Die größten Fehler der Handgelenke beim Golfschwung

Alexander Weber··9 Min Lesezeit
Die größten Fehler der Handgelenke beim Golfschwung

Viele Dinge im Golfsport erscheinen erstmal seltsam. Man könnte sogar sagen, dass die meisten Bewegungen im Golf für den Körper unnatürlich wirken. Genau deswegen fällt es so schwer, sich ohne Hilfe von anderen zu verbessern.

In diesem Artikel möchte ich auf eine Technik von Golfprofis eingehen, die die meisten Golfer nicht beherrschen, und dir mit vielen Schlägern dabei helfen, ein bisschen mehr Weite und Konstanz zu erreichen.

Die häufigsten Fehler der Handgelenke beim Golfschwung sind: die Anwinkelung zu früh oder zu spät auflösen (falsches Lag-Timing), zu feste Handgelenke die den Schwung blockieren, und eine falsche Stellung des linken Handgelenks im Treffmoment. All das kostet dir Weite und Genauigkeit.

Warum machen wir diesen Fehler?

Ein sehr bekannter Fehler passiert tatsächlich eher mental und tritt auf, wenn dir beigebracht wurde, dass der Rückschwung aus zwei verschiedenen Abschnitten besteht. Diese Abschnitte sind erstens, ohne das Anwinkeln der Handgelenke so weit wie möglich nach hinten zu gehen, und zweitens das Anwinkeln der Handgelenke für den vollen Rückschwung.

Durch diese Zwei-Abschnitt-Vorstellung kann es dazu kommen, dass Golfer auch beim Ausführen des Schwunges diese Routine verwenden und die Handgelenke schnell wieder gerade ausrichten. Am Ende schlagen sie dann komplett aus den Armen, ohne die Handgelenke überhaupt einzusetzen. Man möchte hiermit einfach den Rückschwung genau wieder zurückführen, was an sich auch kein schlechter Ansatz ist, da es beispielsweise beim Putten genauso funktioniert.

Ein anderer Fehler ist die Überkompensation. Das bedeutet, dass es für den Golfer bei den Handgelenken entweder hundert oder null Prozent Anwinkelung gibt und sie hier, statt zu schnell auf null zu kommen, einfach zu lange auf hundert bleiben.

Beide dieser Optionen sind nicht empfehlenswert. Die goldene Mitte ist hier höchstwahrscheinlich die richtige Wahl.eser Optionen sind nicht empfehlenswert. Die goldene Mitte ist hier höchstwahrscheinlich die richtige Wahl.

Fehler, die du auf der Driving Range unbewusst machst.

Linkes und rechtes Handgelenk: Was ist der Unterschied?

Das ist ein Punkt, den viele Golfer gar nicht auf dem Schirm haben. Das linke und das rechte Handgelenk übernehmen beim Schwung unterschiedliche Aufgaben (für Rechtshänder gilt hier die linke Hand als Führungshand).

Das linke Handgelenk ist für die Führung des Schlägers verantwortlich. Es sollte im Treffmoment möglichst flach und gerade sein, damit die Schlagfläche sauber zum Ball zeigt. Ist es zu stark nach hinten gebogen, öffnet sich die Schlagfläche und du triffst mit einem Loftfehler.

Das rechte Handgelenk unterstützt den Schwung und hilft dabei, die Anwinkelung während des Rückschwunges zu halten. Ein klassischer Fehler ist hier, mit der rechten Hand zu versuchen, den Schlag zu „retten“, indem man aktiv eingreift. Das führt fast immer dazu, dass man löffelt, also den Ball von unten herausschaufelt statt ihn sauber zu treffen.

Wenn du feststellst, dass dein Ball häufig nach rechts oder links abweicht, lohnt es sich, deine Handgelenk-Stellung bei einem Pro oder per Video zu überprüfen. Oft liegt die Ursache genau hier. Mehr zu den Grundlagen des richtigen Golfgriffs findest du in diesem Artikel, da Griff und Handgelenk-Stellung direkt zusammenhängen.

Feste Handgelenke: Der klassische Anfängerfehler

Viele Golfer, die gerade anfangen, machen intuitiv genau das Falsche. Sie halten den Schläger so fest wie möglich, weil sie denken, das gibt ihnen mehr Kontrolle. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Wenn du die Handgelenke beim Golfschwung verkrampfst, blockierst du den natürlichen Bewegungsfluss. Der Schlägerkopf kann nicht frei durch den Ball beschleunigen, weil die Energie nicht weitergeleitet wird. Das Ergebnis: weniger Schlägerkopfgeschwindigkeit, weniger Weite und weniger Konstanz.

Wer Spieler mit einem guten Handicap beobachtet, sieht sofort, wie viel Spiel sie in den Handgelenken haben. Das wirkt fast locker, ist aber kontrolliert locker. Die Schlägerkopfgeschwindigkeit wird nämlich zu einem großen Teil über das Winkeln und Entwinkeln der Handgelenke generiert.

Du musst also nicht kraftvoller werden, du musst die Energie besser weiterleiten. Das ist einer der größten Hebel für mehr Weite, ohne dass du körperlich mehr leisten musst.

Passend dazu empfehle ich dir, einen Blick auf die 3 häufigsten Anfängerfehler beim Golfschwung zu werfen. Dort erkläre ich, warum Grundlagen wie Griff und Ansprechposition so entscheidend sind.nst du deinen Schwung aufs genaueste analysieren und verbessern.

Was passiert, wenn die Handgelenke beim Golfschwung nicht stimmen?

Das merkt man leider oft erst dann, wenn der Ball schon in einer ungünstigen Richtung unterwegs ist. Falsche Handgelenk-Stellungen sind eine der häufigsten Ursachen für Slice und Hook.

Wenn das linke Handgelenk am oberen Punkt des Rückschwungs zu stark nach unten knickt (also in Richtung Himmel zeigt statt gerade zu bleiben), schließt sich die Schlagfläche. Der Ball erhält einen Hook-Spin und dreht nach links weg. Gleichzeitig reduziert sich der Loft, der Ball fliegt flacher als gewollt.

Ist das Handgelenk hingegen zu stark aufgewölbt, öffnet sich die Schlagfläche. Das ist ein klassischer Auslöser für den Slice, der Ball dreht nach rechts.

Beide Probleme lassen sich oft durch eine einfache Anpassung der Handgelenk-Stellung im Rückschwung lösen, ohne dass du deinen gesamten Schwung umbauen musst.

Was wäre hier optimal?

Wir wollen die Anwinkelung der Handgelenke zur optimalen Zeit lösen, damit wir das bestmögliche Ergebnis erzielen können. Wenn wir die Anwinkelung nicht auflösen, verlieren wir wertvolle Kraft und Genauigkeit. Das Gleiche gilt, wenn wir die Anwinkelung zu früh auflösen.

Was wir hier also wollen, ist ein fließender Übergang während der gesamten Dauer des Schwunges, sodass es nicht abrupt passiert. Das sollte sich natürlich und gut anfühlen, da hier die Schlägerkopfgeschwindigkeit erhöht wird, was von den meisten Golfern als positives Gefühl wahrgenommen wird.

Im Treffmoment sollten die Hände leicht vor dem Ball sein. Das nennt man auch einen sauberen Impact. Wenn du das Gefühl hast, den Ball immer zu löffeln, ist die Anwinkelung der Handgelenke ein guter Startpunkt für die Fehlersuche.

Wie geht der Golfschwung 2

Handgelenke stärken: Verletzungen vorbeugen

Das Thema klingt erstmal trocken, ist aber wichtiger als viele denken. Etwa 55 Prozent aller Golfer klagen irgendwann über Probleme an Handgelenk und Hand. Ursache ist oft nicht ein einmaliger Fehler, sondern das wiederholte Ausführen eines technisch ungünstigen Schwunges über viele Runden hinweg.

Besonders heikel ist der Moment, wenn der Schläger den Boden trifft, bevor er den Ball trifft. Der ruckartige Stopp belastet die kleinen Strukturen im Handgelenk stark. Wer zudem unter Karpaltunnel-Problemen leidet, sollte hier besonders aufpassen.

Die gute Nachricht: Kräftigungsübungen für das Handgelenk helfen nachweislich, sowohl bei der Fehlerkorrektur als auch bei der Verletzungsvorbeugung. Wie du gezielt die richtigen Muskeln fürs Golf trainierst, findest du in einem eigenen Artikel bei mir.

Was kann dir bei dem Fehler helfen?

Natürlich hat es mit Übung zu tun, dass man hier richtig agiert. Es ist unter anderem auch hilfreich, mit deinem lokalen Pro daran zu arbeiten, da dieser oft ein gutes Auge für solche Dinge hat.

Ich kann dir allerdings erstmal auch folgende Hilfsmittel empfehlen, falls du daran interessiert bist, dich eigenständig immer mehr zu verbessern:

Um kurz auf die Hilfsmittel einzugehen: Der Schwungtrainer hilft dir dabei, ein besseres Gefühl für den richtigen Rhythmus und den korrekten Einsatz der Handgelenke zu entwickeln. Du bekommst durch das Gewicht am Ende direktes Feedback, ob deine Handgelenke im Schwung richtig eingesetzt werden. Das Tool ist kompakt und funktioniert auch im Winter zu Hause.

Der Swing Speed Trainer zielt darauf ab, die Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erhöhen, was direkt mit dem richtigen Handgelenk-Einsatz zusammenhängt. Wer seine Handgelenke sauber einsetzt, merkt sofort eine Zunahme der Geschwindigkeit.

Außerdem empfehle ich dir, deinen Schwung ab und zu per Video aufzunehmen. Viele Fehler in der Handgelenk-Stellung sind für dich selbst kaum spürbar, auf dem Video aber sofort sichtbar.

Was ist eine Technik, um das Problem zu beheben?

Tatsächlich kannst du mal folgendes versuchen: Sage dir, dass du deine Handgelenke gar nicht anwinkeln möchtest. Das wäre bei einem regulären Golfschwung natürlich nicht besonders empfehlenswert, da man körperlich damit nur bis zu einem bestimmten Punkt kommen würde.

Tatsächlich ist es aber so, dass man durch diesen Gedanken oft weniger in die Handgelenke geht, doch immer noch genug. Man geht, wie man es machen sollte, mit der Rotationsenergie in den Schwung hinein und winkelt seine Handgelenke automatisch an.

Durch diese Rotationsenergie sollte es dir dann auch einfacher fallen, dies auf dem Weg nach unten genauso anzuwenden. Du versuchst also nicht mehr, den Schwung in Segmenten durch deinen Kopf gehen zu lassen, sondern bewegst dich einfach natürlicher mit der Rotationsenergie.

Ich weiß, dass es auf dem Golfplatz einige Dinge gibt, die man sich merken muss, und es ist immer schwer, alles im Kopf zu behalten. Deswegen empfehle ich dir, viele Dinge aufzuschreiben, damit du sie nicht vergisst und über die Zeit wirklich Fortschritte siehst.

Und genau dafür gibt es ein Tool, das dir dabei helfen kann, dein Golfspiel nachhaltig zu verbessern: Dein Golf Journal. Damit kannst du Tipps, Erkenntnisse und Erlebnisse vom Platz festhalten, Ziele setzen und deinen Fortschritt über Zeit beobachten. Wer seine Gedanken aufschreibt, verbessert sich nachweislich schneller als jemand, der alles nur im Kopf behält.



Fazit

Im Golfsport gibt es vieles, was man von professionellen Golfspielern lernen kann. Und das Thema Handgelenke beim Golfschwung ist eines davon, das auf den ersten Blick klein wirkt, aber einen riesigen Einfluss auf Weite, Genauigkeit und Konstanz hat.

Ob du deine Anwinkelung falsch timest, die Handgelenke zu sehr verkrampfst oder das linke Handgelenk im Treffmoment nicht sauber führst: Alle diese Fehler lassen sich mit etwas gezieltem Training beheben. Du musst dafür nicht deinen ganzen Schwung umbauen, oft reicht eine kleine Anpassung, die du auf der Driving Range einübst.

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Alexander Weber
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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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