Das Smartphone ist für viele Golfer längst ein fester Teil der Ausrüstung. Es zeigt Distanzen zum Grün, führt die Scorekarte, wertet Runden aus und speichert sogar den digitalen Golfausweis. Die Auswahl an Golf-Apps ist allerdings riesig, und nicht jede ist ihr Geld wert. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Arten von Apps es gibt, welche bekannten Namen du kennen solltest und wie du die passende App für dich findest, ohne gleich ein teures Abo abzuschließen.
Die wichtigsten Golf-Apps lassen sich in vier Gruppen einteilen. Da sind zuerst die GPS- und Scorekarten-Apps wie Hole19, Golfshot oder 18Birdies, dann die Statistik-Apps mit Sensoren wie Arccos oder Shot Scope. Dazu kommen die App deines Golfverbands für Handicap und Ausweis, in Deutschland die App des DGV über golf.de, und Apps zur Schwunganalyse. Viele davon bieten eine kostenlose Grundversion, die Zusatzfunktionen kosten meistens ein Abo.
Warum solltest du eine Golf-App nutzen?
Eine gute Golf-App ersetzt im Alltag gleich mehrere Dinge: den Entfernungsmesser, die Papier-Scorekarte und das Notizbuch, in dem du deine Runden auswertest. Wenn du auf einem fremden Golfplatz unterwegs bist, zeigt sie dir an jedem Loch, wo Hindernisse liegen und wie weit es bis zum Grün ist, und das in Echtzeit, während du über den Platz gehst. Nach der Runde siehst du dann, wie viele Fairways du getroffen hast, wie viele Putts du gebraucht hast und wo du die meisten Schläge verloren hast.
Der größte Vorteil liegt aus meiner Sicht aber in den Daten über viele Runden. Eine einzelne Runde sagt wenig. Zwanzig Runden zeigen dagegen klare Muster, und das ist genau der Punkt, an dem eine App für Golfer interessant wird, die sich verbessern wollen.
Die besten Golf-Apps für GPS und Scorekarte
Diese Apps sind die Allrounder. Sie zeigen dir per GPS die Entfernung zum vorderen, mittleren und hinteren Grünrand und zu Hindernissen, führen deine Scorekarte und speichern deine Runden.
| App | Stärken | Preismodell |
|---|---|---|
| Hole19 | übersichtliche Platzkarten, große Datenbank, Statistiken | Basis kostenlos, Premium im Abo |
| Golfshot | GPS, Scorekarte, Schlagerfassung, Apple-Watch-Unterstützung | Basis kostenlos, Pro-Version im Abo |
| 18Birdies | GPS, Statistiken, Wettspiele mit Freunden | Basis kostenlos, Premium im Abo |
| SwingU | GPS, Statistiken, Trainingstipps passend zu deinen Schwächen | Basis kostenlos, Premium im Abo |
| Garmin Golf | Auswertung für Garmin-Golfuhren, Bestenlisten | kostenlos mit Uhr, Zusatzfunktionen im Abo |
Die großen Apps haben Daten von zehntausenden Golfplätzen weltweit, sodass du auch im Urlaub fast immer eine Karte findest. Es gibt sie für iPhone und Android im App Store und bei Google Play. Für die meisten Hobbygolfer reicht die kostenlose Grundversion völlig aus, um Distanzen zum Grün zu sehen und die Scorekarte zu führen. Die Premium-Versionen lohnen sich vor allem dann, wenn du ausführliche Statistiken, Höhenausgleich oder detaillierte Platzansichten nutzen willst. Preise und Funktionsumfang ändern sich regelmäßig, deshalb lohnt sich ein Blick in den App Store, bevor du ein Abo abschließt.
Worauf es bei einer guten Golf-App ankommt
Das Wichtigste sind genaue Entfernungen. Die Distanzen zum Grün und zu den Gefahrenstellen müssen auf deinem Platz stimmen, sonst bringt dir die schönste Oberfläche nichts. Gleich danach kommt die Bedienung. Kannst du deinen Score auch mit Handschuh und in der prallen Sonne mit wenigen Klicks eintragen? Wenn das schon auf den ersten Löchern nervt, wirst du die App auf Dauer nicht nutzen.
Außerdem sollte die App eine digitale Scorecard für Score, Putts und Fairways haben und alle gespielten Runden speichern, damit du deine Statistiken über die Zeit verfolgen kannst. Viele Apps laufen auch auf der Apple Watch oder auf Android-Uhren, dann bleibt das Handy im Bag. Soziale Funktionen wie geteilte Runden, virtuelle Wettspiele mit Freunden oder Bestenlisten sind kein Muss, bringen aber zusätzlich Spaß beim Golfen.
Wenn du lieber eine Uhr am Handgelenk trägst, statt ständig das Handy zu zücken, findest du in meinem Artikel über die Golfuhr eine Übersicht.
Statistik-Apps mit Sensoren
Noch genauer wird es mit Apps, die deine Schläge automatisch erfassen. Dafür schraubst du kleine Sensoren auf die Griffe deiner Schläger, die bei jedem Schlag registrieren, welcher Schläger benutzt wurde. Das Smartphone oder eine Uhr speichert dazu die Position auf dem Platz.
Bekannte Systeme sind Arccos, Shot Scope und die Garmin-Sensoren für die Approach-Uhren. Nach der Runde siehst du genau, wie weit du mit jedem Schläger im Schnitt schlägst und wo du im Vergleich zu Golfern mit einem anderen Handicap Schläge verlierst.
Das ist extrem aufschlussreich, kostet aber meistens mehr. Die Sensoren musst du kaufen, und für die volle Auswertung ist oft zusätzlich ein Abo nötig. Wenn du ambitioniert bist und gezielt trainieren willst, kann sich das lohnen. Für einen Golfer, der zweimal im Monat eine Runde spielt, würde ich das Geld eher in Trainerstunden stecken.
Ob mit App oder ohne, wenn du deine Runden auswertest, verbesserst du dich schneller. Was eine App allerdings nicht liefert, ist die persönliche Seite: was sich gut angefühlt hat, woran du gedacht hast und was du beim nächsten Mal anders machen willst. Genau dafür habe ich „Dein Golf Journal“ entwickelt, in das du solche Gedanken nach jeder Runde einträgst.
Die App des Golfverbands: Handicap und Ausweis
In Deutschland bietet der Deutsche Golf Verband über golf.de eine App und ein Portal an, das früher als mygolf bekannt war. Dort findest du deinen digitalen DGV-Ausweis, dein aktuelles Handicap und deine Ergebnisse. Je nach Club kannst du dort auch handicaprelevante Privatrunden anmelden.
Für jeden Clubgolfer ist diese App fast schon Pflicht. Das liegt daran, dass sie den Plastikausweis ersetzt und dein Handicap immer aktuell anzeigt. Wie du dich dort anmeldest und was das Portal sonst noch bietet, habe ich in golf.de Login: So nutzt du das DGV-Portal beschrieben. Wie sich die Zahl dahinter zusammensetzt, kannst du beim Thema Handicap berechnen nachlesen.
Viele Clubs haben außerdem eine eigene App oder ein Online-System für Startzeiten, Turnieranmeldungen und Ergebnisse. Du solltest einfach im Sekretariat fragen, welche Lösung dein Club nutzt.
Apps zur Schwunganalyse
Für das Training gibt es Apps, mit denen du deinen Schwung filmst und anschließend in Zeitlupe analysierst. Du kannst Linien einzeichnen, etwa für die Schwungebene oder die Haltung, und deinen Schwung mit früheren Videos oder mit Profis vergleichen.
Gerade wenn du viel alleine übst, ist das eine große Hilfe. Ein kurzes Video zeigt oft Dinge, die du selbst gar nicht spürst, zum Beispiel einen zu kurzen Rückschwung oder ein Aufrichten im Treffmoment. Viele Pros nutzen solche Apps auch im Unterricht und schicken dir die Analyse danach aufs Handy.
Für den Anfang reicht auch die Kamera-App deines Smartphones mit Zeitlupenfunktion. Wichtig ist eine gleichbleibende Kameraposition, etwa auf Hüfthöhe direkt hinter dir in Richtung Ziel oder frontal auf deine Brust. Nur so kannst du zwei Videos wirklich miteinander vergleichen.
Wie findest du die passende Golf-App?
Am Anfang steht eine einfache Frage. Willst du vor allem Distanzen sehen, Statistiken auswerten oder deinen Schwung analysieren? Je nachdem, wie deine Antwort ausfällt, landest du bei einer anderen Gruppe von Apps.
Ich würde dir empfehlen, mit der Verbands-App zu starten, denn für Handicap und Ausweis brauchst du sie ohnehin. Danach kannst du die kostenlose Version einer GPS-App auf deinem Heimatplatz ausprobieren und prüfen, ob die Platzdaten stimmen. Den Heimatplatz kennst du am besten, deshalb merkst du dort sofort, ob die angezeigten Meter zu deinen Markierungen passen.
Achte dabei auch auf den Akku. GPS und die ständige Verbindung zum Handy kosten Strom, und nicht jedes Smartphone hält eine ganze 18-Loch-Runde durch. Wenn du merkst, dass es knapp wird, nimm eine Powerbank mit. Ein Abo solltest du erst abschließen, wenn du merkst, dass du die Zusatzfunktionen wirklich nutzt.
Denk außerdem an die Regeln. Im Turnier sind Distanz-Apps erlaubt, Funktionen mit Höhenausgleich oder Schlägerempfehlungen dagegen nicht.
Häufige Fehler mit Golf-Apps
Viele Golfer nutzen zu viele Apps gleichzeitig. Wenn du drei Apps parallel laufen lässt, verbringst du die Runde mit dem Handy statt mit dem Spiel. Brauchst du wirklich drei verschiedene Scorekarten für eine Runde? Eine gute App reicht völlig.
Ein häufiger Fehler ist auch, dass das Eintippen das Spieltempo bremst. Das Erfassen von Scores und Schlägen kostet Zeit, deshalb solltest du die Werte eingeben, während die anderen schlagen, und nicht dann, wenn du an der Reihe bist. Im Turnier kommt noch dazu, dass Höhenausgleich und Schlägerempfehlungen verboten sind. Viele Apps haben dafür einen Turniermodus, den du vor der Runde einschalten solltest.
Der dritte Fehler ist, Daten zu sammeln und sie nie anzuschauen. Statistiken bringen nur etwas, wenn du daraus Schlüsse ziehst. Das bedeutet, dass du dir nach jeder Runde gezielt einen Wert ansehen solltest, zum Beispiel die Putts oder die getroffenen Grüns. Lies bei kostenlosen Apps außerdem die Bedingungen, denn manche zeigen viel Werbung oder wechseln nach einer Testphase automatisch ins kostenpflichtige Abo.
Wenn du deine App-Statistiken ernst nimmst, schreib dir nach ein paar Wochen die zwei oder drei wichtigsten Erkenntnisse auf. Das kann zum Beispiel sein, dass du die meisten Schläge innerhalb von 50 Metern verlierst. Das ist dann dein Trainingsplan für die nächsten Wochen.
Golf-App oder Entfernungsmesser?
Eine Golf-App ist die günstigste Möglichkeit, auf dem Platz an Distanzen zu kommen. Sie ist aber nicht so genau wie ein Laser und kostet Handy-Akku. Wenn du regelmäßig spielst, landest du deshalb früher oder später oft bei einer Golfuhr oder einem Laser-Entfernungsmesser. Die Vor- und Nachteile beider Geräte habe ich im Vergleich GPS oder Laser-Entfernungsmesser gegenübergestellt.
Häufig gestellte Fragen zu Golf-Apps
Was ist die beste kostenlose Golf-App?
Das hängt davon ab, was du brauchst. Für Distanzen und Scorekarte sind die Grundversionen von Hole19, Golfshot oder 18Birdies ein guter Start. Für Handicap und Ausweis ist in Deutschland die App des DGV über golf.de die wichtigste kostenlose App.
Ist die Golfshot App kostenlos?
Die Grundversion von Golfshot ist kostenlos und bietet GPS-Distanzen und eine Scorekarte. Erweiterte Funktionen wie ausführliche Statistiken oder bestimmte Ansichten gibt es in der kostenpflichtigen Pro-Version im Abo. Die aktuellen Preise findest du im App Store.
Wie viel kostet die Hole19 App?
Hole19 hat eine kostenlose Basisversion mit GPS-Distanzen und Scorekarte. Für zusätzliche Funktionen gibt es ein Premium-Abo, dessen Preis sich je nach Laufzeit und Region unterscheidet. Den aktuellen Preis siehst du direkt in der App oder im App Store.
Welche kostenlose App kann ich zur Schwunganalyse nutzen?
Für den Anfang reicht die Kamera-App deines Smartphones mit Zeitlupenfunktion. Spezielle Analyse-Apps bieten zusätzlich Zeichenwerkzeuge und Vergleichsansichten, oft ebenfalls mit einer kostenlosen Grundversion. Wichtig ist eine feste Kameraposition, damit du deine Videos vergleichen kannst.
Welche Golf-App ist die beste für Android?
Die bekannten GPS-Apps wie Hole19, Golfshot, 18Birdies oder SwingU gibt es sowohl für das iPhone als auch bei Google Play für Android. Auch die App des DGV über golf.de läuft auf beiden Systemen. Teste am besten die kostenlose Version auf deinem Heimatplatz und entscheide dann, welche Bedienung dir am meisten liegt.
Sind Golf-Apps im Turnier erlaubt?
Ja, Apps, die nur Distanzen messen, sind im Turnier grundsätzlich erlaubt. Funktionen mit Höhenausgleich, Windmessung oder Schlägerempfehlungen darfst du im Turnier nicht nutzen, dafür haben viele Apps einen Turniermodus. Ein Club kann Entfernungsmesser allerdings per Platzregel ausnahmsweise verbieten.
Fazit
Golf-Apps sind für viele Golfer ein fester Begleiter geworden. GPS- und Scorekarten-Apps zeigen Distanzen und führen deine Runden, Statistik-Apps mit Sensoren werten jeden einzelnen Schlag aus, die Verbands-App ersetzt den Ausweis, und Analyse-Apps helfen dir beim Training.
Für den Einstieg reichen die kostenlosen Grundversionen völlig aus. Ein Abo lohnt sich erst, wenn du merkst, dass du die Zusatzfunktionen wirklich nutzt.
Ich würde dir empfehlen, zuerst die Verbands-App zu installieren und danach eine GPS-App auf deinem Heimatplatz zu testen. Und schau dir nach jeder Runde einen Wert ganz gezielt an, denn erst dann wird aus den vielen Daten auch ein besseres Spiel.




