Regeln & Spielformen

Vierer

Grafik: Vierer mit zwei Spielern, die abwechselnd denselben Ball schlagen

Kurz erklärt

Beim Vierer spielen zwei Partner als Team einen gemeinsamen Ball und schlagen abwechselnd. Auch die Abschläge wechseln: Ein Partner schlägt an den ungeraden, der andere an den geraden Löchern ab. Geregelt ist der Vierer in Regel 22.

Beim Vierer spielen zwei Partner als Team einen einzigen Ball. Sie schlagen abwechselnd, bis der Ball im Loch ist, und auch die Abschläge wechseln von Loch zu Loch. Im Englischen heißt der Vierer Foursome, die Regeln dazu stehen in Regel 22.

Der Name führt oft in die Irre. Es spielen zwar vier Golfer zusammen, aber es sind nur zwei Bälle im Spiel, einer pro Team. Wer den Vierer mit dem Vierball verwechselt, merkt das spätestens am ersten Abschlag.

So funktioniert der Vierer nach Regel 22

Vor der Runde legt ihr fest, wer an den ungeraden Löchern abschlägt und wer an den geraden. Auf Loch 1 schlägt also zum Beispiel Partner A ab, Partner B spielt den zweiten Schlag, A den dritten und so weiter. Auf Loch 2 beginnt dann B am Abschlag, egal wer auf Loch 1 eingelocht hat.

Diese Reihenfolge gilt die ganze Runde. Strafschläge ändern daran nichts, sie werden nur zum Ergebnis addiert. Ein Beispiel macht das klar: A schlägt ins Aus. Mit Schlag und Distanzverlust geht es vom Abschlag weiter, und den nächsten Schlag macht B. Das ist dann der dritte Schlag des Teams. Muss ein provisorischer Ball gespielt werden, spielt ihn ebenfalls der Partner, der als Nächstes an der Reihe ist.

Einige Handlungen darf jeder Partner für das Team erledigen. Ihr dürft euch gegenseitig beraten, und jeder von euch darf den Ball markieren, aufnehmen, zurücklegen oder droppen, wenn das nötig wird. Ihr dürft außerdem Schläger teilen, solange ihr zusammen nicht mehr als 14 Schläger dabei habt.

Was gilt bei falscher Reihenfolge?

Der typische Regelverstoß im Vierer ist ein Schlag vom falschen Partner. Im Lochspiel verliert das Team dafür das Loch. Im Zählspiel bekommt das Team zwei Strafschläge, der Schlag zählt nicht, und der richtige Partner muss von dort spielen, wo der falsche Schlag gemacht wurde.

Korrigiert ihr den Fehler im Zählspiel nicht, bevor ihr am nächsten Loch abschlagt, ist das Team disqualifiziert. Auf dem letzten Loch muss die Korrektur vor dem Einreichen der Scorekarte passieren. Das klingt hart, passiert in der Praxis aber erstaunlich oft, etwa wenn nach einem Ball ins Aus beide überlegen müssen, wer jetzt dran ist. Sprecht deshalb nach jedem Strafschlag kurz ab, wer den nächsten Schlag macht.

Vierer im Zählspiel und im Lochspiel

Den Vierer gibt es in beiden großen Spielformen. Im Zählspiel führt das Team eine gemeinsame Scorekarte, denn es gibt ja nur ein Ergebnis pro Loch. Wie im Einzel muss der Ball auf jedem Loch eingelocht werden, und jeder Strafschlag kommt dazu. Ein verpatztes Loch lässt sich im Vierer nicht verstecken, weil kein zweiter Ball als Reserve im Spiel ist.

Im Lochspiel tritt ein Team gegen ein anderes an, und es geht um gewonnene Löcher. Hier sind geschenkte Putts erlaubt, und ein schlechtes Loch kostet nur dieses eine Loch. Viele Teams spielen den Vierer im Lochspiel deshalb mutiger. Wie die Zählweise im Matchplay funktioniert, erklärt der Artikel Lochspiel im Golf. Auch als Stableford wird der Vierer gespielt, dann bekommt das Team Punkte pro Loch.

Vorgabe im Vierer

Für Netto-Wertungen empfiehlt das World Handicap System im Vierer 50 Prozent der addierten Course Handicaps beider Partner. Hat A ein Course Handicap von 20 und B von 30, bekommt das Team 25 Vorgabeschläge. Im Lochspiel wird mit dem Unterschied der Team-Vorgaben gerechnet.

Die genaue Prozentzahl kann die Spielleitung in der Ausschreibung anders festlegen. Schau also vor dem Turnier nach, was gilt. Wie das Course Handicap überhaupt entsteht, erklärt der Artikel Handicap berechnen.

Taktik: Wer schlägt wo ab?

Die Entscheidung über ungerade und gerade Löcher ist die wichtigste taktische Frage im Vierer. Schau dir vor der Runde die Scorekarte an. Liegen die meisten Par-3-Löcher auf geraden Nummern, schlägt dort der Partner mit den besseren Eisen ab. Sind die schwierigen Driving-Löcher mit Wasser oder Aus vor allem ungerade, sollte der sicherere Spieler mit dem Driver diese Löcher bekommen.

Im Spiel selbst geht es weniger um den perfekten Schlag als um eine gute Vorlage für den Partner. Ein Ball in der Mitte des Fairways ist mehr wert als zwanzig Meter mehr Länge im Rough. Auf dem Grün lohnt es sich, gemeinsam zu lesen und den ersten Putt so zu spielen, dass der Partner einen kurzen Rest hat.

Ich finde den Vierer deshalb eine gute Spielform für ungleiche Paare. Der stärkere Spieler kann nicht alles allein retten, und der schwächere spielt jeden zweiten Schlag mit voller Verantwortung. Man lernt dabei viel über die eigene Nervenstärke.

Vierer, Vierball und Chapman-Vierer

Im Vierball spielt jeder Partner seinen eigenen Ball, und das bessere Ergebnis auf dem Loch zählt fürs Team. Das ist eine ganz andere Spielform mit eigenen Regeln, nämlich Regel 23. Im Vierer gibt es nur einen Ball, und jeder Fehler gehört beiden.

Daneben gibt es Mischformen. Beim Chapman-Vierer schlagen beide Partner ab, spielen dann den Ball des anderen und wählen danach einen Ball aus, mit dem es abwechselnd weitergeht. Beim Greensome schlagen ebenfalls beide ab, dann wird ein Ball gewählt und ab dem zweiten Schlag abwechselnd gespielt. Im Ryder Cup heißen die klassischen Vierer Foursomes, dort gehören sie zu den Teamformaten. Alle Formate im Vergleich zeigt der Artikel Spielformen beim Golf.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Vierer und Vierball?

Im Vierer spielt das Team einen gemeinsamen Ball, und die Partner schlagen abwechselnd. Im Vierball spielt jeder seinen eigenen Ball, gewertet wird pro Loch das bessere Ergebnis. Der Vierer steht in Regel 22, der Vierball in Regel 23.

Wer schlägt nach einem Strafschlag?

Der Partner, der ohnehin als Nächstes dran wäre. Strafschläge ändern die Reihenfolge nicht. Schlägt A ins Aus, spielt B den nächsten Ball vom Abschlag.

Darf ich meinem Partner im Vierer Tipps geben?

Ja. Partner dürfen sich gegenseitig beraten, zum Beispiel zur Schlägerwahl oder zur Puttlinie. Ratschläge an Spieler aus anderen Teams sind dagegen nicht erlaubt.

Wer schlägt auf dem ersten Loch ab?

Das entscheidet ihr als Team vor der Runde. Wer auf Loch 1 abschlägt, übernimmt alle ungeraden Löcher, der Partner alle geraden.