Wie teuer ist Golf spielen? Alle Kosten im Überblick

Alexander Weber··9 Min Lesezeit
Wie teuer ist Golf spielen? Alle Kosten im Überblick

Golf ist weltweit ein beliebter Sport. Doch wie teuer ist das Golfspielen wirklich? Das hängt von einigen Faktoren ab: vom Equipment, der Mitgliedschaft im Golfclub bis hin zum einfachen Handschuh. Hier sind alle Kosten, die auf dich zukommen, wenn du mit dem Golfen loslegen willst. Seit 2019 spiele ich Golf und bin kein Profi, aber ich habe die ersten Jahre selbst erlebt und weiß genau, wie viel es kostet, mit Golf zu starten und welche Ausgaben du einplanen solltest.

Um die Frage schnell zu beantworten: Im ersten Jahr zahlst du für Golf in etwa 2000 bis 2500 € für Platzreifekurs, Mitgliedschaft und Equipment. Ab dem zweiten Jahr kostet dich das Golfspielen dann nur noch um die 1000 bis 1500 € jährlich, hauptsächlich durch die Mitgliedschaft und Verbrauchsequipment wie Tees und Golfbälle. Aber lass uns mal schauen, wie sich diese Kosten zusammensetzen und wie du vielleicht ein bisschen Geld sparen kannst.

Lasst uns also mal alle Baustellen der Kosten angehen. Besonders viele der Ausgaben beziehen sich auf das erste Jahr beim Golfen. Hier lernst du außerdem, welches Equipment wirklich Sinn ergibt, welches eher nebensächlich ist und ab wann sich welche Anschaffung lohnt.

Wie teuer ist Golf spielen? Golftraining und Platzreife

Am Golftraining von einem Pro kommst du nicht vorbei. Erstmal um die Basics zu lernen und weil du eine Platzreife benötigst, um überhaupt auf einem Golfplatz spielen zu dürfen. Mit dieser Platzreife musst du dann auch eine Mitgliedschaft in einem Club erwerben, der wiederum Mitglied im Deutschen Golf Verband sein muss. Ein Pro verlangt in Deutschland durchschnittlich 50 € pro Stunde für Einzeltraining. Bei regelmäßigem Training ohne Intensivkurs sollte die Prüfung innerhalb von 4 Wochen realistisch sein.

Es ist ziemlich flexibel, wie lange beziehungsweise wie viele Stunden du brauchst, um eine Platzreife zu erlangen. Es gibt Angebote zwischen 300 und 400 Euro für „Schnellkurse", welche dir innerhalb von 3 bis 4 Tagen Intensivtraining die Informationen für deine theoretische und praktische Prüfung an die Hand geben. Wenn du unsicher bist, ob dir Golf überhaupt liegt, lohnt sich vorher auch ein günstiger Golf Schnupperkurs, bevor du in einen kompletten Platzreifekurs investierst. Meinen Schnellkurs habe ich bei AMP Golf in 4 Tagen erworben. AMP ist mit Sicherheit nicht der günstigste Anbieter, allerdings fühlte ich mich hier von vorne bis hinten gut aufgehoben.

Platzreifeprüfung

Für die Platzreifeprüfung nehmen Golflehrer oftmals 2 Unterrichtsstundensätze (2 x 50 Euro), also in etwa 100 Euro. Das kann aber von Pro zu Pro variieren. Dein Pro wird dir für das Training vor der Prüfung Golfequipment zur Verfügung stellen, wenn du noch keins besitzt. Du musst deine eigenen Schläger also erst kaufen, wenn du bereits eine Platzreife besitzt.

Die am häufigsten gebrochen Regeln der Etikette im Golf

Ausrüstung

Die Ausrüstung ist in vielen Fällen etwas, was lange hält und gerade bei den teureren Produkten für die nächsten Jahre nicht schnell verschleißt. Es gibt allerdings auch kleinere Produkte oder sogar Verbrauchsprodukte, die öfter ersetzt werden sollten oder sogar müssen. Ich habe dir hier mal eine Liste an Produkten zusammengestellt, welche du definitiv benötigst, und dazu immer Produkte herausgesucht, die ich dir für den jeweiligen Bereich empfehlen kann, um auf lange Sicht Geld zu sparen und dich mehr auf den Spaß konzentrieren zu können.

Handschuhe

Handschuhe kann ich dir schon beim Training vor der Platzreife empfehlen, da sie kein großes Investment erfordern und du weniger Reibung an den Händen hast, was gerade bei Anfängern schmerzhaft sein kann. Außerdem ist in vielen Handschuhen auch ein Ballmarker enthalten, den du als Golfspieler auf jeder Runde mehrfach brauchst. In meiner Handschuh-Empfehlung findest du eine genauere Übersicht, hier sind aber schon mal ein paar Empfehlungen von mir:

Handschuh*

Golfschläger mit Bag

Ohne Golfschläger kannst du nicht spielen. Also ist es für dich am sinnvollsten, ein komplettes Set mit Bag zu kaufen. Darin sind alle Schläger enthalten, die du zum Einstieg brauchst, und du kannst deine Schläger jederzeit gegen bessere upgraden, wenn dir einzelne Schläger nicht mehr gut genug für deine Bedürfnisse erscheinen. Der Vorteil eigener Schläger direkt am Anfang ist, dass der Pro dir mit deinen eigenen Schlägern Golf beibringen kann und du dich später nicht mehr auf andere Schläger umgewöhnen musst. Falls du später mal gezielt in einen neuen Putter investieren willst, erkläre ich dir hier, wie teuer ein guter Putter wirklich ist. Hier sind meine Empfehlungen für ein Einsteiger-Set:

Golfschlägerset mit Bag*

Golfschuhe

Golfschuhe werden bei den Startkosten gerne vergessen, gehören aber genauso zur Grundausstattung wie die Schläger. Ein brauchbares Paar für Einsteiger bekommst du schon ab 80 bis 100 €, nach oben gibt es kaum eine Grenze. Wichtig ist vor allem gute Wasserdichtigkeit und guter Grip, damit du auch bei nassem Gras sicher stehst. Was einen guten Golfschuh sonst noch ausmacht, habe ich dir hier zusammengefasst.

Golfbekleidung

Auf vielen Plätzen gilt ein Dresscode, an den du dich als Mitglied und auch als Gast halten musst. Das bedeutet aber nicht, dass du direkt teure Markenkleidung brauchst. Ein paar Polohemden und eine golftaugliche Hose reichen zum Einstieg völlig aus und lassen sich schon für 50 bis 100 € zusammenstellen. Was genau auf dem Platz erlaubt ist und worauf du beim Dresscode achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Pitchgabel

Wie du im Training lernen wirst, solltest du den Platz am besten genauso verlassen, wie du ihn vorgefunden hast. Dazu zählt zum Beispiel auch das Einsetzen von Divots und das Ausbessern des Greens. Dafür ist eine Pitchgabel wichtig. Sie ist ebenso ein kleines Investment und wird dir viele Jahre Dienste leisten. Hier sind einige Empfehlungen von mir:

Pitchgabel*

Tees

Vor jedem Spiel ist es wichtig, Tees zu haben, um deine Golfbälle für den Abschlag aufzusetzen. Das ist ziemlich preiswert, aber eine wichtige Investition, ohne die du sehr schlecht abschlagen kannst. Es empfiehlt sich, immer mindestens 18 davon für eine Partie im Bag zu haben. Hier sind ein paar Empfehlungen für Tees:

Tee Angebote*

Golfbälle

Bälle von der Driving Range, die dort 1 bis 2 € für ein Netz kosten, dürfen auf dem Platz nicht gespielt werden. Deswegen solltest du dir, bevor du zu einem Spiel gehst, immer eigene Golfbälle kaufen. Diese Investition ist für Anfänger teurer als für erfahrene Spieler, da Anfänger wesentlich mehr Bälle in Wasserhindernisse oder Bäume schlagen, die danach nicht mehr zu finden sind. Auf vielen Plätzen sind auch gelbe Bälle wegen der Verwechslungsgefahr mit Driving Range Bällen nicht gestattet. Ich habe auch ein sehr gutes Angebot für gemixte Bälle gefunden, die preislich unschlagbar und perfekt für Anfänger sind, da diese den Unterschied der Bälle ohnehin oft nicht wahrnehmen und viele Bälle verbrauchen. Hier sind die besten Angebote:

Golfball Finder

Das waren alle essenziellen Anschaffungen, wenn es um das Equipment zum Golfspielen geht. Selbstverständlich gibt es noch weiteres Zubehör von Golfuhren bis zu Laser-Entfernungsmessern. Diese könnt ihr euch natürlich auch ansehen und kaufen, notwendig sind sie allerdings nicht. Hier findet ihr den Link, um diese Produkte auf Amazon zu finden: https://amzn.to/3z9rhVg



Mitgliedschaft

Eine Golfmitgliedschaft ist die Voraussetzung dafür, regelmäßig auf einem Platz zu spielen. Dabei hast du grundsätzlich drei Wege zur Auswahl: die klassische Vollmitgliedschaft in einem Club, eine Fernmitgliedschaft oder das reine Spielen per Greenfee als Gast.

Je nachdem wie alt du bist, solltest du mit unterschiedlichen Preisen rechnen. Viele Clubs bieten einen reduzierten Mitgliedsbeitrag an, wenn du unter 27 bist und/oder dich in einer Ausbildung befindest.

Der Vollbetrag für Mitglieder über 27 beträgt im Durchschnitt zwischen 1000 und 1200 € pro Jahr. Dieser Betrag variiert allerdings von Club zu Club, dazu kommt meist noch eine kleine Verbandsabgabe an den Deutschen Golf Verband.

Wenn du allerdings nicht so oft Golf spielen willst, kannst du auch eine Fernmitgliedschaft beantragen, die sich bereits im Bereich von 200 bis 300 € findet. Allerdings musst du dann für jede Nutzung von Driving Range und Golfplatz eine Gebühr zahlen. Das können um die 5 bis 10 € pro Nutzung der Driving Range sein und um die 20 bis 40 €, wenn es um das Greenfee geht.

Eine weitere Option, die in Deutschland immer bekannter wird, ist die Mitgliedschaft in der Vereinigung Clubfreier Golfer (VcG). Damit bist du offiziell Mitglied im Deutschen Golf Verband, ohne an einen festen Heimatclub gebunden zu sein, und zahlst dafür einen ähnlichen Beitrag wie bei einer Fernmitgliedschaft. Auch hier fällt bei jeder Runde zusätzlich das Greenfee an. Du musst also selbst schauen, was für dein Spielverhalten mehr Sinn ergibt: Wer nur ein paar Mal im Jahr spielt, ist mit Fernmitgliedschaft oder VcG meist günstiger unterwegs, wer regelmäßig auf die Runde geht, fährt mit einer Vollmitgliedschaft langfristig oft besser.

Wenn dich interessiert, warum sich diese Kosten im Vergleich zu anderen Sportarten so hoch anfühlen, habe ich das hier für dich aufgeschlüsselt.

Häufig gestellte Fragen zu den Kosten beim Golf

Was kostet Golf spielen im Monat? Wenn du das erste Jahr mit Platzreife und Grundausstattung hinter dir hast, liegen die laufenden Kosten je nach Mitgliedsform bei etwa 80 bis 130 € im Monat, dazu kommen noch Golfbälle, Tees und gelegentliche Greenfees.

Kann ich Golf auch günstig lernen und spielen? Ja. Mit einem Schnupperkurs, gebrauchtem Equipment und einer Fernmitgliedschaft oder VcG-Mitgliedschaft statt einer Vollmitgliedschaft lassen sich die Kosten deutlich senken, besonders wenn du nicht jede Woche spielst.

Brauche ich zwingend eine Vollmitgliedschaft in einem Club? Nein. Eine Platzreife reicht aus, um mit Golf zu starten. Ob du danach Vollmitglied, Fernmitglied oder VcG-Mitglied wirst, hängt davon ab, wie oft du tatsächlich spielen willst.

Fazit

Golf muss nicht so teuer sein, wie viele denken. Die größten Ausgaben fallen im ersten Jahr durch Platzreife, Grundausstattung und Mitgliedschaft an. Danach reduzieren sich die Kosten auf Mitgliedsbeitrag und Verbrauchsmaterial wie Bälle und Tees. Wenn du am Anfang auf gebrauchtes Equipment setzt und dir genau überlegst, ob eine Voll-, Fern- oder VcG-Mitgliedschaft zu deinem Spielverhalten passt, kannst du eine ganze Menge sparen, ohne beim Golfen Abstriche machen zu müssen.

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Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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