Wenn du im Fernsehen Golf schaust, hörst du ständig Sätze wie „die Nummer drei der Welt“ oder „er ist in die Top 50 gerutscht“. Gemeint ist fast immer die offizielle Golf-Weltrangliste. Viele Golfer fragen sich allerdings, wie diese Rangliste eigentlich zustande kommt und warum ein Sieg manchmal kaum etwas bewegt, während ein fünfter Platz bei einem Major einen Spieler weit nach vorne bringt. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie die Weltrangliste berechnet wird, welche Turniere zählen, warum sie für die Profis so wichtig ist und was sie mit deinem eigenen Handicap gemeinsam hat.
Die Golf-Weltrangliste der Herren heißt Official World Golf Ranking, kurz OWGR. Sie bewertet die Ergebnisse der Profis aus den letzten zwei Jahren, also aus 104 Wochen, und gewichtet sie nach der Stärke des Teilnehmerfelds und nach ihrer Aktualität. Stand Oktober 2026 steht Scottie Scheffler aus den USA an der Spitze. Bei den Damen gibt es mit den Rolex Rankings eine eigene Rangliste.
Was ist die Golf-Weltrangliste?
Die Golf-Weltrangliste ist eine Rangliste, die alle Profigolfer der großen Touren weltweit vergleichbar macht. Das ist gar nicht so einfach, denn die Spieler sind auf ganz verschiedenen Touren unterwegs, etwa auf der PGA Tour in den USA, der DP World Tour in Europa, der Japan Golf Tour, der Asian Tour und vielen weiteren.
Die Weltrangliste löst dieses Problem mit einem einheitlichen Punktesystem. Jedes anerkannte Turnier vergibt Punkte, und wie viele es sind, hängt davon ab, wie stark das Feld besetzt ist. Das bedeutet, dass ein Sieg bei einem Turnier mit vielen Topspielern deutlich mehr bringt als ein Sieg bei einem kleineren Event.
Bei den Herren heißt die Rangliste Official World Golf Ranking, im Golf meist einfach OWGR genannt. Die Damen haben mit den Rolex Rankings eine eigene Weltrangliste mit ähnlichem Prinzip. Mehr über die größte Tour der Welt findest du in meinem Artikel über die PGA Tour.
Wer ist aktuell die Nummer 1 der Welt?
Stand Oktober 2026 führt Scottie Scheffler aus den USA die Weltrangliste der Herren an. Er steht schon seit längerer Zeit ganz oben und hat in dieser Zeit mehrere Majors und zahlreiche Turniere gewonnen.
Die Reihenfolge dahinter ändert sich praktisch jede Woche, weil nach jedem Turnier neu gerechnet wird. Zu den Spielern, die zuletzt regelmäßig in der erweiterten Weltspitze standen, gehören unter anderem Rory McIlroy, Tommy Fleetwood, Matt Fitzpatrick, Xander Schauffele und Hideki Matsuyama. Wo ein Spieler ganz aktuell steht, siehst du am zuverlässigsten direkt auf owgr.com.
Hast du dich schon einmal gefragt, wann sich die Liste eigentlich ändert? Sie wird wöchentlich neu veröffentlicht, in der Regel montags nach den Turnieren des Wochenendes. Wenn also am Sonntagabend ein großes Turnier zu Ende geht, siehst du die Auswirkungen erst einen Tag später.
Wie wird die Golf-Weltrangliste berechnet?
Das Grundprinzip ist einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt. Jeder Spieler sammelt Punkte, und am Ende zählt sein Punktedurchschnitt pro gespieltem Turnier.
Punkte pro Turnier
Bei jedem anerkannten Turnier gibt es Punkte für die Platzierung. Wie viele Punkte insgesamt verteilt werden, hängt von der Stärke des Feldes ab. Seit einer Reform im Jahr 2022 misst die OWGR diese Stärke über eine eigene Bewertung aller Spieler im Feld. Ein Feld mit vielen Spielern aus den Top 50 bringt also mehr Punkte als ein Feld mit wenigen.
Für den Sieger gibt es eine Obergrenze. Die meisten Punkte vergeben die großen Turniere wie die Majors und die Players Championship, kleinere Turniere deutlich weniger.
Zwei Jahre und abnehmender Wert
Gewertet werden die Ergebnisse aus den letzten zwei Jahren, also 104 Wochen. Neue Punkte behalten in den ersten 13 Wochen ihren kompletten Wert. Danach verlieren sie jede Woche ein kleines Stück, bis sie nach zwei Jahren ganz aus der Wertung fallen.
Ein Sieg vor eineinhalb Jahren hilft also noch, aber deutlich weniger als ein Sieg im letzten Monat. So bildet die Weltrangliste ab, wer aktuell gut spielt, und nicht nur, wer vor langer Zeit erfolgreich war.
Durchschnitt statt Summe
Am Ende werden die Punkte eines Spielers durch die Zahl seiner gespielten Turniere geteilt. Dabei gilt ein Mindest-Divisor von 40 Turnieren. Auch ein Spieler mit weniger Starts wird durch 40 geteilt. Dadurch kann niemand mit ein paar wenigen, aber sehr guten Turnieren künstlich weit oben stehen.
In der Tabelle siehst du die wichtigsten Bausteine noch einmal zusammen.
| Baustein | Was er bedeutet | Auswirkung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Platzierung | Punkte für jedes Ergebnis im Turnier | Sieg bringt am meisten | Top 10 bei einem Major zählt viel |
| Stärke des Feldes | Wie gut die Teilnehmer sind | starke Felder vergeben mehr Punkte | Majors, Players Championship |
| Aktualität | Punkte verlieren nach 13 Wochen an Wert | neue Ergebnisse zählen mehr | Sieg vor 2 Jahren zählt kaum noch |
| Divisor | Punkte geteilt durch Turniere, mindestens 40 | Durchschnitt statt Summe | wenig Starts schützen nicht vor dem Teiler |
Welche Turniere zählen für die Weltrangliste?
Punkte gibt es auf allen Touren, die von der OWGR anerkannt sind. Dazu gehören die großen Touren wie die PGA Tour und die DP World Tour, die bis 2021 European Tour hieß. Dazu kommen ihre Nachwuchstouren wie die Korn Ferry Tour in den USA und die Challenge Tour in Europa, außerdem die Japan Golf Tour, die Asian Tour, die Sunshine Tour in Südafrika und die Tour in Australien.
Auf den kleineren Touren und Events gibt es deutlich weniger Punkte, weil die Felder schwächer besetzt sind. Für junge Spieler ist das trotzdem der Weg nach oben. Wenn ein Spieler auf der Challenge Tour gewinnt, sammelt er erste Punkte und kann sich für die großen Touren qualifizieren.
Natürlich zählen auch die vier Majors, also das Masters, die PGA Championship, die US Open und The Open Championship. Sie haben die stärksten Felder und bringen deshalb besonders viele Punkte. Einen Überblick über alle großen Turniere findest du in meinem Artikel über die wichtigsten Golfturniere der Welt.
Bekommen LIV-Spieler Weltranglistenpunkte?
Lange Zeit gab es für Turniere der LIV Golf League keine Weltranglistenpunkte. Das hat sich zur Saison 2026 geändert. Seitdem vergibt die OWGR auch bei LIV-Turnieren Punkte, allerdings nur an die besten zehn Spieler eines Turniers. Auf den anderen Touren bekommen deutlich mehr Spieler im Feld Punkte.
Für LIV-Spieler bleibt es deshalb schwieriger, sich in der Weltrangliste nach oben zu arbeiten. Viele von ihnen holen ihre Punkte vor allem bei den Majors, wo sie gegen das gesamte Weltfeld antreten. Wer glaubt, LIV-Spieler stünden gar nicht in der Weltrangliste, liegt übrigens falsch. Sie stehen sehr wohl darin, haben über Jahre aber kaum Punkte bekommen.
Warum ist die Weltrangliste so wichtig?
Die Weltrangliste ist für Profis weit mehr als eine Statistik, denn von ihr hängt ab, bei welchen Turnieren ein Spieler überhaupt starten darf. Für die Majors gibt es feste Einladungen nach der Weltrangliste. Wenn ein Spieler zu bestimmten Stichtagen in den Top 50 steht, ist er zum Beispiel beim Masters in Augusta dabei.
Auch die Qualifikation für das olympische Golfturnier richtet sich nach einer Rangliste, die auf der Weltrangliste aufbaut. Beim Ryder Cup spielen Weltranglistenpunkte ebenfalls eine Rolle, weil sich ein Teil des europäischen Teams unter anderem darüber qualifiziert. Und schließlich ist eine gute Position auch wirtschaftlich wichtig, weil Sponsoren und Turnierveranstalter genau darauf schauen.
Kennst du dieses Gefühl im Kleinen? Dein Handicap ist so etwas wie deine persönliche Weltrangliste, und jede Runde verändert es ein Stück. Ich halte es deshalb für sinnvoll, deine Runden festzuhalten, damit du siehst, wo du Punkte liegen lässt. Genau dafür habe ich „Dein Golf Journal“ gemacht.
Was ist der Unterschied zu FedEx Cup und Race to Dubai?
Neben der Weltrangliste gibt es noch die Saisonwertungen der einzelnen Touren, und das sorgt oft für Verwirrung. Die Tabelle zeigt dir die wichtigsten Unterschiede.
| Rangliste | Gilt für | Zeitraum | Wofür |
|---|---|---|---|
| Official World Golf Ranking | alle anerkannten Herren-Touren | letzte zwei Jahre | Startrechte bei Majors, Olympia, Weltvergleich |
| Rolex Rankings | Damen-Touren weltweit | letzte zwei Jahre | Weltvergleich der Damen |
| FedEx Cup | PGA Tour | eine Saison | Saisonwertung und Bonus der PGA Tour |
| Race to Dubai | DP World Tour | eine Saison | Saisonwertung der DP World Tour |
Die Saisonwertungen beginnen jedes Jahr bei null. Die Weltrangliste läuft dagegen fortlaufend und vergisst alte Ergebnisse nur langsam. Sie ist also keine Jahreswertung, auch wenn das oft so verstanden wird.
Wie liest du die Golf-Weltrangliste richtig?
Wenn du die Tabelle auf owgr.com, in einer Sport-App oder auf einer News-Seite öffnest, siehst du mehrere Spalten. Ganz vorne steht die Position in der aktuellen Woche, und daneben steht oft, wie viele Plätze ein Spieler gewonnen oder verloren hat.
Die wichtigste Zahl ist der Punktedurchschnitt, denn nach ihm wird die Rangliste sortiert. Die Gesamtpunkte zeigen alle Punkte der letzten zwei Jahre, bereits um die Abwertung reduziert. Daneben siehst du die Anzahl der Turniere, die in die Wertung eingehen. Bei weniger als 40 wird trotzdem durch 40 geteilt. Die Punkte der Woche zeigen dir, wer zuletzt gut gespielt hat, und an der Tour kannst du einordnen, wo die Punkte eines Spielers herkommen.
Wer war die erste Nummer 1 und was gelang deutschen Golfern?
Die offizielle Weltrangliste gibt es seit 1986. Damals hieß sie noch Sony Ranking. Und die allererste Nummer 1 war ein Deutscher, nämlich Bernhard Langer. Für deutsche Golffans ist das bis heute ein besonderer Fakt.
Martin Kaymer schaffte es 2011 ebenfalls an die Spitze und stand einige Wochen auf Platz 1. Damit gehört Deutschland zu den wenigen Ländern mit gleich zwei Spielern, die die Weltrangliste angeführt haben. Den Rekord für die meisten Wochen an der Spitze hält Tiger Woods mit 683 Wochen, und kein anderer Spieler kommt auch nur in die Nähe dieser Zahl.
Auch heute spielen Golfer aus dem deutschsprachigen Raum weit vorne mit. Der Österreicher Sepp Straka hat sich in den letzten Jahren in der erweiterten Weltspitze etabliert. Mit Bernd Wiesberger und Lukas Nemecz haben weitere Österreicher über Jahre Punkte auf der European Tour gesammelt, und Stephan Jäger sorgte 2024 mit seinem Sieg in Houston gegen Scottie Scheffler für Aufsehen. Bei den Damen holte Esther Henseleit bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris die Silbermedaille.
Wie funktioniert die Weltrangliste der Damen?
Bei den Damen heißt die offizielle Weltrangliste Rolex Rankings, mit vollem Namen Rolex Women’s World Golf Rankings. Das Prinzip ist ähnlich. Gewertet werden die Ergebnisse der letzten zwei Jahre auf den anerkannten Touren, allen voran der LPGA Tour und der Ladies European Tour.
Auch hier hängt von der Rangliste viel ab, etwa die Startberechtigung für Majors oder die Qualifikation für Olympia. Welche Spielerin gerade vorne liegt, siehst du auf der offiziellen Seite der Rolex Rankings.
Welche Irrtümer gibt es über die Weltrangliste?
Viele denken, dass der Spieler mit dem meisten Preisgeld ganz oben steht. Das Preisgeld spielt für die Weltrangliste aber keine Rolle. Es zählen nur die Platzierungen und die Stärke der Felder.
Ein weiterer Irrtum ist, dass ein Sieg jeden Spieler sofort nach oben katapultiert. Wie viel ein Sieg bringt, hängt vom Turnier ab, und ein Sieg bei einem kleinen Turnier mit schwachem Feld bewegt die Rangliste deutlich weniger als ein Top-10-Ergebnis bei einem Major.
Manche glauben auch, dass es sich lohnt, weniger zu spielen, um einen besseren Durchschnitt zu haben. Durch den Mindest-Divisor von 40 Turnieren bringt es aber nichts, nur wenige ausgewählte Turniere zu spielen. Hier merkt man, wie viel eine Rangliste über Konstanz aussagt. Ein einziger Ausreißer hilft wenig, wichtig ist, wie gut man über viele Runden spielt. Wenn du deine eigenen Runden aufschreibst, siehst du genau das auch bei dir.
Was hat die Weltrangliste mit deinem Handicap zu tun?
Auf den ersten Blick haben Profi-Rangliste und Hobby-Handicap wenig miteinander zu tun. Im Prinzip sind sie sich aber ähnlich, denn beide bewerten nicht eine einzelne Runde, sondern dein Spiel über einen längeren Zeitraum.
Beim Handicap im World Handicap System zählen die besten 8 deiner letzten 20 Runden. Bei der Weltrangliste sind es die Ergebnisse der letzten zwei Jahre mit abnehmender Gewichtung. In beiden Fällen zahlt sich Konstanz aus, und ein Ausreißer nach oben oder unten fällt weniger ins Gewicht. Das ist aus meiner Sicht auch der Grund, warum sich ein einzelner schlechter Tag auf dem Platz nicht so schlimm anfühlen sollte.
Was ein gutes Handicap bei Hobbygolfern ist und wie die Verteilung in Deutschland aussieht, habe ich in meinem Artikel Was ist ein gutes Handicap zusammengestellt.
Häufig gestellte Fragen zur Golf-Weltrangliste
Wer ist aktuell der beste Golfspieler der Welt?
Nach der offiziellen Weltrangliste ist Stand Oktober 2026 Scottie Scheffler aus den USA die Nummer 1. Er führt das Ranking schon seit längerer Zeit an. Weil die Liste jede Woche neu berechnet wird, kann sich das jederzeit ändern. Den aktuellen Stand findest du auf owgr.com.
Wo steht Tiger Woods in der Weltrangliste?
Tiger Woods spielt seit Jahren nur noch sehr wenige Turniere. Weil die Weltrangliste nur die letzten zwei Jahre wertet, steht er deshalb weit hinten. Seine Rekorde bleiben trotzdem einmalig, denn mit 683 Wochen war er länger die Nummer 1 als jeder andere Spieler.
Wer ist der beste Golfer aller Zeiten?
Das lässt sich nicht objektiv beantworten. Meist fallen zwei Namen, nämlich Jack Nicklaus mit 18 Major-Siegen und Tiger Woods mit 15 Major-Siegen und 82 Siegen auf der PGA Tour. Woods hält außerdem den Rekord für die meisten Wochen an der Spitze der Weltrangliste.
Welche deutschen Golfer stehen aktuell in der Weltrangliste am höchsten?
Bei den Herren gehörten zuletzt Stephan Jäger und Matti Schmid zu den bestplatzierten Deutschen, aus Österreich vor allem Sepp Straka. Die genauen Plätze ändern sich jede Woche. Den aktuellen Stand findest du auf owgr.com, wenn du die Rangliste nach Ländern filterst.
Wer stand am längsten an der Spitze der Golf-Weltrangliste?
Am längsten stand Tiger Woods an der Spitze der Weltrangliste, insgesamt 683 Wochen. Dahinter folgt mit großem Abstand Greg Norman. Die allererste Nummer 1 war 1986 der Deutsche Bernhard Langer, später schaffte es auch Martin Kaymer kurzzeitig an die Spitze.
Wer ist der reichste Golfer?
Als reichster Golfer gilt Tiger Woods. Das Magazin Forbes führte ihn 2022 erstmals als Milliardär, vor allem dank Sponsoring und Geschäften neben dem Platz. Preisgelder allein machen bei den meisten Golfern nur einen Teil des Vermögens aus.
Fazit
Die Golf-Weltrangliste macht Profis aller Touren vergleichbar. Gewertet werden die letzten zwei Jahre, starke Felder bringen mehr Punkte, und neue Ergebnisse zählen mehr als alte. Am Ende zählt der Punktedurchschnitt pro Turnier.
Für die Spieler ist das Ranking extrem wichtig, weil davon Startrechte bei Majors, Olympia und teilweise auch beim Ryder Cup abhängen. Stand Oktober 2026 steht Scottie Scheffler an der Spitze, und seit 2026 bekommen auch LIV-Spieler für ihre LIV-Turniere Punkte, wenn auch nur für die Top 10.
Du kannst bei großen Turnieren ruhig einmal in die Weltrangliste schauen. Dann verstehst du schnell, warum manche Ergebnisse so viel bewegen und andere kaum.




