Wasser gehört auf vielen Golfplätzen einfach dazu, und früher oder später landet dein Ball darin. Dann stellt sich die Frage, die fast jeder Golfer schon einmal am Ufer diskutiert hat: Wo darf ich jetzt droppen? Und macht es einen Unterschied, ob die Pfähle gelb oder rot sind? Ja, und zwar einen großen. In diesem Artikel erkläre ich dir, was eine Penalty Area ist, welche Möglichkeiten du hast und welche Fehler du dabei vermeiden solltest.
Eine Penalty Area ist ein Bereich auf dem Platz, meist ein Gewässer, der mit gelben oder roten Pfählen oder Linien markiert ist. Früher hieß sie Wasserhindernis. Wenn dein Ball darin liegt, kannst du ihn straflos spielen, wie er liegt, oder mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen. Bei gelben Pfählen hast du dafür zwei Möglichkeiten, nämlich Schlag und Distanzverlust oder zurück auf der Linie. Bei roten Pfählen kommt die seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen dazu.
Was ist eine Penalty Area?
Seit der großen Regelreform 2019 heißt das frühere Wasserhindernis im Golf Penalty Area. Der neue Name hat einen Grund, denn Penalty Areas müssen nicht unbedingt Wasser enthalten. Ein Club kann auch Wälder, Schluchten, Wüstenflächen oder dichtes Gestrüpp als Penalty Area kennzeichnen, damit Spieler dort einfacher Erleichterung bekommen.
Anders als das Aus gehören Penalty Areas zum Platz. Wenn dein Ball darin landet, ist er also weiter im Spiel. Du hast nur besondere Möglichkeiten, wie du weiterspielst.
Erkennen kannst du eine Penalty Area an gelben oder roten Pfählen oder Linien. Die Grenze verläuft entlang der Pfähle beziehungsweise der Linie. Welche Bereiche auf deinem Platz Penalty Areas sind, steht in den Platzregeln auf der Scorekarte.
Wann liegt ein Ball in der Penalty Area?
Ein Ball liegt in einer Penalty Area, sobald irgendein Teil des Balls die Penalty Area berührt oder darüber liegt. Das ist genau umgekehrt wie beim Aus, wo der Ball komplett jenseits der Grenze liegen muss.
Erleichterung nach der Penalty-Area-Regel darfst du außerdem nur nehmen, wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass dein Ball in der Penalty Area liegt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du gesehen hast, wie er ins Wasser gefallen ist. Wenn das unklar ist und du den Ball nicht findest, gilt er als verloren, und du musst mit Schlag und Distanzverlust zurück. Viele Golfer nehmen hier aus Gewohnheit trotzdem Erleichterung am Wasser, obwohl der Ball genauso gut im hohen Rough daneben liegen könnte. Was in diesem Fall gilt, erkläre ich dir in meinem Artikel über Out of Bounds und den verlorenen Ball.
Gelbe und rote Penalty Area: Welche Optionen hast du?
Die Tabelle zeigt dir, welche Möglichkeiten du je nach Farbe der Pfähle hast:
| Option | Strafe | Gelbe Pfähle | Rote Pfähle | Wo spielst du weiter? |
|---|---|---|---|---|
| Ball spielen, wie er liegt | keine | ja | ja | in der Penalty Area |
| Schlag und Distanzverlust | 1 Strafschlag | ja | ja | dort, wo du zuletzt geschlagen hast |
| Zurück auf der Linie | 1 Strafschlag | ja | ja | auf der Linie Fahne, Kreuzungspunkt, nach hinten |
| Seitliche Erleichterung | 1 Strafschlag | nein | ja | innerhalb von 2 Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zur Fahne |
Für fast alle Optionen brauchst du den Kreuzungspunkt. Das ist die Stelle, an der dein Ball zuletzt die Grenze der Penalty Area überquert hat. Von diesem Punkt hängen die Erleichterungsmöglichkeiten ab und nicht von der Stelle, an der der Ball im Wasser liegt.
Den Ball spielen, wie er liegt
Wenn dein Ball in der Penalty Area liegt und spielbar ist, etwa am trockenen Ufer, darfst du ihn ohne Strafe spielen. Seit 2019 darfst du dabei sogar den Boden mit dem Schläger berühren, Probeschwünge machen, die den Boden streifen, und lose hinderliche Naturstoffe wie Blätter oder Zweige entfernen. Die Lage, den Raum für deinen Schwung oder die Spiellinie darfst du aber nicht verbessern, zum Beispiel indem du Äste abbrichst oder Steine wegschiebst, die fest im Boden stecken.
Du solltest ehrlich abwägen, ob sich das lohnt. Ein Ball halb im Wasser lässt sich manchmal spielen. Oft endet der Versuch aber mit nassen Füßen und einem zweiten Schlag ins Wasser.
Schlag und Distanzverlust
Mit einem Strafschlag spielst du einen Ball von der Stelle, an der du den letzten Schlag gemacht hast. Diese Option hast du immer. Die Farbe der Pfähle spielt keine Rolle. Sie ist sinnvoll, wenn dich die anderen Möglichkeiten in eine schlechtere Position bringen würden.
Zurück auf der Linie
Mit einem Strafschlag droppst du einen Ball auf einer gedachten Linie von der Fahne durch den Kreuzungspunkt nach hinten. Du darfst dabei so weit zurückgehen, wie du willst, solange der Kreuzungspunkt zwischen der Fahne und der Stelle liegt, an der du droppst.
Der Ball muss auf dieser Linie gedroppt werden und innerhalb einer Schlägerlänge von der Stelle liegen bleiben, an der er zuerst den Boden berührt hat, aber nicht näher zur Fahne. Das bedeutet, dass du dir mit dieser Option eine angenehme Distanz für den nächsten Schlag aussuchen kannst, zum Beispiel deine Lieblingsdistanz mit dem Wedge.
Seitliche Erleichterung bei roten Pfählen
Nur bei roten Pfählen hast du zusätzlich die seitliche Erleichterung. Mit einem Strafschlag droppst du innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt, nicht näher zur Fahne. Das ist oft die bequemste Option, weil du nah an der Stelle bleibst, an der der Ball ins Wasser ging.
Rote Penalty Areas findest du typischerweise an Gewässern, die seitlich entlang einer Bahn verlaufen und bei denen ein Zurückgehen auf der Linie kaum sinnvoll wäre. Gelbe Penalty Areas liegen dagegen oft quer zur Spielrichtung, etwa als Bach vor dem Grün.
Wie das Droppen selbst funktioniert, also aus Kniehöhe und in den richtigen Erleichterungsbereich, habe ich dir beim Droppen im Golf Schritt für Schritt erklärt.
Gerade an Löchern mit Wasser lohnt es sich, nach der Runde aufzuschreiben, welche Option du gewählt hast und wie es danach weiterging. So bekommst du mit der Zeit ein Gefühl dafür, wann die seitliche Erleichterung und wann das Zurückgehen auf der Linie besser ist. Ich habe „Dein Golf Journal“ genau für solche Notizen nach der Runde entwickelt.
Wie nimmst du Erleichterung Schritt für Schritt?
Wenn dein Ball ins Wasser gegangen ist, kannst du dich an diese Reihenfolge halten:
- Bestimme den Kreuzungspunkt, also die Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze überquert hat. Frag im Zweifel deine Mitspieler.
- Prüfe die Farbe der Pfähle. Davon hängt ab, ob du seitlich droppen darfst.
- Vergleiche die Optionen und überleg dir, von wo du den nächsten Schlag am besten spielen kannst.
- Lege den Erleichterungsbereich fest. Für die seitliche Erleichterung misst du zwei Schlägerlängen mit dem längsten Schläger außer dem Putter.
- Lass den Ball aus Kniehöhe fallen. Bleibt er nicht im Erleichterungsbereich liegen, droppst du erneut.
- Notiere den Strafschlag auf der Scorekarte.
Manchmal ist Zurückgehen übrigens besser als seitlich droppen, auch wenn es sich erst mal nach einem Umweg anfühlt. Wenn du seitlich nur in dichtem Rough oder hinter einem Baum landen würdest, bringt dir die bequemere Option wenig.
Was ist in der Penalty Area nicht erlaubt?
Ein paar Erleichterungen, die du sonst auf dem Platz hast, gibt es in der Penalty Area nicht. Das betrifft vor allem drei Situationen, die immer wieder für Diskussionen sorgen.
Die Regel für den unspielbaren Ball gilt hier nicht. Du darfst sie in einer Penalty Area nicht anwenden und hast dort nur die Optionen der Penalty-Area-Regel. Wie der unspielbare Ball sonst funktioniert, liest du in meinem Artikel Unspielbarer Ball im Golf.
Auch von ungewöhnlichen Platzverhältnissen bekommst du hier keine straflose Erleichterung. Wenn dein Ball in einer Penalty Area in einem Tierloch oder auf einem Weg liegt, musst du ihn so spielen oder mit Strafschlag Erleichterung nehmen. Eine Ausnahme gilt nur bei gefährlichen Tieren.
Und wenn dein Ball nur in der Penalty Area sein kann, darfst du keinen provisorischen Ball spielen. Den provisorischen Ball gibt es nur, wenn der Ball auch außerhalb der Penalty Area verloren oder im Aus sein könnte.
Was sind Spielverbotszonen in der Penalty Area?
Manche Clubs kennzeichnen Teile einer Penalty Area oder andere Bereiche des Geländes als Spielverbotszone. Das sind meist geschützte Flächen, etwa Biotope oder Neuanpflanzungen, die zum Schutz des Platzes nicht betreten oder bespielt werden dürfen. Oft erkennst du sie an Pfählen mit grünen Köpfen oder an einem Hinweis in den Platzregeln.
Wenn dein Ball in einer Spielverbotszone innerhalb einer Penalty Area liegt, darfst du ihn nicht spielen, wie er liegt. Du musst dann Erleichterung nach der Penalty-Area-Regel nehmen, mit Strafschlag. Auch wenn eine Spielverbotszone nur deinen Stand oder Schwung behindert, gelten besondere Erleichterungsregeln. Die genauen Bestimmungen findest du in den Platzregeln deines Clubs.
Welche Fehler passieren in der Penalty Area am häufigsten?
Viele Golfer droppen an der Stelle, an der der Ball im Wasser liegt oder verschwunden ist. Maßgeblich ist aber immer der Kreuzungspunkt, also die Stelle, an der der Ball die Grenze zuletzt überquert hat. Das kann gerade bei einem Ball, der noch ein Stück ins Wasser rollt, einige Meter Unterschied machen.
Ein häufiger Fehler ist auch, bei gelben Pfählen seitlich zu droppen. Die seitliche Erleichterung gibt es nur bei roten Pfählen. Wenn du sie bei Gelb nutzt, spielst du von einem falschen Ort, und das kostet dich im Zählspiel zwei weitere Strafschläge.
Außerdem darf der Ball bei keiner Erleichterung näher zur Fahne liegen als der Kreuzungspunkt beziehungsweise der Bezugspunkt. Hast du schon einmal einen Mitspieler gesehen, der „nur ein kleines Stück“ nach vorne gedroppt hat? Das ist nicht erlaubt.
Welche Regeln Golfern sonst oft Kopfzerbrechen bereiten, liest du in meinem Artikel über die verwirrendsten Golfregeln.
Wie umspielst du Wasser auf dem Platz?
Die beste Penalty Area ist die, in die du gar nicht erst schlägst. Wenn vor dem Grün Wasser liegt, lohnt es sich in der Regel, einen Schläger mehr zu nehmen. Lieber liegst du hinter der Fahne als im Teich davor.
Bei seitlichem Wasser hilft es, die Zielrichtung bewusst weg vom Wasser zu wählen, selbst wenn das Fairway dort schmaler ist. Und wenn du die Wahl hast, ein Gewässer zu überspielen oder vorzulegen, solltest du ehrlich rechnen. Wie oft triffst du diese Distanz wirklich? Sei ehrlich. Aus meiner Sicht ist Vorlegen für die meisten Hobbygolfer öfter die bessere Wahl, als es sich auf dem Abschlag anfühlt. Wie du solche Entscheidungen planst, erkläre ich dir beim Course Management.
Wenn du nach ein paar Runden weißt, wie oft du über ein bestimmtes Wasser kommst, fällt dir die Entscheidung am Abschlag deutlich leichter.
Häufig gestellte Fragen zur Penalty Area
Was ist der Unterschied zwischen gelben und roten Pfählen?
Bei gelben und roten Pfählen hast du die Optionen Ball spielen, wie er liegt, Schlag und Distanzverlust und Erleichterung zurück auf der Linie. Nur bei roten Pfählen darfst du zusätzlich seitlich innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt droppen, nicht näher zur Fahne.
Darf ich in der Penalty Area den Schläger aufsetzen?
Ja, seit 2019 darfst du in einer Penalty Area den Schläger auf dem Boden oder im Wasser aufsetzen und Probeschwünge machen, die den Boden berühren. Auch lose hinderliche Naturstoffe darfst du entfernen. Die Bedingungen für deinen Schlag verbessern darfst du aber nicht.
Wie viele Strafschläge gibt es in der Penalty Area?
Für jede Erleichterung aus der Penalty Area gibt es einen Strafschlag, egal ob du zurück auf der Linie, seitlich oder von der Stelle des letzten Schlags spielst. Wenn du den Ball spielst, wie er liegt, gibt es keinen Strafschlag.
Was bedeutet ein roter Pfahl beim Golf?
Ein roter Pfahl markiert eine rote Penalty Area. Dort hast du mit einem Strafschlag zusätzlich zu den üblichen Optionen die seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen. Weiße Pfähle bedeuten dagegen Aus, gelbe eine gelbe Penalty Area.
Wo droppe ich bei einer roten Penalty Area?
Bei einer roten Penalty Area kannst du mit einem Strafschlag innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt droppen, also von der Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze überquert hat. Der Ball darf nicht näher zur Fahne liegen. Alternativ stehen dir alle Optionen der gelben Penalty Area offen.
Fazit
Die Penalty Area ersetzt seit 2019 das frühere Wasserhindernis und kann auch ganz ohne Wasser auskommen. Wenn dein Ball darin liegt, darfst du ihn straflos spielen oder mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen. Dafür hast du Schlag und Distanzverlust oder zurück auf der Linie, bei roten Pfählen zusätzlich die seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen.
Maßgeblich ist immer der Kreuzungspunkt und nicht die Stelle, an der der Ball im Wasser liegt. Erleichterung gibt es außerdem nur, wenn so gut wie sicher ist, dass der Ball in der Penalty Area liegt.
Ich würde dir empfehlen, vor jedem Loch mit Wasser kurz auf die Farbe der Pfähle zu schauen. Dann weißt du schon vor dem Schlag, welche Optionen dir im Fall der Fälle bleiben.




