Die Regeln rund ums Aus gehören zu den wichtigsten im Golf, weil sie fast in jeder Runde eine Rolle spielen. Ein Abschlag, der nach rechts über die Bäume Richtung Zaun fliegt, wirft sofort ein paar Fragen auf. Ist der Ball im Aus? Muss ich zurück? Und hätte ich besser einen zweiten Ball gespielt? Viele Golfer sind sich in diesen Momenten unsicher, und genau dann wird es auf dem Platz oft hektisch. In diesem Artikel erkläre ich dir, wann ein Ball im Aus ist, welche Strafe du bekommst, wie der provisorische Ball funktioniert und was es mit der Platzregel E-5 auf sich hat.
Out of Bounds, auf Deutsch Aus, ist der Bereich außerhalb der Platzgrenzen und meist mit weißen Pfählen oder Linien markiert. Wenn dein Ball im Aus liegt oder verloren ist, spielst du mit einem Strafschlag von der Stelle deines letzten Schlags erneut. Das nennt man Schlag und Distanzverlust. Mit einem provisorischen Ball sparst du dir den Weg zurück.
Out of Bounds auf einen Blick:
- Bereich außerhalb des Golfplatzes, meist durch weiße Pfähle oder Linien markiert
- im Aus ist der Ball erst, wenn er ganz außerhalb der Grenze liegt
- Strafe: ein Strafschlag, erneut spielen von der Stelle des letzten Schlags
- verlorener Ball nach 3 Minuten Suche, gleiche Strafe wie beim Aus
- provisorischen Ball vorher ansagen, wenn der erste Ball im Aus oder verloren sein könnte
Was ist Out of Bounds im Golf?
Out of Bounds, im Deutschen schlicht Aus, ist alles, was außerhalb der Grenzen des Golfplatzes liegt. Dazu gehören zum Beispiel Wohngebiete, Straßen, Parkplätze oder Felder neben dem Platz. Manchmal legt ein Club auch innerhalb des Geländes Bereiche als Aus fest, etwa damit niemand eine Abkürzung über eine andere Bahn spielt.
Gekennzeichnet wird das Aus in der Regel durch weiße Pfähle, weiße Linien oder durch Zäune und Mauern, die die Grenze bilden. Welche Markierung auf deinem Platz gilt, steht in den Platzregeln, meist auf der Rückseite der Scorekarte.
Das Aus solltest du nicht mit der Penalty Area verwechseln, die früher Wasserhindernis hieß. Penalty Areas sind mit gelben oder roten Pfählen markiert und gehören zum Platz. Dort gelten andere Regeln, die ich dir in meinem Artikel über die Penalty Area erkläre.
Wann ist ein Ball im Aus?
Ein Ball ist nur dann im Aus, wenn er vollständig außerhalb der Platzgrenze liegt. Das bedeutet, dass er im Spiel bleibt, solange auch nur ein kleiner Teil des Balls noch auf dem Platz liegt. Wo die Grenze genau verläuft, hängt von der Markierung ab.
| Markierung | Wo genau verläuft die Grenze? | Hinweis |
|---|---|---|
| Weiße Pfähle | an den platzseitigen Punkten der Pfähle in Bodenhöhe | gedachte Linie von Pfahl zu Pfahl |
| Weiße Linie | die Linie selbst ist bereits Aus | im Aus ist der Ball, wenn er ganz auf oder jenseits der platzseitigen Kante der Linie liegt |
| Zaun oder Mauer | an den platzseitigen Punkten des Zauns | Pfosten und Zaun gehören zum Aus |
Ein Ball kann also auch knapp hinter einem Pfahl liegen und trotzdem noch im Spiel sein, solange er nicht komplett jenseits der Linie liegt. Wenn du dir unsicher bist, schau dir die gedachte Linie von Pfahl zu Pfahl in Bodenhöhe genau an.
Viele Golfer wissen außerdem nicht, dass sie Pfähle, die das Aus markieren, nicht entfernen dürfen, auch wenn sie beim Schwung stören. Sie gelten als Grenzobjekte, und dafür gibt es keine straflose Erleichterung.
Welche Strafe gibt es für einen Ball im Aus?
Wenn dein Ball im Aus liegt, gilt die Strafe Schlag und Distanzverlust. Du bekommst einen Strafschlag und musst den nächsten Schlag von der Stelle spielen, von der du den letzten Schlag gemacht hast.
Stell dir vor, du schlägst vom Abschlag ins Aus. Dein Abschlag war Schlag 1, der Strafschlag ist Schlag 2, und wenn du erneut vom Abschlag spielst, ist das dein dritter Schlag. Viele Golfer sagen deshalb einfach „drei vom Tee“.
Wenn dein letzter Schlag vom Abschlag war, darfst du den Ball wieder aufteen. Kam er vom Fairway oder aus dem Rough, musst du einen Ball an der Stelle des letzten Schlags droppen. Wie das Droppen richtig funktioniert, habe ich in meinem Artikel zum Droppen im Golf erklärt.
Wann gilt ein Ball als verloren?
Ein Ball gilt als verloren, wenn du ihn nicht innerhalb von 3 Minuten findest, nachdem du oder dein Caddie mit der Suche begonnen haben. Seit der Regelreform 2019 sind es nur noch drei statt früher fünf Minuten. Für einen verlorenen Ball gilt dieselbe Strafe wie für das Aus, also ebenfalls Schlag und Distanzverlust.
Die kürzere Suchzeit soll das Spieltempo verbessern. Gerade im hohen Rough lohnt es sich deshalb, schon beim Schlag genau hinzuschauen, wo der Ball landet, und sich einen markanten Punkt wie einen Baum oder einen Busch zu merken.
Wie funktioniert der provisorische Ball?
Wenn du nach einem Schlag befürchtest, dass dein Ball im Aus liegen oder außerhalb einer Penalty Area verloren sein könnte, darfst du einen provisorischen Ball spielen. Damit sparst du dir den Weg zurück, falls der erste Ball tatsächlich nicht mehr im Spiel ist.
Bevor du ihn spielst, musst du deinen Mitspielern ansagen, dass es ein provisorischer Ball ist. Am besten sagst du wörtlich „Ich spiele einen provisorischen Ball“, denn ein einfaches „Ich spiele noch einen“ reicht nicht. Gespielt wird er von der Stelle des letzten Schlags, beim Abschlag also wieder vom Tee.
Den provisorischen Ball darfst du weiterspielen, bis du die Stelle erreichst, an der der erste Ball vermutlich liegt. Wenn du deinen ersten Ball innerhalb von 3 Minuten auf dem Platz findest, spielst du ihn weiter und hebst den provisorischen Ball ohne Strafe auf. Ist der erste Ball im Aus oder nicht rechtzeitig gefunden, wird der provisorische Ball zum Ball im Spiel, mit einem Strafschlag. Ist dagegen klar, dass der erste Ball in einer Penalty Area liegt, darfst du keinen provisorischen Ball spielen, und es gelten die Regeln der Penalty Area.
Das ist an einem Beispiel leichter zu verstehen. Dein Abschlag fliegt Richtung Aus, und du spielst einen provisorischen Ball. Der erste Ball ist tatsächlich im Aus, dein provisorischer Ball liegt auf dem Fairway. Er zählt bereits als dein dritter Schlag, dein nächster Schlag ist also der vierte.
Gibt es auf deinem Platz ein Loch, an dem du immer wieder ins Aus schlägst? Dann lohnt es sich, nach der Runde zu notieren, wo die Bälle hingegangen sind. Oft zeigt sich ein Muster, etwa dass dein Driver an einem bestimmten Abschlag immer wieder nach rechts wegrutscht. Dann ist ein Holz oder Hybrid an dieser Stelle die klügere Wahl. Für solche Notizen habe ich „Dein Golf Journal“ gemacht.
Was ist die Platzregel E-5?
Seit 2019 können Clubs eine besondere Platzregel einführen, die das Zurückgehen erspart. Sie heißt nach dem Muster in den Golfregeln Platzregel E-5. Wenn sie auf deinem Platz gilt, kannst du statt zurückzugehen einen Ball in der Nähe der Stelle droppen, an der der erste Ball ins Aus gegangen oder verloren gegangen ist, und zwar mit zwei Strafschlägen.
Diese Regel ist vor allem für die normale Runde gedacht, damit das Spiel zügig bleibt. In Turnieren mit hohem Niveau wird sie meist nicht angewendet. Ob sie bei dir gilt, steht in den Platzregeln deines Clubs oder in der Ausschreibung des Turniers. Ohne ausdrückliche Platzregel gilt immer Schlag und Distanzverlust.
Welche Fehler passieren beim Aus am häufigsten?
Ein häufiger Fehler ist, dass der provisorische Ball nicht richtig angesagt wird. Ohne klare Ansage ist der zweite Ball kein provisorischer Ball, sondern sofort der Ball im Spiel. Der erste Ball ist dann aus dem Spiel, selbst wenn du ihn später findest.
Viele Golfer suchen auch zu lange. Nach 3 Minuten ist der Ball verloren, und wenn du ihn danach noch findest und spielst, spielst du einen falschen Ball. Das kostet im Zählspiel zwei weitere Strafschläge.
Genauso oft wird ein Ball zu früh als Aus abgeschrieben. Er ist erst dann im Aus, wenn er komplett jenseits der Grenze liegt. Du solltest also genau hinschauen, bevor du zurückgehst, und gelbe oder rote Pfähle nicht mit weißen verwechseln, denn die markieren Penalty Areas mit eigenen Erleichterungsmöglichkeiten.
Welche Regeln Golfer außerdem häufig verwirren, habe ich in meinem Artikel über die verwirrendsten Golfregeln gesammelt.
Wie vermeidest du das Aus auf dem Platz?
Gerade auf Plätzen mit viel Aus entlang der Bahnen lohnt sich ein bisschen Taktik. Ich würde dir empfehlen, an engen Löchern lieber ein Holz oder Hybrid vom Abschlag zu spielen statt des Drivers. Ein Ball auf dem Fairway, der zwanzig Meter kürzer liegt, ist fast immer besser als ein Ball im Aus.
Schau dir vor der Runde die Scorekarte an, denn dort ist oft eingezeichnet, an welchen Löchern Aus droht. Und wenn du beim Abschlag unsicher bist, spiel lieber gleich einen provisorischen Ball. Das kostet zehn Sekunden, kann dir aber einen langen Weg zurück ersparen.
Wie du dich auf dem Platz taktisch klug verhältst, liest du in meinem Artikel zum Course Management. Welche Strafschläge es sonst noch gibt, findest du im Beitrag zum Strafschlag beim Golf.
Häufig gestellte Fragen zum Out of Bounds
Was ist ein Out of Bounds im Golf?
Out of Bounds, auf Deutsch Aus, ist der Bereich außerhalb der Grenzen des Golfplatzes. Er wird meist mit weißen Pfählen oder Linien markiert. Liegt dein Ball vollständig im Aus, spielst du mit einem Strafschlag von der Stelle deines letzten Schlags erneut.
Wann gibt es zwei Strafschläge beim Golf?
Zwei Strafschläge gibt es im Zählspiel bei vielen Regelverstößen, die unter die sogenannte Grundstrafe fallen, etwa beim Spielen eines falschen Balls oder beim Abschlag von außerhalb des Abschlagbereichs. Bei der Platzregel E-5 für Aus und verlorenen Ball sind es ebenfalls zwei Strafschläge.
Wie lange darf man einen Ball suchen?
Du darfst einen Ball 3 Minuten lang suchen. Die Zeit beginnt, sobald du oder dein Caddie mit der Suche anfangen. Wird der Ball in dieser Zeit nicht gefunden, gilt er als verloren, und du spielst mit einem Strafschlag von der Stelle des letzten Schlags erneut.
Darf man einen provisorischen Ball spielen?
Ja, wenn dein Ball im Aus oder außerhalb einer Penalty Area verloren sein könnte, darfst du einen provisorischen Ball spielen. Du musst ihn vorher ausdrücklich als provisorischen Ball ansagen. Ist klar, dass der Ball in einer Penalty Area liegt, ist ein provisorischer Ball nicht erlaubt.
Ist es erlaubt, Probeschwünge auf dem Abschlag zu machen?
Ja, Probeschwünge auf dem Abschlag sind erlaubt. Du solltest dabei nur darauf achten, keine Mitspieler zu gefährden und den Abschlag nicht unnötig zu beschädigen. Ein Probeschwung zählt nicht als Schlag, solange du den Ball nicht treffen wolltest.
Fazit
Out of Bounds ist der Bereich außerhalb der Platzgrenzen, markiert mit weißen Pfählen oder Linien. Wenn der Ball vollständig im Aus liegt oder du ihn nicht innerhalb von 3 Minuten findest, gilt Schlag und Distanzverlust, also ein Strafschlag und der nächste Schlag von der Stelle des letzten.
Mit einem rechtzeitig angesagten provisorischen Ball sparst du dir den Weg zurück. Und wenn dein Club die Platzregel E-5 eingeführt hat, kannst du alternativ mit zwei Strafschlägen in der Nähe weiterspielen. Mein Tipp ist, den provisorischen Ball lieber einmal zu oft als einmal zu wenig anzusagen und an engen Löchern auf Sicherheit zu spielen.




