Golf Mitgliedschaft: Alle Optionen, Kosten und der große Vergleich

Alexander Weber··8 Min Lesezeit
Golf Mitgliedschaft: Alle Optionen, Kosten und der große Vergleich

Du hast deine Platzreife bald in der Tasche oder gerade erst den Schnupperkurs hinter dir, und jetzt stellt sich die nächste große Frage: Welche Mitgliedschaft passt eigentlich zu dir? Vollmitgliedschaft im Heimatclub, Fernmitgliedschaft, einfach nur Greenfee zahlen, oder doch die VcG? Ich bekomme diese Frage ständig gestellt, und ehrlich gesagt habe ich mich am Anfang selbst ziemlich lange durch die Optionen gewühlt.

Kurz zusammengefasst: Es gibt im Wesentlichen vier Wege, golfberechtigt zu sein: die klassische Vollmitgliedschaft im Verein, die günstigere Fernmitgliedschaft, das spontane Golfen ohne feste Bindung über Greenfee, und die VcG als Verbandsmitgliedschaft ohne Heimatclub. Wie oft du im Jahr wirklich spielst, entscheidet fast immer darüber, welches Modell sich finanziell lohnt.

Die vier Mitgliedschaftsmodelle im Überblick

Bevor ich in die Details gehe, kurz die grobe Landkarte. Golf spielen kannst du grundsätzlich auf vier Arten organisieren, und jede davon bringt einen anderen Mix aus Kosten, Bindung und Flexibilität mit sich.

Die Vollmitgliedschaft macht dich zum festen Mitglied eines Golfclubs mit uneingeschränktem Spielrecht auf dessen Platz. Die Fernmitgliedschaft gibt dir einen Heimatclub und einen DGV-Ausweis, ohne dass du dort regelmäßig spielst, meist verbunden mit einer Mindestentfernung zum Verein. Die Greenfee-Mitgliedschaft, oder genauer gesagt das Golfen ganz ohne Mitgliedschaft, bedeutet, dass du für jede Runde einzeln zahlst und dich an keinen Verein bindest. Und die VcG. Die Vereinigung clubfreier Golfer, ist eine Sonderform, die dir einen DGV-Ausweis verschafft, ohne dass du überhaupt Mitglied in einem klassischen Club wirst.

Die Vollmitgliedschaft im Golfclub

Die Vollmitgliedschaft ist das, was die meisten Menschen zuerst im Kopf haben, wenn sie an „Golfclub" denken. Du wirst festes Mitglied eines Vereins, zahlst einen Jahresbeitrag und darfst dafür so oft spielen, wie du willst, meistens ohne zusätzliche Greenfees auf der eigenen Anlage.

Was eine Vollmitgliedschaft kostet

Die Jahresbeiträge liegen bei den meisten Clubs zwischen 1.000 und 1.500 Euro, bei Premium-Anlagen mit eigenem Golfplatz-Hotel oder mehreren Plätzen auch deutlich darüber. Dazu kommt häufig eine einmalige Aufnahmegebühr, die je nach Club zwischen wenigen hundert und mehreren tausend Euro liegen kann. Warum die Kosten von Anlage zu Anlage so stark schwanken, habe ich in meinem Artikel dazu, warum Golf so teuer ist, genauer aufgeschlüsselt.

Viele Vereine bieten reduzierte Beiträge für Jugendliche, Studierende oder Golfer unter 27 Jahren an, oft für weniger als die Hälfte des regulären Beitrags. Ich selbst bin über so ein vergünstigtes Modell eingestiegen, und das hat mir den Anfang finanziell deutlich leichter gemacht.

Für wen sich die Vollmitgliedschaft lohnt

Wenn du mehrmals pro Woche spielst oder spielen willst, ist die Vollmitgliedschaft fast immer die günstigste Variante pro Runde gerechnet. Du bekommst zudem ein festes Heimatgefühl im Club, feste Trainingspartner, Zugang zu Vereinsturnieren und meistens vergünstigte oder kostenlose Nutzung der Driving Range. Wer wissen möchte, was insgesamt im ersten Jahr an Kosten auf ihn zukommt, findet in meinem Artikel wie teuer Golf spielen wirklich ist eine komplette Aufschlüsselung inklusive Ausrüstung und Platzreifekurs.

Die Fernmitgliedschaft: Günstiger Einstieg mit DGV-Ausweis

Die Fernmitgliedschaft ist über die letzten Jahre deutlich populärer geworden, gerade bei Golfern, die nicht mehrmals wöchentlich spielen. Du wirst dabei formell Mitglied eines Clubs, meistens einer, der mindestens 50 bis 200 Kilometer von deinem Wohnort entfernt liegt, zahlst aber nur einen Bruchteil des regulären Beitrags.

Die Preise starten bei etwa 50 Euro pro Jahr für Modelle ohne eigenes Spielrecht dort, reichen aber bei Fernmitgliedschaften mit unbegrenztem Spielrecht auf einer bestimmten Anlage bis 300 Euro und mehr. Auf allen anderen Plätzen zahlst du dann normales Greenfee. Das im Schnitt zwischen 50 und 70 Euro pro Runde liegt. Ich habe das Thema so ausführlich behandelt, dass ich es hier nicht komplett wiederholen will. Alles zu Anbietern, Voraussetzungen und meiner eigenen Entscheidung findest du in meinem Artikel zur Golf Fernmitgliedschaft.

Kurz zusammengefasst lohnt sich die Fernmitgliedschaft vor allem, wenn du auf etwa 10 bis 20 Runden im Jahr kommst. Spielst du deutlich mehr, wird die Vollmitgliedschaft irgendwann günstiger, weil die Greenfees sich sonst summieren.

Greenfee-Mitgliedschaft: Golfen ganz ohne feste Bindung

Streng genommen ist die „Greenfee-Mitgliedschaft" keine Mitgliedschaft im eigentlichen Sinn, sondern der Verzicht darauf. Du zahlst einfach für jede Runde, die du spielst, das Greenfee der jeweiligen Anlage, ohne dich an einen Verein zu binden. Das klingt erstmal simpel, hat aber ein paar Haken, die viele Anfänger übersehen.

Ohne Vereinsmitgliedschaft hast du in der Regel keinen offiziellen DGV-Ausweis und damit auch kein amtliches Handicap. Das auf vielen Plätzen zur Voraussetzung fürs Spielen gehört. Auch die Platzreife musst du nichtsdestotrotz irgendwo nachweisen imstande sein, meistens über einen Prüfungsnachweis, den du dir bei einem Verein oder einer Golfschule holst. Die reinen Greenfee-Kosten schwanken stark, von etwa 20 Euro auf einfachen Anlagen bis 80 Euro oder mehr auf Championship-Plätzen.

Für gelegentliche Spieler, die vielleicht fünf- bis achtmal im Jahr auf den Platz gehen und dabei gerne verschiedene Anlagen ausprobieren, kann dieses Modell nichtsdestotrotz am günstigsten sein. Wer erstmal reinschnuppern will, bevor er sich festlegt, findet in meinem Artikel zum Golf Schnupperkurs eine gute Möglichkeit, das ganz unverbindlich zu testen.

VcG: Die Vereinigung clubfreier Golfer

Eine vierte, weniger bekannte Option ist die VcG, die Vereinigung clubfreier Golfer. Hier wirst du Mitglied eines Verbands statt eines klassischen Golfclubs und bekommst trotzdem einen offiziellen DGV-Ausweis samt Handicap-Führung, ohne an einen Heimatclub gebunden zu sein. Preislich bewegt sich die VcG in etwa auf dem Niveau einer Fernmitgliedschaft.

Der große Vorteil: Du bist völlig frei, wo du spielst, ohne dich vorher auf einen bestimmten Fernmitgliedschafts-Club festzulegen. Der Nachteil ist, dass dir das feste Vereinsgefühl fehlt, kein Stammtisch, keine festen Trainingspartner, keine Vereinsturniere. Mehr zum Deutschen Golf Verband und seiner Rolle beim Handicap-System liest du in meinem separaten Artikel dazu.

Kostenvergleich: Alle Modelle auf einen Blick

MitgliedschaftsformJahreskosten (ca.)Bindung an einen ClubIdeal für
Vollmitgliedschaft1.000 bis 1.500 €Ja, fester HeimatclubWer mehrmals wöchentlich spielt
Fernmitgliedschaft50 bis 300 € plus GreenfeesJa, aber ohne HeimatrechtWer 10 bis 20 Runden im Jahr spielt
Greenfee ohne Mitgliedschaft0 € Grundgebühr, 20 bis 80 € pro RundeNeinWer nur gelegentlich spielt
VcGÄhnlich wie FernmitgliedschaftNein, nur VerbandsmitgliedschaftWer maximale Flexibilität will

Welche Mitgliedschaft passt zu dir?

Am Ende läuft die Entscheidung fast immer auf eine einzige Zahl hinaus: Wie viele Runden spielst du realistisch pro Jahr? Ich rechne das für mich selbst jedes Jahr grob durch, und diese Faustregel hat sich bei mir und vielen Golfern, mit denen ich spreche, bewährt.

Unter 10 Runden im Jahr fährst du meistens am besten mit reinem Greenfee-Golfen, ganz ohne Mitgliedschaft. Zwischen 10 und 25 Runden lohnt sich in der Regel eine Fernmitgliedschaft, vor allem wenn du eine Anlage in der Nähe findest. Die volles Spielrecht anbietet. Spielst du regelmäßiger, oft mehrmals im Monat oder sogar wöchentlich, wird die Vollmitgliedschaft günstiger und bringt dir zusätzlich das Vereinsleben, das für viele Golfer am Ende genauso bedeutend ist wie der Preis.

Worauf du vor dem Beitritt achten solltest

Egal für welches Modell du dich entscheidest, ein paar Punkte solltest du dir vorher genau ansehen. Die Kündigungsfrist ist einer der wichtigsten: Viele Vereine binden dich für ein volles Kalenderjahr und verlangen eine Kündigung bereits im Herbst für das Folgejahr. Frag darüber hinaus konkret nach, was in der Aufnahmegebühr enthalten ist und ob sie bei einem späteren Wechsel oder Austritt teilweise erstattet wird.

Wesentlich ist auch, ob die Mitgliedschaft direkt an eine Anlage gebunden ist oder ob du, wie bei manchen Fernmitgliedschaften, auch andere Plätze im Verbund vergünstigt verwenden kannst. Und schau dir das Vereinsleben selbst an, bevor du unterschreibst. Ein Probetraining oder eine offene Vereinsrunde verrät dir oft mehr über die Atmosphäre als jede Preisliste.

Häufig gestellte Fragen zur Golf-Mitgliedschaft

Kann ich mehrere Mitgliedschaften gleichzeitig haben? Grundsätzlich ja, aber du kannst immer nur einen Verein als deinen offiziellen Heimatclub im DGV-System führen. Manche Golfer kombinieren nichtsdestotrotz eine günstige Fernmitgliedschaft mit gelegentlichem Greenfee-Golfen auf anderen Plätzen.

Brauche ich für jede Mitgliedschaftsform die Platzreife? Ja, die Platzreife ist unabhängig vom Mitgliedschaftsmodell fast überall Voraussetzung, um überhaupt auf einem 18-Loch-Platz spielen zu dürfen. Ausnahmen bilden reine Übungsanlagen oder Kurzplätze ohne Platzreifepflicht.

Wie schnell kann ich meine Mitgliedschaft wechseln? Das hängt stark von der Kündigungsfrist deines aktuellen Vereins ab, oft musst du bis Ende Oktober oder November für das Folgejahr kündigen. Informiere dich frühzeitig, damit du nicht ungewollt ein weiteres Jahr gebunden bist.

Lohnt sich eine Vollmitgliedschaft schon im ersten Jahr? Das kommt darauf an, wie sicher du dir bist, dass du am Ball bleibst. Viele Anfänger starten deshalb bewusst mit einem Schnupperkurs oder einer Fernmitgliedschaft und wechseln erst später in die Vollmitgliedschaft, wenn feststeht, dass Golf ihr Sport wird.

Ist eine Mitgliedschaft international gültig? Dein DGV-Ausweis mit Handicap wird international anerkannt. Das gilt für Voll-, Fern- und VcG-Mitgliedschaften gleichermaßen. Ohne Vereinsmitgliedschaft und offiziellen Ausweis kann es dagegen im Ausland auf manchen Plätzen Probleme geben.

Fazit

Es gibt nicht die eine richtige Golf-Mitgliedschaft, sondern die, die zu deiner Spielhäufigkeit und deinem Budget passt. Wer selten spielt, fährt mit Greenfee oder einer Fernmitgliedschaft meistens günstiger, wer regelmäßig auf dem Platz steht, profitiert langfristig von einer Vollmitgliedschaft im eigenen Verein. Am wichtigsten ist, dass du ehrlich zu dir selbst bist, wie oft du realistisch spielen wirst, denn genau das entscheidet am Ende über die beste Wahl.

Affiliate-Links: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du ueber diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis fuer dich aendert sich dadurch nicht. Ich empfehle nur Produkte und Dienste, die ich selbst nutze oder fuer vertrauenswuerdig halte. Weitere Infos in der Datenschutzerklaerung.
Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

Kommentare (0)

Max 1000 Zeichen. Keine HTML-Tags.

Lade Kommentare...