Golf bei Regen spielen: Weiterspielen oder abbrechen?

Alexander Weber··7 Min Lesezeit
Golf bei Regen spielen: Weiterspielen oder abbrechen?

Jeder, der häufiger Golf spielt, kennt das: Es fängt plötzlich an zu regnen, mitten auf dem Platz. Vielleicht hat es schon beim ersten Abschlag genieselt, und alle anderen Startzeiten sind belegt. Du stehst dann vor der Wahl: weiter im Regen spielen oder die Runde abbrechen.

Prinzipiell kannst du im Regen bis zu einem gewissen Grad weiterspielen. Turniere und Runden müssen dafür nicht abgesagt werden. Wenn der Regen zu stark und andauernd wird oder sogar ein Gewitter aufzieht, kann es allerdings zu viel werden, sodass ein Abbruch der richtige Weg ist.

Muss man bei Regen mit dem Golfen aufhören?

Nein, bei normalem Regen musst du nicht aufhören. Nur bei Gewitter mit Blitzgefahr ist ein sofortiger Abbruch Pflicht. Normaler Regen ist also kein Grund, die Runde zu beenden, er macht das Spiel nur unbequemer und meistens auch ein Stück schlechter. Golfer verlieren bei Regen im Schnitt gerne mal zwei bis drei Schläge, einfach weil der Ball weniger weit fliegt, der Boden weicher ist und die Konzentration leidet.

Sobald du zwar ein Gewitter siehst oder hörst, gilt eine andere Regel: Dann wird die Runde unterbrochen, meistens durch ein Signalhorn auf dem Platz. Sicherheit geht in diesem Fall immer vor Score, und darüber gibt es auch unter erfahrenen Golfern keine Diskussion.

Was sind die Probleme bei Regen?

Es gibt unterschiedliche Probleme, die durch Regen entstehen. Manche von diesen Problemen entstehen bereits bei leichtem Regen, manche erst, sobald es stark anfängt zu regnen. Diese sind:

  • Nasse Kleidung
  • Nasse Schläger

– Rutschiger Boden

  • Stehendes Wasser auf dem Golfplatz

Nasse Kleidung und nasse Schläger vermögen bereits entstehen, wenn leichter Regen für eine lange Zeit anhält. Dass Wasser wirklich auf dem Platz steht, passiert meist eher bei starkem Regen. Eigentlich sind die Grüns dafür ausgelegt, Regen schnell versickern zu lassen, zwar habe ich auch schon Grüns erlebt. Die komplett überschwemmt waren.

Für genau diesen Fall gibt es übrigens eine eigene Golfregel: das sogenannte zeitweilige Wasser. Steht dein Ball in einer sichtbaren Wasserpfütze, darfst du straflos die nächste spielbare Stelle ohne Wasser aufsuchen, außer im Bunker. Diese und zusaetzliche Regeländerungen der letzten Jahre habe ich in meinem Artikel zu den geänderten Golfregeln genauer erklärt.

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Die mentale Einstellung

Du kannst, wenn du möchtest, lange unter leichtem Regen spielen. Es kommt dabei oft darauf an, ob du selbst dazu bereit bist, das auszuhalten. Ja, Regen wird dazu führen, dass du schlechter spielst als bei gutem Wetter, da existiert keine zwei Meinungen zu. Entscheidend ist aber, ob dich der Regen wirklich komplett aus der Fassung bringt oder du nichtsdestotrotz deine Routine abarbeiten kannst.

Wenn du es schaffst, ruhig zu bleiben und deine Routine abzuarbeiten, wird dir der Regen wesentlich weniger ausmachen als anderen Mitspielern. Die mentale Einstellung ist aber auch eine Übungssache, die ich in meinem Artikel dazu behandelt habe: Wie wichtig ist das mentale Training beim Golf?

Die richtige Kleidung

Ein wichtiger Punkt beim Regen ist natürlich auch die richtige Kleidung. Dazu gehören Regenjacken, Regenhosen und die richtige Kopfbedeckung. Mit diesen Dingen kannst du es dir erlauben, länger im Regen zu bleiben, ohne davon groß betroffen zu sein.

Hier würde ich dir die Produkte vom GolfHouse empfehlen, welche ich dir mal verlinke:

  • Regenkleidung für Herren auf GolfHouse.de*

– Regenkleidung für Damen auf GolfHouse.de*

Wenn der Wetterbericht eher schlecht ausfällt und du somit schon erahnen kannst. Dass es Regen geben wird, halte ich es immer für eine gute Idee, wetterfeste Kleidung mitzunehmen und in deinem Bag zu lagern, sodass du sie im Notfall nutzen kannst.

Was ist gute Golfausrüstung im Regen?

Außer der Kleidung ist es essenziell, weitere Ausrüstung mitzuführen für den Fall, dass es anfängt zu regnen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Mindestens ein Handtuch
  • Ein Regenschirm

Diese Gegenstände sind dafür da, dein Equipment trocken zu halten. Das Handtuch kannst du verwenden, um deine Schläger vor dem Schlag einmal abzutrocknen, und der Regenschirm hilft, dass die Schläger im Bag nicht schon nass werden.

Handschuhe, Golfbälle und Schuhe für den Regen habe ich hier bewusst nicht im Detail behandelt, dazu findest du bei mir einen eigenen, ausführlichen Ratgeber: Tipps für das Golfen bei Regen.

Was machen die Profis?

Profis haben tatsächlich ganz andere Voraussetzungen als reguläre Spieler. Der größte Unterschied hier ist, dass Profispieler einen Caddy haben, der sich um ihr Equipment kümmert. Jedoch kannst du dir an anderem Verhalten der Profis abschauen, wie du dich im Regen optimal verhältst.

– Bei hochwertigen Elektrocaddys gibt es Halterungen für Golfregenschirme. Dadurch bleibt alles, was darunter ist, größtenteils trocken, und du musst den Schirm nicht selbst halten.

  • Es gibt spezielle Tourregenschirme. Die sowohl durch ihre Größe als auch durch ihre Stabilität bestens für den Golfsport geeignet sind.
  • Es ist meist sinnvoll, Ersatz für Gegenstände wie Handschuhe und Handtücher dabei zu haben. Diese können nach einiger Zeit sehr nass werden. Je länger du vorhast, auf dem Platz zu bleiben, umso mehr sind ratsam.

– Du solltest dir für dein Bag, falls dieses keinen integriert hat, einen Regenschutz besorgen. Meist besteht dieser aus einem wasserabweisenden Material, das du mit einem Reißverschluss verschließt.

  • Gute Regenkleidung ist bei Profis genau wie bei Hobbygolfern sehr essenziell, wenn es darum geht, lange im Regen zu spielen.
  • Es ist super, wenn du auf dem Platz auch etwas dabei hast, um deine Hände warmzuhalten. Das imstande sein richtige Handschuhe sein oder auch Wärmepacks.

– Es gibt inzwischen auch wasserdichte Bags. So eins solltest du mitnehmen, wenn du befürchtest, dass es regnen könnte.



Golfregeln bei Regen, Gewitter und Turnieren

Bei einer privaten Runde kannst du natürlich selbst entscheiden, ob dir der Regen zu viel wird. Bei Turnieren sieht das etwas anders aus, dort entscheidet die Turnierleitung, wann eine Runde unterbrochen oder abgebrochen wird. Ein Turnier wird aber, wie eingangs schon erwähnt, wegen normalem Regen so gut wie nie komplett abgesagt.

Anders ist es bei Gewitter. Sobald Blitzgefahr besteht, unterbricht die Turnierleitung das Spiel, meistens über ein Signalhorn, und alle Spieler müssen den Platz umgehend verlassen. Auch außerhalb von Turnieren solltest du dich bei Gewitter nie auf eine Ausnahme verlassen, sondern den Platz zügig verlassen.

Für dein eigenes Course Management lohnt es sich darüber hinaus, deine Schlägerwahl bei Regen anzupassen, weil der Ball weniger weit fliegt und der Boden weicher ist. Wie du deine Runde strategisch klüger angehst, erkläre ich dir ausführlich in meinem Artikel zum Course Management.

Fazit

Es gibt ein Sprichwort, das in etwa so geht: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung". Und so ist es beim Golfen auch. Es gibt nur schlechte Kleidung fürs Golfen und schlechte Vorbereitung. Dazu gehört in erster Linie natürlich das Equipment, das benötigt wird, um dein Golferlebnis trotz Regen spielbar zu machen, und dazu noch die mentale Vorbereitung.

Alles in allem kannst du in den allermeisten Fällen auch während es regnet noch golfen. Nur bei Gewitter gilt: sofort abbrechen. Ob du bei normalem Regen wirklich weiterspielen willst, liegt natürlich auch an deinen Ambitionen. Ich würde zum Beispiel keinem Golfer. Der zum Spaß spielt, empfehlen, im Regen zu spielen.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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