Nicht jeder Golfer hat Lust oder Zeit, regelmäßig Turniere zu spielen. Trotzdem möchten viele ihr Handicap aktuell halten oder verbessern. Genau dafür gibt es die registrierte Privatrunde, kurz RPR, die in Deutschland früher EDS-Runde hieß. Mit ihr kannst du ganz normale Runden handicaprelevant spielen. In diesem Artikel erkläre ich dir, welche Voraussetzungen gelten, wie du eine Privatrunde anmeldest und worauf du achten solltest, damit sie am Ende auch wirklich zählt.
Eine registrierte Privatrunde ist eine Runde außerhalb eines Turniers, die du vor dem Start im Club anmeldest und die dann für dein Handicap zählt. Du spielst sie über 9 oder 18 Löcher in einer handicaprelevanten Spielform wie Zählspiel oder Stableford, mit einem Zähler, nach den Golfregeln und während der Hauptsaison. Das Ergebnis reichst du am selben Tag ein.
Die registrierte Privatrunde auf einen Blick:
- früherer Name: EDS-Runde (Extra Day Score)
- Anmeldung vor Beginn der Runde, nach den Vorgaben deines Clubs
- 9 oder 18 Löcher, je nachdem, wofür du dich registriert hast
- Zählspiel, Stableford, Par/Bogey oder Maximum Score im Einzel
- Zähler ist Pflicht, der Handicapausschuss legt fest oder akzeptiert, wer zählen darf
- grundsätzlich nur in der Hauptsaison
- Ergebnis am selben Tag einreichen
Was ist eine registrierte Privatrunde?
Seit der Einführung des World Handicap Systems kannst du handicaprelevante Ergebnisse nicht nur in Turnieren, sondern auch in registrierten Privatrunden erzielen. Die Idee dahinter ist einfach, denn dein Handicap soll dein tatsächliches Spielpotenzial abbilden, und das zeigt sich eben auch auf ganz normalen Runden mit Freunden und nicht nur am Turniertag.
Damit eine Privatrunde zählt, muss sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Die wichtigste davon ist die Anmeldung vor dem Start. Das bedeutet, dass du vorher erklärst, dass diese Runde für dein Handicap zählen soll. Du kannst dich also nicht hinterher dafür entscheiden, nur weil sie zufällig gut gelaufen ist.
Welche Voraussetzungen gelten?
Die Bedingungen klingen erst mal nach viel Bürokratie, sind aber schnell erfüllt. In der Tabelle siehst du alle Punkte auf einen Blick.
| Bedingung | Was gilt |
|---|---|
| Anmeldung | vor Beginn der Runde, in dem Club, auf dessen Platz du spielst |
| Lochanzahl | 9 oder 18 Löcher, wie registriert |
| Spielform | Einzel-Zählspiel, Stableford, Par/Bogey oder Maximum Score |
| Zähler | ein vom Handicapausschuss bestimmter oder akzeptierter Zähler |
| Regeln | Offizielle Golfregeln, richtige Strafen anwenden |
| Platz | gültiges Course Rating und Slope Rating |
| Saison | Hauptsaison, in der Nebensaison nur bei ausdrücklicher Ausschreibung |
| Einreichen | Ergebnis am selben Tag |
Lochspiel ist in Deutschland übrigens nicht handicaprelevant, auch nicht als Privatrunde. Wenn du mit einem Freund also um jedes Loch spielst, ist das zwar ein schönes Duell, für dein Handicap zählt es aber nicht.
Wie meldest du eine Privatrunde an?
Zuerst buchst du ganz normal eine Startzeit, wie bei jeder anderen Runde auch. Danach meldest du die Runde vor dem Start als RPR an. Je nach Club geht das im Sekretariat, am Terminal im Clubhaus, online im Buchungssystem oder per App. Welcher Weg bei dir gilt, erfährst du in deinem Club.
Vor dem ersten Abschlag solltest du außerdem klären, wer dein Zähler ist. Die genauen Anforderungen an den Zähler bestimmt der Handicapausschuss deines Heimatclubs. Gespielt wird ein handicaprelevantes Einzel, also kein Scramble und kein Vierer.
Auf der Runde selbst gelten die normalen Golfregeln. Du legst den Ball nicht besser, solange keine Platzregel das erlaubt, du nimmst keine Mulligans und wendest alle Strafen richtig an. Am Ende bestätigen du und dein Zähler das Ergebnis, und du reichst es noch am selben Tag ein.
Wenn du dich für 18 Löcher registrierst, aber nicht genug Löcher für ein 18-Loch-Ergebnis beendest, zählt die Runde nicht, auch wenn du neun Löcher fertig gespielt hast. Umgekehrt kannst du nach einer Registrierung für 9 Löcher nur ein 9-Loch-Ergebnis einreichen. Reicht deine Zeit wirklich für 18 Löcher? Wenn du da unsicher bist, registrierst du lieber nur 9.
Nach jeder Privatrunde lohnt es sich, nicht nur das Ergebnis festzuhalten, sondern auch, wo du Schläge verloren hast und wie du dich gefühlt hast. Ich habe „Dein Golf Journal“ genau für solche Notizen gemacht. Nach ein paar Runden siehst du dann, warum manche Runden gut laufen und andere nicht.
Wer darf eine RPR zählen?
Darf dein Flightpartner einfach so für dich zählen? Die Handicap-Regeln sagen dazu nur, dass der Handicapausschuss den Zähler bestimmt oder akzeptiert. Was genau gilt, hängt deshalb von deinem Club ab. Viele Clubs verlangen, dass der Zähler selbst einen Handicap-Index hat oder Mitglied in einem Golfclub ist. Ob Familienmitglieder oder dein Partner zählen dürfen, regeln die Clubs ebenfalls unterschiedlich.
Die Regeln deines Heimatclubs findest du meist auf der Website, am Aushang oder im Sekretariat. Wenn du dir nicht sicher bist, frag lieber vor der ersten Runde nach. Das ist deutlich angenehmer, als hinterher festzustellen, dass dein bestes Ergebnis der Saison nicht gewertet wird.
Kannst du auch im Ausland eine Privatrunde spielen?
Ja, auch im Ausland kannst du handicaprelevant spielen. Ist dort eine Registrierung vorgesehen, meldest du die Runde im Club vor Ort an. Ist das nicht möglich, musst du die Runde vorab in deinem Heimatclub anmelden. Das Ergebnis reichst du dann auf der Original-Scorekarte bei deinem Heimatclub ein, und zwar mit Stempel und Unterschrift des Clubs sowie dessen Platz- und Kontaktdaten, damit dein Club es erfassen kann.
Achte darauf, dass der Platz ein gültiges Course Rating und Slope Rating hat. Was diese beiden Werte bedeuten und wie sie deine Vorgabe beeinflussen, erkläre ich in meinem Artikel über Slope Rating und Course Rating.
Wie oft solltest du Privatrunden spielen?
Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Je mehr handicaprelevante Ergebnisse du einreichst, desto genauer bildet dein Handicap dein Spiel ab. Dein Index wird aus den besten acht deiner letzten 20 Ergebnisse berechnet. Jede neue Runde schiebt dabei das älteste Ergebnis aus dieser Reihe heraus, egal ob es gut oder schlecht war.
Du solltest Privatrunden aber nicht nur dann registrieren, wenn du dich gut fühlst. Das widerspricht dem Gedanken des Systems. Außerdem achtet der Handicapausschuss bei der jährlichen Überprüfung darauf, ob ein großer Teil deiner besten Ergebnisse aus Privatrunden stammt und deine Turnierergebnisse deutlich davon abweichen.
Wie die Berechnung im Detail funktioniert, kannst du in meinem Artikel Handicap berechnen nachlesen.
Welche Fehler passieren bei Privatrunden am häufigsten?
Ein häufiger Fehler ist, dass die Runde zu spät registriert wird. Eine Anmeldung nach dem ersten Loch zählt nicht, die Registrierung muss vor dem Start erfolgen. Genauso ärgerlich ist es, wenn du das Ergebnis nicht am selben Tag einreichst, denn dann wird dein Index nicht rechtzeitig neu berechnet.
Viele Golfer legen außerdem die Regeln auf einer Privatrunde etwas großzügiger aus als im Turnier. Wenn du bewusst eine Strafe nicht anwendest oder den Ball ohne Platzregel besserlegst, ist die Runde nicht mehr handicaprelevant. Dasselbe gilt für die falsche Spielform, denn Scramble, Vierer oder Lochspiel zählen nicht.
Der dritte Fehler ist der, den man am wenigsten bemerkt. Wer nur bei gutem Gefühl registriert, verfälscht sein Handicap, und das fällt bei der Überprüfung auf. Ich würde dir deshalb empfehlen, es dir zur Gewohnheit zu machen, in der Hauptsaison möglichst jede Runde zu registrieren. So bekommst du ein ehrliches Bild von deinem Spiel.
Privatrunde oder Turnier?
Beides hat aus meiner Sicht seinen Platz. Turniere haben einen besonderen Reiz, weil du mit festen Startzeiten, Siegerehrung und oft neuen Flightpartnern spielst. Privatrunden sind flexibler und entspannter und lassen sich leicht in den Alltag einbauen. Viele Golfer kombinieren deshalb beides und nutzen Privatrunden für die regelmäßige Fortschreibung und Turniere für den Wettkampf. Welche Spielformen es sonst noch gibt, erkläre ich in meinem Artikel über die Golf-Spielformen.
Wenn du beides spielst, lohnt sich ein Vergleich. Spielst du im Turnier besser oder schlechter als in deinen Privatrunden? Die Antwort sagt ziemlich viel darüber aus, wie du mit Druck umgehst.
Häufig gestellte Fragen zur registrierten Privatrunde
Wie kann ich mein Handicap mit einer Privatrunde verbessern?
Registriere die Runde vor dem Start, spiel sie in einer handicaprelevanten Spielform mit einem Zähler und reich das Ergebnis am selben Tag ein. Dein Handicap verbessert sich, wenn das neue Ergebnis zu deinen besten acht der letzten 20 gehört und dadurch ein schlechteres Ergebnis aus dieser Wertung verdrängt. Fällt gleichzeitig ein gutes altes Ergebnis heraus, kann der Effekt kleiner ausfallen.
Kann ich eine RPR über 9 Löcher spielen?
Ja, registrierte Privatrunden sind über 9 oder 18 Löcher möglich. Du musst dich vorher für die jeweilige Lochzahl registrieren. Aus einem 9-Loch-Ergebnis wird für die Berechnung ein 18-Loch-Score-Differential ermittelt.
Was ist der Unterschied zwischen EDS und RPR?
EDS, Extra Day Score, war der frühere Name für handicaprelevante Privatrunden in Deutschland. Mit dem World Handicap System heißen sie registrierte Privatrunden, kurz RPR. Das Grundprinzip ist gleich geblieben. Du meldest die Runde vorher an und spielst mit Zähler.
Kann ich im Winter eine Privatrunde spielen?
Grundsätzlich zählen registrierte Privatrunden nur in der Hauptsaison. In der Nebensaison ist ein handicaprelevantes Ergebnis nur in Ausnahmefällen möglich, wenn die Runde vorab ausdrücklich als handicaprelevant ausgeschrieben wurde. Wann die Hauptsaison auf deinem Platz gilt, erfährst du im Club.
Fazit
Die registrierte Privatrunde macht es leicht, dein Handicap auch ohne Turnier aktuell zu halten. Du meldest die Runde vorher an, spielst mit Zähler in einer handicaprelevanten Spielform nach den Regeln und reichst das Ergebnis am selben Tag ein. Mehr ist es eigentlich nicht. Die Details wie den Anmeldeweg und die Anforderungen an den Zähler regelt dein Club.
Ich würde dir empfehlen, im Sekretariat einmal nach den RPR-Regeln deines Clubs zu fragen und dann in der Hauptsaison möglichst jede Runde zu registrieren. So siehst du ehrlich, wo dein Spiel gerade steht.




