Ganz gleich, ob du Golf-Anfänger oder alter Hase bist, dein Handicap macht dich nie richtig glücklich. Man hat ständig das Gefühl, es könnte noch besser sein. Ein bisschen mehr Training, ein paar Pro-Stunden oder einfach ein paar gute Tage, und schon wäre es top.
Doch ist es wirklich möglich, sein Handicap über ein Wochenende zu verbessern?
Ja, es gibt tatsächlich Anbieter für Intensivkurse zur Verbesserung deines Golfhandicaps. Hier nimmt sich eine kleine Gruppe von morgens bis abends Zeit, um deine Schwächen zu erkennen und gezielt zu minimieren. Genauso kannst du mit Pro-Stunden, cleverem Training oder Übungsequipment für zuhause an einem Wochenende spürbare Fortschritte machen.
Der Intensivkurs ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit. Hier stelle ich dir diverse Wege vor, wie du an einem Wochenende dein Handicap im Golf verbessern kannst, was das realistisch kostet und was du dabei über EDS-Runden wissen solltest.
Golfintensivkurs am Wochenende
Die einfachste, zwar gleichzeitig auch teuerste Möglichkeit ist der Golfintensivkurs übers Wochenende. Meist trifft sich hier eine kleine Gruppe an Spielern mit einem Golf Pro, der genau diese Schwächen erkennt. Viele Leute reisen dafür auch weiter an und nehmen sich ein Hotel, ähnlich wie bei einem Wochenendkurs für die Platzreife.
Hierbei wird meist von vormittags bis in den späten Nachmittag Golf gespielt. Dabei versucht der Pro ganz insbesondere, von jedem Teilnehmer die verschiedenen Schwächen zu erkennen, um diese über das Wochenende zu verbessern. Manche Anbieter setzen dafür sogar Videoanalyse oder einen Launch Monitor ein, um deinen Schwung ganz genau zu vermessen.
Preislich musst du hier mit einer größeren Spanne rechnen. Reine Kompaktkurse übers Wochenende starten bei etwa 150 bis 200 Euro, Premium-Angebote mit voller Betreuung, Greenfees und einer abschließenden EDS-Runde vermögen auch 700 bis 800 Euro kosten. Wird der Kurs mit Übernachtung, Halbpension oder Wellness kombiniert, landest du schnell im oberen Bereich dieser Spanne.
Es gibt viele verschiedene Angebote von verschiedenen Firmen in diesem Segment. Ich würde hier empfehlen, über Google nach Anbietern in deiner Nähe zu suchen und die Preise sowie den genauen Leistungsumfang zu vergleichen. Achte dabei insbesondere darauf, ob eine EDS-Runde zur Handicap-Bestätigung schon im Preis enthalten ist, denn sonst brauchst du die im Anschluss ohnehin noch.
Was für dein Handicap eigentlich zählt
Ein Wochenende voller Training bringt dir für dein Handicap allein noch nichts. Damit sich dein Handicap wirklich verbessert, muss eine gespielte Runde offiziell gewertet werden, entweder als Turnierrunde oder als sogenannte EDS-Runde (Extra Day Score). Das gilt für den Intensivkurs genauso wie für die Pro-Stunde oder das Training zuhause.
Wie das Handicap-System genau funktioniert und was ein gutes Handicap überhaupt ausmacht, erkläre ich dir ausführlicher in meinem Artikel über das Golf Handicap. Wenn du deine EDS-Runden und Fortschritte übrigens gerne übersichtlich festhalten möchtest, lohnt sich dafür auch ein Blick in mein Golf Journal.
Pro-Stunden mit Driving Range
Du kannst natürlich auch schauen, ob du in deinem eigenen Club einfach ein paar Pro-Stunden nutzt. Der Vorteil hier ist, dass der Pro sich ausschließlich auf dich konzentriert und so schneller und effektiver deine Fehler erkennen und durch gezielte Übungen verbessern kann. Hier reichen vielleicht auch schon weniger Stunden als bei einem ganzen Wochenende, um Übungen auf der Driving Range auszuführen und dein Spiel effektiv zu verbessern.
Natürlich kannst du dein Handicap dann auch in einer EDS-Runde tatsächlich verbessern, nachdem du deine Fehler erkannt hast und wirklich nachhaltig an diesen auf der Driving Range oder dem Platz gearbeitet hast. So eine EDS-Runde würdest du allerdings auch in dem Szenario mit dem Golfintensivkurs brauchen.
Übungsequipment für Zuhause
Du kannst auch versuchen, dein Golfspiel von zuhause aus zu verbessern. Das ist wahrscheinlich die günstigste dieser Alternativen. Um dein Handicap zu verbessern, musst du natürlich trotzdem EDS-Runden spielen oder an einem Turnier teilnehmen.
Eines der wenigen Übungsgeräte, das ich schon von Pro’s empfohlen bekommen habe, ist ein sogenannter „Schwung-Trainer“. Mit diesem kannst du zuhause deinen Golfschwung ohne Ball üben und somit auch nicht deinen Wohnbereich demolieren. Wie gut dein Schwung war, wird rein durch Geräusche mitgeteilt. Hierbei kannst du auch einstellen, welchen Schwung du trainieren möchtest.
Ich verlinke dir den Schwung-Trainer einmal hier: Schwung-Trainer auf GolfHouse.de*
Wie realistisch ist eine Verbesserung an einem Wochenende?
Hier sollte ich ehrlich sein: Wie viele Schläge du an einem Wochenende tatsächlich rausholst, hängt stark von deinem aktuellen Handicap und deinen Schwächen ab. Wer noch ein hohes Handicap spielt, findet in kurzer Zeit meist die größten Stellschrauben, etwa im kurzen Spiel oder beim Putten. Wer schon einstellig spielt, wird an einem einzigen Wochenende selten riesige Sprünge machen.
Ein Wochenende reicht also aus, um wichtiges Feedback zu bekommen und deine größten Baustellen zu erkennen. Damit sich das dauerhaft in deinem Handicap niederschlägt, brauchst du danach dennoch noch etwas Übung und ein paar gute Runden.
Häufig gestellte Fragen
Kann man sein Handicap wirklich an einem Wochenende verbessern?
Ja, zumindest die Grundlage dafür. Ein Wochenende reicht, um deine größten Schwächen zu erkennen und erste Fortschritte zu machen. Damit sich das offiziell in deinem Handicap zeigt, brauchst du im Anschluss noch eine gewertete EDS-Runde oder eine Turnierrunde.
Was kostet ein Golf-Intensivkurs am Wochenende?
Je nach Anbieter und Umfang liegen die Preise zwischen etwa 150 und 800 Euro. Kompaktkurse ohne Übernachtung sind günstiger, Angebote mit Hotel, Halbpension und Videoanalyse deutlich teurer.
Was ist eine EDS-Runde?
EDS steht für Extra Day Score. Das ist eine offiziell registrierte Einzelrunde, die zusätzlich zu Turnieren für dein Handicap zählt. Ohne eine solche Runde ändert sich dein Handicap nicht, egal wie viel du vorher trainiert hast.
Wenn dir ein Wochenende zu wenig ist und du dein Handicap dauerhaft senken willst, findest du in meinem großen Handicap-Ratgeber noch mehr Tipps für die Langstrecke.
Fazit
Um sein Handicap zu verbessern, braucht man Feedback zu seinen aktuellen Techniken und eine Anleitung, wie man diese verbessern kann. Dafür ist die beste Wahl immer ein Golf Pro, der sich erwiesenermaßen mit den Techniken des Golfspielens sehr gut auskennt. Als Alternative für zuhause vermögen zwar auch Helfer wie ein Schwung-Trainer dabei helfen, offensichtliche Schwungprobleme zu beseitigen und im nächsten Spiel eine erheblich bessere Leistung zu erzielen. Am Ende zählt aber immer die EDS-Runde, die du nach deinem Trainingswochenende auch wirklich spielst.
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