Golfplatz

Pitchmarke

Grafik: Pitchmarke in drei Schritten mit Pitchgabel und Putter ausbessern

Kurz erklärt

Eine Pitchmarke ist die kleine Delle, die ein Golfball beim Aufprall auf dem Grün hinterlässt. Jeder Golfer bessert seine eigene Pitchmarke aus, am besten mit einer Pitchgabel, und das ist auf dem Grün jederzeit erlaubt.

Eine Pitchmarke ist die kleine Delle, die ein Golfball beim Aufprall auf dem Grün in den Rasen drückt. Je höher und steiler der Ball ankommt und je weicher das Grün ist, desto tiefer wird sie. Ausbessern sollte sie der Spieler, der sie verursacht hat, und zwar gleich, wenn er auf dem Grün ankommt.

Woher der Begriff kommt und warum Pitchmarken ein Problem sind

Der Name kommt vom englischen „pitch mark“, im Englischen sagt man heute meistens „ball mark“. Gemeint ist immer dasselbe: der Abdruck, den ein Ball nach einem hohen Annäherungsschlag, einem Pitch oder einem Chip auf dem Grün hinterlässt. Auf dem Fairway sieht man solche Einschläge kaum, weil das Gras dort länger und der Boden fester ist. Auf dem kurz gemähten Grün fällt dagegen jede Delle auf.

Eine einzelne Pitchmarke klingt nach einer Kleinigkeit. Das Problem ist die Menge. Auf einem Platz mit vielen Runden am Tag landen Hunderte Bälle auf jedem Grün. Wenn nur ein Teil der Spieler seine Dellen liegen lässt, wird die Oberfläche schnell holprig. Bälle springen dann beim Putten ab, und das trifft alle Flights, die nach dir kommen. Dazu kommt der Rasen selbst. Eine nicht reparierte Pitchmarke trocknet aus, die Graswurzeln in der Mitte sterben ab und es bleibt ein brauner Fleck, der deutlich länger braucht, um wieder zuzuwachsen, als eine sofort reparierte Stelle.

Deshalb gehört das Ausbessern zur Golf-Etikette. Es steht nicht als Pflicht mit Strafe in den Regeln, aber jeder Club erwartet es von dir, und die meisten Greenkeeper sind dankbar für jeden, der es richtig macht.

So besserst du eine Pitchmarke richtig aus

Für die Reparatur brauchst du eine Pitchgabel. Das ist ein kleines Werkzeug mit zwei Zinken, das in jede Hosentasche passt. Viele Golfer haben sie am Bag hängen oder bekommen sie im Pro-Shop für wenig Geld. Notfalls geht auch ein Tee, aber mit der Gabel klappt es besser.

  1. Such zuerst die Delle. Sie liegt meist ein paar Meter vor der Stelle, an der dein Ball liegen geblieben ist, je nachdem, wie weit er nach der Landung gerollt ist.
  2. Stich die Pitchgabel am Rand der Delle schräg in den Boden, also nicht direkt in die Mitte.
  3. Schieb den Rand vorsichtig zur Mitte hin. Die Gabel bleibt dabei unten, du drückst den Rasen seitlich zusammen.
  4. Wiederhol das rundherum an drei oder vier Stellen, bis die Delle geschlossen ist.
  5. Drück die Stelle zum Schluss mit der Sohle deines Putters flach, damit keine Unebenheit bleibt.

Der wichtigste Punkt ist das seitliche Schieben. Viele Golfer stechen die Gabel unter die Delle und hebeln die Mitte nach oben. Das sieht zunächst gut aus, weil die Delle verschwindet. Dabei reißen aber die Wurzeln ab, und genau an dieser Stelle wird der Rasen später braun. Wenn du richtig arbeitest, ist die Oberfläche danach glatt und die Graspflanzen bleiben im Boden verwurzelt.

Bist du dir unsicher, frag ruhig im Club nach. Manche Greenkeeper zeigen die Technik gerne auf dem Übungsgrün. Probier es dort ein paarmal aus, bevor du auf der Runde damit anfängst.

Was die Golfregeln zu Pitchmarken sagen

Seit der großen Regelreform 2019 ist die Lage ziemlich einfach. Nach Regel 13.1c darfst du Schäden auf dem Grün ausbessern, ohne dass es eine Strafe gibt. Das gilt auch dann, wenn dein Ball noch gar nicht auf dem Grün liegt, und es gilt für Schäden auf deiner Puttlinie. Du darfst dir dabei nur nicht unangemessen viel Zeit lassen.

Zu den Schäden, die du ausbessern darfst, gehören neben Pitchmarken zum Beispiel Spikeabdrücke, Kratzer von Schuhen oder Ausrüstung, alte Lochpfropfen und Schäden durch Tiere. Vor 2019 durftest du nur Pitchmarken und alte Lochpfropfen reparieren, Spikeabdrücke auf der Puttlinie dagegen nicht. Diese Unterscheidung ist weggefallen.

Es gibt aber Ausnahmen. Nicht ausbessern darfst du natürliche Unebenheiten des Grüns, Aerifizierlöcher, die der Greenkeeper absichtlich gemacht hat, und die normale Abnutzung am Lochrand. Wer hier mit dem Putter oder der Gabel nachhilft, verbessert die Bedingungen für seinen Schlag und riskiert eine Strafe.

Wichtig ist auch die Grenze zum übrigen Platz. Die Erlaubnis gilt nur auf dem Grün. Liegt eine Delle auf dem Vorgrün oder im Fairway auf deiner Spiellinie, darfst du sie vor deinem Schlag nicht ausbessern. Nach Regel 8.1 wäre das eine Verbesserung der Bedingungen, und dafür gibt es die Grundstrafe, im Zählspiel also zwei Schläge. Nach deinem Schlag kannst du solche Stellen natürlich wieder in Ordnung bringen. Eine Übersicht weiterer Regeln, die viele aus Versehen brechen, findest du im Artikel über Golfregeln, die die meisten Golfer unbewusst brechen.

Typische Fehler beim Ausbessern

Der häufigste Fehler ist schlicht, die eigene Pitchmarke gar nicht zu suchen. Wer nach dem Schlag direkt zum Ball geht, übersieht die Delle oft. Gewöhn dir deshalb an, auf dem Weg zum Ball kurz auf die Landestelle zu schauen. Hast du den Ball nicht landen sehen, such im Bereich vor dem Ball nach einer frischen, noch feuchten Vertiefung.

Der zweite Fehler ist das schon erwähnte Hebeln. Es fühlt sich effektiv an, schadet dem Grün aber mehr als es nützt. Der dritte Fehler ist das zu kräftige Festtreten mit dem Schuh. Mit der Schuhsohle drückst du die Stelle oft ungleichmäßig, und bei Spikes entstehen neue Abdrücke. Der Putter ist dafür besser geeignet.

Ein vierter Punkt betrifft das Timing. Eine frische Pitchmarke lässt sich leicht schließen, weil der Boden noch locker ist. Eine alte, schon eingetrocknete Delle dagegen kann man kaum noch richtig reparieren. Gerade deshalb lohnt es sich, nicht nur die eigene Marke auszubessern, sondern auch eine weitere, die du auf dem Grün siehst. Viele Clubs werben genau mit dieser Faustregel: deine eigene und eine zusätzliche.

Abgrenzung: Pitchmarke, Divot und eingebetteter Ball

Die Pitchmarke wird gerne mit dem Divot verwechselt. Ein Divot ist das Rasenstück, das du mit dem Schläger aus dem Boden schlägst, meistens bei Eisenschlägen vom Fairway. Das Loch, das dabei entsteht, legst du mit dem herausgeschlagenen Stück wieder zu oder füllst es mit Sand aus der Sandflasche am Cart, falls der Platz das so vorsieht. Die Pitchmarke entsteht dagegen nicht durch den Schläger, sondern durch den Aufprall des Balls.

Eine andere Sache ist der eingebettete Ball. Bleibt dein Ball nach dem Aufprall in seiner eigenen Pitchmarke stecken, ist er nach den Regeln eingebettet. Das passiert vor allem auf weichem Boden. Liegt er dabei im Gelände, also zum Beispiel im Fairway oder im Rough, bekommst du nach Regel 16.3 straflose Erleichterung. Du markierst den Ball, hebst ihn auf und droppst ihn direkt hinter der Stelle, an der er eingebettet war. Im Sand eines Bunkers gilt diese Erleichterung nicht. Auf dem Grün ist der Fall ohnehin einfach, weil du den Ball dort markieren, aufnehmen und die Delle ausbessern darfst.

Warum Pitchmarken auch dein eigenes Putten betreffen

Man denkt beim Ausbessern vor allem an die anderen. Aber eine glatte Oberfläche hilft natürlich auch dir. Ein Putt über eine unreparierte Delle springt leicht ab und verliert die Linie. Gerade bei kurzen Putts, die du eigentlich lochen solltest, kann so eine kleine Unebenheit den Unterschied machen. Wie du dein Putten insgesamt verbesserst, liest du im Artikel Richtig Putten: Die besten Tipps, um sofort besser zu werden.

Ich finde, man erkennt einen rücksichtsvollen Golfer ziemlich schnell daran, ob er nach dem Grün noch einmal kurz mit der Pitchgabel in der Hand stehen bleibt. Das kostet ein paar Sekunden und hält das Spieltempo kaum auf, wenn du es erledigst, während die anderen ihre Putts vorbereiten. Weitere Verhaltensregeln für das Grün und den restlichen Platz findest du im Artikel über die Golf-Etikette.

Häufige Fragen

Muss ich fremde Pitchmarken ausbessern?

Eine Pflicht gibt es nicht, und eine Strafe auch nicht. Es gilt aber als gute Etikette, neben der eigenen Delle eine weitere auszubessern, wenn du eine siehst. Das hält das Grün für alle in gutem Zustand.

Darf ich eine Pitchmarke auf meiner Puttlinie reparieren?

Ja. Nach Regel 13.1c darfst du Schäden auf dem Grün ausbessern, auch direkt auf deiner Puttlinie. Das gilt für Pitchmarken, Spikeabdrücke und ähnliche Schäden, nicht aber für Aerifizierlöcher oder natürliche Unebenheiten.

Was mache ich, wenn ich keine Pitchgabel dabeihabe?

Dann hilft ein Tee. Damit arbeitest du genauso wie mit der Gabel: schräg am Rand einstechen und den Rasen zur Mitte schieben. Danach mit dem Putter flach drücken. Auf Dauer lohnt sich aber eine Pitchgabel, weil sie mehr Fläche hat.

Darf ich eine Pitchmarke auf dem Vorgrün ausbessern?

Nicht, wenn sie auf deiner Spiellinie liegt und du deinen Schlag noch vor dir hast. Das Vorgrün gehört nach den Regeln zum Gelände, dort gilt Regel 8.1. Nach dem Schlag darfst du die Stelle reparieren.