Für alle Golfspieler ist es kein Geheimnis, dass viele Golfregeln ziemlich streng sein können. Viele Golfer stoßen auf Ärger wegen der einen oder anderen Regel. Doch überraschenderweise gibt es auch Regeländerungen, die Golfern wirklich dabei helfen können, ein besseres Handicap zu erzielen oder zumindest unnötige Strafschläge zu vermeiden.
Die neuen Golfregeln 2025 und die Regeländerungen 2026 bringen gleich mehrere solcher Erleichterungen mit sich. In diesem Artikel zeige ich dir, welche das sind, was sich konkret geändert hat und wie du diese Änderungen auf dem Platz direkt nutzen kannst.
In der Übersicht geht es um folgende geänderte Golfregeln: den zurückfliegenden Ball, die Bunkererlösung, bewegliche Gegenstände im Bunker, den Rangefinder auf Turnieren, Markierungen auf dem Grün, den Golfball beim Suchen, die doppelte Berührung sowie drei neue Regeländerungen 2025 und 2026, darunter das Verbot der Putter-Ausrichtungshilfe, die neue Probeschwung-Regelung und die Erleichterung bei fremden Pitchmarken.
Zurückfliegender Ball
Begeben wir uns direkt in die erste Situation. Du schlägst einen Ball beispielsweise mit deinem Wedge. Dieser fliegt ungewollt gegen einen Baum und kommt direkt wieder zurück und landet auf deinem Fuß. Dort prallt er natürlich auch wieder ab.
Für diese Berührung mit dem Ball gab es in den letzten Jahren verschiedene Bestrafungen. Zuerst 2 Strafschläge, später dann nur noch einer und inzwischen gar keinen mehr.
Dabei handelt es sich um jeden Ball, der durch einen Gegenstand zurückgekommen ist und den Schläger, das Bag oder jemand anderen getroffen hätte. Diese Regeländerung gilt bereits seit 2019, ist aber bis heute vielen Golfern nicht bekannt.en Gegenstand zurückgekommen ist und den Schläger, das Bag oder jemand anderen getroffen hätte.
Die Bunkererlösung
Stell dir vor, du landest nach deinem Abschlag direkt in einem Bunker. Und es ist noch viel schlimmer als gedacht: Du bist genau am Rand des Bunkers und hast eigentlich kaum eine Möglichkeit, diesen Ball sauber zu spielen. Früher konntest du in dieser Situation entweder den Ball trotzdem schlagen oder zurück zum Abschlag laufen und hier einen neuen Ball spielen.
Inzwischen darfst du in dieser Situation allerdings in einer Linie vom Ball und der Fahne zurückgehen. Das heißt, du darfst den Ball so weit nach hinten auf dieser Linie bewegen, wie du möchtest, allerdings selbstverständlich nicht weiter nach vorne. Du musst auch einen Strafschlag hierfür einbüßen, allerdings kann dir diese Regel wesentlich bessere Voraussetzungen geben als ein notgedrungener Schlag aus einer schlechten Lage.
In dieser Situation wärst du durch das Platzieren deines Balls auf der Linie direkt bei deinem 4. Schlag: ein Abschlag, das neue Platzieren und der Strafschlag.

Bewegliche Gegenstände im Bunker
Gehen wir auf einen Platz und in einen Bunker. Hier landet dein Ball, und direkt neben ihm liegt ein Ast oder ähnliche bewegliche Gegenstände. Diese durftest du früher eigentlich nie bewegen. Inzwischen ist es allerdings erlaubt, diese Gegenstände zu entfernen, solange du den Ball dabei nicht bewegst.
Bewegst du den Ball beim Entfernen des Gegenstandes, dann musst du mit einem Strafschlag rechnen. Deswegen solltest du auf jeden Fall vorsichtig sein, wenn du Dinge aus dem Bunker entfernst, die zu nah an deinem Ball liegen könnten.
Rangefinder auf Turnieren
Weil Rangefinder eine eher neuere Erfindung sind, hat es etwas gedauert, bis diese durch Golfregeln akzeptiert wurden. Anfangs wurden sie standardmäßig verboten, doch Clubs konnten auf lokaler Ebene entscheiden, ob sie diese erlauben. Inzwischen ist es schon andersherum: Rangefinder sind momentan standardmäßig erlaubt und können lokal von den Clubs verboten werden.
Dabei ist nur die reguläre Nutzung deines Rangefinders erlaubt. Du darfst auf keinen Fall die Slope-Funktion aktivieren. Die Slope-Funktion ermöglicht es deinem Rangefinder, Höhenunterschiede zwischen deinem Standort und dem Ziel zu berücksichtigen. Dadurch kannst du besser einschätzen, ob du einen kürzeren oder längeren Schläger benötigst.
Falls du noch keinen Rangefinder hast oder auf ein neues Modell umsteigen möchtest, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Laser-Rangefinder bei GolfHouse*.
Übrigens: Ob ein GPS-Gerät oder ein Laser-Rangefinder besser zu dir passt, erkläre ich dir in diesem Artikel.
Markierungen auf dem Grün
Es war in den Regeln tatsächlich so, dass wenn du einen markierten Ball wieder auf das Grün gesetzt hast und dieser durch natürliche Ursachen wie starken Wind verschoben wurde, du einfach Pech hattest. Es hätte sogar sein können, dass dein Ball vom Grün bis in einen Bunker rollt, ohne dass du daran etwas ändern könntest.
Inzwischen ist es allerdings so, dass die Markierung, die du setzt, der schlechteste Punkt ist, den du bespielen darfst. Das bedeutet, dass positive Veränderungen auch genutzt werden dürfen, allerdings müssen Verschlechterungen wieder ausgeglichen werden.
Diese Regel gilt allerdings nur, wenn du deinen Ball auch markierst. Deswegen solltest du deinen Ball so schnell wie möglich auf dem Grün markieren, um sozusagen eine Speicherung deines Standorts festzulegen.
Golfball beim Suchen geschlagen
Wie wahrscheinlich jeder Golfer habe ich auch schon des Öfteren meinen Golfball in einem Gestrüpp verloren, das ich mit meinem Schläger durchkämmen musste, um möglicherweise meinen Ball zu finden. Beim Schwingen des Golfschlägers durch das Gestrüpp kann es unter Umständen mal dazu kommen, dass man den Ball berührt.
Früher war es so, dass wenn dieser Fall auftrat, du eine Strafe erhalten hast. Inzwischen ist es allerdings so, dass wenn dieser Fall eintritt, du den Ball einfach ersetzen musst und ihn so nah wie möglich dort wieder hinsetzen solltest, wo du ihn berührt hast.
Dadurch darfst du mit deinem Flight etwas schneller und grober suchen als vorher. Du musst dir dabei also keine Gedanken mehr machen, ob du den Ball dabei triffst oder nicht. Das Gleiche gilt auch, wenn du aus Versehen auf den Ball trittst.

Doppelte Berührung beim Schlag
Es gibt Situationen auf dem Golfplatz, an denen du deinen Ball doppelt treffen könntest. Das passiert meist mit den Wedges. Mir ist das auf jeden Fall auch schon passiert.
Normalerweise zählte eine doppelte Berührung auch als zwei Schläge, da der zweite als Strafschlag gewertet wurde. Diese Regel wurde allerdings geändert, sodass wenn du den Ball versehentlich ein zweites Mal triffst, nur ein Schlag berechnet wird. Das liegt daran, dass bei einer doppelten Berührung das Ergebnis meist suboptimal ist und das schon Strafe genug sein sollte.
Wenn allerdings zu erkennen ist, dass du extra versuchst, den Ball doppelt zu berühren, dann wird dir dennoch der Strafschlag berechnet. Das sollte allerdings äußerst selten vorkommen.
Ausrichtungshilfe am Putter verboten (neu ab 2025)
Das ist die wichtigste Regeländerung 2025, die viele Golfer noch gar nicht auf dem Schirm haben. Seit dem 1. Januar 2025 ist es nicht mehr erlaubt, einen selbststehenden Putter oder andere Gegenstände auf den Boden zu stellen, um sich beim Putten auszurichten oder zu zielen.
Früher war das ein kleiner Trick, den manche Spieler nutzten, um die Spiellinie besser einzuschätzen. Ein Schläger oder ein anderer Gegenstand wurde kurz als visuelle Hilfe auf den Boden gelegt. Das ist jetzt offiziell ein Regelverstoß und bringt dir einen Strafschlag ein.
Wer also bis jetzt mit einem Hilfsmittel beim Ausrichten auf dem Grün gearbeitet hat, sollte ab sofort darauf verzichten. Die Regel gilt für alle handicaprelevanten Runden und Wettbewerbe unter DGV-Bedingungen.
Falls du deinen Putter ohnehin neu anschaffen möchtest, findest du eine gute Auswahl regelkonformer Modelle zum Beispiel bei Golf und Günstig*.
Probeschwung und Ballbewegung (Regeländerung 2026)
Diese Regeländerung hat einen prominenten Auslöser: Shane Lowry bewegte bei der Open Championship 2025 in Royal Portrush während eines Probeschwungs seinen Ball minimal, ohne es zu bemerken. Nach der Runde verhängten Regeloffizielle nach langer Beratung und Auswertung von Fernsehaufnahmen eine Zwei-Schläge-Strafe. Lowry fand das nachvollziehbarerweise schwer zu akzeptieren.
Die Folge: Die Regel wurde überarbeitet. Wer beim Probeschwung aus Versehen seinen Ball bewegt, erhält jetzt nur noch einen Strafschlag statt zwei. Voraussetzung ist natürlich, dass es sich um eine unbeabsichtigte Bewegung handelt.
Das ist besonders relevant, wenn du im Rough oder in engem Gelände einen Probeschwung machst. Du musst dir jetzt zumindest keine Sorgen mehr machen, dass ein kleines Versehen dich gleich zwei Schläge kostet.
Wenn dich das Thema Strafschläge grundsätzlich interessiert und du wissen möchtest, in welchen Situationen genau wie viele fällig werden, empfehle ich dir diesen Artikel über Strafschläge im Golf.
Ball in fremder Pitchmarke (ab 2026)
Stell dir vor, dein Ball landet auf dem Grün und kommt ausgerechnet in der Pitchmarke eines anderen Spielers zur Ruhe, also genau in dem kleinen Einschlag, den ein anderer Ball beim Aufprall hinterlassen hat. Früher war es so, dass du in diesem Fall nur dann straffreie Erleichterung nehmen durftest, wenn dein Ball in deiner eigenen Pitchmarke lag.
Das hat sich seit 2026 geändert. Wenn ein Regeloffizieller bestätigt, dass dein Ball in einer fremden Pitchmarke unterhalb des Bodenniveaus liegt, darfst du jetzt straffreie Erleichterung in Anspruch nehmen.
Das klingt nach einem Spezialfall, aber auf dem Grün kommt genau das öfter vor, als man denkt. Gut zu wissen, dass du jetzt nicht mehr auf Gnade oder eine zufällig eigene Pitchmarke angewiesen bist.
Besserlegen: Weniger Spielraum als bisher (PGA Tour 2026)
Diese Regeländerung betrifft aktuell offiziell die PGA Tour, wird aber von vielen Clubs als Platzregel übernommen und könnte künftig auch im Amateur-Bereich breiter eingeführt werden. Deswegen ist sie es wert, sie zu kennen.
Bisher durfte man beim Besserlegen (also dem bevorzugten Legen bei schlechten Platzverhältnissen) den Ball innerhalb einer vollen Schlägerlänge neu platzieren. Das konnte, besonders rund ums Grün, den Winkel eines Chip-Schlags erheblich verändern und so einen unfairen Vorteil verschaffen.
Ab der Saison 2026 gilt auf PGA-Tour-Niveau: Der Ball darf nur noch innerhalb der Länge einer Scorekarte neu gelegt werden. Das ist deutlich kürzer und fairer. Wenn dein Club diese Regel ebenfalls eingeführt hat, solltest du das wissen, bevor du deinen Ball zu weit versetzt.
Fazit
Es gibt einige Regeländerungen, die sich derart verändert haben, dass sie dir auf dem Platz wirklich helfen können, unnötige Strafschläge zu vermeiden oder die Situation zumindest etwas zu entschärfen. Besonders die neuen Golfregeln 2025 und 2026 bringen klare Verbesserungen für den normalen Clubspieler mit sich.
Der DGV aktualisiert seine Klarstellungen zu den Golfregeln übrigens regelmäßig, nämlich quartalsweise im Januar, April, Juli und Oktober. Es lohnt sich also, die Regelentwicklungen im Blick zu behalten.
Am besten du notierst dir die wichtigsten Änderungen direkt, damit du auf der Runde nicht erst lange nachdenken musst. Und falls du mal eine Situation auf dem Platz nicht einschätzen kannst, lohnt sich auch ein Blick auf die Regeln, die viele Golfer unbewusst brechen.
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