Golf Handicap verbessern: Tipps, die auf dem Platz sofort wirken

Alexander Weber··13 Min Lesezeit
Golf Handicap verbessern: Tipps, die auf dem Platz sofort wirken

Kaum ein Golfer ist absolut zufrieden mit seiner Leistung. Die meisten wollen mehr erreichen, und mehr bedeutet beim Golf fast immer: weniger Schläge auf einer Runde benötigen. Das führt durch Turniere und EDS-Runden schließlich auch zu einem besseren Handicap. Doch viele wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen, um ihre Vorgabe nachhaltig zu verbessern.

Ein gutes Handicap beim Golf liegt für die meisten Amateure zwischen 18 und 28. Wer unter 18 kommt, gilt schon als überdurchschnittlicher Freizeitspieler. Ein einstelliges Handicap ist echter Fortschritt Richtung Pro-Niveau. Für Einsteiger ist jede Verbesserung unter 36 ein solider Ausgangspunkt, und die folgenden Tipps helfen dir dabei, deine Stammvorgabe Schritt für Schritt runterzuspielen.

Kurz zusammengefasst: Handicap verbessern gelingt über drei Hebel gleichzeitig, cleveres Course Management statt Risikoschläge, ein starkes kurzes Spiel unter 100 Metern und die konsequente Nutzung vorgabewirksamer Runden. Wer nur an der Schwungtechnik feilt, lässt hier die einfachsten Schläge liegen.

In diesem Artikel findest du konkrete Maßnahmen, die du direkt auf dem Platz ausprobieren kannst und die dir dabei helfen, effektiv weniger Schläge pro Runde zu benötigen.

Anspannungen reduzieren

Die größte Anspannung haben Golfer bei ihrer ersten Bahn und dann auch noch bei ihrem ersten Schlag. Du hast den Driver in der Hand und solltest versuchen, möglichst weit zu schlagen, um die Chance zu erhöhen, weniger Schläge zu benötigen. Diese Anspannung führt dann oft dazu, dass du den Golfschwung, der eine schwingende Bewegung ist, komplett sabotierst.

Durch die Anspannung drückst du vielleicht zu stark am Griff deines Schlägers und spannst deine Muskeln an. Dadurch werden diese verkürzt, und du hast nicht mehr die Mobilität, um den Schwung ordentlich auszuführen.

Die Lösung ist einfach. Du solltest eine Trainingsroutine vor deiner Runde haben und dadurch schon mehrere Schläge hinter dir haben. Du bist wesentlich weniger aufgeregt, wenn du schon so viele Bälle geschlagen hast, auf die du zurückblicken kannst. Dabei solltest du dir immer etwa gleich viel Zeit nehmen, um diese Routine auszuführen.

Eine weitere Möglichkeit: Platziere deinen Driver nicht direkt hinter dem Ball, sondern hebe ihn erst leicht an und schlag von dort. Du solltest allerdings trotzdem korrekt auftee-en, sodass die Hälfte des Balls in etwa über der Spitze des Schlägers liegt.

Die Pizza im Bunker

Die Überschrift klingt zunächst merkwürdig, hat aber einen echten Sinn. Wenn du in einem Bunker bist und genau weißt, dass du den Sand treffen möchtest, solltest du dir angewöhnen, den Schlag besonders zu visualisieren.

Stell dir vor, unter dem Ball läge eine kleine Pizza. Diese möchtest du nach oben befördern, und der Ball liegt wie eine Salami auf dieser Pizza drauf. Durch diese Vorstellung kannst du instinktiv einen besseren Winkel finden, um den Ball aus dem Bunker zu schlagen. Viele Golfer haben nämlich genau hier ein Problem mit dem Anstellwinkel.

Wie du deinen Golfball perfekt aufs Grün chippst

Verändere deine Schwünge in bestimmten Situationen

Stell dir vor, du bist vor dem Grün und hast einen kurzen Schlag vor dir. Wäre das Gras tiefer, würdest du ohne Frage den Putter benutzen, doch in deiner Situation ist es zu schlecht einzuschätzen, wie stark du schlagen musst.

Was du hier machen kannst, ist ein Wedge zu nehmen und diesen wie einen Putter zu benutzen. Dafür verwendest du einfach die gleiche Technik wie bei deinem Putter und greifst den Wedge etwas tiefer, um ihn auf ungefähr die gleiche Länge zu bringen. Diese kleine Anpassung kann dir auf schwierigen Lagen vor dem Grün einige Schläge sparen.

Halte deine Emotionen unter Kontrolle

Jeder Golfer schlägt mal einen schlechten Schlag. Was hier bessere von schlechteren Golfern unterscheidet, ist der Umgang damit. Schlechtere Golfer verspüren dann den Drang, den nächsten Schlag riskanter zu gestalten, um den Fehler zu korrigieren. Andere spielen einfach aus Frust weiter und vergessen, sich ordentlich vorzubereiten.

Was gute Spieler in so einem Moment machen: den schlechten Schlag hinnehmen und schauen, was der optimale nächste Schlag aus der neuen Situation ist. Dabei wollen sie den Schlag ausführen, den sie in mindestens acht von zehn Fällen auch schaffen, um möglichst risikofrei weiterzuspielen.

Wer sein Handicap verbessern möchte, braucht diese mentale Konstanz. Jeder Schlag, der aus Frust danebengeht, kostet dich im Stableford Punkte, die du nicht mehr zurückbekommst.

Wie findest du den perfekten Driver für dich?

Ein schneller Driver-Tipp

Wenn du Probleme bei deiner Ansprechposition beim Driver hast, kannst du folgendes probieren. Platziere deinen Schläger nicht direkt hinter dem Ball. Für manche Golfer führt das zu Anspannungen und einer falschen Schulterposition. Versuche einfach, den Schläger etwas weiter weg aufzusetzen. Dadurch könnte es dir einfacher fallen, in eine korrekte Position zu kommen. Einige professionelle Golfer nutzen genau diesen Tipp.

Spieltaktik: Wahrscheinlichkeiten nutzen und cleverer spielen

Es sollte dir nicht nur darum gehen, wie weit eine Fahne entfernt ist und welchen Schläger du benutzen solltest, sondern auch darum, ob es ein Schlag ist, den du wahrscheinlich schaffst oder eben nicht. Gutes Course Management bedeutet: Du denkst nicht nur in Metern, sondern in Wahrscheinlichkeiten.

Wenn zwischen dir und der Fahne ein Wasserhindernis oder ein Bunker liegt, überlege, ob du diesen Schlag in acht von zehn Fällen schaffst. Wenn nicht, ist der sichere Weg fast immer die bessere Wahl. Ein verfehlter Risikoschlag kann dich zwei bis drei Schläge kosten, ein sicheres Ausweichziel nur einen.

Spieltaktik ist einer der unterschätztesten Hebel beim Handicap verbessern. Viele Golfer konzentrieren sich ausschließlich auf ihre Schwungtechnik, lassen dabei aber das Platzmanagement völlig außer Acht. Wer cleverer spielt, schlägt automatisch weniger Schläge, ohne auch nur einen einzigen Schwung verändert zu haben.

Wenn du dir bei deinen Wahrscheinlichkeiten noch nicht sicher bist, lohnt es sich, hierüber Buch zu führen. Auf dem Golfplatz passiert so viel gleichzeitig, dass du viele Eindrücke einfach wieder vergisst. Genau dafür habe ich "Dein Golf Journal" erstellt.



Golfregeln kennen und bares Schläge sparen

Ein Hebel, den viele Golfer komplett übersehen: die eigenen Golfregeln. Wer nicht genau weiß, wie er sich zum Beispiel bei einem unspielbaren Ball oder in einem Wasserhindernis regelkonform und trotzdem klug verhält, verschenkt fast immer einen unnötigen Schlag zusätzlich.

Ein Beispiel: Wer bei einem unspielbaren Ball einfach irgendwie weiterspielt, statt die Droppingoptionen zu kennen, nimmt sich selbst die Möglichkeit, den Schaden zu begrenzen. Kenntnis der Golfregeln kannst du sogar aktiv zu deinem Vorteil nutzen, ganz ohne einen einzigen Schwung zu verändern.

Nimm dir also ab und zu die Zeit, ein paar Regeln nachzulesen. Es ist einer der günstigsten Wege, um dein Handicap zu verbessern, weil er dich nichts außer ein bisschen Lesezeit kostet.

EDS-Runden nutzen, um dein Handicap wirklich zu verbessern

Das ist ein Punkt, den viele Golfer schlicht nicht auf dem Schirm haben: Dein Handicap verbessert sich nicht einfach dadurch, dass du gut spielst. Es verbessert sich nur dann, wenn du an einer vorgabewirksamen Runde teilnimmst. Das kann entweder ein offizielles Turnier sein oder eine EDS-Runde (Extra Day Score).

Eine EDS-Runde ist eine eigenständige Runde, die du mit einem anderen Clubmitglied spielst und anschließend über das System einreichst. Das Ergebnis wird dann genau wie ein Turnierergebnis gewertet und kann deine Stammvorgabe verbessern. Du musst also nicht auf Vereinsturniere warten, um deine Handicapverbesserung voranzutreiben.

Wenn du also regelmäßig spielst, aber nie EDS-Runden einreichst, läuft deine Verbesserung im Leeren. Nutze jede gute Runde, die du spielst, und mache sie vorgabewirksam. Dein aktuelles Handicap kannst du jederzeit auf mygolf.de einsehen und dort auch verfolgen, wie sich deine Vorgabe über die Saison entwickelt. Wie das Stableford-System dabei genau funktioniert, erkläre ich dir in einem separaten Artikel.

Frühzeitig anfangen, das Grün zu lesen

Es ist ratsam, das Grün nicht erst zu lesen, wenn du bereits auf ihm stehst. Du solltest so früh wie möglich damit anfangen, auf das Grün zu schauen, um verschiedene Blickwinkel auszunutzen. Das hilft dir dabei, ein dreidimensionales Verständnis des Grüns zu entwickeln, bevor du überhaupt auf diesem landest.

Wenn jemand anderes vor dir auf dem Grün landet, bekommst du wertvolle Informationen über den Lauf des Balls, die du für deine eigenen Schläge nutzen kannst. Sei also immer aufmerksam, auch wenn du selbst noch nicht dran bist.

Ein Golf-Entfernungsmesser kann dir bei Trainingsrunden zusätzlich helfen. Mit einem Laser lernst du nicht nur, Abstände präziser einzuschätzen, sondern du entwickelst auch ein besseres Gefühl dafür, aus welchen Positionen welche Schläge realistisch sind. Für Turniere gilt allerdings: Die Fähigkeit ohne Hilfsmittel aufzubauen ist unersetzbar.

Wenn du dir einen guten Entfernungsmesser zulegen möchtest, findest du eine große Auswahl bei GolfHouse. Der Bushnell Tour V6 bei Golf und Günstig ist dabei eine besonders beliebte Option unter Amateurgolfern, weil er zuverlässig misst und auch in der Handhabung simpel bleibt.

Darüber nachdenken, wie du den Ball schlägst

Ein Tipp für deine Eisenschläge: Denke bewusst darüber nach, wie du den Ball treffen möchtest. Es sollte immer erst Kontakt mit dem Ball entstehen und dann Kontakt mit dem Boden. Beides ist notwendig und eben auch in genau dieser Reihenfolge.

Um es dir einfacher zu machen, fokussiere dich auf einen Punkt, der etwa eine Schlägerkopflänge vor deinem Ball liegt. Versuche diesen Punkt zu treffen, aber stell dir vor, dieser Punkt ist einen Zentimeter tief im Boden verankert.

Durch diese Vorstellung fällt es dir leichter, den richtigen Treffpunkt zu finden und generell bessere Eisenschläge auszuführen. Gerade bei mittleren und langen Eisen macht dieser kleine Fokusshift einen spürbaren Unterschied. Wenn du zusätzlich wissen willst, welche Schlagweite für dein Handicap realistisch ist, findest du in meiner Übersicht zu Schlägerweiten passende Richtwerte für jedes Eisen.

Fehler, die du auf der Driving Range unbewusst machst.

Dein kurzes Spiel ist dein größter Hebel

Viele Golfer investieren die meiste Trainingszeit in den Driver und die langen Schläger. Das ist verständlich, aber aus Handicap-Sicht ist es oft die falsche Priorität. Das kurze Spiel, also alles von etwa 100 Metern bis zum Loch, entscheidet mehr über deinen Score als jeder Abschlag.

Ein Schlag, den du auf dem Grün einsparst, ist genauso wertvoll wie ein Schlag, den du durch einen starken Drive einsparst. Nur ist es wesentlich einfacher, das Putten und Chippen zu verbessern, als konstant 20 Meter weiter zu schlagen. Wenn du dir ein Ziel für dein Handicap verbessern setzen möchtest, fang genau hier an.

Konzentriere dich in deinen nächsten Trainingseinheiten bewusst auf die Distanzen unter 30 Metern und auf dein Putting. Kleine Verbesserungen im kurzen Spiel bringen dich auf dem Scoreboard weiter als alles andere. Ich habe dazu zwei Artikel geschrieben, die dir dabei direkt helfen: Wie du dein Putten sofort verbesserst und wie du deinen Golfball perfekt aufs Grün chippst.

Wann lohnen sich Golfstunden für dein Handicap?

Irgendwann kommt der Punkt, an dem du alleine auf der Driving Range nicht mehr weiterkommst. Du spielst immer die gleichen Fehler, weißt aber nicht genau warum. Genau dann lohnen sich gezielte Golfstunden beim Teaching Pro.

Das bedeutet nicht, dass du dauerhaft teure Stunden buchen musst. Oft reichen zwei bis drei Einheiten, um die größten technischen Schwachstellen zu identifizieren und konkrete Übungen mitzunehmen, an denen du selbstständig weiterarbeiten kannst. Ein erfahrener Pro sieht in wenigen Minuten, was du selbst mit stundenlangem Üben nicht erkennst.

Wer sein Handicap unter 18 drücken möchte, wird dabei fast immer an einem Punkt angelangen, wo professionelle Hilfe den entscheidenden Unterschied macht. Es muss kein Wochenprogramm sein, aber ein, zwei gezielte Sessions pro Saison können dich schneller voranbringen als Monate des eigenständigen Tüftelns.

Seinen Golfhandschuh anmalen

Für diesen Tipp empfiehlt es sich, einen weißen Golfhandschuh zu besitzen. Egal woran du gerade an deinem Schwung arbeitest, du kannst dir einfach eine Markierung auf den Handschuh setzen.

Wenn dein Problem auf dem Golfplatz ist, dass du zu hastig mit deinem Schwung bist, schreib dir einfach ein H auf den Handschuh. Der Buchstabe holt dich aus der falschen Routine heraus und bringt dich wieder zum aktiven Nachdenken über deine aktuelle Position. Das klingt simpel, hat aber nachweislich Wirkung, weil es deine Aufmerksamkeit im entscheidenden Moment zurückholt.

Die richtige Ausrichtung

Die Grundlagen sind oft das Wichtigste, wenn es um den Golfsport geht. Eine falsche Ausrichtung kostet dich Schläge, ohne dass du es überhaupt merkst.

Mein Tipp: Stell dich an den Ball, wie du es für richtig hältst, und nimm dann deinen Schläger mit beiden Händen. Eine Hand liegt etwas über dem Schlägerkopf, die andere am Griff. Jetzt hältst du den Schläger parallel zu deinen Beinen und Knien und drehst deinen Oberkörper wie bei einem Schwung mit. Was du jetzt am Ende deines Schlägers siehst, ist genau das, worauf du zielst. Siehst du die Fahne, ist alles korrekt. Siehst du ein weit entferntes Ziel, musst du dich neu ausrichten.

Wenn du diese Ausrichtung regelmäßig mit Alignment-Sticks auf der Driving Range überprüfst, wirst du schnell merken, wie häufig sich unbemerkte Fehler einschleichen. Das ist eines der einfachsten und wirkungsvollsten Trainingstools, das du nutzen kannst.

Häufige Fragen zum Handicap verbessern

Kann ich mein Handicap auch ohne Turnier verbessern? Ja. Du musst nicht auf ein Vereinsturnier warten, um deine Vorgabe zu verbessern. Eine EDS-Runde reicht genauso aus, da sie ebenfalls vorgabewirksam ist. Wichtig ist nur, dass du sie korrekt mit einem Mitspieler einreichst.

Wie schnell verbessert sich mein Handicap? Das hängt stark von deinem Ausgangspunkt ab. Wer bei 54 startet, kann durch regelmäßige Runden schnell mehrere Schläge gutmachen, weil hier die Vorgabeklasse jeden unterspielten Schlag stark gewichtet. Je niedriger dein Handicap bereits ist, desto langsamer und kleinteiliger wird die weitere Verbesserung, ein bis zwei Schläge pro Saison sind dann schon ein guter Fortschritt.

Fazit

Es gibt eine Menge Ansätze, um sein Handicap zu verbessern. Die Kombination aus cleverer Spieltaktik, regelmäßigen vorgabewirksamen Runden und gezielter Arbeit am kurzen Spiel ist dabei erfahrungsgemäß effektiver als reine Technikarbeit auf der Driving Range.

Ich habe hier Tipps gesammelt, die du alle direkt auf dem Golfplatz ausprobieren kannst. Wenn du noch tiefer einsteigen möchtest, empfehle ich dir außerdem meinen Artikel zu den 5 Fähigkeiten, die ein guter Golfer beherrschen sollte, um ein besseres Handicap zu erlangen. Ich wünsche dir viel Erfolg auf dem Platz!

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Alexander Weber
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Alexander Weber

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