme und Handgelenke sind das Ziel. Welchen Griff du darüber hinaus verwendest, also Overlapping, Interlock oder Baseball, ist dir selbst überlassen und solltest du am besten zusammen mit deinem Pro herausfinden.
Fazit
Wenn du merkst, dass du Probleme mit deinem Schwung hast und deine Golfbälle möglicherweise zu weit oben oder zu seitlich triffst, dann kann dein Golfgriff ein großer Faktor sein. Schaue auf jeden Fall, dass deine Griffhaltung beim Golf optimal ist. Überprüfe die Position des Schlägers in der Hand, die Ausrichtung deiner „V“s und vor allem deinen Griffdruck. Gerade der Griffdruck ist ein Punkt, den die meisten Golfer unterschätzen, weil er nicht sichtbar ist.
Wenn du dir selbst nicht zutraust, das richtig einzuschätzen, würde ich dir empfehlen, mit deinem lokalen Pro zu reden. Dieser wird sofort erkennen können, ob deine Griffhaltung korrekt ist oder ob du hier einen Fehler machst. Vielleicht würde dir dieser auch noch einen anderen Golfgriff zeigen, der besser für dich geeignet ist. Genau solche Kleinigkeiten übersehen viele Golfer auch auf der Driving Range, deshalb lohnt sich manchmal ein Blick auf die unbewussten Fehler dort.
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