Ein Dogleg ist eine Spielbahn, die nach links oder rechts abknickt. Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet Hundebein, weil die Form an das gebogene Hinterbein eines Hundes erinnert. Vom Abschlag aus kannst du das Grün bei einem Dogleg deshalb oft nicht direkt sehen.
Was der Begriff genau beschreibt
Bei einer geraden Spielbahn liegen Abschlag und Grün auf einer Linie. Bei einem Dogleg gibt es dagegen einen Knickpunkt. Bis dahin spielst du in eine Richtung, danach geht es in einer anderen Richtung weiter zum Grün. Im Englischen heißt dieser Punkt oft einfach Corner, also Ecke.
Doglegs findest du vor allem auf Par-4- und Par-5-Löchern. Auf einem Par 3 sind sie selten, weil du das Grün dort mit dem ersten Schlag erreichen sollst. Golfplatzarchitekten nutzen den Knick, um ein Loch interessanter zu machen. Mit reiner Länge kommst du hier nicht weit. Du musst dir vorher überlegen, wo dein Ball landen soll.
Wie stark eine Bahn abknickt, ist sehr unterschiedlich. Manche Doglegs biegen nur leicht ab, sodass du das Grün vom Abschlag aus noch ahnen kannst. Andere knicken fast im rechten Winkel ab. Dann versperren meist Bäume, Hügel oder Büsche den Blick auf das Ziel.
Dogleg links, Dogleg rechts und Double Dogleg
Knickt die Spielbahn nach links ab, spricht man von einem Dogleg links. Knickt sie nach rechts ab, ist es ein Dogleg rechts. Die Richtung ist für deine Schlagwahl wichtig. Als Rechtshänder kommt dir auf einem Dogleg links ein Draw entgegen, also ein Ball, der leicht von rechts nach links fliegt. Auf einem Dogleg rechts passt ein Fade besser, der von links nach rechts dreht. Für Linkshänder ist es genau andersherum.
Ein Double Dogleg hat zwei Knicke. Oft gehen sie in entgegengesetzte Richtungen, sodass die Bahn wie ein S aussieht. Solche Löcher findest du meist auf langen Par-5-Bahnen. Hier musst du gleich zweimal überlegen, wo dein Ball am besten liegt.
Wenn du deinen Ball nicht gezielt in eine Richtung drehen kannst, ist das kein Problem. Ein gerader Ball in die richtige Zone reicht auf fast jedem Dogleg. Mehr zum Thema Ballflug findest du im Artikel über die Flugbahn.
So spielst du ein Dogleg
Der wichtigste Schritt passiert, bevor du den Schläger aus dem Bag nimmst. Schau dir an, wie weit der Knickpunkt entfernt ist und was an der Ecke liegt. Viele Plätze haben am Abschlag eine Tafel mit dem Bahnverlauf. Auch auf der Scorekarte oder in einer Golf-App findest du oft eine Skizze. Mit einem Entfernungsmesser kannst du die Distanz zu Bäumen oder Bunkern an der Ecke direkt messen.
Dein Ziel ist eine Position, von der aus du freie Sicht auf das Grün hast. Liegt dein Ball zu kurz, stehen oft Bäume zwischen dir und der Fahne. Schlägst du zu weit, rollt der Ball durch das Fairway hindurch ins Rough oder in die Bäume auf der anderen Seite. So gehst du vor:
- Finde heraus, wie weit es bis zum Knick ist und wie weit bis zum Ende des Fairways.
- Wähle einen Schläger, mit dem dein Ball sicher vor dem Ende des Fairways liegen bleibt. Denk dabei auch an das Rollen nach der Landung.
- Such dir einen klaren Zielpunkt, etwa einen Baum hinter der Landezone.
- Plane den zweiten Schlag gleich mit. Von wo aus ist der Weg zum Grün am einfachsten?
Oft ist der Driver auf einem Dogleg nicht die beste Wahl. Ein Holz 3, ein Hybrid oder sogar ein langes Eisen bringt den Ball kürzer, aber dafür genauer in die Landezone. Wie du diese Schläger sicher triffst, liest du im Artikel über das Hybrid.
Abkürzen oder sicher spielen?
An fast jedem Dogleg stellt sich die gleiche Frage. Schlägst du über die Ecke und kürzt ab, oder spielst du den Ball sicher bis zum Knick? Wer die Ecke abkürzt, hat danach einen deutlich kürzeren Schlag zum Grün. Dafür liegen an der Ecke meist Bäume, Bunker, Wasser oder sogar das Aus. Der Architekt hat das mit Absicht so gebaut.
Um die Entscheidung zu treffen, kannst du dir zwei Fragen stellen. Wie oft gelingt dir dieser Schlag wirklich? Und was passiert, wenn er misslingt? Kostet dich ein Fehler nur einen schwierigeren zweiten Schlag, kannst du es versuchen. Droht dagegen ein Ball im Aus oder im Wasser, ist die sichere Variante fast immer besser. Ein Strafschlag und ein neuer Ball machen den Vorteil der Abkürzung schnell zunichte.
Ich sehe das so: Für die meisten Hobbygolfer lohnt sich das Abkürzen nur selten. Ein Ball in der Mitte des Fairways und ein etwas längerer zweiter Schlag bringen dich im Schnitt mit weniger Schlägen ins Loch. Wie du solche Entscheidungen auf der ganzen Runde triffst, erklärt der Artikel über Course Management.
Regeln, die am Dogleg oft eine Rolle spielen
Für ein Dogleg gibt es keine eigene Golfregel. An der Ecke kommen aber oft Regeln ins Spiel, die du kennen solltest. Liegt dort eine Penalty Area, also ein Gewässer oder ein anderer rot oder gelb gekennzeichneter Bereich, gilt Regel 17. Du kannst den Ball dort spielen, wie er liegt, oder mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen.
Geht dein Ball ins Aus oder ist er verloren, gilt Regel 18.2. Du spielst dann mit einem Strafschlag von der Stelle, an der du den letzten Schlag gemacht hast. Weil du bei einem Dogleg die Landezone oft nicht siehst, ist ein provisorischer Ball nach Regel 18.3 eine gute Idee. Ihn darfst du spielen, wenn dein erster Ball außerhalb einer Penalty Area verloren oder im Aus sein könnte. Du musst vorher ansagen, dass du einen provisorischen Ball spielst. So sparst du dir den Weg zurück zum Abschlag.
Auch die Sicherheit ist auf einem Dogleg ein Thema. Wenn du nicht siehst, ob der Flight vor dir schon weit genug weg ist, wartest du lieber etwas länger. Fliegt dein Ball doch in Richtung anderer Spieler, rufst du laut Fore.
Typische Fehler am Dogleg
- Du nimmst automatisch den Driver, obwohl der Ball damit durch das Fairway rollt.
- Du zielst auf die Ecke statt auf die Landezone und landest in den Bäumen am Knick.
- Du vergisst, dass der Ball nach der Landung noch rollt, besonders auf trockenem Boden.
- Du versuchst die Abkürzung, obwohl dir dieser Schlag nur selten gelingt.
- Nach einem schlechten Abschlag willst du mit dem zweiten Schlag alles retten und gehst ein noch größeres Risiko ein.
Liegt dein Ball hinter Bäumen, ist der kluge Weg oft ein kurzer Schlag zurück aufs Fairway. Das kostet dich vielleicht einen Schlag, aber selten mehr.
Häufige Fragen
Was bedeutet Dogleg auf Deutsch?
Dogleg heißt wörtlich Hundebein. Gemeint ist eine Spielbahn, die wie das Hinterbein eines Hundes nach links oder rechts abknickt. Im Deutschen wird fast immer der englische Begriff verwendet.
Ist ein Dogleg für Anfänger schwer?
Ein Dogleg wirkt schwerer, als es ist. Wenn du auf das Abkürzen verzichtest und den Ball in die Mitte der Kurve spielst, ist es oft nicht schwieriger als eine gerade Bahn. Schwierig wird es vor allem, wenn du zu viel riskierst.
Muss ich am Dogleg den Driver nehmen?
Nein. Nimm den Schläger, mit dem dein Ball sicher in der Landezone liegen bleibt. Das kann ein Holz, ein Hybrid oder ein Eisen sein. Der Driver lohnt sich nur, wenn die Bahn bis zum Knick lang genug ist.
Was ist ein Double Dogleg?
Ein Double Dogleg ist eine Spielbahn mit zwei Knicken. Meist sind es lange Par-5-Löcher in S-Form. Du musst hier sowohl beim Abschlag als auch beim zweiten Schlag genau planen, wo dein Ball landen soll.

