Wenn du auf dem Golfplatz stehst, willst du bestens vorbereitet sein. Saubere Schläger, blitzende Bälle und gute Laune sind ein Muss. Aber wie kriegst du deine Golfbälle nach einem ausgiebigen Spiel wieder sauber? Hier sind alle Methoden, die wirklich funktionieren, plus die Golfregeln, die du dabei kennen solltest.
Die schnellste Methode für viele Bälle auf einmal ist die Spülmaschine bei maximal 40 Grad. Für einzelne, teurere Bälle empfehle ich das Einweichen in warmem Wasser mit Corega Tabs oder Spüli über Nacht. Auch die Waschmaschine funktioniert, wenn du die Bälle in einen Wäschesack packst. Auf dem Platz selbst hilft der Ballwasher am Abschlag oder ein feuchtes Golfhandtuch auf dem Grün.
Wann sollte man Golfbälle reinigen?
Jeder Golfer kennt das: Du versenkst deinen Ball im Gebüsch, suchst kurz und findest dabei gleich drei weitere, die dort schon eine Weile gelegen haben. Erde, Gras, Matsch. Die Dinger sehen aus, als wären sie durch eine Baustelle gerollt.
Solche Bälle solltest du reinigen, bevor sie ins Bag wandern. Aber auch dein eigener Ball nach einer 9- oder 18-Loch-Runde ist nicht mehr das, was er morgens war. Golfbälle waschen lohnt sich also nicht nur bei Fundbällen, sondern nach quasi jeder Runde.
Schmutz in den Dimples verändert den Luftwiderstand und damit den Ballflug. Ein dreckiger Ball dreht sich anders, fliegt unstabiler und rollt auf dem Grün unberechenbarer. Das merkt man vor allem beim Putten. Besonders wenn du dir einen guten Golfball geleistet hast, lohnt sich die Pflege.
Und wer Lakeballs aufbereiten möchte, die zum Beispiel von einem Golfballtaucher aus dem Wasser geholt wurden, der kommt sowieso nicht um eine gründliche Reinigung herum.
Wann darf man laut Golfregeln den Ball reinigen?
Das ist eine Frage, die viele Golfer beschäftigt, und die Antwort ist nicht immer intuitiv. Geregelt wird das in Regel 14.1 der Golfregeln.
Erlaubt ist das Reinigen des Balls in diesen Situationen:
- Auf dem Grün, nach dem Markieren mit einem Ballmarker
- Zwischen den Bahnen, also vor dem Abschlag
- Wenn der Ball auf einer kurz gemähten Fläche eingebohrt ist und du Erleichterung nimmst
- Vor dem Droppen
- Wenn du ihn zur Identifikation aufnimmst, dann aber nur so weit reinigen, wie es nötig ist, um ihn zu erkennen
Nicht erlaubt ist es hingegen, den Ball einfach zwischendurch aufzuheben und zu säubern, etwa im Rough oder beim Fairway-Schlag ohne besonderen Grund. Wer das trotzdem macht, kassiert einen Strafschlag. Das passiert öfter als man denkt, besonders Anfängern.
Die Regel lautet grob: Nur wenn du den Ball regelkonform aufnehmen darfst, zum Beispiel weil du ihn zuvor korrekt markiert hast, darfst du ihn auch reinigen.

Der Ballwasher auf dem Platz: Die Golfball-Reinigungsmaschine
Auf den meisten Golfplätzen stehen an den Abschlägen kleine Ballwasher-Maschinen. Das sind genau die Geräte, für die du vielleicht „Golfball Reinigungsmaschine" oder „Golfballreiniger" googelst.
Die Funktionsweise ist denkbar simpel: Du steckst den Ball in die Öffnung, gibst etwas Wasser dazu und drehst den Hebel ein paar Mal. Im Inneren befinden sich Bürsten, die den Schmutz von der Balloberfläche lösen. Nach ein paar Umdrehungen kommt der Ball sauber wieder raus.
Das ist die schnellste Möglichkeit, einen Ball auf dem Platz sauber zu kriegen. Nutze diese Maschinen ruhig regelmäßig, besonders vor dem Putten.
Wenn kein Ballwasher in der Nähe ist, hilft ein feuchtes Golfhandtuch völlig aus. Ein gutes Golf-Handtuch gehört sowieso ins Bag, nicht nur für die Bälle, sondern auch für die Schlägerköpfe. Eine gute Auswahl findest du zum Beispiel bei Golf und Günstig.*
Wie reinige ich meine Golfbälle zu Hause?
Für die Reinigung daheim gibt es vier Methoden, die sich je nach Menge und Ballwert unterschiedlich gut eignen.
Methode 1: Einweichen mit Hausmitteln (manuelle Reinigung)
Das ist die schonendste Methode und mein persönlicher Favorit für teurere Bälle.
So gehst du dabei vor:
- Einen Eimer mit warmem Wasser füllen. Kein kochendes Wasser, Zimmertemperatur bis maximal 40 Grad reicht völlig.
- Ein bis zwei Corega Tabs oder einen kräftigen Schuss Spüli hinzugeben.
- Die Golfbälle einlegen und über Nacht einweichen lassen.
- Am nächsten Morgen mit einer alten Zahnbürste kurz nachschrubben, falls noch Reste vorhanden sind.
- Mit klarem Wasser abspülen und mit einem Handtuch trockenreiben oder an der Luft trocknen lassen.
Das war es. In den meisten Fällen sind die Bälle danach wieder wie neu.
Mein Geheimtipp sind die Corega Tabs. Die sind eigentlich für Zahnprothesen gedacht, aber sie lösen Ablagerungen auf der Balloberfläche besonders gründlich, ohne das Material anzugreifen. Die gleiche Methode funktioniert übrigens auch für deine Schlägergriffe.
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Weitere Hausmittel, die funktionieren:
Wenn du keine Corega Tabs zur Hand hast, gibt es noch ein paar Alternativen.
Essig ist eine gute Option für hartnäckige Flecken oder Verfärbungen. Mische einen Teil weißen Essig mit ein bis zwei Teilen Wasser, leg die Bälle für 30 Minuten ein und reib sie danach ab. Anschließend gründlich abspülen, damit kein Essiggeruch bleibt.
Zahnpasta klingt ungewöhnlich, funktioniert aber überraschend gut. Die leicht abrasiven Partikel in der Paste polieren die Balloberfläche und hellen Verfärbungen auf. Eine alte Zahnbürste, ein bisschen Zahnpasta drauf, kurz schrubben, abspülen. Fertig.
Nagellackentferner oder Reinigungsalkohol helfen bei hartnäckigen Filzstift- oder Markierungsflecken, etwa wenn du deinen Ball beschriftet hast und die Markierung nicht mehr abgeht. Kurz mit einem Wattepad auftragen, abwischen und danach gründlich mit Wasser nachspülen.
Methode 2: Golfbälle in der Spülmaschine
Lakeballs werden in der Praxis fast immer in der Spülmaschine gereinigt, weil es die schnellste Möglichkeit ist, viele Bälle auf einmal aufzubereiten.
So machst du es richtig:
- Bälle in das oberste Fach der Spülmaschine legen
- Vorher kurz in Wasser einweichen, das verbessert das Ergebnis
- Maximal 40 Grad einstellen, am besten den Schonwaschgang wählen
- Nach dem Spülen vollständig trocknen lassen, bevor sie ins Bag kommen
Die 40-Grad-Grenze ist wichtig. Golfbälle sind zwar robust, aber dauerhaft höhere Temperaturen können das Surlyn oder Urethan der Außenhülle langfristig verändern. Auf dem Golfplatz in der Sonne erreichen Bälle ohnehin schon ähnliche Temperaturen, also ist 40 Grad das absolute Maximum.
Wenn du gerade eine größere Menge Lakeballs aufbereiten möchtest, findest du übrigens frischen Nachschub direkt bei Golf und Günstig.*
Methode 3: Golfbälle in der Waschmaschine
Manche Golfer schwören auf die Waschmaschine, und Golfbälle waschen funktioniert dort grundsätzlich auch. Aber es gibt einen Haken.
Gib die Bälle unbedingt in einen Wäschesack oder einen Kissenbezug, bevor du sie in die Trommel wirfst. Ohne Schutz erzeugen die Bälle beim Schleudern einen Lärm, der klingt, als würde die Maschine jeden Moment explodieren. Außerdem schlagen die Bälle aneinander und könnten beschädigt werden.
Einstellungen:
- Maximal 30 bis 40 Grad
- Schonwaschgang oder Feinwäsche
- Keine oder nur sehr wenig Schleuderumdrehungen
Diese Methode empfehle ich eher für günstigere Bälle. Teure Urethanbälle wasche ich lieber manuell.
Methode 4: Ultraschallreiniger für die gründliche Aufbereitung
Für größere Mengen Lakeballs oder wenn du es besonders gründlich magst, gibt es auch Ultraschallreiniger. Golfball-Aufbereiter setzen diese Geräte professionell ein, weil die Schallwellen Schmutz auch aus den Dimples lösen, an die eine Bürste kaum herankommt.
Für den Hausgebrauch lohnt sich die Anschaffung meistens nur, wenn du regelmäßig größere Mengen Bälle reinigst, etwa als Vereinsausstatter oder wenn du selbst Lakeballs sammelst und weiterverkaufst. Für den gelegentlichen Gebrauch reichen Spülmaschine oder Hausmittel völlig aus.

Was du beim Golfball reinigen unbedingt vermeiden solltest
Ein paar Dinge klingen nach einer guten Idee, sind es aber nicht.
Keine Bleichmittel verwenden. Bleiche ist viel zu aggressiv für die Balloberfläche. Sie kann das Cover verfärben, spröde machen und langfristig die Dimple-Struktur beschädigen. Das wirkt sich dann direkt auf den Ballflug aus.
Kein kochendes oder sehr heißes Wasser. Über 50 bis 60 Grad kann der Kern eines Golfballs seine Eigenschaften verändern. Das ist zwar kein Totalschaden, aber die Kompression des Balls kann sich verändern.
Nicht in der prallen Sonne trocknen lassen. Direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeit ist aus demselben Grund problematisch wie zu heißes Wasser. Im Schatten oder drinnen trocknen lassen.
Keine harten Metallbürsten. Eine alte Zahnbürste reicht vollkommen. Metallbürsten können feine Kratzer in die Balloberfläche ritzen.
Übrigens: Wer seine Runden systematisch nachverfolgt, merkt schnell, welche kleinen Details, zum Beispiel ein frisch gereinigter Ball, sich auf dem Grün tatsächlich bemerkbar machen. Mit dem Dein Golf Journal kannst du deine Runden, Scores und Beobachtungen festhalten und deinen Fortschritt über die Zeit sehen. Schau mal rein:
Häufig gestellte Fragen zum Golfbälle reinigen
Wie oft sollte ich meine Golfbälle reinigen?
Am besten nach jeder Runde, spätestens aber, wenn du sichtbaren Schmutz in den Dimples siehst. Ein kurzer Check nach 18 Loch reicht meistens, um zu sehen, ob eine Runde durch den Ballwasher nötig ist.
Kann man Golfbälle in der Spülmaschine reinigen?
Ja, das ist sogar eine der schnellsten Methoden für größere Mengen. Wichtig ist nur, maximal 40 Grad einzustellen und die Bälle ins oberste Fach zu legen.
Was ist der beste Golfballreiniger?
Für unterwegs ist der Ballwasher am Abschlag am schnellsten, zu Hause schlägt Corega Tabs im Wassereimer über Nacht so ziemlich jede Alternative. Beide Methoden sind schonend zur Balloberfläche und brauchen kein Spezialgerät.
Fazit
Welche Methode die beste ist, hängt davon ab, wie viele Bälle du reinigen möchtest und was sie wert sind.
Teure Urethanbälle reinige ich manuell, über Nacht im Eimer mit Corega Tabs. Das ist schonend und das Ergebnis ist meistens makellos.
Viele günstige Bälle oder Lakeballs kommen in die Spülmaschine, maximal 40 Grad, oberstes Fach. Das spart Zeit und funktioniert hervorragend.
Auf dem Platz nutze ich den Ballwasher am Abschlag oder wische den Ball kurz am feuchten Handtuch ab, bevor ich auf dem Grün putte.
Und wenn du wissen möchtest, woraus dein Golfball eigentlich besteht und warum saubere Dimples so einen Unterschied machen, habe ich dazu auch einen eigenen Artikel geschrieben.
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