In Deutschland gehört Regen zum Golf wie der Wind an der Küste. Wenn du nur bei Sonnenschein spielst, verpasst du einen guten Teil der Saison. Mit der richtigen Regenbekleidung ist eine nasse Runde aber gar nicht so schlimm, wie viele denken, sondern eine ganz normale Golfrunde mit etwas anderem Wetter.
Gute Golf-Regenbekleidung ist wasserdicht, atmungsaktiv und lässt dir volle Bewegungsfreiheit im Schwung. Am wichtigsten sind eine Regenjacke und eine Regenhose, die leise sind und beim Schwingen nicht rascheln. Bei der Jacke achtest du auf eine hohe Wassersäule, für Dauerregen lieber deutlich über 10.000 mm, auf verschweißte Nähte und einen Schnitt, der für den Golfschwung gemacht ist. Die Hose sollte seitliche Reißverschlüsse haben, damit du sie schnell über die Schuhe ziehen kannst. Dazu kommen Regenhandschuhe, ein großer Golfschirm, eine Regenhaube für das Bag, Handtücher, eine Kappe oder ein Regenhut und wasserdichte Golfschuhe mit gutem Grip.
Warum spezielle Golf-Regenbekleidung?
Eine normale Outdoor-Regenjacke hält zwar dicht, ist aber oft nicht für den Golfschwung gemacht. Sie ist zu steif, raschelt bei jeder Bewegung oder schränkt die Schultern im Rückschwung ein. Golf-Regenbekleidung ist dagegen leicht, dehnbar und so geschnitten, dass du frei schwingen kannst. Viele Modelle sind außerdem leise, damit dich das Rascheln nicht im Schlag stört.
Hinzu kommt, dass du auf einer Runde mehrere Kilometer gehst, oft im Wechsel aus Regen und Sonne. Atmungsaktive Materialien sorgen dafür, dass Schweiß nach außen kann und du unter der Jacke nicht von innen nass wirst.
Worauf du bei der Regenjacke achten solltest
| Merkmal | Worauf du achtest |
|---|---|
| Wassersäule | Je höher, desto dichter. Für lange Regenrunden lieber deutlich über 10.000 mm |
| Atmungsaktivität | atmungsaktive Membran, damit Schweiß entweichen kann |
| Nähte | verschweißte oder getapte Nähte, damit kein Wasser eindringt |
| Bewegungsfreiheit | dehnbares Material, Schnitt mit Spielraum an Schultern und Rücken |
| Geräusch | leises, weiches Material, das im Schwung nicht raschelt |
| Ärmel | verstellbare Bündchen, damit kein Wasser in die Ärmel läuft |
| Gewicht | leicht und klein verpackbar, damit sie bei Sonne ins Bag passt |
Viele Golfer spielen bei leichtem Regen gerne mit Jacken mit kurzen oder abnehmbaren Ärmeln, weil die Arme im Schwung dann noch freier sind. Bei Dauerregen und Kälte ist eine langärmelige Jacke aber die bessere Wahl.
Materialien und Membranen
Das Herz einer guten Regenjacke ist die Membran. Sie lässt Wasserdampf von innen nach außen, hält Regen aber draußen und sorgt so für ein angenehmes Körperklima. Bekannt sind zum Beispiel Gore-Tex-Membranen, die viele Golfmarken verwenden, oder Pertex-Materialien. Daneben haben Hersteller eigene Technologien, bei FootJoy etwa die Regenlinien HydroLite und HydroKnit. Galvin Green setzt auf Gore-Tex, und auch Marken wie Cross bieten Regenjacken und Regenhosen speziell für Golfer an.
Genauso wichtig sind versiegelte Nähte, ein elastisches Material und eine Imprägnierung, an der Wasser abperlt. Ich würde dir empfehlen, Jacken und Hosen direkt miteinander zu vergleichen, denn hochwertige Materialien allein sagen noch nichts über die Passform beim Golfen.
Worauf du bei der Regenhose achten solltest
Die Regenhose wird oft unterschätzt. Dabei ist eine nasse Hose auf Dauer unangenehmer als eine nasse Jacke, weil sie am Bein klebt und kalt wird.
Seitliche Reißverschlüsse an den Beinen sorgen dafür, dass du die Hose schnell über die Schuhe ziehen kannst, wenn der Regen mitten auf der Runde einsetzt. Ein verstellbarer Bund hält sie über deiner normalen Hose, ohne dass sie rutscht. Das Material sollte leicht und dehnbar sein, damit es dich im Schwung nicht einengt. Achte außerdem auf die passende Länge, damit das Hosenbein nicht unter den Schuh rutscht.
Bevor du Regenbekleidung kaufst, lohnt sich ein Blick auf deine bisherigen Regenrunden. Wo bist du nass geworden, was hat gestört, und wann hast du die Lust verloren? Wenn du dir solche Erfahrungen notierst, kaufst du gezielter und sparst dir Fehlkäufe.
Das richtige Zubehör für Regenrunden
| Zubehör | Wofür |
|---|---|
| Regenhandschuhe | Sie greifen im Nassen besser als normale Handschuhe, meist trägst du ein Paar an beiden Händen |
| Golfschirm | groß genug für dich und das Bag, mit stabilem Gestänge gegen Wind |
| Regenhaube für das Bag | hält Schläger und Griffe trocken |
| Handtücher | mindestens zwei, eines für die Griffe, eines für Schläger und Ball |
| Kappe oder Regenhut | hält Wasser aus dem Gesicht |
| wasserdichte Golfschuhe | trockene Füße und guter Halt auf nassem Gras |
| Ersatzhandschuh | falls der erste durchweicht |
Viele Golfer hängen ein Handtuch unter den aufgespannten Schirm oder in die Speichen. Dort bleibt es trocken, und du kannst dir vor jedem Schlag die Hände und den Griff abwischen.
Golf-Regenbekleidung kaufen
Eine große Auswahl an Regenjacken, Regenhosen und Zubehör findest du zum Beispiel bei Golfhouse für Herren* und Damen*. Probier Jacke und Hose am besten mit einem Probeschwung an. Wenn sie an den Schultern spannen oder laut rascheln, solltest du ein anderes Modell nehmen.
Bekannte Marken im Bereich Golf-Regenbekleidung sind zum Beispiel Galvin Green, FootJoy oder Sun Mountain. Eine teurere Jacke ist aber nicht automatisch die bessere für dich. Am Ende zählen Passform, Bewegungsfreiheit und wie gut die Kleidung bei deinem typischen Wetter funktioniert.
So spielst du gut im Regen
Das Wichtigste bei Regen ist, dass deine Griffe trocken bleiben. Nasse Griffe rutschen und kosten dich Kontrolle über den Schläger.
Nimm außerdem einen Schläger mehr als sonst, denn bei Regen fliegt der Ball weniger weit und rollt kaum aus. Viele Golfer greifen im Nassen etwas kürzer und schwingen ruhiger, weil ein kontrollierter Schwung sicherer ist als ein voller. Auf dem Grün puttest du fester, da nasse Grüns langsamer sind. Und bei Regen und Kälte trägst du lieber mehrere dünne Schichten unter der Jacke als einen dicken Pullover.
Mehr Tipps fürs Spiel und zur Frage, wann eine Runde abgebrochen wird, findest du im Artikel Golf bei Regen spielen.
Was die Golfregeln zum Regen sagen
Du darfst bei Regen einen Schirm benutzen und dich zwischen den Schlägen schützen. Während des Schlags darf dir aber niemand, auch nicht dein Caddie, einen Schirm halten oder dich anders vor Regen schützen (Regel 10.2b(5)). Das kostet im Zählspiel zwei Strafschläge. Zeitweiliges Wasser, also Pfützen auf dem Platz, gibt dir Anspruch auf straflose Erleichterung. Mehr dazu liest du im Artikel Straflose Erleichterung.
Häufige Fehler bei Regenbekleidung
Der häufigste Fehler ist, mit einer normalen Outdoor-Jacke auf die Runde zu gehen. Sie ist meist steif, laut und an den Schultern zu eng, und genau das stört den Schwung.
Viele Golfer nehmen außerdem nur eine Jacke und keine Hose mit. Nasse Hosenbeine machen dann die zweite Hälfte der Runde unangenehm. Ähnlich ist es mit nur einem Handtuch, denn damit ist nach wenigen Löchern alles nass. Auch ein Ersatzhandschuh fehlt oft im Bag, obwohl ein durchweichter Handschuh mehr rutscht als gar keiner.
Zuletzt wird die Pflege gerne vergessen. Regenbekleidung verliert mit der Zeit ihre wasserabweisende Imprägnierung, deshalb solltest du sie nach Herstellerangabe waschen und regelmäßig nachimprägnieren.
Wenn du nach einer Regenrunde kurz festhältst, was funktioniert hat und was nicht, bist du beim nächsten Mal besser vorbereitet. Oft ist es nur ein Detail wie der fehlende Ersatzhandschuh, das über die Laune auf den letzten Löchern entscheidet.
Regenbekleidung richtig pflegen
Damit deine Regenbekleidung lange dicht bleibt, solltest du sie nach nassen Runden trocknen lassen und regelmäßig nach Herstellerangabe waschen, am besten mit einem speziellen Waschmittel für Funktionskleidung und ohne Weichspüler. Viele Membranen müssen danach neu imprägniert werden, damit Wasser wieder abperlt. So bleiben Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität über viele Saisons erhalten.
Gerade wenn du oft im Regen spielst, merkst du nach ein paar Jahren, welche Jacke wirklich hält, was sie verspricht. Diese Erfahrungen helfen dir beim nächsten Kauf.
Häufig gestellte Fragen zur Golf-Regenbekleidung
Kann man bei Regen Golf spielen?
Ja, bei Regen kannst du ganz normal Golf spielen, solange kein Gewitter droht und der Platz geöffnet ist. Mit Regenjacke, Regenhose, Regenhandschuhen und einem Schirm wird die Runde deutlich angenehmer. Bei Gewitter musst du den Platz sofort verlassen.
Wie viel Wassersäule sollte eine gute Regenjacke haben?
Für Golf bei leichtem Regen reichen auch geringere Werte. Wenn du regelmäßig bei Dauerregen spielst, solltest du auf eine Wassersäule deutlich über 10.000 mm achten. Ebenso wichtig sind eine wasserdichte Membran, verschweißte Nähte und die Pflege, denn ohne Imprägnierung saugt sich der Außenstoff mit der Zeit voll.
Brauche ich spezielle Regenhandschuhe?
Regenhandschuhe sind sehr hilfreich, weil sie im Nassen besser greifen als normale Golfhandschuhe. Meist trägst du sie an beiden Händen. Bei starkem Regen sind sie für viele Golfer nach der Jacke das wichtigste Teil der Ausrüstung.
Darf mir jemand beim Schlag einen Schirm halten?
Nein. Während du den Schlag ausführst, darf dir niemand einen Schirm halten oder dich anders vor Regen schützen. Das ist nach Regel 10.2b(5) verboten und kostet im Zählspiel zwei Strafschläge.
Fazit
Mit der richtigen Regenbekleidung wird Regen auf dem Golfplatz zur Nebensache, und du bleibst auch bei Regen und Wind trocken. Wichtig sind eine leise, atmungsaktive Regenjacke mit viel Bewegungsfreiheit, eine Regenhose mit seitlichen Reißverschlüssen und Zubehör wie Regenhandschuhe, Schirm, Bag-Haube und mehrere Handtücher.
Ich würde dir empfehlen, Jacke und Hose immer mit einem Probeschwung anzuprobieren, in ein Paar Regenhandschuhe zu investieren und vor allem deine Griffe trocken zu halten. Frag ruhig deinen lokalen Pro, welche Modelle bei den Golfern in deinem Club gut funktionieren, die oft im Regen spielen.
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