Toppen ist einer der häufigsten Fehlschläge im Golf. Der Ball hoppelt flach über den Boden, statt in die Luft zu steigen, und in den Händen spürst du ein hartes Klacken. Das ist vor allem ein Problem von Anfängern, trifft aber auch erfahrene Golfer, wenn der Schwung unter Druck gerät. Die Ursachen sind zum Glück gut bekannt, und mit den richtigen Übungen bekommst du das Problem in den Griff.
Beim Toppen trifft die Unterkante des Schlägers den Ball oberhalb seiner Mitte, sodass er flach über den Boden rollt oder springt. Die häufigsten Ursachen sind ein Aufrichten des Oberkörpers im Abschwung, der Versuch, den Ball in die Luft zu löffeln, ein zu großer Abstand zum Ball und ein Gewicht, das hinten bleibt. Die Lösung ist fast immer dieselbe. Du hältst deine Haltung bis zum Treffmoment, bringst das Gewicht nach vorn und schwingst nach unten durch den Ball.
Was bedeutet Toppen beim Golf?
Toppen bedeutet, dass du den Ball zu hoch triffst. Statt mit der Schlagfläche unterhalb der Ballmitte in Kontakt zu kommen, trifft die Unterkante des Schlägers, die Leading Edge, den Ball oberhalb seines Äquators. Der Loft des Schlägers kann dann nicht wirken, und der Ball startet flach oder wird direkt in den Boden gedrückt.
Eng verwandt ist der dünne Treffer. Hier trifft die Unterkante den Ball knapp unter dem Äquator. Der Ball fliegt zwar, aber zu flach und oft zu weit. Beide Fehler haben die gleichen Ursachen. Das Gegenstück ist der fette Schlag, bei dem der Schläger schon vor dem Ball in den Boden geht.
| Treffer | Treffpunkt | Ballflug |
|---|---|---|
| Getoppt | Unterkante über der Ballmitte | rollt oder springt flach |
| Dünn | Unterkante knapp unter der Ballmitte | sehr flach, oft zu weit |
| Sauber | Ball zuerst, dann Boden | normale Höhe |
| Fett | Boden vor dem Ball | zu kurz, Divot vor dem Ball |
Warum toppst du den Ball?
Die häufigste Ursache ist, dass du dich im Abschwung oder kurz vor dem Treffmoment aufrichtest. Oberkörper, Kopf oder Knie kommen nach oben, und damit wandert auch der tiefste Punkt deines Schwungs nach oben. Oft passiert das, weil man zu früh sehen will, wohin der Ball fliegt. Kennst du das Gefühl, dem Ball schon hinterherzuschauen, bevor du ihn überhaupt getroffen hast?
Viele Anfänger glauben außerdem, sie müssten den Ball in die Luft heben. Das nennt man Löffeln. Sie lassen die Handgelenke im Treffmoment nach vorn klappen und verlagern das Gewicht nach hinten, um unter den Ball zu kommen. Das Ergebnis ist genau das Gegenteil, denn der tiefste Punkt liegt dann hinter dem Ball, der Schläger steigt schon wieder auf und trifft den Ball oben. Den Ball bringt der Loft in die Luft und nicht deine Hände.
Wenn du im Abschwung das Gewicht nicht auf den vorderen Fuß bringst, liegt der tiefste Punkt deines Schwungs ebenfalls hinter dem Ball. Bei Eisenschlägen ist das besonders schädlich, weil du den Ball hier mit einer leicht abwärts gerichteten Bewegung treffen solltest.
Auch verkrampfte Arme können schuld sein. Angespannte Arme und Schultern werden im Abschwung oft kürzer, weil sie sich zusammenziehen. Damit fehlen ein paar Zentimeter, und der Schläger trifft den Ball oben. Hier helfen ein lockerer Griffdruck und entspannte Arme.
Und dann gibt es noch den Abstand und die Ballposition. Wenn du zu weit vom Ball weg stehst oder der Ball zu weit vorn im Stand liegt, erreicht der Schläger ihn erst, wenn er schon wieder nach oben steigt. Du solltest deine Ansprechposition deshalb regelmäßig prüfen, denn kleine Veränderungen schleichen sich unbemerkt ein.
Gerade beim Toppen ist es hilfreich, nach der Runde festzuhalten, mit welchen Schlägern es passiert ist. Toppst du vor allem lange Eisen, Hölzer oder kurze Chips? Das grenzt die Ursache schnell ein. Ich habe „Dein Golf Journal“ genau für solche Notizen nach der Runde entwickelt.
Wie unterscheidet sich das Toppen je nach Schläger?
Beim Eisen soll der Schläger den Ball in der Abwärtsbewegung treffen und danach ein Divot nehmen. Wenn du deine Eisen toppst, liegt der tiefste Punkt fast immer hinter dem Ball. Wie du das sauber hinbekommst, erkläre ich dir im Artikel Eisen gut treffen.
Fairwayholz und Hybrid versuchen viele Golfer vom Boden in die Luft zu heben, und genau dadurch toppen sie diese Schläger. Auch hier gilt, dass du durch den Ball schwingst und der Loft für die Höhe sorgt. Tipps dazu findest du unter Lange Eisen, Hybride und Fairwayhölzer treffen.
Beim Driver triffst du den Ball in der Aufwärtsbewegung vom Tee. Getoppte Drives entstehen meist, wenn der Ball zu niedrig aufgeteet ist oder du dich im Abschwung aufrichtest.
Beim Chippen führt Löffeln besonders schnell zum Toppen. Die Hände bleiben vor dem Ball und das Gewicht vorn. Wie das im Detail aussieht, zeige ich dir im Artikel Wie du jeden Chip konstant triffst.
Welche Übungen helfen gegen das Toppen?
Die bekannteste Übung ist die Handtuch-Übung. Leg ein Handtuch etwa zehn Zentimeter hinter den Ball und triff den Ball, ohne das Handtuch zu berühren. Das zwingt dich, den tiefsten Punkt nach vorn zu bringen. Ähnlich funktioniert eine Linie auf der Range, die du in den Sand oder Rasen ziehst. Wenn du die Bälle direkt davor legst, soll dein Divot vor der Linie beginnen und nicht dahinter.
Für die Gewichtsverlagerung kannst du halbe Schwünge mit dem Eisen 7 machen. Stell dich dafür mit etwa 70 Prozent deines Gewichts auf den vorderen Fuß und schlag, ohne das Gewicht zu verlagern. Schau außerdem nach dem Treffmoment noch kurz auf die Stelle, an der der Ball lag. Das verhindert frühes Aufrichten.
Auch Probeschwünge mit Bodenkontakt helfen. Wenn der Schläger dabei jedes Mal den Rasen streift, bekommst du ein Gefühl für die Höhe deines tiefsten Punkts. Und greif bewusst lockerer, auf einer Skala von eins bis zehn etwa bei vier bis fünf.
Ich würde dir empfehlen, nicht alle Übungen auf einmal zu trainieren. Nimm dir eine Übung pro Trainingseinheit vor und schreib danach auf, wie viele saubere Treffer du hattest. So siehst du, welche Übung dir am meisten bringt.
Welche Fehler machst du beim Korrigieren?
Viele Golfer denken im Schwung an fünf Dinge gleichzeitig, verkrampfen dabei und toppen erst recht. Konzentrier dich lieber auf einen einzigen Gedanken, etwa das Gewicht vorn. Ein ruhiger Kopf ist zwar gut, aber ein starr nach unten gepresster Kopf blockiert die Drehung. Dein Kopf darf sich im Durchschwung ruhig mitdrehen.
Ein häufiger Fehler ist auch, nach einem getoppten Ball den nächsten härter zu schlagen. Dadurch richtest du dich meist noch mehr auf. Das Gleiche gilt, wenn du nur am Ball arbeitest. Toppen entsteht im Schwung, und den Ball weiter nach hinten zu legen, kaschiert das Problem höchstens kurzfristig.
Das bedeutet, dass du Feedback brauchst. Ein Video von der Seite zeigt dir sofort, ob du dich aufrichtest, und ein paar Aufnahmen auf der Range bringen oft mehr als hundert Bälle ohne Kontrolle. Wenn du ein Video gemacht hast, notier dir das Datum und was du gesehen hast. Ein paar Wochen später kannst du dann vergleichen, ob sich etwas verändert hat.
Häufig gestellte Fragen zum Toppen
Was sind die Ursachen für das Toppen von Golfbällen?
Die häufigsten Ursachen sind ein Aufrichten von Oberkörper und Kopf im Abschwung, der Versuch, den Ball in die Luft zu löffeln, ein Gewicht, das auf dem hinteren Fuß bleibt, und angespannte Arme. In allen Fällen liegt der tiefste Punkt des Schwungs zu hoch oder hinter dem Ball.
Wie höre ich auf, den Ball zu toppen?
Halte deine Haltung bis nach dem Treffmoment, bring das Gewicht im Abschwung auf den vorderen Fuß und vertrau dem Loft. Übungen wie das Handtuch hinter dem Ball helfen dir, den tiefsten Punkt nach vorn zu bringen. Wenn das Problem bleibt, lohnt sich eine Stunde bei einem Pro mit Videoanalyse.
Was ist der Unterschied zwischen getoppt und dünn?
Getoppt bedeutet, dass der Schläger den Ball über der Mitte trifft und der Ball rollt oder flach springt. Dünn bedeutet, dass der Treffpunkt knapp unter der Mitte liegt, der Ball also fliegt, aber deutlich zu flach. Beide Fehler haben dieselben Ursachen.
Warum toppe ich nur meine Fairwayhölzer?
Bei Fairwayhölzern versuchen viele Golfer, den Ball vom Boden in die Luft zu heben, weil der Schläger wenig Loft hat. Dadurch verlagern sie das Gewicht nach hinten und treffen den Ball oben. Schwing das Holz flach durch den Ball und vertrau darauf, dass der Schläger den Ball in die Luft bringt.
Zählt ein getoppter Ball als Schlag?
Ja, jeder Schlag, mit dem du den Ball treffen wolltest, zählt, auch wenn der Ball nur ein paar Meter rollt. Selbst ein komplett verfehlter Ball, ein sogenannter Luftschlag, zählt als Schlag.
Fazit
Toppen entsteht, wenn der tiefste Punkt deines Schwungs zu hoch oder hinter dem Ball liegt. Meist steckt dahinter ein Aufrichten im Abschwung, der Versuch, den Ball zu löffeln, oder ein Gewicht, das hinten bleibt. Mit einer ruhigen Haltung, dem Gewicht auf dem vorderen Fuß und Vertrauen in den Loft verschwinden die meisten getoppten Bälle.
Mein Tipp: Trainiere zwei Wochen lang mit dem Handtuch hinter dem Ball und filme dich einmal von der Seite. Wenn du danach immer noch toppst, buch eine Stunde bei deinem lokalen Pro, denn oft ist es ein kleiner Haltungsfehler, den du selbst nicht siehst. Die Grundlagen zum Schwung findest du im Artikel Wie geht der Golfschwung.




