Viele Golfer stellen sich einfach auf die Driving Range und fangen an, irgendwie ihre Bälle zu schlagen. Manche nehmen nur einen Schläger oder nur zwei aus dem Bag, manche lassen sich mehr Zeit und manche eher weniger. Dabei macht ein strukturiertes Golf Rangetraining den entscheidenden Unterschied. Denn wie in einem Fitnessstudio ergibt es Sinn, einen gewissen Trainingsplan zu verfolgen, an dem du Fortschritte erkennen kannst und sicherstellst, dass du nicht nur ein oder zwei Schläger trainierst, sondern ein volles Programm hast.
Manche Hilfsmittel sind super, allerdings nicht unbedingt notwendig. Dazu gehört ein Launchmonitor. Dieser kann dir Statistiken über deinen Golfschwung geben und somit gute Daten liefern, die du für deine eigene Analyse verwenden kannst. Durch diese Daten kannst du beispielsweise deinen Fortschritt über eine bestimmte Zeit anschauen.
Hierbei verlinke ich dir einen sehr guten Launchmonitor, der auf dem neuesten Stand ist:
Dein Training bringt dir so gut wie gar nichts ohne das nötige Feedback. Es geht nicht darum, wie viel Zeit du hier verwendest, denn die Zeit verläuft nicht gleich wie die Verbesserung.
Deshalb ist es auch sinnvoll, seine Ziele für jede Session vorher aufzuschreiben und nachher zu reflektieren, wie gut diese Ziele erreicht wurden. Ohne dieses Reflektieren wirst du viele deiner Lektionen an jedem Tag vergessen und immer wieder lernen müssen, um diese im Langzeitgedächtnis zu haben. Dafür habe ich „Dein Golf Journal“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Journal, bei dem du vor deinem Spieltag deine Ziele aufschreibst und nachher reflektierst.
Warum strukturiertes Rangetraining entscheidend ist
Wer einfach einen Eimer Bälle kauft und diese ohne Plan herunterschlägt, verschenkt Zeit und Geld. Gutes Rangetraining unterscheidet zwischen zwei Arten von Training: dem Techniktraining, bei dem du bewusst an Bewegungsabläufen arbeitest, und dem Anwendungstraining, bei dem du Spielsituationen vom Platz nachahmst.
Beide Arten gehören zu einer vollständigen Session dazu. Ein häufig empfohlenes Grundprinzip ist außerdem, nicht die gesamte Übungszeit mit langen Bällen zu verbringen. Auch das Kurzspiel mit Chip, Pitch und Putt sollte regelmäßig einen festen Platz in deiner Trainingseinheit haben.
Welche Fehler die meisten Golfer dabei machen, ohne es zu merken, erkläre ich dir in diesem Artikel: Fehler, die du auf der Driving Range unbewusst machst.
Das Aufwärmen
Im optimalen Fall machst du bereits zuhause ein paar dynamische Stretchübungen. Da die meisten Leute allerdings weniger Zeit dafür haben und alles auf dem Golfplatz erledigen wollen, gibt es hier eine Aufwärmübung für dich.
Dafür benötigst du 30 Golfbälle von der Driving Range. Nimm dir hier deine Wedges und versuche, Ziele zu treffen, die nicht sehr weit entfernt sind. Hier sollst du sowohl zwischen den Schlägern als auch zwischen den Zielen rotieren.
Nach jedem Schlag nimmst du deinen Schläger, legst ihn auf deine Brust und kreuzst deine Arme über der Brust. Jetzt führst du eine Schwungbewegung von hinten nach vorne aus. Als nächstes nimmst du den Wedge in beide Hände und beugst dich so weit wie möglich nach vorne, während deine Beine gerade bleiben. Manche können hier bis zum Boden kommen und manche nur bis zu ihren Knien. Die Hauptsache ist, hier alles zu geben. Das sind gute Stretchübungen für den Einstieg ins Rangetraining.
Besonders wichtig beim Aufwärmen sind die Schulter- und Hüftmuskulatur. Bei einem vollständigen Golfschwung werden diese Bereiche stark beansprucht. Wer sie vorher nicht vorbereitet, riskiert Zerrungen. Ein paar Kreisbewegungen mit den Armen und eine leichte Drehung im Oberkörper reichen oft aus, um auch diese Muskelgruppen vorzubereiten. Welche Muskeln beim Golf generell eine wichtige Rolle spielen, erkläre ich hier: Muskeln trainieren für Golf.
Bei den letzten 10 Bällen gehst du deine restlichen Schläger von unten nach oben durch, von Eisen 9 bis zum Driver. Wenn du hier nicht 10 verschiedene Schläger hast, dann kannst du dich auch hoch und dann runter spielen oder die Anzahl der Bälle auf die Anzahl der Schläger anpassen.
Hier geht es erstmal nur darum, dass man die Leichtigkeit und Flexibilität, die man durch die Stretchübungen gewonnen hat, einmal bei jedem Schläger spürt, und nicht darum, jetzt den besten Schlag mit jedem Schläger auszuführen.

Die Hauptübungen
Auf der Driving Range solltest du dir erstmal die Frage stellen, warum du überhaupt da bist. Die Zielsetzung ist wichtig, um Fortschritte zu erkennen und etwas zu haben, auf das man hinarbeitet. Das habe ich ja bereits oben auch schon erwähnt, aber dafür ist ein Golf Journal ebenfalls hilfreich.
Wenn du jetzt keinen Launchmonitor hast, dann ist es sinnvoll, dein Handy zu benutzen, um dich selbst beim Schwung zu filmen. Dadurch hast du auch wieder Feedback von außen, das du für dich nutzen kannst, um besser zu werden. Viele Dinge merkt man am Ball nicht direkt, aber von außen sofort.
Dabei kann ich dir ein kompaktes und doch stabiles Stativ wie dieses hier empfehlen:
Diese Methode gibt dir nicht alle Daten, die du durch einen Launchmonitor bekommen würdest, aber auf jeden Fall mehr als gar keine Informationen.
Jetzt geht es mit dem Training weiter. Du nimmst die nächsten 40 Bälle und schlägst diese in einen Bereich deiner Wahl. Hier geht es darum, ein Ziel anzuvisieren und dieses möglichst gut zu treffen und das immer wieder. Das ist der eher stumpfe Teil des Trainings, denn nur durch das Schlagen bekommen wir ein Gefühl für den richtigen Schwung. Bewerten kannst du deine Schwünge, ob du das Ziel getroffen hast oder nicht. Außerdem kannst du dir dein Video nachher ansehen und schauen, ob du dort Fehler erkennst.
Die Pre-Shot Routine auf der Driving Range
Ein oft unterschätzter Teil des Rangetrainings ist die Schlagroutine. Auf dem Platz hältst du vor jedem Schlag inne, wählst dein Ziel, richtest dich aus und spielst erst dann den Ball. Genau das solltest du auch auf der Range üben.
Teile deine Bälle gedanklich in kleine Gruppen von 3 bis 5 Stück auf. Bevor du eine neue Gruppe anfängst, legst du deine Zielvorgabe fest: Welcher Schläger? Welches Ziel? Welche Flugkurve willst du erreichen? Erst dann schlägst du. Nach jeder Gruppe wechselst du, egal wie die Gruppe gelaufen ist. So trainierst du deine Zielformulierung und Schlagroutine genauso wie auf dem Platz.
Das Kurzspiel nicht vergessen
Ein komplettes Rangetraining endet nicht beim langen Schlag. Das Kurzspiel, also Chippen, Pitchen und Putten, macht auf dem Platz einen großen Teil der gespielten Schläge aus und sollte entsprechend auch im Training eine Rolle spielen.
Wenn du die Möglichkeit hast, nutze nach deiner Range-Session noch 5 bis 10 Minuten auf dem Übungsgrün oder an der Chipping-Area. Schon ein paar gezielt gespielte Chips und Putts verbessern dein Gefühl für das kurze Spiel deutlich. Wie du deinen Golfball perfekt aufs Grün chippst, erkläre ich hier: Golfball perfekt aufs Grün chippen. Und wie du dein Putten sofort verbesserst, findest du in diesem Artikel: Putten sofort verbessern.
Jetzt sollte noch ein weiterer Teil des Trainings folgen, der eher variabel ist. Hier kannst du verschiedene Übungen machen, die von Mal zu Mal variieren. Beispielsweise kannst du einen bestimmten Golfplatz nachspielen. Das bedeutet, dass du genau die Schläger in der richtigen Reihenfolge benutzt, wie du sie auf einer Golfbahn spielen würdest. Ausgenommen ist hier selbstverständlich der Putter.
Dabei haben Launchmonitore auch Modi, um solche Szenarien nachzuspielen oder Ähnliches. Damit kannst du dich etwas aus dem monotonen Schlagen herausbringen, da es auf dem Platz auch nicht möglich ist, einen Schlag immer und immer wieder auszuführen. Es ist sinnvoll, dich etwas in die Stimmung eines richtigen Spiels zu bringen. Dabei kannst du 30 Bälle benutzen.
Hier sollten es immer andere Schläge sein. Beispielsweise kannst du dir auch eine Bahn ausdenken oder Ähnliches, solange du immer einen anderen Schläger in der Hand hast und immer andere Ziele hast. Beispielsweise versuchst du deinen Ballflug zu verändern oder mal einen Pitch und mal einen Chip zu spielen oder Ähnliches. Hier geht es wirklich darum, aus der Komfortzone herauszukommen.
Hierbei ist Feedback ebenfalls wichtig, da du wissen möchtest, ob das reguläre Schlagen mit den Schlägern auch beim immer wechselnden Training eine Verbesserung ausgelöst hat oder nicht.

Typische Fehler im Rangetraining vermeiden
Damit dein Golf Rangetraining wirklich etwas bringt, solltest du diese drei häufigen Fehler kennen:
- Immer denselben Schläger benutzen und nie wechseln
- Zu schnell schlagen, ohne zwischen den Bällen inne zu halten
- Kein Feedback einholen, weder durch Video noch durch Daten
Alle weiteren typischen Fehler, die die meisten Golfer auf der Range machen, ohne es zu bemerken, habe ich hier zusammengefasst: Fehler, die du auf der Driving Range unbewusst machst.
Golf Rangetraining: Dein 60-Minuten-Zeitplan auf einen Blick
Für alle, die eine schnelle Übersicht wollen, hier ist der komplette Trainingsplan zusammengefasst:
| Phase | Zeit | Bälle | Fokus |
|---|---|---|---|
| Aufwärmen | 15 Min. | 30 | Wedges, Stretching, Schlägervarianz |
| Techniktraining | 20 Min. | 40 | Ziel anvisieren, Feedback, Videoanalyse |
| Anwendungstraining | 20 Min. | 30 | Schläger- und Zielwechsel, Pre-Shot Routine |
| Kurzspiel und Reflexion | 5 Min. | nach Bedarf | Chippen oder Putten, Notizen machen |
Fazit
Für diese Trainingseinheit kannst du dir 60 Minuten Zeit lassen oder auch mehr, wenn du dies benötigst. Wenn du dieses Golf Rangetraining regelmäßig ausführst, etwa zweimal pro Woche, wirst du schnell Verbesserungen in deinen Schwüngen merken, und dein Score sollte sich auch nachhaltig verbessern. Der Schlüssel liegt nicht in der Menge der geschlagenen Bälle, sondern in der Qualität und Struktur deines Trainings.
Falls du gerade erst mit dem Golfen anfängst, findest du hier noch weitere hilfreiche Grundlagen: 11 Tipps für Golfanfänger.
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