Golf im Herbst: Tipps für Kleidung, Ausrüstung und Spiel

Alexander Weber··11 Min Lesezeit
Golfgruppe auf einem herbstlichen Fairway mit buntem Laub, ein Spieler schlägt ab, die anderen warten mit Trolley
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Für viele Golfer ist der Herbst die schönste Zeit auf dem Platz. Die Bäume färben sich, die Plätze sind ruhiger, und an klaren Tagen ist das Licht am Nachmittag kaum zu schlagen. Gleichzeitig wird das Spiel schwieriger, denn der Ball fliegt kürzer, die Fairways sind nass, Laub versteckt Bälle, und morgens liegt manchmal Frost auf dem Platz. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dich auf Golf im Herbst einstellst und das Beste aus der Nebensaison herausholst.

Golf im Herbst lohnt sich, wenn du dich auf die Bedingungen einstellst. Du ziehst dich in Schichten an, nimmst einen Ball mit niedrigerer Kompression, planst wegen der Kälte einen Schläger mehr ein und spielst bei nassen Fairways mit mehr Loft. Laub darfst du nach den Golfregeln straflos entfernen, ein im Laub verlorener Ball gilt aber als verloren. Bei Frost sind viele Plätze gesperrt, weil gefrorenes Gras beim Betreten bricht.

Lohnt sich Golf im Herbst überhaupt?

Ja, für viele Golfer sogar besonders. Die Plätze sind leerer als im Sommer, du bekommst leichter Startzeiten, und viele Anlagen senken in der Nebensaison ihre Greenfees. Wenn du eine Fernmitgliedschaft oder keinen festen Heimatclub hast, ist der Herbst deshalb eine gute Zeit, um neue Plätze kennenzulernen. Wie du dabei sparst, liest du in meinem Artikel über günstiges Golfen.

Dazu kommt das Spiel selbst. Wenn du im Herbst regelmäßig spielst, hältst du deinen Schwung in Form und startest im Frühjahr nicht bei null. Das ist gerade für Golfer wichtig, die im Winter kaum zum Spielen kommen.

Die Nachteile solltest du aber kennen. Die Tage sind kürzer, die Temperaturen kühler, die Böden nass, und das Wetter ändert sich oft schnell. Mit ein bisschen Vorbereitung hast du trotzdem viel Spaß auf der Runde.

Welche Kleidung brauchst du im Herbst?

Im Herbst ändern sich die Temperaturen innerhalb einer Runde oft deutlich. Morgens ist es kalt, mittags in der Sonne fast warm, und gegen Abend kühlt es schnell wieder ab. Deshalb ist das Zwiebelprinzip aus meiner Sicht die beste Lösung.

Schicht Was sich eignet Wofür
Basisschicht Funktionsshirt, eng anliegend transportiert Schweiß weg
Mittelschicht dünner Pullover, Midlayer oder Weste hält warm, ohne den Schwung zu behindern
Außenschicht wind- und wasserabweisende Jacke schützt vor Wind und Schauern
Kopf Mütze oder Cap mit Ohrenschutz über den Kopf geht viel Wärme verloren
Hände Wintergolfhandschuhe oder Fäustlinge zwischen den Schlägen Gefühl in den Fingern behalten
Füße wasserdichte Golfschuhe, warme Socken nasses Gras zieht durch dünne Schuhe

Wichtig ist, dass dich die Kleidung im Schwung nicht einschränkt. Eine dicke Winterjacke mag warm sein, aber sie verändert deinen Rückschwung. Du solltest lieber mehrere dünne Schichten tragen, die du je nach Temperatur an- und ausziehen kannst. Was du bei Regen brauchst, erkläre ich dir in meinem Artikel über Regenbekleidung beim Golf.

Ein kleiner Tipp für kalte Tage sind Handwärmer in der Jackentasche. Zwischen den Schlägen hältst du so die Hände warm, und der Griff fühlt sich am Abschlag nicht wie Eis an.

Welcher Ball und welche Ausrüstung passen zum Herbst?

Kälte beeinflusst den Ball. Ein kalter Ball ist härter und federt beim Treffen weniger. Außerdem ist kalte Luft dichter als warme, wodurch der Ball mehr Widerstand hat. Beides zusammen kostet Länge.

Viele Golfer spielen im Herbst deshalb einen Ball mit niedrigerer Kompression. Er wird auch bei kühleren Temperaturen gut zusammengedrückt und fühlt sich weicher an. Was es mit der Kompression auf sich hat, erkläre ich dir im Beitrag zur Golfball-Kompression.

Du kannst außerdem zwei oder drei Bälle in die Jackentasche stecken und zwischen den Löchern wechseln. Ein warmer Ball fliegt etwas besser als einer, der stundenlang im kalten Bag lag. Bei nassen Fairways rollt der Ball kaum, und ein Hybrid oder ein Holz mit mehr Loft bringt ihn leichter in die Luft.

Nasses Gras und Laub setzen sich schnell in die Rillen der Schläger. Ein Handtuch und eine Schlägerbürste gehören im Herbst deshalb ins Bag, weil saubere Rillen wichtig für Spin und Kontrolle sind. Schau dir auch deine Griffe an, denn abgenutzte Griffe rutschen bei Kälte und Nässe noch schneller. Wann sich ein Wechsel lohnt, liest du in meinem Beitrag zum Thema Golfgriffe wechseln.

Wie verändert sich das Spiel im Herbst?

Im Herbst spielst du gefühlt auf einem anderen Platz als im Sommer, auch wenn es derselbe ist. Diese Unterschiede solltest du einplanen:

Bedingung Auswirkung Was du tun kannst
Kälte Ball fliegt kürzer eher einen Schläger mehr nehmen
Nasse Fairways kaum Rollen nach der Landung auf Carry-Distanz spielen, nicht auf Gesamtlänge
Weicher Boden Schläger gräbt sich eher ein Ball sauber treffen, nicht zu steil
Wind Flugbahn wird unberechenbarer flachere Schläge, ruhiger Schwung
Aerifizierte Grüns Putts springen und laufen langsamer entschlossener putten, Linie weniger fein lesen
Frühe Dunkelheit weniger Zeit für 18 Löcher Startzeit früher wählen oder 9 Löcher spielen

Der wichtigste Punkt ist die Distanz. Viele Golfer spielen im Herbst mit ihren Sommer-Distanzen und landen ständig zu kurz. Wenn du dir unsicher bist, nimm lieber einen Schläger mehr und schwing ruhig. Die meisten Hindernisse liegen ohnehin vor dem Grün.

Weißt du eigentlich, wie weit dein Eisen 7 bei zehn Grad fliegt? Ich würde mir im Herbst ein paar Runden lang notieren, wie weit die wichtigsten Schläger wirklich kommen. So hast du eigene Herbst-Distanzen und musst auf dem Platz nicht raten. „Dein Golf Journal“ habe ich unter anderem für genau solche Notizen gemacht.

Laub auf dem Platz: Was sagen die Golfregeln?

Laub ist im Herbst das größte Ärgernis auf dem Platz. Es versteckt Bälle und liegt in Bunkern und auf Grüns. Nach den Golfregeln gelten Blätter als lose hinderliche Naturstoffe. Das bedeutet, dass du Laub fast überall auf dem Platz straflos entfernen darfst, auch im Bunker und in der Penalty Area.

Vorsicht ist geboten, wenn der Ball direkt im Laub liegt. Bewegt sich dein Ball beim Entfernen, bekommst du einen Strafschlag und musst ihn zurücklegen, nur auf dem Grün ist das straflos. Und ein Ball im Laub, den du nicht findest, ist verloren. Du hast drei Minuten Zeit zum Suchen, danach gilt die Regel für den verlorenen Ball mit Schlag und Distanzverlust.

Manche Clubs erleichtern das Spiel im Herbst mit einer Platzregel, zum Beispiel indem sie Bereiche mit viel Laub als Boden in Ausbesserung kennzeichnen. Schau deshalb vor der Runde auf die Aushänge im Clubhaus. Was bei Boden in Ausbesserung gilt, erkläre ich dir in meinem Artikel über die straflose Erleichterung.

Damit du weniger Bälle verlierst, beobachtest du am besten genau, wo dein Ball landet, und merkst dir einen Baum oder einen Busch als Orientierung. Bei Zweifeln spielst du direkt einen provisorischen Ball, wie ich es im Beitrag über Aus und provisorischen Ball beschreibe. Gelbe oder orange Bälle sind im Laub übrigens oft deutlich leichter zu finden als weiße.

Warum holpern die Grüns im Herbst?

Im Spätsommer und Herbst werden auf vielen Plätzen die Grüns aerifiziert. Dabei stanzen Maschinen kleine Löcher in den Boden, die anschließend mit Sand verfüllt werden. Das lockert den Boden, verbessert die Wasseraufnahme und sorgt dafür, dass die Grüns im nächsten Jahr gesund sind.

Für dich als Spieler heißt das, dass die Grüns für einige Wochen langsamer und unebener sind. Der Ball springt auf den Löchern und läuft nicht immer auf der gelesenen Linie. Viele Clubs senken in dieser Zeit das Greenfee.

Am besten puttest du dann etwas entschlossener, denn ein Ball mit etwas mehr Tempo springt weniger von seiner Linie ab. Weil der Ball auf langsamen Grüns weniger stark hängt, kannst du auch etwas weniger Break spielen. Und erwarte keine Perfektion. Ein Putt, der auf einem aerifizierten Grün ausläuft, sagt wenig über deine Technik. Wie du Grüns grundsätzlich liest, findest du in meiner Anleitung zum Grüns lesen.

Warum sind Golfplätze morgens wegen Frost gesperrt?

Im Spätherbst kommt es immer häufiger vor, dass ein Platz morgens wegen Frost gesperrt ist. Das liegt nicht an den Spielern, sondern am Gras. Wenn die Grashalme gefroren sind, brechen sie beim Betreten. Die Schäden werden oft erst Tage später als braune Fußspuren sichtbar und können auf den Grüns lange bleiben.

Viele Clubs öffnen den Platz deshalb erst, wenn der Frost getaut ist, oder spielen bei Frost auf Wintergrüns und Ersatzabschlägen. Ruf vor der Runde im Sekretariat an oder schau in die Club-App, bevor du dich auf den Weg machst. Wie Golf in der kalten Jahreszeit funktioniert, liest du in meinem Artikel über das Golfen im Winter.

Welche Fehler passieren beim Herbstgolf am häufigsten?

Der häufigste Fehler ist, mit den Sommer-Distanzen zu spielen. Der Ball fliegt kürzer und rollt kaum, und wenn du das nicht anpasst, landest du ständig zu kurz. Auch zu dicke Kleidung kostet Schläge, weil eine schwere Jacke den Schwung einschränkt.

Viele Golfer starten im Herbst außerdem ohne Aufwärmen. Bei Kälte sind Muskeln und Gelenke steifer, und ein paar Minuten Aufwärmen schützen vor Verletzungen. Wie das geht, zeige ich dir in der Anleitung zum Aufwärmen vor der Runde.

Unterschätzt wird oft auch die Zeit. Im Herbst wird es früh dunkel, also solltest du die Startzeit so planen, dass du die Runde auch beenden kannst. Und weil Pitchmarken und Divots bei kühlen Temperaturen langsamer heilen, lohnt es sich, sie besonders sorgfältig auszubessern. Nach der Runde kannst du dir kurz notieren, wie die Bedingungen waren. So erkennst du mit der Zeit, wie sehr Kälte und Nässe dein Spiel verändern.

Wie nutzt du den Herbst für dein Training?

Der Herbst ist auch eine gute Zeit, um dein Spiel für die nächste Saison vorzubereiten. Die Turniersaison ist vorbei, und du kannst ohne Druck an Dingen arbeiten, für die im Sommer keine Zeit war.

Wenn du eine Schwungänderung angehen willst, ist jetzt der richtige Moment. Was du im Herbst mit deinem Pro umstellst, hat bis zum Frühjahr Zeit, sich zu festigen. Chippen und Putten kannst du auch bei kühlem Wetter gut üben, und nebenbei kannst du Griffe, Schuhe und Schläger durchsehen und Ersatz für die neue Saison planen. Wie du in den kalten Monaten weiterübst, liest du in meinem Artikel Wie übe ich Golf im Winter.

Wenn du dir jetzt Ziele für die nächste Saison setzt, kannst du den Winter sinnvoll nutzen. Ein klarer Plan mit zwei oder drei Schwerpunkten bringt mehr als viele lose Vorsätze. Was lief in dieser Saison gut, und woran willst du arbeiten? Mit diesen Notizen startest du im Frühjahr mit einem klaren Ziel statt mit einem vagen Gefühl. Wie du dann wieder einsteigst, zeige ich dir im Beitrag zum Saisonstart beim Golf.

Häufig gestellte Fragen zu Golf im Herbst

Ist Golfen im November möglich?

Ja, auf den meisten Plätzen kannst du auch im November spielen, solange es nicht friert oder der Platz unter Wasser steht. Manche Anlagen spielen dann bereits auf Wintergrüns. Schau vor der Runde in die Club-App oder ruf im Sekretariat an.

Darf ich Laub auf dem Golfplatz entfernen?

Ja, Laub gilt als loser hinderlicher Naturstoff und darf fast überall straflos entfernt werden. Bewegt sich dabei aber dein Ball, bekommst du außerhalb des Grüns einen Strafschlag und musst ihn zurücklegen.

Welcher Golfball ist im Herbst am besten?

Bei kühlen Temperaturen spielen viele Golfer einen Ball mit niedrigerer Kompression, weil er sich auch bei Kälte gut zusammendrücken lässt. Gelbe oder orange Bälle sind im Laub zudem leichter zu finden.

Fliegt der Golfball bei Kälte kürzer?

Ja. Ein kalter Ball ist härter, und kalte Luft ist dichter als warme. Beides kostet Länge. Dazu kommt, dass der Ball auf nassen Fairways kaum rollt. Plane deshalb eher einen Schläger mehr ein.

Fazit

Golf im Herbst ist eine schöne Zeit auf dem Platz, wenn du dich auf die Bedingungen einstellst. Zieh dich in dünnen Schichten an, nimm einen weicheren Ball, plan kürzere Distanzen ein und kenn die Regeln zum Laub. Bei Frost ist Geduld gefragt, denn die Plätze öffnen oft erst später.

Ich würde dir empfehlen, die ruhigen Herbstwochen für entspannte Runden und für dein kurzes Spiel zu nutzen und mit deinem lokalen Pro schon jetzt zu besprechen, woran du im Winter arbeiten willst. So startest du im Frühjahr mit einem echten Vorsprung.

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Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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