Golf gilt als ruhiger, fast schon gemütlicher Sport, aber ist Golfen wirklich so ungefährlich, wie sein Ruf vermuten lässt? Golf birgt tatsächlich einige Gefahren, die Verletzungen oder in seltenen Fällen sogar den Tod mit sich bringen können. Laut einer Studie des American Journal of Sports Medicine gab es zwischen 2001 und 2010 insgesamt 15 Todesfälle durch Golfaktivitäten in den USA. Das klingt im Vergleich zu anderen Sportarten vielleicht wenig, trotzdem lohnt es sich, die Risiken zu kennen, bevor du das nächste Mal abschlägst.
Die erschreckende Geschichte von Daniela Holmqvist
Golf ist ein Sport, der bekannt dafür ist, Ruhe und Entspannung zu vermitteln. Aber manchmal kann es auch zu gefährlichen Situationen kommen, wie die Geschichte von Daniela Holmqvist zeigt. Holmqvist ist eine schwedische Golferin, die während des Saisonauftakts der Women's Australian Open am Royal Canberra Golf Club eine Erfahrung machte, die sie so schnell nicht vergessen wird.
Es war auf dem vierten Loch, als Holmqvist einen scharfen Schmerz an ihrem Knöchel spürte. Sie blickte nach unten und sah eine Schwarze Witwe, eine der gefährlichsten Spinnenarten der Welt, an ihrem Fuß. Aber anstatt in Panik zu geraten, handelte Holmqvist schnell und schlug die Spinne weg.
Doch das war noch nicht das Ende ihrer ungewöhnlichen Erfahrung. Sie bemerkte, dass die Spinne ihr Gift in den Knöchel injiziert hatte, und entschied sich, das Gift selbst auszudrücken, indem sie einen Golftee als Werkzeug benutzte. Unter den aufmerksamen Augen des medizinischen Personals beendete sie sogar ihre Runde.
Holmqvist erzählte später: „Es war nicht das hübscheste, was ich je gemacht habe, aber ich musste so viel wie möglich aus meinem Körper herausholen.“ Am Ende erreichte sie eine 74 und qualifizierte sich nicht für das Turnier, aber es war ein beeindruckendes Ergebnis, wenn man bedenkt, was sie durchgemacht hatte.
Auch wenn diese Begebenheit zum Glück ein seltener Fall ist, zeigt sie doch, dass Golf, wie jeder Sport, seine eigenen Risiken und Gefahren hat. Schauen wir uns deshalb an, wie gefährlich Golfen wirklich ist, welche Verletzungen am häufigsten vorkommen und wie du dich am besten schützt.
Ist Golf gefährlicher als andere Sportarten? Die Zahlen im Überblick
Kurz gesagt: Golf zählt statistisch zu den risikoärmeren Sportarten, ist aber nicht komplett ungefährlich. Ein US-amerikanischer National Health Statistics Report kam auf etwa 1,8 Verletzungen pro 1.000 Personen beim Golf, verglichen mit 3,3 beim Basketball und 3,1 beim American Football. Rugby, Hockey, Volleyball und Cricket kamen gemeinsam auf 1,5 Verletzungen pro 1.000 Personen, also sogar etwas weniger als Golf. Wichtig dabei: In dieser Statistik wurde Golf gemeinsam mit Tennis, Wandern und anderen Freizeitsportarten erfasst, weshalb die Zahlen nur bedingt aussagekräftig sind.
Genauer wird es bei einer Auswertung des British Journal of Sports Medicine: Demnach verletzen sich Amateurgolfer in einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 15,8 bis 40,9 Prozent, bei Profis liegt die Quote sogar zwischen 31 und 88,5 Prozent. Die große Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich Studien das Verletzungsrisiko einschätzen. Sie macht aber auch deutlich: Golf ist längst nicht so harmlos, wie es auf den ersten Blick wirkt.
Was sind die häufigsten Verletzungen beim Golf?
Eine Studie des Journal of Trauma and Acute Care Surgery ergab, dass die meisten Golfverletzungen bei Männern im Alter von 50 bis 64 Jahren auftraten. Die häufigsten Verletzungen waren Muskelzerrungen, gefolgt von Verletzungen an der Hand, am Handgelenk und am Arm.
Auch Schläge durch den Golfball selbst gehören zu den ernsteren Verletzungsrisiken. Laut einer Studie des British Journal of Sports Medicine wurden im Untersuchungszeitraum von 2005 bis 2015 insgesamt 20 Patienten wegen Golfballverletzungen behandelt. 70 % der Verletzungen betrafen Kopf und Gesicht, bei 15 % der Patienten wurde sogar ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt.
Neben akuten Verletzungen spielen Überlastungsschäden eine große Rolle. Am häufigsten klagen Golfer über Rückenschmerzen, gefolgt von Beschwerden an Ellenbogen, Schulter und Handgelenk. Zwei Krankheitsbilder tauchen dabei besonders oft auf: der Golferellenbogen (eine Entzündung der Sehnenansätze an der Innenseite des Ellenbogens) und die Golferschulter (eine Reizung der Rotatorenmanschette durch die immer gleiche Schwungbewegung). Wer seinen Rumpf und seine Schultern gezielt kräftigt, kann diesen Überlastungsschäden vorbeugen, meine Tipps zum passenden Muskeltraining für Golfer findest du hier.
Neben den Verletzungen durch den Golfball gibt es auch andere Verletzungsrisiken auf dem Golfplatz. Laut einer Studie des British Journal of Sports Medicine ereignen sich die meisten Golfunfälle auf dem Platz, und die meisten davon sind Stürze. Das Risiko von Stürzen kann durch schlechte Wetterbedingungen, unebenes Gelände und schlechte Beleuchtung erhöht werden.
Darüber hinaus gibt es Risiken im Zusammenhang mit der körperlichen Belastung beim Golfen. Eine Studie des Journal of Sports Sciences ergab, dass die Belastung beim Golfen für ältere Spieler besonders hoch ist. Ältere Spieler haben ein höheres Risiko für Verletzungen und Überlastung der Gelenke, insbesondere der Knie, Hüften und Schultern. Wenn du dich fragst, ob dein Alter überhaupt noch eine Rolle beim Golfen spielen sollte, findest du in meinem Artikel dazu eine ehrliche Einordnung.

Risiken im Zusammenhang mit dem Golfspiel: Wetter, Golfcarts und Unfälle auf dem Platz
Golf ist ein Sport, der auf einem offenen Platz mit vielen potenziellen Gefahren gespielt wird. Das Spiel kann bei schlechten Wetterbedingungen und anderen unvorhergesehenen Ereignissen noch gefährlicher werden. Einige der häufigsten Risiken, denen Golfer ausgesetzt sind, sind:
Blitzeinschläge: Golfplätze liegen oft in offenen, exponierten Bereichen. Das macht sie anfällig für Blitzeinschläge, vor allem bei schlechtem Wetter. Laut einem Bericht der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) waren Blitzeinschläge im Jahr 2020 für 17 Todesfälle in den USA verantwortlich, von denen mindestens zwei auf Golfplätzen auftraten. Eine andere Auswertung kommt für den Zeitraum 2006 bis 2016 auf neun Todesfälle durch Blitzeinschläge auf US-Golfplätzen.
Hitzeerschöpfung: Golf ist ein Sport, der bei sommerlichen Temperaturen gespielt wird. Bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit besteht ein erhöhtes Risiko für Hitzeerschöpfung, Dehydrierung und Hitzschlag. Laut einer Studie der Mayo Clinic sind ältere Golfer und diejenigen, die länger spielen, einem höheren Risiko ausgesetzt. Wie du dich bei Hitze richtig verhältst, habe ich in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben.
Verletzungen durch Golfschläger und Golfbälle: Golfschläger können bei unsachgemäßer Handhabung und ohne die richtige Ausrüstung zu Verletzungen führen. Laut einer Studie des American Journal of Sports Medicine waren im Zeitraum von 1990 bis 2004 etwa 40.000 Golfer wegen Verletzungen durch Golfschläger oder verirrte Golfbälle in Notaufnahmen in den USA. Ein Treffer durch einen Golfball kann dabei bis zu 10 % der Kraft eines Frontalzusammenstoßes im Auto erreichen, kein Wunder, dass der Ausruf „Fore“ zu den wichtigsten Golfregeln überhaupt zählt.
Golfcart-Unfälle: Ein Risiko, das gerne unterschätzt wird, sind Unfälle mit dem Golfwagen. Allein in den USA gibt es jährlich schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Unfälle mit Golfcarts, bei denen mindestens eine Person verletzt wird. Häufige Ursachen sind Stürze beim Ein- und Aussteigen, Zusammenstöße und eingeklemmte Gliedmaßen.
Unfälle auf dem Golfplatz: Golfer können auch durch andere Unfälle auf dem Golfplatz verletzt werden, etwa durch Stürze von Bunkern oder Unebenheiten auf dem Platz. Eine Studie des British Journal of Sports Medicine ergab, dass solche Unfälle für etwa 15 % aller Golferverletzungen verantwortlich sind.
Tierangriffe: Wie das Beispiel von Daniela Holmqvist gezeigt hat, können Golfer auch von Tieren angegriffen werden. Dies kann von Insektenstichen bis hin zu Angriffen durch größere Tiere wie Alligatoren reichen. Laut der Golf Course Superintendents Association of America gibt es jährlich etwa 7 bis 8 Angriffe durch Alligatoren auf Golfplätzen in Florida.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Risiken durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen minimiert werden können.
Maßnahmen zur Minimierung von Risiken und Verletzungsgefahren beim Golfen
Wie in den vorherigen Abschnitten erläutert wurde, birgt das Golfspiel einige Risiken für Spielerinnen und Spieler. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es Maßnahmen gibt, um diese Risiken zu minimieren. Im Folgenden werden einige dieser Maßnahmen vorgestellt.
Sicherheitstrainings und -maßnahmen auf Golfplätzen
Eine Studie aus dem Jahr 2019 ergab, dass eine effektive Sicherheitsschulung für Golfspielerinnen und -spieler das Verletzungsrisiko deutlich reduzieren kann. Insbesondere Trainings zu Themen wie Sturzprävention, Vermeidung von Blitzeinschlägen und richtigem Verhalten bei Gewittern können dazu beitragen, das Risiko von Verletzungen zu minimieren.
Zusätzlich können Sicherheitsmaßnahmen auf Golfplätzen wie Warnschilder, Absperrungen und Sicherheitszonen dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden.
Schutzkleidung und Ausrüstung
Ein wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Verletzungen ist die richtige Schutzkleidung und Ausrüstung. Golfspielerinnen und -spieler sollten beispielsweise geeignete Schuhe tragen, um Stürze zu vermeiden, sowie Handschuhe, um Verletzungen durch das Halten des Schlägers zu verhindern. Auch das Tragen von Sonnenschutz und Schutzbrillen kann dazu beitragen, Verletzungen durch Sonnenbrand oder Blendung zu minimieren.
Geeignete Golfschuhe kannst du in meinem Artikel zum Dresscode finden, welchen du hier findest: Was zieht man zum Golfen an?
Geeignete Handschuhe für das Golfen verlinke ich dir außerdem hier: Golfhandschuhe auf Baller-Golf*
Regelmäßige Wartung von Golfplätzen und -ausrüstung
Eine weitere Maßnahme zur Risikominimierung ist die regelmäßige Wartung von Golfplätzen und -ausrüstung. Unebenheiten auf dem Platz oder beschädigte Schläger können zu Verletzungen führen. Daher sollten Golfplätze regelmäßig überprüft und repariert werden, während Ausrüstung wie Schläger und Bälle regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden sollten.
Berücksichtigung von Wetterbedingungen
Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, können Wetterbedingungen wie Gewitter ein hohes Risiko für Golfspielerinnen und -spieler darstellen. Es ist daher wichtig, sich über die Wetterbedingungen auf dem Golfplatz zu informieren und bei Bedarf das Spiel zu unterbrechen oder abzubrechen.
Gesundheitsbewusstes Verhalten
Schließlich kann auch ein gesundheitsbewusstes Verhalten dazu beitragen, Verletzungen beim Golfspielen zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise das Aufwärmen vor dem Spiel, die richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie die Vermeidung von Überanstrengung. Interessant dazu: Ein einziger Golfschwung beansprucht bis zu 400 der rund 600 Muskeln deines Körpers, kein Wunder also, dass sich ein kurzes Aufwärmprogramm auszahlt. Noch mehr solcher Zahlen und Fakten rund ums Golfen findest du in meinem Artikel mit faszinierenden Golf-Fakten.
Golfen ist ein Sport, der nicht ohne Risiken ist. Aber mit den richtigen Maßnahmen und einer angemessenen Vorsicht können viele dieser Risiken minimiert werden. Es ist wichtig, dass sowohl professionelle als auch Freizeitgolfer sich der möglichen Gefahren bewusst sind und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Dazu gehören zum Beispiel das Tragen von geeigneter Kleidung und Schutzkleidung, die Berücksichtigung von Wetterbedingungen und die Einhaltung von Sicherheitsregeln auf dem Golfplatz.
Durch eine bewusste Risikominimierung und Vorbereitung auf mögliche Verletzungen können Golfer dazu beitragen, ihre Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten und das Golfspiel zu genießen. Insgesamt ist das Golfen ein Sport, der nicht nur körperliche, sondern auch geistige und soziale Vorteile bietet und für Menschen aller Altersgruppen geeignet ist.

Häufig gestellte Fragen zur Gefährlichkeit von Golf
Ist Golf gefährlicher als Basketball oder American Football?
Nicht grundsätzlich. Ein US-amerikanischer National Health Statistics Report kommt für Golf auf etwa 1,8 Verletzungen pro 1.000 Personen, bei American Football sind es 3,1 und bei Basketball 3,3. Rugby, Hockey, Volleyball und Cricket liegen gemeinsam bei 1,5. Golf schneidet damit besser ab als klassische Kontaktsportarten, aber etwas schlechter als andere Freizeitsportarten in derselben Erhebung.
Wie viele Menschen sterben jährlich beim Golfen?
Genaue, weltweit einheitliche Zahlen zu Golftoten gibt es nicht. Eine Studie des American Journal of Sports Medicine zählte zwischen 2001 und 2010 insgesamt 15 Todesfälle durch Golfaktivitäten in den USA, die meisten davon durch Herzinfarkte, Blitzeinschläge oder Unfälle mit dem Golfcart. Die Zahl hängt vor allem mit dem hohen Altersdurchschnitt der Golfspieler zusammen, nicht mit einer besonderen Gefährlichkeit der Sportart selbst.
Kann man von einem Golfball getroffen werden und sterben?
Das ist extrem selten, aber nicht unmöglich. Ein Treffer durch einen Golfball kann bis zu 10 % der Kraft eines Frontalzusammenstoßes erreichen und im schlimmsten Fall zu einem Schädel-Hirn-Trauma führen. Laut einer Studie des British Journal of Sports Medicine betrafen 70 % der untersuchten Golfballverletzungen Kopf und Gesicht. Tödliche Fälle bleiben trotzdem die absolute Ausnahme.
Was ist die häufigste Verletzung beim Golfen?
Am häufigsten klagen Golfer über Rückenschmerzen, gefolgt vom Golferellenbogen und der Golferschulter. Diese Überlastungsschäden entstehen meist durch den wiederholten Schwung und lassen sich durch gezieltes Krafttraining und ein sauberes Aufwärmprogramm deutlich reduzieren.
Wie kann ich mich beim Golfen am besten vor Verletzungen schützen?
Am wichtigsten sind ein kurzes Aufwärmprogramm, passende Schutzkleidung wie Schuhe, Handschuhe und Sonnenschutz, sowie ein wachsames Auge auf das Wetter. Wer zusätzlich auf die Golfetikette achtet und beispielsweise laut „Fore“ ruft, wenn ein Ball in eine gefährliche Richtung fliegt, vermeidet die meisten ernsten Zwischenfälle auf dem Platz.
Fazit
Auch wenn Golfen im Allgemeinen zu den weniger gefährlichen Sportarten zählt, sollte man sich bewusst machen, was es für Risiken gibt und wie man diese vermeiden kann. Alleine der Ausruf »Fore«, welcher zum allgemeinen Golfwissen zählt, kann einige Verletzungen vermeiden.
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