Für viele Golfer sind die langen Eisen die mit Abstand schwierigsten Schläger in der Tasche. Gemeint sind hier vor allem das Eisen 3, das Eisen 4 und das Eisen 5. Vielleicht gelingen dir an einem Tag richtig gute Schläge damit, und am nächsten Tag klappt gar nichts mehr. Genau dieses Gefühl kennen extrem viele Golfer, und es liegt fast nie an mangelndem Talent, sondern an ein paar sehr konkreten Fehlern in Technik und Ansprechposition. In diesem Artikel gehe ich auf die häufigsten Probleme mit den langen Eisen ein, zeige dir, wie du Schritt für Schritt mehr Länge und Konstanz bekommst, und wann ein Hybrid vielleicht die bessere Wahl für dich ist.
Was ist ein langes Eisen?
Ein langes Eisen beim Golf sind die Eisen 5 bis Eisen 1. Dabei musst du unterscheiden, denn bei den heutigen Lofts kann ein Eisen 6 schon einem Eisen 5 sehr ähnlich sein.
Die langen Eisen werden lange Eisen genannt, weil ihr Schaft umso länger wird, je niedriger ihre Zahl ist. Das bedeutet, ein Eisen 5 ist meist länger als ein Eisen 7. Von Marke zu Marke kann es hier natürlich kleine Unterschiede geben, doch das ist der Regelfall.
Alternativschläger für die langen Eisen sind die Hybrid-Schläger oder die Fairway Hölzer. Welchen Schläger du hier benutzt, hat oft viel mit deinem persönlichen Spielstil zu tun. Falls du unsicher bist, welcher der beiden Schlägertypen besser zu dir passt, findest du in meinem Artikel zum Unterschied zwischen langen Eisen und Hybrid eine ausführliche Einordnung.

Warum sind lange Eisen so schwer zu treffen?
Der Hauptgrund ist simpel: Lange Eisen haben einen längeren Schaft und deutlich weniger Loft als deine kurzen Eisen oder Wedges. Ein längerer Schaft bedeutet automatisch eine größere Schwungbahn und damit mehr Raum für kleine Fehler, die sich am Ballkontakt bemerkbar machen. Weniger Loft wiederum heißt, dass du für einen sauberen, hohen Ballflug eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit brauchst als bei einem Eisen 7 oder 8.
Genau deshalb hast du bei den langen Eisen auch weniger Toleranz für Fehler in der Ansprechposition oder im Tiefpunkt deines Schwungs. Ein Treffer, der beim Eisen 8 noch einen ordentlichen Schlag ergibt, kann beim Eisen 3 schon zu einem Topschlag oder einem dicken Schlag führen. Das ist auch der Grund, warum viele Golfer und sogar einige Turnierspieler die längsten Eisen inzwischen gegen Hybrid-Schläger tauschen.
Was ist die richtige Ansprechposition für lange Eisen?
Wenn deine Schläge mit dem langen Eisen zu tief kommen, denkst du vielleicht, du müsstest den Ball mehr von unten schlagen. Wenn das nicht funktioniert, dann vielleicht weiter von oben. Tatsächlich ist meistens die Ansprechposition für die langen Eisen das eigentliche Problem. Der Schlag sollte sich dabei genauso natürlich anfühlen wie bei jedem anderen Eisen.
Bei einem langen Eisen willst du den Ball nicht mittig vor deinen Beinen haben, sondern etwas mehr in Richtung deines vorderen Beins. Male dir jetzt gedanklich eine Linie etwas hinter dem Ball auf und versuche, diese Linie zu treffen statt den eigentlichen Ball.
Ein zweiter Punkt, den viele Golfer vergessen: Je länger der Schläger, desto breiter sollte auch dein Stand sein. Das gibt dir die nötige Stabilität und Balance während des Schwungs. Zusätzlich hilft eine leicht geneigte Schulterposition dabei, einen weiteren Schwungradius aufzubauen, was wiederum mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit und damit mehr Länge bringt.
Vielen Golfern hilft diese Linie, den richtigen Tiefpunkt des Schwungs zu finden. Sie sollte nicht allzu weit vor dem Golfball liegen, da wir mit den langen Eisen nicht besonders viel Loft zur Verfügung haben.
Wichtig ist, dass du als Golfer nicht noch mehr Loft hinzufügst, indem du versuchst, den Ball von noch weiter unten zu treffen. Das passiert, wenn du dich während des Schwungs nach hinten lehnst, um die Schwungbahn zu verändern. Da wir deine Ansprechposition bereits optimal ausgerichtet haben, führt das nur zu neuen Problemen.
Heutzutage kannst du mit sogenannten Launchmonitoren genau sehen, wie du schlägst und wie gut dein Point of Impact war, teilweise sogar gefilmt. Das heißt, du kannst dir selbst aus einer anderen Perspektive anschauen, wie du den Ball triffst. Dafür kann ich dir folgenden Launchmonitor empfehlen, der auf dem neusten Stand der Technik ist:
Launchmonitor auf GolfHouse.de*
Jetzt heißt es trainieren, damit deine Schläge konstant so gut werden. Arbeite auf der Driving Range am besten mit Markierungen und versuche, diese immer sauber zu treffen. Wenn du das oft genug gespielt hast, gewöhnst du dir automatisch an, den Boden etwas hinter dem Ball zu treffen, und verbesserst damit dein Golfspiel mit den langen Eisen deutlich.

Warum sind meine Schläge mit den langen Eisen zu kurz?
Du hast jetzt alles befolgt, was hier im Artikel steht, und deine Golfbälle fliegen trotzdem kürzer, als du es erwartet hättest. Woran liegt das, und was kannst du jetzt tun? Ein guter erster Schritt ist ein Blick auf die realistischen Schlagweiten für deine Eisen, damit du weißt, welche Weite überhaupt realistisch ist.
Oft liegt es an einem zu langsamen Schwung. Hier hilft es, wenn der Ball etwas höher fliegt und mehr Spin bekommt, um bessere Resultate zu erzielen. Wenn du genau auf dieses Problem stößt, bist du ein guter Kandidat für den Umstieg auf Hybrid-Schläger. Diese liefern dir bei gleichem Spielstil oft die bessere Länge, weil sie dir mehr Verzeihung und eine höhere Flugbahn geben. Die Technik bleibt dabei fast identisch zu den langen Eisen, nur benötigt das Eisen selbst eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit, um die gleiche Länge zu erreichen. Genau deshalb bekommst du mit einem Hybrid oft schneller mehr Länge als mit dem reinen Eisen.
Probiere einfach mal ein paar Hybride aus und schau, ob du damit zufriedener bist, oder kehre wieder zum Eisen zurück. Du kannst durch gezieltes Training auch deine Schlägerkopfgeschwindigkeit erhöhen, wenn dir das lieber ist. Es liegt ganz bei dir, und es lohnt sich immer, deinen lokalen Pro zu fragen, was dieser dir empfehlen würde.
Häufig gestellte Fragen zu langen Eisen
Warum sind lange Eisen so schwer zu treffen? Weil sie einen längeren Schaft und weniger Loft haben als kurze Eisen. Das verlangt mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit und lässt weniger Toleranz für Fehler im Tiefpunkt deines Schwungs.
Sollte ich Eisen 3 und 4 überhaupt in der Tasche haben? Nicht zwingend. Viele Golfer, auch mit niedrigem Handicap, ersetzen diese Schläger heute durch Hybrid-Schläger oder Fairway Hölzer, weil sie leichter zu treffen sind und ähnliche Weiten liefern.
Wie bekomme ich mehr Länge mit meinen langen Eisen? Über eine konstante Ansprechposition, einen breiteren Stand, einen sauberen Tiefpunkt und mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit. Wenn das trotz Training nicht klappt, ist ein Hybrid oft die schnellere Lösung.
Ab welchem Handicap lohnt sich ein Hybrid statt eines langen Eisens? Das hängt weniger vom Handicap als von deiner Schwunggeschwindigkeit ab. Wenn du regelmäßig Probleme hast, das Eisen 4 oder 5 sauber zu treffen, lohnt sich ein Hybrid unabhängig von deinem aktuellen Handicap.
Fazit
Mit diesen Tipps solltest du deine Schläge mit dem langen Eisen deutlich besser hinbekommen und dadurch möglicherweise auch ein besseres Handicap erreichen. Es lohnt sich immer, diese Tipps einmal alleine und einmal mit einem Pro durchzugehen, damit du eine zweite Meinung bekommst und dieser dir andere Fehler aufzeigen kann.
Vielleicht ist aber auch einfach ein Umdenken gefragt, und du solltest in manchen Situationen lieber einen Hybrid-Schläger benutzen statt ein langes Eisen. Ich würde dir hier einfach empfehlen, es auszuprobieren, um herauszufinden, welcher Schläger für dich am besten passt.
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