Golf verbessern ohne Training: 10 Tipps, die sofort wirken

Alexander Weber··10 Min Lesezeit
Golf verbessern ohne Training: 10 Tipps, die sofort wirken

Der einfachste Weg, beim Golfen besser zu werden, ist trainieren und Trainerstunden nehmen. Es gibt allerdings genug Leute, die weder das eine noch das andere machen wollen oder vermögen. Was sagst du aber, wenn ich dir sage, dass du dein Golfspiel ohne Training verbessern kannst? In diesem Artikel zeige ich dir genau, wie das geht.

Diese Tipps kosten dich keine extra Zeit auf der Driving Range und keinen Cent für einen Trainer. Du kannst sie direkt in deiner nächsten Runde umsetzen.

TL;DR: Du kannst dein Golf verbessern ohne Training, indem du auf dem Platz klüger spielst statt nur härter. Aufwärmen, eine feste Routine vor jedem Schlag, bessere Platzstrategie, Fokus auf das kurze Spiel und das aufmerksame Beobachten deiner Flightpartner imstande sein dir locker 4-6 Schläge pro Runde sparen.

1. Sich vor dem Spiel aufwärmen

Eine der einfachsten Methoden, um dein Golfspiel zu verbessern, ohne dafür extra zu trainieren: 5 Minuten vor dem Start aufwärmen. Du bist vielleicht kein Golf-Pro, der stundenlang vor dem Spiel Zeit hat sich vorzubereiten, aber 5 Minuten wirst du sicherlich schaffen.

Dabei kannst du ein paar Schläge auf der Range üben oder gegen ein Netz schlagen, um deinen Körper aufzulockern. Was auch hilft: Nimm zwei ähnlich lange Schläger und führe mit beiden gleichzeitig einen vollen Schwung aus. Mach das 10 Mal und du wirst mit dem Gewicht eines einzelnen Schlägers danach deutlich leichter umgehen vermögen.

Dehnungsübungen mit deinem Golfschläger oder einem Theraband helfen dir des Weiteren dabei. Die ersten Löcher nicht als Warm-up zu verschwenden, sondern direkt mit einem guten Abschlag anzufangen.

Als Beispiel für ein gutes Theraband zum Aufwärmen verlinke ich dir hier eins: Theraband auf GolfHouse.de*

2. Entwickle eine Pre-shot Routine

Das ist einer der größten Hebel, wenn du besser Golf spielen willst, ohne dafür einen einzigen Ball auf der Driving Range zu schlagen. Eine feste Routine vor jedem Schlag klingt banal, macht aber einen riesigen Unterschied.

Stell dich immer zuerst von hinten hinter deinen Ball. Schau auf dein Ziel, such dir einen Zwischenpunkt kurz vor dem Ball auf der Ziellinie und richte deinen Schläger daran aus. Erst dann nimmst du deinen Stand ein. Wer das konsequent macht, vermeidet viele Fehlschläge. Die allein durch schlechtes Ausrichten entstehen, ohne dass mit der Schwungtechnik etwas nicht stimmt.

Du kannst diese Routine übrigens im Garten, auf der Terrasse oder sogar im Flur üben. Kein Golfplatz nötig. Und wenn du erstmal weißt, wie sich richtiges Zielen anfühlt, läuft es auf dem Platz automatisch.

Wer zusätzlich mit Ausrichtungsstäben arbeiten möchte, findet hier eine praktische Trainingshilfe: Toursticks Ausrichtungshilfe auf Golf und Günstig*

3. Spiel mit Platzstrategie statt auf gut Glück

Viele Golfer spielen auf jedem Loch einfach den gleichen Schläger, egal was vor ihnen liegt. Das kostet Schläge, ohne dass die Technik schuld wäre. Golf verbessern ohne Training bedeutet zu einem großen Teil: klüger spielen statt nur härter. Genau darum geht es beim Course Management: Du triffst deine Entscheidungen danach, was am wenigsten schiefgehen kann, nicht danach, was im Idealfall am weitesten fliegt.

Konkret: Wenn vor dir ein Wasserhindernis liegt und du weißt, dass du mit dem Driver dort regelmäßig reinschlägst, dann nimm ein Eisen. Ein sicherer Schlag auf das Fairway ist deutlich mehr wert als ein riskanter Versuch mit Strafschlag-Garantie. Wer des Weiteren weiß, welche Golfregeln er unbewusst bricht, vermeidet zusätzliche Schläge, die nicht sein müssten.

Das Gleiche gilt fürs Grün: Ziel nicht blind auf die Fahne, vor allem wenn sie hinten rechts oder direkt hinter einem Bunker steht. Peil stattdessen die breiteste, sicherste Stelle des Grüns an. Wenn du dir vom Loch aus rückwärts überlegst, wo ein verpasster Schlag am wenigsten wehtut, triffst du automatisch die fehlertolerantere Wahl.

Frag dich vor jedem Schlag: Was ist der sicherste Ort für meinen nächsten Schlag? Nicht: Wie komme ich am weitesten? Das allein kann dir innerhalb einer Runde 3-4 Schläge sparen. Ganz ohne Training.

4. Scorekarte aufteilen

Jetzt geht es darum, wie du deine Runde mental managst. Dafür gibt es eine interessante Methode: Teile deine Scorekarte in 3-Loch-Sektionen auf. Bei 9 Löchern sind das 3 Sektionen, bei 18 Löchern 6 Sektionen. Und du konzentrierst dich immer nur auf die aktuelle Sektion.

Es geht darum, sich kleinere Ziele zu setzen, um diese leichter zu erreichen. Am Loch 1 über Loch 15 nachzudenken bringt dir nichts. Es ist eine mentale Taktik, mit der du dich selbst nicht frustrierst und gleichzeitig fokussierter spielst.

Wenn du deine Runden und Fortschritte über die Zeit hinweg festhalten willst, kannst du das ganz einfach in deinem eigenen Golf Journal tun:

5. Fokussiere dich auf dein kurzes Spiel

Der Großteil deiner Schläge in einer Runde passiert innerhalb von 100 Metern zur Fahne. Putten, Chippen, Pitchen. Und genau hier lassen die meisten Golfer die meisten Schläge liegen.

Du musst dafür nicht auf der Range stehen. Schau beim nächsten Mal auf dem Grün einfach aufmerksamer hin, wie das Grün liegt. Beobachte, wie dein Flightpartner puttet und wo der Ball seine Kurve nimmt. Das ist kostenloses Lernen in Echtzeit. Wie du dein Putten sofort verbesserst habe ich dir in einem separaten Artikel genauer erklärt.

Auch rund ums Grün kannst du ohne Training sofort sicherer spielen: Greif nicht bei jedem Ball automatisch zum Wedge für einen hohen Schlag. Ein flacher Chip & Run, bei dem der Ball früh aufsetzt und über den Boden zur Fahne rollt, ist deutlich fehlertoleranter als ein hoher Pitch, der perfekt getroffen werden muss. Ein paar konkrete Tipps für deine Chips findest du in einem weiteren Artikel von mir.

Wenn du zuhause ein bisschen Gefühl für kurze Putts entwickeln möchtest, kann eine Puttingmatte dabei helfen, ohne dass du dafür extra auf den Platz musst: Golf Puttingmatte auf Golf und Günstig*



6. Akzeptanz mitbringen

Golf ist ein schwerer Sport. Selbst professionelle Golfer haben schlechte Schläge, und so wirst du sie auch haben. Du darfst dich aber nicht durch einzelne schlechte Schläge aus der Fassung bringen lassen. Je schneller du über einen schlechten Schlag hinwegkommst, desto besser wird potenziell dein nächster. Wer frustriert ist, spielt in der Regel schlechter, nicht besser.

Eine einfache Methode. Die ganz ohne Training funktioniert: Nach einem schlechten Schlag einmal bewusst tief durchatmen, den Schläger wegstecken und dich neu auf den nächsten Schlag ausrichten, statt den letzten gedanklich weiterzuspielen. Diese kurze Pause reicht oft schon, damit sich der Ärger nicht in deinen nächsten Schwung überträgt.

Wer besser Golf spielen will, fängt damit bereits am ersten Abschlag an: Sei dir bewusst, dass heute nicht alle Schläge gut laufen werden. Das spart dir eine frustrierende Runde und mehr schlechte Schläge, als du eigentlich geschlagen hättest.

Die 5 Fähigkeiten, die ein guter Golfer beherrschen sollte, haben übrigens alle etwas mit diesem mentalen Aspekt zu tun. Wenn du dein mentales Training noch etwas vertiefen willst, lohnt sich auch dieser Artikel.

7. Behalte deinen Ball im Auge

Es gibt extrem viele Golfer. Die einen Abschlag nicht gerade schlagen und ihren Ball danach aus den Augen verlieren. Wenn das passiert, hast du fast keine Chance mehr, diesen Ball wiederzufinden. Selbst mit Markierung und Ansage wird es schwer, wenn du nicht genau sagen kannst, wo der Ball heruntergekommen ist.

Viele Golfer drehen sich direkt nach einem schlechten Schlag um und halten sich die Hand vor die Augen. Diese Golfer haben eigentlich keine Chance mehr, diesen Ball zu finden. besonders bei weiten Schlägen, die nicht gerade fliegen, ist es bedeutend, den Ball im Auge zu behalten, um Strafschläge zu vermeiden. Wenn der Ball auf eine andere Bahn fliegt, muss zudem sofort „Fore!" gerufen werden.

8. Reinige deinen Schläger

Wenn du tief in den Boden eingeschlagen hast oder dein Schläger nach einem Bunker-Shot voller Sand steckt, dann steck ihn nicht einfach weg. Stell sicher, dass die Rillen sauber und der Schläger trocken sind, bevor du den nächsten Schlag machst. Wenn du das nicht tust, wirst du für den Rest des Spiels mit diesem Schläger kürzere, unkontrolliertere und einfach schlechtere Schläge ausführen.

Diese 2 Minuten auf dem Platz imstande sein dir über eine ganze Runde mehrere Schläge einsparen. Einmal mit einem Tuch abreiben reicht meistens nicht: Besorg dir eine kleine Bürste zum Mitnehmen, damit auch tief sitzender Dreck in den Rillen rauskommt.

Ein gutes Beispiel für eine kompakte Bürste mit gutem Griff findest du hier: Bürste auf GolfHouse.de*

9. Lerne von deinen Flightpartnern

Wenn deine Flightpartner einen Schlag vor dir dran sind, dann schau aufmerksam zu, wie sie schlagen und wo der Ball landet. Wenn ihr ähnlich weit schlagt, kannst du wertvolle Informationen daraus ziehen: Wie beeinflusst der Wind heute den Ball? Solltest du vielleicht einen anderen Schläger nehmen?

Du kannst darüber hinaus beobachten, wie Leute in deinem Flight mit Schlägen umgehen. Die du als schwierig empfindest. Vielleicht fällt dir dabei etwas auf, was du nicht machst oder anders machst. Es hat keine Nachteile, aufmerksam zuzuschauen, vor allem wenn deine Flightpartner ein bisschen besser spielen als du.

Das Gleiche gilt auf dem Grün: Nutze die Zeit, in der du auf deinen Schlag wartest, um das Grün zu lesen. Wer schaut, wie der Ball des Vorderspielers rollt, hat schon mehr Informationen als jemand, der einfach drauflosputtet.

10. Spiel mit besseren Golfspielern

Versuche so oft wie möglich mit besseren Spielern zu spielen. Lass dich von ihnen nicht einschüchtern, sondern versuche bei jeder Runde so viel wie möglich mitzunehmen. Jeder Spieler hat besondere Stärken, von denen du dir etwas abschauen kannst.

Wie verhält sich so ein besserer Spieler auf dem Golfplatz? Wie geht er mental mit schlechten Schlägen um? Wie trifft er seine Schlägerwahl? Das sind alles Dinge, die du dir kostenlos und ohne Training abschauen kannst. Und du wirst sehen: Auch gute Golfer treffen keine perfekten Schläge. Das allein kann helfen, deine eigenen Erwartungen etwas herunterzuschrauben.

Fazit

Nicht jeder dieser Tipps wird dir sofort dabei helfen, dein Golfspiel zu verbessern, aber wenn du alle konsequent anwendest und das vorher nicht getan hast, dann kannst du gut und gerne 4-6 Schläge pro Runde einsparen. Dafür. Dass du dafür kein Training benötigst, ist das außerordentlich viel.

Golf verbessern ohne Training funktioniert vor allem über den Kopf und über das bewusste Spielen. Klügere Entscheidungen, eine feste Routine, saubere Ausrüstung und aufmerksames Beobachten sind deine wichtigsten Werkzeuge.

Wenn du zusätzlich noch etwas zuhause üben möchtest, ohne extra auf den Platz zu fahren, zeige ich dir in einem separaten Artikel, wie du dein Golfspiel zuhause verbessern kannst.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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