Eisenschläge verbessern: Tipps für gute, mühelose Treffer

Alexander Weber··8 Min Lesezeit
Eisenschläge verbessern: Tipps für gute, mühelose Treffer

Eisen sind im Golf praktisch immer nützlich. Einige Golfer spielen fast nur mit ihren Eisen und einem Putter im Bag. Persönlich würde ich das nicht empfehlen, denn verschiedene Schläger sind für bestimmte Situationen einfach besser geeignet. Wenn du dich mit deinen Eisen aber besonders wohlfühlst, kann das in manchen Situationen trotzdem ein Vorteil sein.

Wenn du deine Eisenschläge beherrschst, fühlt sich die ganze Runde gleich leichter an. Ob Fairway, Rough oder ein kniffliger Annäherungsschlag aufs Grün, konstante Eisenschläge nehmen dir eine Menge Druck von den Schultern. In diesem Artikel gehe ich auf die wichtigsten Punkte ein, die für gute, mühelose Eisenschläge entscheidend sind: von der Ballposition über den richtigen Treffmoment bis zur Ausrichtung der Schlagfläche.

Die optimale Ballposition bei Eisenschlägen

Die Ballposition bei den Eisen wirkt für viele erfahrene Golfer fast schon trivial, doch genau hier passieren immer noch entscheidende Fehler. Sie ist bei den Eisen und bei jedem anderen Schläger die Grundlage für einen guten Schlag, denn ohne die richtige Ballposition hilft dir die beste Schwungtechnik nichts.

Der Ball sollte so liegen, dass dein Schläger ihn genau im richtigen Treffmoment erwischt. Gerade Einsteiger haben hier oft Probleme, weil entweder der Schwung selbst oder der Treffmoment noch nicht sitzt. Deswegen lohnt sich ein genauer Blick auf dieses Detail.

Die Schlagfläche deines Schlägers "öffnet oder schließt" sich im Verlauf des Schwungs, sie zeigt also je nach Zeitpunkt weiter nach innen oder weiter nach außen. Im Treffmoment sollte sie idealerweise neutral stehen. Genau darauf muss deine Ballposition abgestimmt sein.

Die Faustregel: Die Ballposition sollte mittig sein und sich je nach Länge des Schlägers weiter Richtung des vorderen Fußes verschieben. Das bedeutet, sehr mittig liegen Putter, Wedges und kurze Eisen, sehr weit am vorderen Fuß liegt dagegen der Driver. Das siehst du auch an folgender Grafik.

Golf Ballposition Golfforscher

Für den Treffmoment kann ich dir außerdem ein Übungsgerät empfehlen, das dir genau dabei hilft, ihn besser zu verstehen und zu meistern: einen Schwungtrainer, den du auf den Schläger deiner Wahl einstellst. Du schwingst ohne Ball und hörst ein Klacken, sobald der optimale Treffmoment erreicht ist. Kommt das Klacken nicht an der Stelle, an der eigentlich dein Ball liegen würde, weißt du sofort, dass du deinen Schwung nach vorne oder hinten anpassen musst.

Erhältlich ist der Schwungtrainer hier: Schwungtrainer*

Der richtige Treffmoment: Erst der Ball, dann der Boden

Ein Punkt, der bei mühelosen Eisenschlägen oft unterschätzt wird, ist die Reihenfolge im Treffmoment. Mit dem Eisen willst du immer zuerst den Ball und danach den Boden treffen. Der tiefste Punkt deines Schwungbogens liegt also nicht unter dem Ball, sondern ein Stück dahinter, in Richtung deines vorderen Fußes.

Viele Golfer versuchen unbewusst, den Ball mit dem Schlägerkopf "hochzuheben", um ihn in die Luft zu bekommen. Das Ergebnis sind dünne oder fette Schläge, weil der tiefste Punkt des Schwungs dadurch vor den Ball wandert. Der Ball fliegt von selbst nach oben, wenn Loft und Abwärtsbewegung stimmen, du musst also gar nicht "nachhelfen".

Ein gutes Zeichen für einen sauberen Treffmoment ist dein Divot: Er sollte erst nach der Stelle beginnen, an der der Ball lag, nie davor. Wenn du magst, kannst du das mit einem einfachen Trick überprüfen. Lege ein Tee ein bis zwei Handbreit hinter deinem Ball leicht schräg in den Boden und versuche, beim Schwung nur den Ball zu treffen, ohne das Tee zu berühren. Bleibt das Tee stehen, war dein Treffmoment sauber.

Griffposition und Gewichtsverteilung

Genauso wichtig wie der Treffmoment sind deine Griffposition und deine Gewichtsverteilung bei den Eisen. Die Griffposition ist entscheidend für die Kraftübertragung von deinem Körper auf den Schläger und somit auf den Ball. Hier darfst du ruhig etwas herumprobieren, du musst dich mit der Position einfach wohlfühlen, egal ob sie etwas weiter oben oder unten am Griff liegt.

Empfehlen würde ich dir hier, verschiedene Positionen bewusst auszutesten und dabei Notizen zu machen, damit du wirklich reflektierst, was bei dir funktioniert. Dabei kann dir mein Journal "Dein Golf Journal" helfen. Hier kannst du vor jedem Spieltag und auch nach jedem Spieltag aufschreiben, was deine Ziele und Erfolge bzw. Erfahrungen sind. Damit kannst du nachhaltiger und schneller lernen.



Bei der Gewichtsverteilung ist es wichtig, das Grundkonzept zu kennen, denn dieses ist ebenfalls für saubere und mühelose Eisenschläge wichtig. Prinzipiell geht es darum, am Anfang eher das Gewicht etwas mehr auf dem hinteren Bein zu haben und es über die Dauer des Schwungs auf das vordere Bein zu verlagern. Am Ende des Schwungs sollte das volle Gewicht auf dem vorderen Bein sein. Das kannst du auch daran erkennen, dass am Ende des Schwungs die Sohle des Schuhs deines hinteren Fußes zu sehen ist.

Verlagere dein Gewicht ruhig etwas früher und stärker, als du es vielleicht gewohnt bist. Das kann zu einem deutlich besseren Treffmoment führen. Auch hier hilft dir der Schwungtrainer, da du über die Gewichtsverteilung den optimalen Treffmoment gezielt nach hinten oder nach vorne verschieben kannst. Ballposition, Treffmoment und Gewichtsverteilung müssen also aufeinander abgestimmt sein, damit ein Eisenschlag am Ende wirklich mühelos wirkt.

Wie du deine langen Eisen, Hybride und Fairway Hölzer perfekt triffst

Der richtige Abstand zum Ball

Ein Punkt, den viele Golfer bei ihren Eisen unterschätzen, ist der Abstand zum Ball in der Ansprechposition. Stehst du zu nah dran, kommst du dir selbst in die Quere und der Schwung wird eng und steil. Stehst du zu weit weg, musst du dich strecken und verlierst Stabilität und Kontrolle über die Schlagfläche.

Eine einfache Faustregel: Deine Arme sollten im Ansprechen locker und fast gerade von den Schultern herunterhängen. Lege den Daumen an den Griff und strecke die Hand so weit wie möglich aus, sie sollte dabei etwa dein Bein berühren. Passt das, hast du für die meisten Eisen einen guten Ausgangspunkt gefunden.

Ausrichtung der Schlagfläche

Wie schon erklärt, ist die Ausrichtung der Schlagfläche wichtig, um einen sauberen und geraden Eisenschlag auszuführen. Ein zu früher Treffmoment kann eine zu offene Schlagfläche bedeuten, wodurch der Ball zu weit nach rechts fliegt, da die Schlagfläche in offener Position nach rechts zeigt. Genauso kann ein zu später Treffmoment zu einer geschlossenen Schlagfläche führen, was einen Ball zur Folge hat, der zu weit nach links fliegt.

Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass du den Ball so triffst, dass die Schlagfläche eine neutrale Position hat oder nur minimal offen oder geschlossen ist. Auch das richtige Ausrichten von Körper und Schlagfläche zum Ziel hilft dir dabei, diesen Wert konstant zu treffen. Dadurch kannst du gleichmäßig gute Schläge ausführen, welche sich schnell in deinem Spiel bemerkbar machen.

Häufige Fehler bei Eisenschlägen

Zum Schluss noch ein kurzer Überblick über die häufigsten Fehler, die mühelose Eisenschläge verhindern, damit du sie bei dir selbst leichter erkennst:

  • Dünne Schläge: Der Schlägerkopf trifft den Ball zu weit oben, meist weil der Körper im Treffmoment nach hinten kippt oder die Ballposition zu weit vorne liegt.
  • Fette Schläge: Der Schlägerkopf trifft zuerst den Boden, oft ein Zeichen dafür, dass die Gewichtsverlagerung auf das vordere Bein fehlt oder der Treffmoment insgesamt zu früh liegt.
  • Inkonstanter Treffmoment: Wechselt der Treffmoment von Schlag zu Schlag, lohnt sich ein Blick auf Ballposition und Abstand zum Ball, dort liegt meistens die eigentliche Ursache.

Gerade bei langen Eisen fallen diese Fehler noch stärker auf, weil der Schläger länger und der Schwungbogen flacher ist. Merkst du, dass dir speziell die langen Eisen Probleme bereiten, lohnt sich ein Blick auf einen eigenen Ansatz dafür.

Häufig gestellte Fragen zu Eisenschlägen

Wie treffe ich meine Eisen sauberer? Achte auf eine mittige bis leicht vordere Ballposition, verlagere dein Gewicht rechtzeitig aufs vordere Bein und triff zuerst den Ball, dann den Boden. Diese drei Punkte zusammen sorgen für die meisten sauberen Eisenschläge.

Warum fliegt mein Ball beim Eisen oft nach rechts oder links? Das liegt fast immer an der Ausrichtung der Schlagfläche im Treffmoment. Ein zu früher Treffmoment öffnet die Schlagfläche, der Ball fliegt nach rechts, ein zu später Treffmoment schließt sie, der Ball fliegt nach links.

Fazit

Die Schläge mit den Eisen sind eigentlich gar nicht so schwer. Es sind meistens die Grundlagen, an denen es auf Dauer hakt. Wir hätten alle gerne einen Trick, der uns über Nacht besser macht, aber ehrlich gesagt hilft am meisten einfach regelmäßiges Üben.

Beim Eisenschlag kann es schwerfallen, alle Aspekte gleichzeitig im Kopf zu behalten, besonders während des Schwungs selbst solltest du eigentlich gar nicht mehr bewusst nachdenken, sondern deinem Gefühl vertrauen. Geh deshalb einfach jeden Punkt aus diesem Artikel einmal für dich durch und schau, woran du noch arbeiten kannst, um deine Eisenschläge Stück für Stück müheloser zu machen. Am besten übst du dabei nicht nur mit einem Eisen, sondern gehst der Reihe nach durch dein ganzes Eisen-Set, damit sich die Technik bei jedem Schläger gleich gut anfühlt.

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Alexander Weber

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