Golfprofi werden: Der Weg vom Hobbygolfer zum Profigolfer

Alexander Weber··12 Min Lesezeit
Golfprofi werden: Der Weg vom Hobbygolfer zum Profigolfer

Golf ist ein Sport, den wirklich jeder spielen kann, egal wie alt man ist oder wie gut man spielt. Manche machen es nur zum Spaß, doch andere gehen richtig aufs Ganze und werden Profigolfer. Bei den Profis gibt es aber Unterschiede: Es gibt Playing Pros und Teaching Pros.

Die Unterscheidung zwischen den beiden ist entscheidend, wenn du in die Welt des Profigolfs einsteigen möchtest. Genauso bedeutend ist es, den Unterschied zwischen einem Hobbyspieler und einem echten Profigolfer zu kennen, bevor du dir Gedanken über deinen eigenen Weg machst.

Um als Playing Pro bei der PGA of Germany anerkannt zu werden, brauchst du eine Stammvorgabe von 0 oder besser, bei Damen und Senioren reicht -2. Für den Einstieg in die Teaching-Pro-Ausbildung genügt dagegen ein Handicap von 18,4, das du bis zum Start der eigentlichen Modulausbildung auf unter 12,4 verbessern musst.

In diesem Artikel gehe ich auf den bestmöglichen Weg ein, den du nehmen kannst, um Golfprofi zu werden, inklusive der aktuellen Voraussetzungen, dem Ablauf der PGA-Ausbildung und dem, was am Ende wirklich dabei herausspringt.

Das Wichtigste in Kürze

Bevor wir ins Detail gehen, hier die Fakten, auf die es ankommt:

✓ Playing Pro: Stammvorgabe 0 oder besser (Damen/Senioren -2), Mindestalter 18 Jahre ✓ Teaching Pro: PGA-Ausbildung über PreCourse, Modul I und Modul II, insgesamt rund 3 Jahre ✓ Einstieg PreCourse: Handicap 18,4, Mindestalter 16 Jahre ✓ Kosten: PreCourse ab ca. 1.180 Euro, Modulausbildung mit rund 3.500 Euro pro Jahr ✓ Verdienst: Club-Pro ca. 53.000 bis 58.000 Euro im Jahr, Tour-Pro lebt von Preisgeld und Sponsoring

Was ist ein Hobbygolfer?

Ein Hobbygolfer ist jemand, der in seiner Freizeit und zum Vergnügen Golf spielt, während ein Profigolfer seinen Lebensunterhalt mit dem Golfsport verdient, entweder durch Turniergewinne oder durch das Anbieten von Golfstunden und Kursen.

Hobbygolfer spielen in der Regel am Wochenende oder in ihrer Freizeit, während Profigolfer jeden Tag stundenlang trainieren und regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen.

Was ist ein Playing Pro?

Ein Playing Pro ist ein Golfprofi, der an Turnieren teilnimmt und von seinen Gewinnen lebt. Diese Golfer konzentrieren sich darauf, Turniere zu gewinnen und ihre Fähigkeiten stetig zu verbessern. Sie haben oft einen strengen Trainingsplan, reisen viel und verbringen unzählige Stunden auf dem Platz.

Um als Playing Pro von der PGA of Germany offiziell als Berufsgolfspieler anerkannt zu werden, brauchst du ein Handicap in Form einer Stammvorgabe von 0 oder besser. Für Damen und Senioren liegt die Grenze bei -2. Hinzu kommen ein Mindestalter von 18 Jahren, bei Senioren 50 Jahre, sowie eine Aufnahmegebühr von aktuell 260 Euro plus einem Jahresbeitrag von rund 330 Euro.

Bist du einmal offiziell anerkannt, geht es ans Geld verdienen, und da ist aller Anfang schwer. Der klassische Einstieg läuft über die deutsche EPD-Tour. Wer sich hier unter den Top 5 der Geldrangliste platziert, schafft den Sprung in die Challenge Tour, die zweite Liga im europäischen Profigolf. Von dort aus führt der Weg im besten Fall weiter auf die PGA Tour oder die europäische DP World Tour.

Essenziell zu wissen: Von Preisgeldern nötig Fahrtkosten, Unterkunft, Verpflegung und meist auch der Caddie bezahlt werden. Gerade am Anfang der Karriere ist ein gut gefüllter Sparstrumpf deswegen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

Was ist ein Teaching Pro?

Ein Teaching Pro verdient seinen Lebensunterhalt damit. Dass er Golfunterricht erteilt und Clinics abhält. Teaching Pros konzentrieren sich darauf, Golfspielern jeder Spielstärke dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und ihre eigenen Ziele zu erreichen, von den Grundlagen des Spiels bis hin zu fortgeschrittenen Golfstrategien und dem Course Management.

Der Weg zum Teaching Pro führt in Deutschland über die PGA of Germany und ist als dreijährige duale Berufsausbildung aufgebaut:

PGA PreCourse: Der Einstieg erfordert ein Handicap von 18,4 und ein Mindestalter von 16 Jahren. Der PreCourse dauert rund drei Monate und schließt mit der Prüfung zum C-Trainer Golf Breitensport sowie einem Eingangstest ab.

Modulausbildung I: Diese neunmonatige Phase gleicht einem Orientierungsjahr. Dein Handicap muss zu diesem Zeitpunkt bereits unter 12,4 liegen. Am Ende steht die Prüfung zum PGA Assistant, mit der du bereits Anfängerunterricht und Schnupperkurse geben darfst.

Modulausbildung II: In dieser zweijährigen Vertiefungsphase geht es um Coaching, Technik, Didaktik, Biomechanik und Fitting. Am Ende der insgesamt rund drei Jahre steht die vollständige Qualifikation zum PGA Professional.

Wer keine hauptberufliche Karriere als Golflehrer anstrebt, aber nichtsdestotrotz Trainingsangebote leiten möchte, kann alternativ eine Trainerlizenz beim Deutschen Golf Verband erwerben. Die Lizenzstufen C, B und A ersetzen zwar keine vollständige Berufsausbildung, reichen aber aus, um zum Beispiel Jugendtraining oder Schnupperkurse zu leiten.

Wie wird man Golfprofi

Wie wird man Schritt-für-Schritt zum Profigolfer?

Ich versuche dir hier den optimalen Weg für jemanden aufzuzeigen, der Playing Pro werden möchte. Natürlich ist dies nicht der einzige Weg, um ans Ziel zu kommen, doch er sollte die Punkte abdecken, die dir die größten Chancen geben.

Schritt 1: Früh mit dem Golfspielen beginnen

In jungen Jahren mit dem Golfsport zu beginnen, ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Profigolfer. Dieser Sport erfordert viel Übung, Geduld und Hingabe, und je früher du damit beginnst, desto mehr Zeit hast du, deine Fähigkeiten zu entwickeln.

Wenn du früh anfängst, hast du des Weiteren den Vorteil, dass du an Juniorenturnieren teilnehmen und Erfahrungen im Wettbewerb mit anderen jungen Golfern sammeln kannst. Diese Erfahrungen sind prägend und bilden den Grundstein jeder Karriere.

Wenn du als junger Spieler mit dem Golfsport beginnst, ist es bedeutend, sich auf die Grundlagen des Sports zu konzentrieren. Dazu gehören das Erlernen des richtigen Griffs, der richtigen Haltung und des richtigen Schwungs sowie das Üben des Puttens und Chippens.

Zusätzlich ist es essenziell, sich mit der Etikette auf dem Golfplatz vertraut zu machen, damit du ein Gefühl für Sportlichkeit und Respekt für den Sport entwickelst.

Schritt 2: Nimm dir professionellen Unterricht

Professioneller Unterricht ist entscheidend, um deine Fähigkeiten zu entwickeln und Golfprofi zu werden. Ganz gleich, ob du mit einem Golfprofi zusammenarbeitest, eine Golfakademie besuchst oder Golfunterricht nimmst, professioneller Unterricht wird dir helfen, dein Spiel zu verbessern und die Technik richtig zu erlernen.

Ein Golfprofi kann dir dabei helfen. Die verbesserungswürdigen Bereiche deines Spiels zu erkennen, dich individuell zu betreuen und dir die Anleitung zu geben, die du brauchst, um deine Ziele zu erreichen.

Er kann dir auch dabei helfen, einen Trainingsplan zu entwickeln und mit dir an der Verbesserung deines mentalen Spiels zu arbeiten. Ebenso kannst du durch den Besuch einer Golfakademie Zugang zu erstklassigen Einrichtungen, fachkundigen Ausbildern und Möglichkeiten zur Teilnahme an Turnieren empfangen.

Schritt 3: Bewirb dich auf ein Golfstipendium

Ein Golfstipendium, oft in den USA, ist eine gute Möglichkeit, sich auf den Weg zum Profigolfer zu machen. Ein Golfstipendium kann dir die finanzielle Unterstützung bieten, die du benötigst, um eine Golfakademie zu besuchen, und es gibt dir zugleich die Möglichkeit, dich mit anderen Top-Golfern zu messen.

Wenn du dich für ein Golfstipendium bewirbst, ist es bedeutend, sich über die verschiedenen Schulen und Programme zu informieren und herauszufinden, welche am besten zu deinen Zielen und Bedürfnissen passen. Darüber hinaus solltest du an deinem Golfspiel arbeiten und dich auf den Stipendienprozess vorbereiten, indem du trainierst, an Turnieren teilnimmst und dich auf dein mentales Spiel konzentrierst.

Schritt 4: Training, Training, Training

Training ist der Schlüssel zum Erfolg im Golfsport. Um dein Ziel zu erreichen, musst du unzählige Stunden damit verbringen, deinen Schwung, das Putten und andere Fähigkeiten zu trainieren. Du solltest auch an der Verbesserung deines mentalen Spiels arbeiten, da dies beim Golf genauso wesentlich ist wie die physischen Fähigkeiten.

Beim Training ist es bedeutend. Dass du konsequent und ausdauernd bist. Konsequentes Training, auch wenn es nur für eine kurze Zeit am Tag ist, hilft dir, stetige Fortschritte zu machen und deine Fähigkeiten zu entwickeln.

Obendrein ist es essenziell, dass du dich auf deine Schwächen konzentrierst und daran arbeitest, diese zu verbessern, anstatt dich nur auf deine Stärken zu konzentrieren. So wirst du zu einem vielseitigen Golfer und kannst jede Herausforderung auf dem Golfplatz meistern.

Schritt 5: Arbeite an deinem mentalen Spiel

Der mentale Aspekt des Golfspiels ist ebenso wesentlich wie der physische. Die Arbeit an deinem mentalen Spiel ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Profigolfer. Dazu gehört die Entwicklung guter Gewohnheiten wie Visualisierung, positive Selbstgespräche und Stressmanagement.

Es ist auch bedeutend, sich zu konzentrieren, unter Druck ruhig zu bleiben und eine gute Einstellung auf und neben dem Platz zu haben.

Um dein mentales Spiel zu verbessern, solltest du die Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen oder Mentaltrainer in Betracht ziehen. Das kann dir helfen, spezifische Strategien zu entwickeln, um deine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, Stress abzubauen und unter Druck deine beste Leistung bringen zu vermögen. Auch die Lektüre von Büchern und die Teilnahme an Workshops zum Thema Mentaltraining imstande sein nuetzlich sein, um dein mentales Spiel zu verbessern.

Schritt 6: Nimm an Turnieren teil

Die Teilnahme an Turnieren ist eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, deine Fähigkeiten zu testen und dein Spiel zu verbessern. Turniere vermögen von lokalen Veranstaltungen bis hin zu professionellen Events reichen und geben dir die Möglichkeit, dich mit anderen Golfern verschiedener Spielstärken zu messen.

Durch diese Erfahrung lernst du, wie man unter Druck und in Wettbewerbssituationen spielt, was für die Entwicklung zum Profigolfer unerlässlich ist.

Bei der Teilnahme an Turnieren ist es wesentlich, dass du dich auf den Prozess und nicht nur auf das Ergebnis konzentrierst. Das bedeutet, sich darauf zu konzentrieren, sein Bestes zu geben, gute Entscheidungen zu treffen und an seinem mentalen Spiel zu arbeiten, anstatt nur zu versuchen zu gewinnen.

Außerdem ist es essenziell, anderen Spielern und dem Sport gegenüber respektvoll zu sein und stets einen guten Sportsgeist zu bewahren.

Schritt 7: Tritt einer professionellen Tour bei

Um als Playing Pro Fuß zu fassen, führt der Weg meist über die deutsche EPD-Tour, bei guten Ergebnissen weiter über die Challenge Tour bis hin zur PGA Tour oder der DP World Tour. Jede dieser Stufen bietet dir die Möglichkeit, dich mit besseren Gegnern zu messen und dir langfristig die Anerkennung zu erarbeiten, die du für deine Karriere brauchst.

Schritt 8: Alternative: Die PGA-Ausbildung zum Teaching Pro

Nicht jeder, der Golfprofi werden möchte, träumt von der Tour. Wenn dein Ziel ist, anderen das Golfen beizubringen, ist die PGA-Ausbildung zum Teaching Pro dein Weg. Sie beginnt mit dem PGA PreCourse, führt über die Modulausbildung I und II und dauert insgesamt rund drei Jahre.

Der große Vorteil: Es gibt kein Höchstalter, und auch als Quereinsteiger oder Berufswechsler kannst du einsteigen, solange du die Handicap-Voraussetzungen erfüllst. Die genauen Details zum Ablauf findest du weiter oben im Abschnitt zum Teaching Pro.

Um Golfprofi zu werden, sind harte Arbeit, Hingabe und die Liebe zum Sport erforderlich, egal ob du dich für den Weg als Playing Pro oder als Teaching Pro entscheidest. Wenn du schon in jungen Jahren mit dem Golfsport beginnst, professionellen Unterricht erhältst, trainierst und an Turnieren teilnimmst, bist du auf dem besten Weg, dein Ziel zu erreichen. Erfolg im Golfsport ist nicht garantiert, aber wenn du diese Schritte befolgst und die nötige Zeit und Mühe investierst, erhöhen sich deine Chancen enorm, ein erfolgreicher Profigolfer zu werden.

Was verdient ein Golfprofi?

Der Verdienst hängt stark davon ab, welchen Weg du eingeschlagen hast. Ein angestellter Club-Pro. Der auf einem Golfplatz Unterricht gibt und den Trainingsbetrieb organisiert, kommt in Deutschland je nach Erfahrung auf ein Gehalt zwischen 53.000 und 58.000 Euro im Jahr. Das ist ein festes Gehalt, gezahlt vom Club oder Betreiber der Anlage.

Ein Tour-Pro bekommt dagegen kein Gehalt, sondern lebt von Preisgeld und Sponsoring. Bei großen Turnieren wie den Majors reicht die Preisgeld-Spanne von einigen Tausend Euro für einen geschafften Cut bis zu mehreren Millionen für den Sieger. Doch von diesem Geld gehen Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Caddie, Ausrüstung und Coaching wieder ab, gerade in den unteren Ligen wie der EPD-Tour oder der Challenge Tour bleibt am Ende oft wenig übrig.

Erst an der absoluten Spitze verschiebt sich das Verhältnis: Bei den ganz großen Namen des Sports übersteigen die Einnahmen aus Sponsoring- und Werbeverträgen das reine Turnierpreisgeld inzwischen um ein Vielfaches. Für die meisten Golfprofis in Deutschland ist der Weg über den Club-Pro und das Unterrichten jedoch deutlich realistischer und planbarer.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Golfprofi werden

Wie hoch muss mein Handicap sein, um Golfprofi zu werden? Als Playing Pro brauchst du eine Stammvorgabe von 0 oder besser, bei Damen und Senioren reicht -2. Für den Einstieg in die Teaching-Pro-Ausbildung über den PGA PreCourse genügt ein Handicap von 18,4, das du bis zum Beginn der Modulausbildung I auf unter 12,4 verbessern musst.

Was verdient ein Golfprofi in Deutschland? Ein angestellter Club-Pro kommt auf ein Jahresgehalt zwischen etwa 53.000 und 58.000 Euro. Tour-Pros leben dagegen von Preisgeld und Sponsoring, was je nach Erfolg stark schwankt.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Golfprofi? Die PGA-Ausbildung zum Teaching Pro dauert insgesamt rund drei Jahre, aufgeteilt in den PreCourse, die Modulausbildung I und die Modulausbildung II. Der Weg zum Playing Pro hat dagegen keine feste Dauer, sondern hängt davon ab, wie schnell du die geforderte Stammvorgabe erreichst.

Kann man auch als Erwachsener noch Golfprofi werden? Ja. Für die PGA-Ausbildung gibt es kein Höchstalter, auch Quereinsteiger und Berufswechsler sind willkommen. Für eine echte Tour-Karriere als Playing Pro ist ein früher Einstieg allerdings ein großer Vorteil, weil die internationale Konkurrenz enorm ist.

Fazit

Golfprofi zu werden ist nicht einfacher, als Profi in einer anderen Sportart zu werden. Nur weil man viele Leute im hohen Alter auf dem Platz sieht, heißt das nicht, dass diese den Profisport repräsentieren.

Playing Pros sind durchtrainiert, ehrgeizig und haben meist schon in jungen Jahren angefangen, den Sport zu verfolgen. Teaching Pros wiederum durchlaufen eine geregelte, mehrjährige Ausbildung bei der PGA of Germany, für die es kein Höchstalter gibt. Beide Wege erfordern harte Arbeit, Geduld und die Bereitschaft, Rückschläge wegzustecken.

Doch jeder kann von einigen dieser Schritte lernen, wie man im eigenen Spiel besser wird. Jeder kann sein Handicap mit viel Training und Übungsstunden verbessern, unabhängig davon, ob am Ende der Profisport steht oder einfach nur ein besseres Wochenende auf dem Platz. Wenn du dir noch mehr Tipps von echten Golfprofis holen willst, schau gerne in meinem Blog vorbei.

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Alexander Weber

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