Jeder Golfer, der die Platzreife bestanden hat, startet mit einem Handicap von 54. Aber ab wann gilt man eigentlich als guter Golfer, und was ist ein gutes Handicap beim Golf?
Kurz zusammengefasst: Ein gutes Handicap beim Golf liegt für Amateure bei unter 20. Wer unter 10 kommt, hat ein Single Handicap und gehört damit zu den besten 5 % aller Spieler in Deutschland. Das durchschnittliche Handicap der Herren liegt in Deutschland bei rund 26, bei den Damen bei rund 34.
Was ist ein gutes Handicap beim Golf?
Objektiv bist du schon gut, wenn du ein überdurchschnittliches Handicap hast. Aber der Vergleichswert hängt davon ab, mit wem du dich misst. Wer gerade erst angefangen hat, findet ein Handicap von 36 fantastisch. Wer seit Jahren spielt, will das natürlich unterbieten.
Wer ein Handicap unter 20 hat, gehört in Deutschland bereits zu den besseren Amateurgolfern. Das klingt erst mal niedrig angesetzt, aber schau dir die Verteilung weiter unten an, dann wird schnell klar, warum das stimmt.
Mehr zum grundlegenden Aufbau des Handicap-Systems findest du in unserem Handicap-Glossar.

Wie wird das Handicap überhaupt berechnet?
Bevor du deinen eigenen Wert richtig einordnen kannst, hilft ein kurzer Blick auf die Berechnung. Seit 2020 gilt in Deutschland und in 119 weiteren Ländern das World Handicap System (WHS), das die vorher getrennten nationalen Systeme abgelöst hat.
Für die Berechnung zählen deine besten acht Ergebnisse aus den letzten 20 Runden. Jede Runde wird dabei über die Course Rating und die Slope Rating des jeweiligen Platzes eingeordnet, denn ein schwerer Platz darf dein Handicap nicht schlechter aussehen lassen als ein leichter. Aus diesen Werten ergibt sich pro Runde eine sogenannte Score Differential, aus der am Ende dein Handicap-Index berechnet wird.
Damit sich dein Handicap überhaupt bewegt, musst du sogenannte handicaprelevante Runden spielen, also Turniere oder registrierte Privatrunden (RPR). Eine entspannte Feierabendrunde ohne Zählkarte zählt hier nicht. Wenn du deine Ergebnisse ohnehin festhalten willst, lohnt sich auch ein Blick auf unseren Stableford-Rechner, mit dem du deine Punkte direkt nachvollziehen kannst.
Handicap-Kategorien: Von Stammvorgabe bis Plus Handicap
Nicht jedes Handicap ist gleich. Im deutschen Golfsystem gibt es klare Kategorien, die dir helfen, deinen Stand einzuschätzen.
Stammvorgabe (Handicap 54 bis 37): Das ist der Einstiegsbereich. Spieler mit Stammvorgabe können ihr Handicap durch gute Runden nur verbessern, nicht verschlechtern. Das soll Anfängern helfen, schnell Erfolgserlebnisse zu sammeln.
Clubvorgabe (Handicap 36 bis 0): Ab hier wird es ernst. Wer die Clubvorgabe erreicht hat, muss nach einer schlechten Runde auch ein schlechteres Handicap hinnehmen. Das Spiel hat ab diesem Punkt deutlich mehr Konsequenzen.
Single Handicap (unter 10): Ein einstelliges Handicap ist das, wovon viele träumen. Mit einem Single Handicap gehörst du zu den besten 5 % der Golfer in Deutschland.
Bogeygolfer (um 18): Wer ein Handicap von etwa 18 spielt, gilt als klassischer Bogeygolfer, also jemand, der die meisten Löcher mit einem Schlag über Par beendet. Das klingt bescheiden, reicht aber bei den Damen bereits für die Top 10 % und bei den Herren für die Top 20 %.
Scratch Handicap (um 0): Wer mit Handicap 0 spielt, absolviert einen Par-72-Platz theoretisch mit genau 72 Schlägen. Das schaffen nur sehr wenige Amateurgolfer.
Plus Handicap (besser als 0): Wer ein Plus Handicap hat, also etwa +1 oder +2, spielt regelmäßig besser als Par. Hier trennt sich die Amateur-Elite von allen anderen. Der Weg zum Profi-Golf ist dann nicht mehr weit.
Golf Handicap Verteilung in Deutschland
Um den Durchschnitt richtig einordnen zu vermögen, lohnt sich ein Blick auf die Verteilung aller Handicaps in Deutschland. Die folgende Tabelle zeigt, wo die meisten Golfer stehen:
| Handicap | Damen | Herren |
|---|---|---|
| bis 4,4 | 0,6 % | 1,5 % |
| 4,5 – 11,4 | 1,9 % | 6,0 % |
| 11,5 – 18,4 | 6,8 % | 14,1 % |
| 18,5 – 26,4 | 16,8 % | 21,6 % |
| 26,5 – 36 | 38,0 % | 28,0 % |
| 36,1 – 54 | 7,5 % | 6,5 % |
| Sonstige | 28,5 % | 22,3 % |
Quelle: Golfmarktbericht (Sommerfeld AG)
Was sofort auffällt: Der größte Anteil der Spieler liegt bei Damen und Herren zwischen Handicap 26,5 und 36. Wer ein Handicap von 18 hat, zählt bei den Damen bereits zu den Top 10 % und bei den Herren zu den Top 20 %. Mit einem Handicap unter 11 gehörst du sogar zu den besten 5 % der Herren und zu den besten 2 % der Damen.
Der Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich auch bei den Spitzenwerten: Rund 7 % der Herren spielen mit einem Handicap unter 11,4, bei den Damen sind es nur etwa 2 %. Dafür ist die höchste Handicapklasse bei den Damen deutlich stärker besetzt als bei den Herren.
Unter "Sonstige" fallen alle Spieler. Die ihr Handicap aktuell ruhen lassen oder noch kein offizielles Handicap führen. Das betrifft einen überraschend großen Teil aller Mitglieder im Deutschen Golf Verband.
Die meisten Golfer wollen ihr Handicap natürlich weiter verbessern, weshalb Artikel wie Wie man sein Golf Handicap an einem Wochenende verbessert so beliebt sind.
Was ist das durchschnittliche Handicap beim Golf?
Anhand der Tabelle lässt sich das gut ablesen. Das durchschnittliche Handicap der Damen in Deutschland liegt ungefähr zwischen 26 und 36. Bei den Herren liegt es zwischen 20 und 26. Die Herren spielen im Schnitt etwas besser.
Interessant ist auch der internationale Vergleich. Laut England Golf liegt der durchschnittliche Handicap-Index bei Herren in England bei rund 17, bei Damen bei rund 27. In den USA spielen Herren im Schnitt mit rund 14. Das zeigt: Wer in Deutschland ein Handicap unter 20 hat, liegt nicht nur hierzulande gut im Bereich, sondern auch im internationalen Vergleich klar über dem Durchschnitt.
Was ist das beste Handicap beim Golf?
Nach unten ist die Skala bei 0 aber nicht zu Ende. Wer regelmäßig besser als Par spielt, bekommt ein Plus Handicap, also einen negativen Wert wie +1 oder +2. Das beste Handicap. Das ein Amateur erreichen kann, gibt es formal gar nicht, denn nach oben hin ist die Leistung offen.
In der Praxis bewegen sich selbst die stärksten Amateure weltweit meist im Bereich von +3 bis +5. Ein solcher Wert bedeutet, dass jemand auf einem durchschnittlichen Platz im Schnitt drei bis fünf Schläge besser spielt als Par, und das über viele Runden hinweg. Das schaffen nur eine Handvoll Spieler pro Golfclub, oft genau die, die später den Sprung ins Profilager wagen.
Wenn du selbst wissen willst, wie du in Richtung eines besseren Handicaps kommst, findest du im Abschnitt weiter unten konkrete Ansatzpunkte.
Welches Handicap hat ein guter Golfer?
Ein guter Golfer ist jemand mit einem Handicap unter 20. Das ist schon klar überdurchschnittlich. Ein sehr guter Amateurgolfer hat ein Single Handicap, also unter 10. Wer ein Scratch Handicap von 0 erreicht, ist auf einem Niveau, das nur die allerbesten Amateure schaffen.
Für einen Anfänger ist natürlich schon ein Handicap von 36 ein tolles Ergebnis. Der Maßstab verschiebt sich mit der Erfahrung, und das ist auch völlig normal.
Welches Handicap haben Golf-Profis?
Viele denken, Profis hätten das niedrigste Handicap aller. Das stimmt nur halb. Als Golf-Profi gibst du dein Handicap komplett ab.
Bevor das möglich ist, muss ein bestimmtes Niveau erreicht werden. Um von der PGA of Germany als Berufsgolfer anerkannt zu werden, braucht man ein Handicap von 0. Bei Frauen und Senioren sind 2 erlaubt.
Man unterscheidet des Weiteren zwischen Playing Pro und Teaching Pro. Der Playing Pro verdient sein Geld durch das Spielen, etwa auf der DP World Tour oder durch Sponsorings. Der Teaching Pro ist Golflehrer und macht dafür eine dreijährige Ausbildung bei der PGA. Wie der Weg dahin im Detail aussieht, liest du in Wie wird man Golfprofi.
Handicap als Maß aller Dinge?
Das Handicap ist die Zahl, mit der sich alle messen. Aber wie aussagekräftig ist sie wirklich?
Dein Handicap verbesserst du nur bei Turnieren oder auf offiziellen Handicap-relevanten Runden (früher EDS-Runden). Wer das selten spielt, kann im Alltag erheblich besser sein als jemand mit einem niedrigeren Handicap.
Ein niedriges Handicap zeigt oft auch. Dass jemand viele Turniere gespielt hat, denn im Turnier kann sich das Handicap innerhalb der Stammvorgabe nur verbessern, nicht verschlechtern. Das verzerrt den Vergleich manchmal ein wenig.
Wie kannst du dein Handicap verbessern?
Wenn du weißt, wo du stehst, willst du natürlich auch wissen, wie es weitergeht. Das Wichtigste zuerst: Turniere oder Handicap-relevante Runden sind der einzige Weg, dein Handicap offiziell zu senken.
Darüber hinaus hilft strategisches Spielen mehr als pures Techniktraining. Wer jeden Schlag plant, Distanzen kennt und Risiken vermeidet, spart mehr Schläge als durch stundenlanges Schleudern auf der Driving Range. Was dabei wirklich den größten Unterschied macht, erkläre ich ausführlich in Der wichtigste Faktor für ein niedrigeres Handicap.
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Welche Fähigkeiten dein Handicap wirklich voranbringen, erkläre ich ausführlich hier: 5 Fähigkeiten, die ein guter Golfer beherrschen sollte
Wenn du deine Fortschritte auch sauber festhalten willst, hilft dir dabei ein Blick in dein eigenes Golf Journal.
Häufige Fragen zum Handicap beim Golf
Was gilt als gutes Handicap beim Golf?
Ein gutes Handicap beim Golf liegt für Amateure bei unter 20. Das ist bereits klar überdurchschnittlich. Wer unter 10 kommt, hat ein Single Handicap und gehört zu den besten 5 % aller Golfer in Deutschland.
Was ist ein Single Handicap?
Ein Single Handicap bedeutet, dass dein Handicap einstellig ist, also zwischen 1 und 9 liegt. Das ist ein sehr gutes Niveau. Das nur ein kleiner Teil der Amateurgolfer erreicht.
Was ist ein Scratch Handicap?
Wer ein Scratch Handicap hat, spielt mit einem Handicap von 0. Das bedeutet, eine Runde auf einem Par-72-Platz mit genau 72 Schlägen zu beenden. Dieses Niveau schaffen nur die allerbesten Amateurgolfer.
Was ist das beste Handicap, das man erreichen kann?
Nach oben ist die Skala offen. Wer besser als Scratch spielt, bekommt ein Plus Handicap wie +1 oder +2. Selbst die stärksten Amateure weltweit bewegen sich meist im Bereich von +3 bis +5, mehr schaffen nur ganz wenige Spieler kurz vor dem Sprung ins Profilager.
Was ist das durchschnittliche Handicap in Deutschland?
Bei Herren liegt das durchschnittliche Handicap in Deutschland ungefähr zwischen 20 und 26. Bei Damen liegt es zwischen 26 und 36.
Ab welchem Handicap gilt man als Golf-Profi?
Golf-Profis haben kein Handicap mehr. Bevor jemand den Profi-Status bei der PGA of Germany erhält, muss er ein Handicap von 0 erreicht haben.
Fazit
Auch wenn du vielleicht noch weit von einem Single Handicap entfernt bist, solltest du dir durch die Tabelle bewusst machen, wo du wirklich stehst. Viele Golfer sind schon besser als der Durchschnitt, ohne es zu wissen.
Das Handicap ist ein gutes Werkzeug zur Einordnung, aber kein Urteil über dich als Golfer. Wer regelmäßig spielt, Turniere mitnimmt und an seiner Spieltaktik arbeitet, wird es mit der Zeit ganz automatisch verbessern. Mehr Tipps dazu findest du auch im Artikel So verbesserst du dein Golf Handicap.
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