Die Hole-in-One-Versicherung ist für viele Golfspieler unbekanntes Territorium. Dabei kann sie an einem einzigen Turniertag schnell einige hundert Euro Kosten ersparen.
Eine Hole-in-One-Versicherung übernimmt die Bewirtungskosten, die einem Golfer entstehen, wenn er bei einem Turnier ein Hole-in-One schlägt und laut Etikette alle Mitspieler auf ein Getränk einladen muss. Für Veranstalter sichert sie zudem den ausgelobten Preis ab, wenn ein Teilnehmer tatsächlich ein Ass schlägt.
Es gibt diverse Arten dieser Versicherung, und es lohnt sich zu wissen, wer davon profitiert, was sie im Detail kostet und wann sie überhaupt greift.
Hole-in-One-Versicherung: Spieler vs. Veranstalter
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Hole-in-One-Versicherungen: Versicherungen für Spieler und Versicherungen für Veranstalter.
Versicherungen für Spieler
Diese Art von Versicherung schützt den Golfer vor den Bewirtungskosten, die bei einem Hole-in-One anfallen imstande sein. Das Ritual des Bezahlens gilt normalerweise nur in Amateur-Turnieren. Solltest du auf einer Privatrunde ein Ass schlagen, spricht nichts dagegen, deinen Flight ebenfalls auf ein Getränk einzuladen. Bei wenigen Getränken sollte die Rechnung auch nicht allzu hoch ausfallen.
Bei einem Treffer in einem vorgabewirksamen Turnier wird es deutlich teurer. Es gehört zur Etikette, für alle Teilnehmer des Turniers die Rechnung auf ein Getränk zu übernehmen. Stell dir ein Turnier mit 60 Teilnehmern vor: Bei einem Getränk pro Person zu je 8 Euro entstehen schnell 480 Euro Bewirtungskosten. Wenn dann noch ein Essen oder eine Runde Champagner dazukommt, kann die Summe auch 700 bis 800 Euro erreichen.
Um sich vor diesen Kosten zu schützen, können Golfer eine Hole-in-One-Versicherung abschließen. Die meisten dieser Versicherungen sind im sogenannten Golfer-Schutzbrief enthalten. Das ist ein spezielles Paket, das neben der Hole-in-One-Absicherung in der Regel auch Leistungen wie den Schutz der Golfausrüstung, Haftpflicht und Gepäckschutz auf Reisen umfasst.
Eine der bekanntesten Optionen ist die HanseMerkur. Die Hole-in-One-Versicherung ist dort direkt im Golfer-Schutzbrief enthalten. Nach Absatz 2.3 "Hole-in-One-Deckelung" wird im Jahr eine Entschädigungsleistung für Bewirtungskosten von maximal 1.000 Euro abgedeckt. Der Preis liegt bei rund 76 Euro im Jahr.
Eine weitere Option ist die Helvetia bzw. DVM-Golf Versicherung. Diese Versicherungen lassen sich durch die Erweiterung der Hausratversicherung abschließen. Der Tarif deckt dann für rund 20 Euro mehr im Jahr ebenfalls eine Erstattungssumme von bis zu 1.000 Euro ab, solltest du nach deinem Hole-in-One bei einem vorgabewirksamen Turnier die Bewirtungskosten übernehmen müssen. Zusätzlich ist bei der DVM-Golf Versicherung das Golfgepäck bis zu 3.000 Euro auf Reisen, im Flieger, im Auto oder im Clubhaus im Spint für insgesamt rund 88 Euro im Jahr abgesichert.
Manche Schutzbriefe gehen noch einen Schritt weiter und bündeln zusätzlich eine Greenfee-Ausfalldeckung für Golfreisen im Ausland. Es lohnt sich also, beim Vergleich nicht nur auf die Hole-in-One-Klausel zu schauen, sondern auf das Gesamtpaket.
Wenn du mehr darüber erfahren willst, welche Regeln und Bräuche beim Golf noch eine Rolle spielen, schau auch in diesen Artikel: Diese Golfregeln werden unbewusst gebrochen
Versicherungen für Veranstalter
Neben den Spielern imstande sein auch Veranstalter von Golfturnieren eine Hole-in-One-Versicherung abschließen. Sie schützt Veranstalter vor den Kosten. Die entstehen, wenn ein Spieler während des Turniers ein Ass schlägt. Diese Kosten können sehr hoch sein, besonders wenn wertvolle Preise wie Autos, Reisen oder andere teure Gegenstände als Hole-in-One-Preisgeld ausgelobt werden.
Dabei steckt hinter dieser Versicherung auch ein cleverer Marketinggedanke: Ein attraktiver Sachpreis für ein Hole-in-One erhöht die Spannung beim Turnier erheblich und zieht mehr Teilnehmer an. Der finanzielle Aufwand für den Veranstalter bleibt durch die Versicherung kalkulierbar.
Eine Hole-in-One-Versicherung kann dazu beitragen, dass mehrere Löcher für ein Preisgeld qualifiziert sind, was das Turnier für die Teilnehmer attraktiver macht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Versicherungsprämie, die der Veranstalter zahlt, deutlich geringer ist als die Kosten für den Preis selbst.
Wesentlich zu wissen: Die meisten Anbieter versichern ausschließlich Amateur-Turniere. Nimmt ein Profi am Feld teil und trifft das Ass, greift die Police in der Regel nicht. Bei gemischten Turnieren solltest du das vorab beim Versicherer klären, sonst bleibst du im Ernstfall auf den Kosten sitzen.
Die Höhe der Prämie hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Anzahl der Löcher, für die das Preisgeld ausgelobt ist, der Höhe des Preises. Der Anzahl der Teilnehmer und der Lochlänge. Je höher die Deckungssumme, desto teurer die Versicherung. Eine typische Deckungssumme für eine Veranstalter-Hole-in-One-Versicherung liegt bei etwa 5.000 bis 50.000 Euro.
Für Veranstalter ist die Prämie in der Regel steuerlich absetzbar, was die Versicherung zusätzlich attraktiv macht.
Ein Beispiel: Bei einem Turnier mit 120 Teilnehmern und einem ausgelobten Elektroauto im Wert von 30.000 Euro als Preis beläuft sich die Versicherungsprämie auf rund 963 Euro. Das ist ein einmaliger Beitrag pro Event. Ohne Versicherung würde ein tatsächliches Hole-in-One den Veranstalter die vollen 30.000 Euro kosten.
Am Markt tätig sind unter anderem MAWA Finanz, Honoro und GOLFassec. Die Angebote unterscheiden sich vor allem darin, wie kurzfristig sich eine Police noch vor dem Turnier abschließen lässt und ob bei insbesondere hochwertigen Preisen zusätzliche Nachweise wie eine neutrale Turnierleitung verlangt werden.
Neben der Hole-in-One-Versicherung vermögen Veranstalter auch andere Versicherungen abschließen, um sich bei der Durchführung eines Golfturniers abzusichern. Dazu gehören Haftpflichtversicherungen sowie Unfallversicherungen für Spieler und Zuschauer.
Mehr zum Thema Turniere und deren Organisation findest du hier: Golf Turniere.
Was kostet eine Hole-in-One-Versicherung?
Das ist die Frage, die die meisten Golfer zuerst stellen. Die Antwort hängt davon ab, ob du Spieler oder Veranstalter bist.
Für Spieler:
| Option | Kosten pro Jahr | Deckungssumme |
|---|---|---|
| Erweiterung Hausratversicherung | ca. 20 Euro Aufschlag | bis zu 1.000 Euro |
| Golfer-Schutzbrief (z.B. HanseMerkur) | ca. 76 Euro | bis zu 1.000 Euro |
| Golfer-Schutzbrief inkl. Gepäckschutz (DVM-Golf) | ca. 88 Euro | bis zu 1.000 Euro + Gepäck bis 3.000 Euro |
Für Veranstalter:
Die Prämie ist einmalig pro Event und richtet sich nach Deckungssumme, Teilnehmerzahl, Lochlänge und Turnierdauer. Als grobe Orientierung:
| Versicherungssumme | Prämie (Richtwert) |
|---|---|
| ab 7.500 Euro | ab ca. 432 Euro |
| 30.000 Euro (Beispiel Elektroauto) | ca. 963 Euro |
| Individuelle Angebote | ab ca. 150 Euro (je nach Anbieter) |
Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Prämie sind: Wert des ausgelobten Preises, Anzahl der Teilnehmer, Lochlänge und Dauer des Turniers.
Wann zahlt die Hole-in-One-Versicherung und wann nicht?
Das ist vielleicht die wichtigste Frage, bevor du eine solche Versicherung abschließt. Denn die Versicherung gilt nicht automatisch in jeder Situation.
Voraussetzungen, damit die Versicherung zahlt:
- Das Hole-in-One muss bei einem offiziell angemeldeten und durchgeführten Turnier erzielt werden
- Das Loch darf nicht so vorbereitet oder manipuliert worden sein, dass ein Hole-in-One erleichtert wird
– Das Loch muss während des gesamten Turniers von mindestens einem Schiedsrichter oder einer Aufsichtsperson überwacht werden
- Der Treffer muss nachgewiesen werden, in der Regel durch die Scorekarte, eine Bestätigung der Turnierleitung und im Idealfall durch Zeugen
Typische Ausschlüsse:
- Privatrunden ohne Turnierrahmen (hier greift die Versicherung meist nicht)
– Fehlendes oder unvollständiges Dokumentationsmaterial
- Löcher, die nicht den vereinbarten Bedingungen entsprechen (z. B. verlegte Teebox, geänderte Distanz)
- Ein Treffer durch einen Profispieler, obwohl im Vertrag nur Amateure versichert wurden
Es lohnt sich also, vor dem Turnier genau zu prüfen, welche Bedingungen die jeweilige Police stellt. Der häufigste Grund, warum Versicherungen im Schadensfall nicht zahlen, sind Formalitäten und nicht der Schlag selbst.

Wie wahrscheinlich ist es eigentlich, ein Hole-in-One zu erzielen?
Laut Golf Digest kommt ein Hole-in-One bei etwa jedem 12.750. Schlag vor, während der Deutsche Golfverband (DGV) die Chance bei 1:10.150 ansiedelt. Die Chancen steigen bei professionellen Golfspielern. Die eine Wahrscheinlichkeit von 1:2.500 haben, auf einem Par-3-Loch ein Hole-in-One zu erzielen. Zwar brauchen Profispieler in der Regel keine eigene Hole-in-One-Versicherung, da sie bei diesem seltenen Ereignis ohnehin oft wertvolle Preise gewinnen.
Es gab bereits Hole-in-Ones von 5-Jährigen und von 102-Jährigen, von blinden Spielern und sogar über eine Distanz von 466 Metern. Das zeigt: Dieses Ereignis ist selten, aber keineswegs unmöglich.
Für Amateur-Golfer, die regelmäßig an Turnieren teilnehmen, kann eine Hole-in-One-Versicherung eine sinnvolle Investition sein. Nicht weil das Ereignis wahrscheinlich ist, sondern weil sie den unbeschwerten Moment eines Hole-in-Ones schützt, ohne dass du dir direkt Sorgen um die Rechnung machen musst. Wenn du deine eigenen Chancen auf ein Ass verbessern willst, findest du hier passende Tipps: Hole-in-One schlagen
Mehr faszinierende Zahlen und Fakten rund um Golf findest du hier: 10 faszinierende Fakten über Golf
FAQ: Häufige Fragen zur Hole-in-One-Versicherung
Muss ich ein Hole-in-One auf einer Privatrunde auch bezahlen? Nein, eine Pflicht besteht nicht. Es ist eine Frage der Etikette. Wer möchte, lädt seinen Flight gerne auf ein Getränk ein. Die Versicherung greift in diesem Fall in der Regel nicht, da kein offizieller Turnierrahmen vorhanden ist.
Gilt die Versicherung auch bei Par-4- oder Par-5-Löchern? Das hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Die meisten Versicherungen und fast alle Turnierregeln beziehen sich auf Par-3-Löcher, da ein Hole-in-One dort am ehesten realistisch ist. Manche Veranstalter-Policen können doch auch andere Bahnen einschließen, wenn das explizit vereinbart wird.
Was ist ein Golfer-Schutzbrief? Ein Golfer-Schutzbrief ist ein Versicherungspaket, das mehrere golfspezifische Leistungen bündelt. Typischerweise enthält er Schutz für die Golfausrüstung, eine Golfhaftpflicht und eben auch eine Hole-in-One-Absicherung für Bewirtungskosten. Anbieter wie HanseMerkur haben diesen Schutzbrief als Jahrespaket im Sortiment.
Ist ein Auto oder ein anderer Sachpreis als Hole-in-One-Preis versicherbar? Ja, das ist bei den meisten Veranstalter-Policen möglich. Wesentlich ist, dass der Preis und sein Beschaffungswert vor dem Turnier klar im Antrag angegeben werden. Bei insbesondere hochwertigen Preisen verlangen manche Versicherer zusätzliche Nachweise, etwa eine neutrale Turnierleitung oder eine Videokontrolle am Loch.
Wie kurzfristig lässt sich eine Veranstalter-Hole-in-One-Versicherung noch abschließen? Bei den meisten Anbietern reicht ein Online-Antrag wenige Tage vor dem Turnier. Der Schutz muss aber vor dem ersten Abschlag geprüft, bestätigt und bezahlt sein. Ein spontaner Abschluss während des laufenden Turniers ist nicht möglich.
Lohnt sich eine Hole-in-One-Versicherung bei einem hohen Handicap? Ja, sogar eher. Je höher das Handicap, desto seltener spielt man technisch sauber genug für ein Hole-in-One. Aber genau deshalb ist der Moment so unvergesslich und das Feiern so essenziell. Wer regelmäßig an Clubturnieren teilnimmt und seinen Flight nicht im Regen stehen lassen will, für den sind 20 bis 76 Euro im Jahr gut angelegtes Geld.
Fazit
Eine Hole-in-One-Versicherung kann für Golfer. Die an Turnieren teilnehmen, sowie für Veranstalter eine sinnvolle Investition sein. Sie hilft, unerwartete Kosten zu vermeiden und das Golfspiel insgesamt angenehmer zu gestalten.
Wenn du eine solche Versicherung abschließen möchtest, prüfe die verschiedenen Optionen sorgfältig: Deckungssumme, Prämie und die Bedingungen, unter denen die Versicherung tatsächlich zahlt. besonders bedeutend ist das Thema Dokumentation, denn wer beim Nachweis nachlässig ist, riskiert im Ernstfall keinen Cent zu sehen.
Ob über den Golfer-Schutzbrief, die Erweiterung der Hausratversicherung oder als separate Police für dein Turnier: Die Absicherung ist in den meisten Fällen günstiger als gedacht und schützt genau den Moment, der im besten Fall einmalig in deiner Golferlaufbahn sein wird.
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