Golf Schnupperkurs: Was erwartet dich beim ersten Mal?

Alexander Weber··9 Min Lesezeit
Golf Schnupperkurs: Was erwartet dich beim ersten Mal?

(TL;DR) Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ein Golf Schnupperkurs dauert meist 1 bis 2 Stunden und kostet zwischen 0 und 50 €
  • Du brauchst keine eigene Ausrüstung. Schläger und Bälle werden gestellt
  • Inhalte: Grip, Stand, Schwung, Putten, Chippen also die absoluten Grundlagen
  • Keine Vorkenntnisse nötig. der Kurs richtet sich explizit an Einsteiger
  • Danach folgt bei Interesse der nächste logische Schritt: die Platzreife

Du hast schon ein paarmal überlegt, ob Golf vielleicht dein Sport sein könnte. Vielleicht hat ein Freund davon geschwärmt, vielleicht hast du im Urlaub einen wunderschönen Golfplatz gesehen und jetzt möchtest du es einfach mal ausprobieren. Genau dafür gibt es den Golf Schnupperkurs.

In diesem Artikel zeige ich dir, was dich beim ersten Mal wirklich erwartet, was du mitbringen musst (Spoiler: fast nichts), was der Kurs kostet und wie es danach weitergeht.

Was ist ein Golf Schnupperkurs überhaupt?

Ein Golf Schnupperkurs ist ein kurzes, oft günstiges Angebot, das sich speziell an absolute Anfänger richtet. Du bekommst unter Anleitung eines Golflehrers oder PGA-Profis einen ersten Einblick in den Sport ohne Clubmitgliedschaft, ohne Verpflichtungen, ohne Vorwissen.

Das Ziel ist ganz klar: Spaß haben und herausfinden, ob Golf etwas für dich ist. Es geht nicht darum, nach zwei Stunden perfekte Drives zu schlagen. Es geht darum, das Gefühl zu kriegen und den ersten Ball wirklich sauber zu treffen, das ist ein Moment, den du so schnell nicht vergisst.

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Typischer Ablauf: Was passiert beim Schnupperkurs?

Die meisten Schnupperkurse laufen nach einem ähnlichen Schema ab. Hier ein realistischer Überblick:

1. Begrüßung und kurze Einführung

Zu Beginn stellt euch der Golflehrer den Ablauf vor. Ihr bekommt einen kleinen Überblick über den Golfplatz, die Driving Range und die wichtigsten Begriffe. Das dauert meist nur 10 bis 15 Minuten.

2. Der richtige Griff

Dann geht es direkt ans Eingemachte: der Griff. Das klingt simpel, ist aber der wichtigste Punkt für einen guten Schwung. Ein falscher Griff sabotiert von Anfang an deine Technik, deshalb legt jeder gute Golflehrer hier besonders viel Wert drauf. Mehr dazu, warum der Griff so entscheidend ist, liest du in meinem Artikel über den richtigen Golfgriff.

3. Stand und Ausrichtung

Wie stehst du zum Ball? Wo sind deine Füße? Wie weit bist du vom Ball entfernt? Das sind die nächsten Punkte. Der korrekte Stand ist die Basis für alles, was danach kommt.

4. Der erste Schwung auf der Driving Range

Jetzt wird’s ernst: Ihr dürft eure ersten Bälle schlagen. Der Golflehrer zeigt euch die Grundbewegung, korrigiert euch und gibt Tipps. Typischerweise lernt ihr in dieser Phase:

  • Putten (kurze Schläge auf dem Grün)
  • Chippen (Annäherungsschläge aus kurzer Distanz)
  • Pitchen (längere Annäherungsschläge): was das genau bedeutet, erkläre ich im Pitch-Glossar
  • Abschlag mit dem Eisen: für Anfänger fast immer einfacher als mit dem Driver

Mach dir keine Sorgen, wenn die ersten Bälle nicht so fliegen, wie du dir das vorstellst. Das ist bei jedem so. Mit den häufigsten Fehlern im Golfschwung für Anfänger beschäftige ich mich übrigens in einem eigenen Artikel. Ist sehr lesenswert, bevor du das erste Mal zum Schläger greifst.

5. Kurze Einführung in Etikette und Regeln

Am Ende gibt es meistens noch einen schnellen Überblick über die wichtigsten Verhaltensregeln auf dem Golfplatz. Denn Golf hat eine lange Tradition, und gewisse Dinge gelten als selbstverständlich. Zum Beispiel Ruhe, wenn jemand schlägt, oder Divots wieder einlegen.

Was musst du mitbringen?

Das ist die gute Nachricht: eigentlich fast nichts. Fast alle Golfclubs stellen beim Schnupperkurs Leihschläger und Übungsbälle zur Verfügung. Du musst lediglich mitbringen:

  • Bequeme, sportliche Kleidung: Jeans funktionieren in der Regel auch, aber Bewegungsfreiheit ist wichtig
  • Festes Schuhwerk: normale Sportschuhe oder Turnschuhe reichen völlig aus; spezielle Golfschuhe brauchst du für den Schnupperkurs noch nicht
  • Gute Laune: klingt kitschig, ist aber ernst gemeint

Teures Equipment, eigene Schläger, Golfhandschuhe sind für deinen ersten Kurs irrelevant. Investiere da noch nichts, bevor du weißt, ob Golf wirklich dein Ding ist.

Einfache Tipps für das erfolgreiche Putten!

Was kostet ein Golf Schnupperkurs?

Die Preise schwanken je nach Anbieter und Region, aber das Grundprinzip ist: Golf ausprobieren ist günstiger als du denkst.

FormatDauerPreis
Kostenloser Sonntagskurs (viele Clubs)1–1,5 Stunden0 €
Standard-Schnupperkurs1,5–2 Stunden20–40 €
Premium/Deluxe-Kurs (kleiner, intensiver)2–3 Stunden40–99 €

Viele Golfclubs bieten zwischen April und Oktober jeden Sonntag kostenlose Schnupperkurse an. Das ist in Deutschland inzwischen fast schon Standard. Manche Erlebnisanbieter wie Jochen Schweizer haben ebenfalls Schnupperkurse im Programm, oft als Geschenkidee verpackt.

Tipp: Schau einfach bei deinem nächstgelegenen Golfclub auf die Website oder ruf direkt an. Die meisten freuen sich über jeden Neuinteressenten.

Für wen ist der Schnupperkurs geeignet?

Kurze Antwort: für alle. Golf ist einer der wenigen Sportarten, die man wirklich in jedem Alter beginnen kann. Beim Schnupperkurs wirst du keine Hochleistungsathleten treffen, die dich unter Druck setzen. Du wirst Menschen treffen, die genauso neugierig sind wie du.

Ein paar typische Teilnehmergruppen:

  • Neueinsteiger, die den Sport einfach mal testen möchten
  • Paare oder Freundesgruppen, die gemeinsam etwas Neues ausprobieren
  • Berufstätige, die Golf als Netzwerk-Sport interessiert
  • Familien mit Kindern, denn viele Clubs haben auch spezielle Kinderkurse oder nehmen Kinder kostenlos mit


Wie geht es nach dem Schnupperkurs weiter?

Du hast den Kurs gemacht, es hat dir Spaß gemacht, was jetzt? Dann gibt es im Wesentlichen zwei logische nächste Schritte:

Option 1: Einsteigerkurs buchen

Ein Einsteigerkurs geht über mehrere Einheiten und baut systematisch auf dem auf, was du im Schnupperkurs gelernt hast. Hier übst du Griff, Schwung, Putten und Chippen so lange, bis es wirklich sitzt.

Option 2: Direkt zur Platzreife

Wenn du weißt, dass Golf dein Sport ist, kannst du auch direkt einen Platzreife-Kurs ins Auge fassen. Die Platzreife ist sozusagen der „Führerschein für den Golfplatz“ und berechtigt dich, reguläre Runden auf Golfplätzen zu spielen. Viele Clubs bieten Wochenendkurse an, bei denen du die Platzreife in kompakter Form erlangen kannst.

Ich empfehle, nach dem Schnupperkurs mindestens einen Einsteigerkurs zu machen, bevor du direkt in den Platzreifekurs einsteigst das macht einen Unterschied. Außerdem solltest du in dieser Phase unbedingt meinen Artikel mit 11 Tipps für Golfanfänger lesen.

Was du vor dem Schnupperkurs wissen solltest

Ein paar Dinge, die ich mir selbst gewünscht hätte, bevor ich das erste Mal einen Schläger in der Hand hatte:

Erwarte keinen Perfektionismus von dir selbst. Golf ist ein Sport, den man ein Leben lang lernt. Nach einem Schnupperkurs wirst du keinen perfekten Schwung haben und das ist völlig in Ordnung.

Schau dir vorher ein paar Videos an. Nicht um zu lernen, sondern um ein Grundgefühl zu bekommen, wie ein Golfschwung aussieht. Das reduziert die anfängliche Überraschung.

Frag den Trainer aktiv. Gute Golflehrer freuen sich über neugierige Teilnehmer. Wenn irgendetwas unklar ist, frag einfach.

Genieß die Atmosphäre. Ein Golfplatz ist ein besonderer Ort. Die frische Luft, das Grün und die Ruhe gehören zum Erlebnis dazu.

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FAQ: Häufige Fragen zum Golf Schnupperkurs

Brauche ich für einen Schnupperkurs eigene Ausrüstung?

Nein. Golfschläger, Bälle und Tees werden in fast allen Schnupperkursen kostenlos gestellt. Du brauchst lediglich bequeme Sportkleidung und festes Schuhwerk. Spezielle Golfschuhe oder ein eigenes Set sind für den Schnupperkurs keine Voraussetzung.

Wie lange dauert ein Golf Schnupperkurs?

Die meisten Kurse dauern zwischen 1 und 2 Stunden, manche Premiumformate gehen bis zu 3 Stunden. Für einen ersten Eindruck reichen 90 Minuten vollkommen aus. Länger wird es sonst auch schnell anstrengend, wenn man das Schwingen noch nicht gewohnt ist.

Muss ich mich anmelden oder kann ich einfach auftauchen?

Das hängt vom Golfclub ab. Viele Clubs mit regulären Sonntagskursen nehmen auch Spontangäste auf, aber eine kurze Voranmeldung ist fast immer empfehlenswert. Schon allein, damit du weißt, dass der Kurs stattfindet und nicht wetterbedingt verschoben wurde.

Was lerne ich in einem Schnupperkurs wirklich?

Du lernst die absoluten Grundlagen: den richtigen Griff, den korrekten Stand, die Grundbewegung des Schwungs sowie erste Einblicke in das kurze Spiel (Putten, Chippen). Außerdem bekommst du einen Eindruck von der Etikette auf dem Golfplatz und den wichtigsten Begriffen, die du kennen solltest.

Kann ich nach dem Schnupperkurs direkt auf dem Golfplatz spielen?

Nein. Für das reguläre Spielen auf einem 18-Loch-Platz brauchst du die Platzreife. Ein Schnupperkurs ist der erste Schritt und die Platzreife der zweite. Viele Clubs bieten jedoch auch Kurzplätze oder Übungsgelände an, wo du auch ohne Platzreife nach dem Kurs weiterüben kannst.

Ist ein Schnupperkurs auch als Geschenk geeignet?

Absolut und das sogar sehr gut. Ein Schnupperkurs ist eine tolle Idee für Menschen, die Golf schon immer mal ausprobieren wollten. Viele Anbieter wie Jochen Schweizer oder direkte Golfclubs haben entsprechende Gutscheine im Angebot.

Fazit: Lohnt sich der Schnupperkurs?

Ja und zwar für fast jeden. Der Golf Schnupperkurs ist der einfachste und risikoloseste Weg, um herauszufinden, ob Golf der richtige Sport für dich ist. Du investierst wenig Geld, ein paar Stunden Zeit, und bekommst dafür einen ehrlichen ersten Eindruck.

Wenn du danach weißt: „Nein, das ist nichts für mich“ dann ist das kein Problem und kein großer Schaden. Wenn du danach denkst: „Wow, ich will mehr davon“ dann hast du vielleicht gerade eine neue Leidenschaft entdeckt, die dich noch Jahrzehnte begleiten wird.

Also: Golfclub in der Nähe suchen, Schnupperkurs buchen, hingehen und einfach mal schauen, was passiert.

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Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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