Golfhandschuh: Welche Hand, welche Größe und worauf du achten solltest

Alexander Weber··11 Min Lesezeit
Golfhandschuh: Welche Hand, welche Größe und worauf du achten solltest

Ein Golfhandschuh ist eines der wenigen Ausrüstungsteile, das in keinem Golfbag fehlen sollte. Er verbessert deinen Griff am Schläger, schützt deine Hand vor Reibung und macht lange Runden angenehmer. Wenn du gerade erst anfängst und noch nicht weißt, was du alles brauchst, schau vorher mal in meinen Artikel darüber, was man zum Golfen braucht.

Aber welchen Handschuh nimmst du eigentlich? An welche Hand kommt er, und welche Golfhandschuhgröße passt zu dir? Genau diese Fragen beantworte ich dir hier, kurz und ohne Umwege.

Beim Golfhandschuh solltest du als erstes wissen, welche Hand du trägst, dann deine Golfhandschuhgröße herausfinden und danach auf Material, Wasserfestigkeit, Grip und Pflege achten.

Golfhandschuh: An welcher Hand trägst du ihn?

Als Rechtshänder trägst du den Golfhandschuh auf der linken Hand. Als Linkshänder trägst du ihn auf der rechten Hand. Die Regel ist simpel: immer die Hand, die oben am Schläger liegt und den meisten Kontakt zum Grip hat.

Warum das so ist? Die führende Hand ist die. Die bei jedem Schwung die meiste Reibung mit dem Schlägergriff erzeugt. Genau dort schützt dich der Handschuh vor Blasen und Hornhautbildung. Er sollte dabei wie eine zweite Haut sitzen, eng anliegend, ohne Falten am Handrücken.

Und ja, es gibt Golfer, die an beiden Händen einen Handschuh tragen. Das ist erlaubt und manchmal bei schwitzigen Händen oder Regenrunden sinnvoll. Die meisten kommen aber mit einem an der Führungshand gut zurecht.

Warum überhaupt einen Golfhandschuh tragen?

Theoretisch kannst du ohne Handschuh spielen. Aber wer schon mal 18 Loch gespielt hat, weiß, wie unangenehm das werden kann. Ein Handschuh macht drei Dinge gleichzeitig:

  • Er gibt dir einen besseren, rutschsicheren Grip am Schläger
  • Er schützt deine Handinnenfläche vor Reibung, Blasen und Hornhaut

– Er hilft bei schwitzigen Händen, den Schläger nicht aus der Hand zu verlieren

Gerade an heißen Sommertagen und auf langen Runden merkt man den Unterschied schnell. Der richtige Golfgriff ist ohnehin einer der wichtigsten Faktoren für einen guten Schwung. Ein Handschuh unterstützt das direkt.

Die richtige Golfhandschuhgröße finden

Die richtige Golfhandschuhgröße ist entscheidender, als die meisten denken. Hersteller-Untersuchungen verdeutlichen immer wieder, dass über 60 Prozent aller Golfer einen zu großen Handschuh tragen. Ein zu großer Handschuh verrutscht beim Schwung und erzeugt genau die Reibung, vor der er dich eigentlich schützen soll. Ein zu kleiner drückt und macht die Runde zur Qual.

So misst du deine Handschuhgröße:

Du brauchst zwei Maße:

  • Den Handumfang: Miss mit einem Maßband um die breiteste Stelle deiner Handfläche, also quer über die Knöchel. Den Daumen nicht mitzählen.
  • Die Mittelfingerlänge: Von der Handgelenksfalte bis zur Fingerspitze

Wenn du zwischen zwei Größen liegst, nimm immer die kleinere. Leder passt sich mit der Zeit noch etwas an.

Ein einfacher Praxistest danach: Zieh den Handschuh an und ball die Hand zur Faust. Das sollte ohne größeren Widerstand klappen. Wenn irgendwo etwas spannt oder der Stoff Falten wirft, ist die Größe nicht richtig.

Ungefähre Größenorientierung für Herren:

GrößeHandumfangMittelfinger
S18-19 cm7,0-7,4 cm
M19-20 cm7,4-7,8 cm
ML20-21 cm7,8-8,2 cm
L21-22 cm8,2-8,5 cm
XL22+ cm8,5+ cm

Golfhandschuhgröße für Damen:

Damen-Größen fallen im Schnitt etwa eine Stufe kleiner aus als bei Herren. Als grobe Orientierung für den Handumfang:

– S: Handumfang ca. 18 bis 19 cm

  • M: Handumfang ca. 19 bis 20 cm
  • L: Handumfang ca. 20 bis 21 cm

Auch hier gilt: Das sind Richtwerte, keine feste Norm. Jeder Hersteller tickt etwas anders, also immer die Tabelle der jeweiligen Marke als letzte Referenz nehmen.

Golfhandschuhgröße für Kinder:

Bei Kindern wird es etwas unübersichtlicher, weil viele Hersteller gar keine eigene Golf-Kindergröße führen. Die meisten Junior-Handschuhe orientieren sich an den kleinen Damengrößen oder werden direkt in Altersstufen angegeben, etwa 6 bis 8 Jahre oder 9 bis 12 Jahre statt in S, M, L.

Am einfachsten ist es, genauso wie bei Erwachsenen den Handumfang zu messen und dann die Größentabelle des jeweiligen Herstellers zu prüfen, statt sich auf eine allgemeine Altersangabe zu verlassen. Kinderhände wachsen schnell, aus diesem Grund lohnt sich hier eher ein günstigerer Handschuh als ein teures Modell, das nach einer Saison schon zu klein ist.

Cadet-Passform: Wenn deine Finger eher kurz sind, aber die Handfläche relativ breit ist, könnte ein Cadet-Handschuh die bessere Wahl sein. Diese Passform hat kürzere Finger bei gleicher Handbreite. Nicht jeder Hersteller bietet das an, Footjoy aber zum Beispiel schon.

One Size Handschuhe: Es gibt auch Handschuhe in einer Einheitsgröße, die sich dank stark dehnbarem Material an fast alle Hände anpassen. Praktisch, wenn man sich nicht sicher ist oder schnell einen Ersatz braucht.

Wenn du online kaufst: Bestell im Zweifelsfall zwei Größen und schick eine zurück. Das ist bei Handschuhen wirklich der sicherste Weg, weil sich Passformen von Hersteller zu Hersteller so stark unterscheiden. Achte beim Anprobieren insbesondere darauf, ob sich zwischen den Fingern Stoff staut. Wenn sich etwas bewegt, kann es zu Reibung kommen. Die kontraproduktiv ist.



Art des Golfhandschuhs

Es gibt tatsächlich diverse Arten von Handschuhen, und die Unterschiede sind nicht nur kosmetisch.

Cabretta-Leder: Das ist das klassische Material, ein hauchdünnes Schafsleder. Es überträgt das Gefühl zum Schläger am direktesten und wird von vielen erfahrenen Spielern bevorzugt. Der Nachteil: Es nutzt sich schneller ab, besonders bei Nässe, und sollte nicht in der prallen Sonne getrocknet werden.

Känguruleder: Noch dünner und reißfester als Cabretta, dafür auch spürbar teurer. Du findest es vor allem bei Premium-Handschuhen. Für die meisten Hobbygolfer lohnt sich der Aufpreis nicht unbedingt, aber wer das bestmögliche Gefühl will, findet hier die Referenz.

Synthetische Handschuhe: Langlebiger und pflegeleichter als Leder. Das Feedback zum Schläger ist minimal schlechter, aber für die meisten Hobbygolfer kaum zu spüren. Gute Wahl als Alltagshandschuh.

Hybrid-Handschuhe: Manche Hersteller kombinieren Leder in der Handfläche mit Synthetik am Handrücken. Du bekommst das Griffgefühl, wo es drauf ankommt, plus mehr Haltbarkeit am Rest.

Allwetterhandschuhe: Funktionieren bei trocken und nass. Etwas dicker als Standard, aber bei beiden Bedingungen solide griffig.

Am Ende kommt es tatsächlich aufs persönliche Gefühl an. Schließlich bist du die Person, die dann 9 oder 18 Loch damit spielen möchte.

Allwetter, Regen und Winter: die richtigen Handschuhe

Nicht jeder Handschuh ist für jedes Wetter gemacht. Das lohnt sich zu wissen, bevor du eine Runde im Regen mit dem falschen Handschuh anfängst.

Sommerhandschuhe / Standard: Der normale Leder- oder Synthetikhandschuh ist für trockene Bedingungen optimal. Bei leichtem Schweiß bleibt der Grip gut, bei starkem Regen aber lässt er nach.

Regenhandschuhe: Werden paarweise getragen. Das klingt ungewohnt, macht aber bei starkem Regen wirklich Sinn. Das Material dieser Handschuhe wird bei Nässe sogar griffiger statt schlechter.

Winterhandschuhe: Gefüttert, mit mehr Wärme, oft mit höherem Handgelenkskragen. Werden ebenfalls paarweise getragen, weil du beide Hände schützen willst. Gut für alles unter etwa 10 Grad. Wenn du wissen willst, wie du im Winter überhaupt am Ball bleibst, lies meinen Artikel zum Golfen im Winter.

Es lohnt sich, mindestens zwei unterschiedliche Handschuhe im Bag zu haben: einen für trockene Bedingungen und einen für Regen oder Kälte.

Wasserfestigkeit und Atmungsaktivität

Beim Golfen bleibt man nicht immer trocken. Das bedeutet einmal, dass man gerade an heißen Sommertagen an den Händen schwitzt. Und Golf ist nun mal ein Sommersport.

Aus diesem Grund raten Handschuhe atmungsaktiv sein, damit sich kein Schweiß unter dem Handschuh anstaut. Viele Modelle haben dafür Perforierungen am Handrücken oder spezielle Mesh-Einsätze. Das macht einen spürbaren Unterschied auf langen Runden.

Für Regentage oder feuchte Morgenstunden empfiehlt sich wie oben beschrieben ein spezieller Allwetter- oder Regenhandschuh. Ein normaler Lederhandschuh verliert bei Nässe schnell an Grip und kann dabei auch dauerhaft Schaden nehmen.

Rutschfester Grip

Ein rutschfester Grip ist der Kern des ganzen Handschuhs. Wenn du den nicht hast, ist der komplette Verwenden hinfällig.

Wenn der Schläger trotz Handschuh aus der Hand rutscht, kann das diverse Ursachen haben. Manchmal liegt es am Material des Schlägergriffs selbst. Wenn sich der Handschuh aber wellt oder nicht hauteng an der Hand bleibt, liegt es meistens an der falschen Größe. Ein gut sitzender Handschuh bewegt sich beim Schwung kaum, und genau das willst du.

Wenn du merkst, dass auch dein Schlägergriff selbst schon glatt und abgenutzt ist, lohnt sich ein Blick in meinen Artikel, wie du deine Golfschläger und Golfgriffe richtig reinigst. Ein sauberer Grip und ein passender Handschuh gehören zusammen.

Pflegetipps: So hält dein Handschuh länger

Ein Lederhandschuh lebt nicht ewig, aber mit der richtigen Pflege hält er deutlich länger.

Nach jeder Runde solltest du ihn flach und geöffnet trocknen lassen. Nie in der Sonne und nie direkt an der Heizung. Ein feuchter Handschuh, der zusammengeknüllt in der Tasche landet, wird schnell steif und verliert seine Form.

Ein paar einfache Regeln:

– Nicht nass in die Golftasche stopfen

  • Nicht in der Waschmaschine waschen, außer der Hersteller erlaubt es explizit
  • Synthetik per Hand mit leicht feuchtem Tuch reinigen

– Leder gelegentlich mit einem geeigneten Pflegeprodukt behandeln

Wenn du merkst. Dass der Handschuh an bestimmten Stellen dünn wird oder der Grip nachlässt, ist es Zeit für einen neuen. Viele Golfer haben immer zwei oder drei in der Tasche, was ohnehin die bessere Strategie ist.

Empfehlungen: Meine Golfhandschuh-Favoriten

Ich mache hier keinen großen Labortest mit Punktetabelle, aber das sind die Handschuhe, die ich guten Gewissens empfehlen kann, weil ich sie selbst getragen habe oder sie sich in meinem Umfeld bewährt haben.

Persönlich nutze ich den wahrscheinlich beliebtesten Golfhandschuh, den man kaufen kann: den Klassiker von Footjoy.

Den WeatherSof gibt es als Doppelpack, was direkt praktisch ist. Du hast einen Ersatz dabei und zahlst weniger als für zwei Einzelne. Mein klarer Einstiegstipp:

FootJoy WeatherSof Doppelpack bei GolfHouse*

Wenn du auf Cabretta-Leder stehst und das beste Gefühl willst, ist der StaSof das, was ambitionierte Golfer gerne tragen. Das Leder gibt dir direktes Feedback und passt sich schnell an die Hand an:

FootJoy StaSof bei GolfHouse*

Wer erstmal günstig ausprobieren möchte oder auf reduzierte Markenware aus ist, findet bei Golf und Günstig eine große Auswahl mit oft deutlichen Rabatten:

Golfhandschuhe bei Golf und Günstig*

Meiner Meinung nach kann man von Golfhandschuhen auch ruhig mehrere ansammeln, zum Beispiel wenn die Farbe zum Golfoutfit passen soll. Die meisten nehmen klassisch einen weißen und einen schwarzen. Des Weiteren eignet sich ein Golfhandschuh super als Geschenk für Golfer, das nicht nur in der Ecke herumsteht.

Waschbar und Features

Da es zwangsläufig zu Schweiß im Handschuh kommt, ist es gut, eines zu haben, das sich auch reinigen lässt. Damit meine ich nicht, dass der Handschuh in die Waschmaschine gesteckt wird, sondern per Hand und dem Material entsprechend.

Wenn du noch mehr aus deinem Handschuh herausholen möchtest, gibt es zusätzliche Features. Einige Golfhandschuhe haben zum Beispiel einen integrierten Ballmarker am Klettverschluss. Damit brauchst du dieses kleine Utensil nicht mehr suchen, sondern hast es immer dabei. Wenn dich das stört, kannst du natürlich auch auf sowas verzichten. Aber praktisch ist es.

Häufige Fragen zum Golfhandschuh

Welche Hand trägt den Golfhandschuh? Als Rechtshänder die linke Hand, als Linkshänder die rechte Hand. Also immer die Hand. Die oben am Griff liegt und den Schläger führt.

Wie finde ich meine Golfhandschuhgröße? Miss deinen Handumfang und deine Mittelfingerlänge und vergleiche die Werte mit der Größentabelle des Herstellers. Im Zweifel lieber die kleinere Größe wählen.

Muss ein Golfhandschuh eng sitzen? Ja, er sollte wie eine zweite Haut sitzen, ohne dabei die Hand abzuschnüren. Beim Faustballen sollte es keinen spürbaren Widerstand geben.

Wie oft sollte ich meinen Golfhandschuh wechseln? Sobald der Grip nachlässt oder das Material an der Handfläche dünn wird, ist es Zeit für einen neuen. Viel- oder Turnierspieler wechseln oft alle paar Wochen, Gelegenheitsgolfer kommen mit einem guten Handschuh oft eine ganze Saison durch.

Fazit

Wenn du den richtigen Golfhandschuh finden möchtest, würde ich dir bei einem Online-Kauf empfehlen, direkt mehrere Größen zu bestellen und zu schauen, welcher am besten passt. Wie überall können Größen und Hersteller abweichen, weswegen man sich schwer auf eine Einheitsgröße verlassen kann.

Darüber hinaus lohnt es sich, immer mehrere Handschuhe im Bag zu haben. Es kann sein, dass ein Handschuh während einer Runde durchgespielt wird. Oder du findest ihn vor dem Start einfach nicht, weil er irgendwo im Bag verschwunden ist. Mindestens ein Backup ist immer ratsam, wenn du sowieso überlegst, was noch alles in dein Golfbag gehört.

Für alles rund um deine Golfausrüstung findest du auf golfforscher.de noch viele weitere Artikel.

Wenn du dich für dieses Thema interessiert hast, dann könntest du dich auch für meinen Newsletter interessieren:

*Alle Produkt-Links sind Affiliate-Links. Das heißt, von dem Kauf des Produkts bekomme ich einen kleinen Teil ab, der sonst an den Anbieter gegangen wäre. Ich habe nichts mit den Produzenten der Produkte zu tun.

Affiliate-Links: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du ueber diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis fuer dich aendert sich dadurch nicht. Ich empfehle nur Produkte und Dienste, die ich selbst nutze oder fuer vertrauenswuerdig halte. Weitere Infos in der Datenschutzerklaerung.
Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

Kommentare (0)

Max 1000 Zeichen. Keine HTML-Tags.

Lade Kommentare...