So kannst du jedes Mal aus dem Bunker schlagen!

Alexander Weber··9 Min Lesezeit
So kannst du jedes Mal aus dem Bunker schlagen!

Wie oft bist du beim Golfen in einem Bunker gelandet und hast beim nächsten Schlag den Sand förmlich gefürchtet? Viele Golfer kämpfen mit Bunkerschlägen, aber mit etwas Wissen und erprobten Techniken kannst du diesen Teil des Spiels meistern.

Tatsächlich sind Bunkerschläge für professionelle Golfspieler so gut wie die einfachsten Schläge. Dieser Unterschied von Furcht zu Leichtigkeit entsteht nur durch das Verstehen und Anwenden von Techniken.

In diesem Artikel verrate ich dir, wie du deine Schlagtechnik anpassen, das Schlägerblatt gekonnt handhaben und den oft übersehenen, aber äußerst wichtigen Bounce zu deinem Vorteil nutzen kannst. Dabei gehe ich auch darauf ein, wie du deine Technik an diverse Sandbeschaffenheiten anpasst, denn genau das unterscheidet einen konstanten Bunkerschlag von einem reinen Glückstreffer.

Dabei kann man schon durch einfache Veränderungen eine Verbesserung im Handicap hervorbringen, und am Ende wollen wir alle mehr Leichtigkeit und ein niedrigeres Handicap haben.

Die Schlaggrundlinie für erfolgreiche Bunkerschläge

Das Geheimnis effektiver Bunkerschläge liegt im Verständnis der Schlaggrundlinie. Hierbei geht es darum, den Sand unterhalb des Balles zu treffen und nicht den Ball zuerst.

Stell dir vor, du würdest eine Pizza mit dem Golfball als Belag aus dem Sand herausschlagen. Das hilft dir dabei, eine flache, gleichmäßige Schlagfläche zu schaffen und den Ball mit der richtigen Intensität und Winkel zu treffen.

Der Schläger sollte auf eine Weise durch den Sand gleiten, die den Ball auf ein Bett von Sand hinausträgt und nicht durch zu tiefes Eindringen in den Sand gehemmt wird.

Bedeutend ist dabei auch deine Ansprechposition. Grabe deine Füße etwas in den Sand ein, damit du einen sicheren Stand hast, und öffne deinen Stand leicht in Richtung Ziel. Wie du generell die richtige Ansprechposition findest, erkläre ich dir in einem eigenen Artikel genauer.

Du kannst dir hierbei auch bei Freundschaftsrunden einen Kreis um den Ball im Sand aufmalen, sodass du dir die Pizza besser vorstellen kannst. Gerade am Anfang kann dies einfacher sein, damit du weniger Fantasie benötigst. Nach einer gewissen Zeit kommt das hingegen ganz automatisch, und du wirst diese Einzeichnungen nicht mehr benötigen.

Anpassung deiner Bunkertechnik an diverse Sandbeschaffenheiten

Nicht jeder Bunker ist gleich beschaffen. Die Konsistenz des Sandes kann stark variieren, von locker und feinkörnig bis hin zu schwer und nass. Es ist erheblich, den Zustand des Sandes zu beurteilen und deine Technik entsprechend anzupassen.

Das bedeutet, dass du das Schlägerblatt bei weicherem Sand stärker öffnen solltest, um mehr Bounce zu einsetzen, und es bei härterem Sand weniger öffnen solltest, um ein zu tiefes Eindringen und damit den gefürchteten "Dünnenschlag" zu vermeiden.

Bei hartem Sand würde ich es schon als Hacken in den Sand bezeichnen, indem du das Schlägerblatt schließt und den Winkel des Einschlagens anpasst. Nasser Sand verhält sich noch einmal anders: Er ist meist fester gepackt und bremst den Schlägerkopf weniger ab, weshalb du hier oft mit weniger Kraft auskommst als bei trockenem, lockerem Sand.

Die richtige Einschätzung der Sandbeschaffenheit und die Anpassung deiner Bunkertechnik sind essenziell, um auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich zu sein.

Dafür empfehle ich auf jeden Fall, einmal mit dem Schläger in den Boden zu drücken und etwas hineinzuschlagen, damit du dies einschätzen kannst. Führe dies zwar nicht in der Nähe deines Balles durch, sondern weit entfernt, sodass es nicht als Schlagversuch oder Verbesserung deiner Situation durch Veränderung des Bodens ausgelegt werden kann. Gerade in Freundschaftsrunden sollte dies hingegen kein Problem sein, in einem Turnier oder Zählspiel gegen Vorgabe kann dich das allerdings einen Strafschlag kosten.

Die richtige Nutzung des Bounces

Die richtige Handhabung des Schlägerblatts ist entscheidend für erfolgreiche Bunkerschläge. Das Öffnen des Schlägerblatts sorgt dafür, dass der Bounce des Schlägers, also der flache Bereich an der Sohle. Der beim Aufprall auf den Sand verhindert. Dass der Schläger zu tief eindringt, zum Tragen kommt.

Die meisten Sand Wedges haben einen Bounce-Grad zwischen 10 und 14 Grad. Je weicher der Sand, desto mehr Bounce darfst du ruhig einsetzen, indem du das Schlägerblatt weiter öffnest. Bei festem oder dünnem Sand reicht meist schon weniger.

Gleichzeitig muss der Schwung auf dein Ziel ausgerichtet bleiben. Dadurch wird sichergestellt, dass der Ball auf einer optimalen Flugbahn aus dem Bunker befördert wird.

Der Schlag sollte sich also eher wie ein Gleiten in einer bestimmten Tiefe unter dem Sand anfühlen und nicht wie ein Einbuddeln des Schlägers im Sand.

Wie kann ich jeden Golfball einfach aus dem Bunker schlagen

Die Pizza aus dem Sand schlagen

Um die richtige Bunker-Technik zu verinnerlichen, ist es dienlich, tatsächlich zu üben, eine Pizza aus dem Sand zu schlagen. Diese Übung veranschaulicht nicht nur das Konzept der Schlaggrundlinie, sondern verbessert auch dein Gefühl für den richtigen Bounce und die benötigte Schwungstärke.

Das liegt daran, dass man sich unter einem Alltagsgegenstand wie einer Pizza immer etwas vorstellen kann und somit auch die Größe und Dicke einschätzen kann, welche bei dem Schlag als Abstand und Tiefe fungiert.

Eine extra Übung. Die ich dir ans Herz legen kann: Zieh dir mit dem Schläger eine Linie in den Sand und versuche, diese Linie mit deinem Schwung genau zu treffen. Erst wenn das zuverlässig klappt, legst du einen Ball ein Stück hinter die Linie und wiederholst den Schlag. So bekommst du ein sehr genaues Gefühl dafür, ob du zu früh oder zu spät in den Sand kommst.

Die Schlägerwahl

In der Regel wird mit einem Sand Wedge oder anderen Wedges aus dem Bunker geschlagen, die du auch sonst rund ums Grün einsetzt. Doch in manchen Situationen kann man auch andere Schläger benutzen.

Das gilt vor allem für Fairwaybunker, also Bunker, die nicht direkt am Grün liegen, sondern irgendwo auf dem Weg dorthin. Hier zählt oft mehr die Distanz als die Höhe des Schlags. Als grobe Faustregel darfst du hier zum nächstkleineren Eisen greifen. Das du normalerweise vom Fairway aus für diese Distanz spielen würdest. Aus einem Fairwaybunker mit einer Eisen-8-Distanz würde ich also eher zum Eisen 7 raten.

Auch ein kurzes Eisen wie ein Eisen 9 kann am Grün helfen, vor allem wenn es eher darum geht, besonders weit aus dem Bunker herauszuschlagen, also auf die andere Seite des Bunkers zu kommen.

In der Regel kannst du jedoch meistens einen Wedge benutzen, um deinen Ball gut und sicher aus dem Bunker zu schlagen.

Die häufigsten Fehler im Bunker

Auch wenn die Technik sitzt, schleichen sich beim Bunkerschlag ein paar Fehler vor allem häufig ein. Einer davon ist das Abbremsen des Schwungs kurz vor dem Aufprall, oft aus Angst, zu viel Sand mitzunehmen. Das Gegenteil ist aber richtig: Beschleunige den Schläger konstant durch den Sand und den Ball hindurch.

Ein zweiter klassischer Fehler ist ein zu steiler Schwung, der den Schläger tief in den Sand treibt und dem Ball die nötige Energie raubt. Und der dritte häufige Fehler ist die Schlägerwahl selbst, etwa ein Pitching Wedge ohne ausreichend Bounce zu nehmen, wo ein Sand Wedge deutlich verlässlicher wäre.

Training

Natürlich gehört auch das Training dazu, um diese Technik zu verinnerlichen. Genau wie du einen Plan auf der Driving Range benötigst, ist es auch bedeutend, Pläne für das Training aus dem Bunker zu haben. Dabei ist es manchmal etwas schwieriger, da sich Bunker auf den meisten Golfplätzen eben nur auf dem Platz befinden. Manche Golfanlagen haben auch Übungslöcher, welche Bunker dabei haben, doch dies ist nicht der Regelfall.

Wenn dein Heimatclub Übungsbunker besitzt, wird es dir einfach fallen, hier regelmäßig hineinzusteigen und die Technik zu üben. Wenn es nur auf dem Platz möglich ist, könnte es durch den regen Betrieb auf dem Platz schwerer werden. Hier kannst du hingegen auch mal versuchen, in Freundschaftsrunden einfach mal extra in den Bunker zu schlagen. Dadurch hast du automatisch Training. Welches du für wichtige Runden mitnehmen kannst.

Ich kann dir zudem empfehlen, deine Eindrücke, Erfolge und auch Misserfolge aufzuschreiben, damit du diese zum Reflektieren einsetzen kannst. Das kann dir dabei helfen, schneller und nachhaltiger zu lernen. Dafür empfehle ich dir mein Journal "Dein Golf Journal":



Häufig gestellte Fragen zum Bunkerschlag

Wie tief muss ich beim Bunkerschlag in den Sand schlagen?

Als Faustregel gilt: etwa zwei bis fünf Zentimeter hinter dem Ball einsteigen und flach unter dem Ball hindurchgleiten, nicht steil eingraben. Wie viel genau, hängt von der Sandbeschaffenheit ab, wie oben beschrieben.

Welcher Schläger eignet sich am besten für den Bunker?

Für die meisten Grünbunker ist ein Sand Wedge mit ausreichend Bounce die sicherste Wahl. Für Fairwaybunker mit mehr Distanz zum Grün greifst du besser zu einem kurzen Eisen.

Darf ich den Schläger im Bunker auf den Sand aufsetzen?

Nein, das ist nach den Golfregeln nicht erlaubt, weder beim Ansprechen noch im Rückschwung. Alle Details rund um die Golfregeln im Bunker und die berüchtigte Spiegelei-Lage findest du in meinem ausführlichen Artikel zum Bunkerschlag.

Fazit

Vielleicht hast du durch diese Tipps etwas mehr verstanden, warum manche Leute Furcht vor den Bunkerschlägen haben, während andere sehr gelassen mit diesen Situationen umgehen. Wenn du die Technik verinnerlicht hast und immer wieder anwendest, dann kannst du dir sicher sein, dass deine Bunkerschläge auch immer gelassener werden und dir leichter von der Hand gehen.

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Alexander Weber
Geschrieben von

Alexander Weber

Golfer aus Leidenschaft und Autor von Golfforscher. Schreibt über Schwung, kurzes Spiel, Ausrüstung und Regeln - einfach und verständlich, ohne Fachchinesisch.

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